Meilenstein bei Studie zur Therapietreue

2.500ste Brustkrebs-Patientin in nationale Versorgungsstudie mit einem Aromatasehemmer aufgenommen

 

Bonn/Wedel (6. Juni 2008) – Die Zahl der Teilnehmerinnen an der PACT-Studie (Patient’s Anastrozole Compliance to Therapy) zur Therapietreue von postmenopausalen Patientinnen mit frühem Brustkrebs, die für eine Antihormontherapie in Frage kommen, hat sich auf 2.500 erhöht. "Durch diese große Zahl von Teilnehmerinnen haben wir die Möglichkeit, erstmals auf wissenschaftlicher Basis die Frage zu beantworten, wo die Ursachen für einen Mangel an Compliance bei der adjuvanten Antihormontherapie mit einem Aromatasehemmer liegen und in welchem Ausmaß dies das Wiederauftreten von Brustkrebserkrankungen beeinflusst", so Prof. Dr. Rolf Kreienberg, ärztlicher Direktor der Ulmer Universitätsfrauenklinik und Leiter des von Brustkrebsexperten, Brustkrebs-Selbsthilfegruppen und AstraZeneca entwickelten Projekts.

 

"Im Gegensatz zu einer rein klinischen Studie mit einem einheitlichen Patientenkollektiv nehmen an PACT sehr unterschiedliche Patientinnen teil, um auf diese Weise die Wirkung der Behandlung unter möglichst lebensnahen Bedingungen zu prüfen", so Kreienberg. Die PACT-Studie setzt dabei auf eine intensive Zusammenarbeit mit niedergelassenen Gynäkologen und Brustzentren in ganz Deutschland. "Im Mittelpunkt dieser Versorgungsstudie stehen in erster Linie die Lebensqualität der Patientinnen und Kriterien für die richtige Therapieentscheidung", erläuterte Kreienberg. Die damit einhergehende Verbesserung der Versorgung unter Praxisbedingungen dient nach Auffassung des Ulmer Onkologen nicht allein der einzelnen Patientin, sondern erhöht auch die Effizienz der Mittelverteilung und dient somit dem Gesundheitssystem.

 

"Knapp 90 Prozent meiner postmenopausalen Patientinnen, die sich für die endokrine Therapie entschieden haben, sind auch bereit, am PACT-Programm teilzunehmen. Sie fühlen sich dadurch noch besser betreut, vor allem die, die zusätzliche Informationen erhalten", sagte Dr. med. Robert Landthaler, Facharzt für Frauenheilkunde, Krumbach.  "Eine enge Arzt-Patientinnenbindung führt erkennbar zu einer höheren Motivation, die Therapieanweisungen zu befolgen", so Landthaler weiter. Alle Teilnehmerinnen der Studie profitieren von Diagnostik und Therapie nach aktuellem Stand der Wissenschaft.

 

Insgesamt sollen rund 5.000 Frauen, bei denen nach den Wechseljahren ein Brustkrebs im Frühstadium operiert und gegebenenfalls mit einer Chemo- oder Strahlentherapie behandelt wurde, über einen Zeitraum von maximal fünf Jahren an PACT teilnehmen. Innerhalb des ersten Behandlungsjahres bekommt die Hälfte der Studienteilnehmerinnen zusätzliche Informationen zur Behandlung und zum Umgang mit ihrer Erkrankung. Diese Informationsmaterialien wurden von Experten und Brustkrebspatientinnen, die sich seit vielen Jahren in der Patientenselbsthilfe engagieren, gemeinsam entwickelt. In intensiven Arzt-Patientinnen-Gesprächen werden die Teilnehmerinnen eingehend über die Bedeutung der Therapietreue für die adjuvante antihormonelle Brustkrebs-Therapie informiert und in die Therapieentscheidung mit einbezogen.

 

Gegenwärtig beteiligen sich 109 Brustzentren und 930 niedergelassene Gynäkologen und Onkologen an PACT. Unter www.pact-programm.de können sich interessierte Patientinnen näher über das Programm informieren und prüfen, ob für sie eine Teilnahme in Frage kommt.

 

PACT

Über maximal fünf Jahre werden zu festgelegten Zeitpunkten (12, 24, 36, 48 und 60 Monate nach Therapiebeginn) Daten zur Therapietreue, zur Wirksamkeit (Krankheitsfreies Überleben und Gesamtüberleben) sowie Verträglichkeit der adjuvanten Antihormontherapie erhoben. Darüber hinaus füllen die Teilnehmerinnen Fragebögen zur Therapietreue, Lebensqualität und Nebenwirkungen aus. Nach Abschluss der Untersuchung wird ausgewertet, ob und wie die Therapietreue das Auftreten von Brustkrebsrückfällen beeinflusst hat und inwieweit die zusätzlichen Informationsmaterialien, die an die Hälfte der Teilnehmerinnen geschickt wurden, eine bessere Therapietreue bewirkt haben. Darüber hinaus werden Zeitpunkt und Grund des Therapieabbruchs erfasst und der Einfluss von Faktoren wie Alter, Ausbildung, Krankheitsmerkmale, Lebensqualität, Patientenzufriedenheit und Nebenwirkungen auf die Therapietreue geprüft. Zudem ermittelt die Studie, ob und in welchem Umfang eine mangelnde Compliance mit einer erhöhten Rezidivrate assoziiert ist (1).

 

Literatur

 

  1. Hadji P et al. Non-Compliance in der adjuvanten endokrinen Therapie des Mammakarzinoms/Teil 2: Das PACT-Programm – Möglichkeiten zur Compliance-Optimierung in der adjuvanten endokrinen Therapie des Mammakarzinoms mit Anastrozol; Frauenarzt 2007; 48; 249-252


Quelle: Pressegespräch der Firma AstraZeneca Deutschland zum Thema "PACT: 2.500 Patientinnen – eine Zwischenbilanz" am 6. Juni 2008 in Bonn (Publicis Health PR)

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