Merck erhält Zulassung für den erweiterten Einsatz von Erbitux bei metastasiertem Kolorektalkarzinom einschließlich der Erstlinientherapie in Europa

 

Darmstadt (23. Juli 2008) – Die Merck KGaA hat heute bekannt gegeben, dass die Europäische Kommission die Zulassung für die Anwendung von Erbitux® (Cetuximab) auf die Behandlung von Patienten mit EGFR-(epidermal growth factor receptor)-exprimierendem metastasierten kolorektalen Karzinom (mCRC) mit KRAS-Wildtyp-Tumoren in Kombination mit Chemotherapie ausgeweitet hat. Darüber hinaus kann Erbitux auch als Monotherapie für Patienten eingesetzt werden, die auf eine vorangegangene Oxaliplatin- und Irinotecan-basierte Chemotherapie nicht angesprochen hatten und die eine Intoleranz gegen Irinotecan aufweisen.

 

„Diese Zulassung von Erbitux bei metastasiertem Kolorektalkarzinom wird in onkologischen Fachkreisen begrüßt, da sie uns eine weitere Behandlungsoption für unsere Patienten in der Erstlinientherapie bietet“, kommentierte Professor Eric Van Cutsem, Professor für Medizin und Onkologie des Gastrointestinaltraktes am Universitätsklinikum Gasthuisberg in Leuven, Belgien. „Wir sind von den Daten, die diese Zulassung stützen, beeindruckt. Sie belegen die deutlich gesteigerte Wirksamkeit von Erbitux bei Patienten mit KRAS-Wildtyp-Tumoren. Die erweiterte Zulassung von Erbitux bedeutet auch einen großen Fortschritt in der Entwicklung maßgeschneiderter Therapien für Patienten mit metastasiertem Kolorektalkarzinom.”

 

Die Zulassung wurde auf der Basis der Daten der randomisierten, kontrollierten Phase III-Studie CRYSTALa und der Phase II-Studie OPUSb erteilt. Sie hatten die gesteigerte Wirksamkeit der Kombination von Erbitux mit Standardchemotherapien in der

 

Erstlinientherapie von Patienten mit metastasiertem Kolorektalkarzinom gegenüber der Chemotherapie allein demonstriert.(1,2) Zusätzliche Analysen dieser Studien zur Untersuchung der Wirksamkeit von Erbitux bei Patienten mit KRAS-Wildtyp-Tumoren wurden den Behörden ebenfalls vorgelegt und kürzlich auf wichtigen wissenschaftlichen Kongressen vorgestellt – der Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology (ASCO) und dem World Congress on Gastro-Intestinal Cancers (WCGIC).(3,4,5,6) Diesen Auswertungen zufolge wurde bei Patienten mit KRAS-Wildtyp-Tumoren bei der Behandlung mit Erbitux im Vergleich zur alleinigen Chemotherapie eine erheblich verbesserte Wirksamkeit beobachtet. Dies zeigte sich in statistisch signifikant höheren Ansprechraten (CRYSTAL: 59 Prozent gegenüber 43 Prozent; OPUS: 61 Prozent gegenüber 37 Prozent) und einem reduzierten Risiko einer Tumorprogression (CRYSTAL: um 32 Prozent; OPUS um 43 Prozent).(3,4,5,6)

 

„Erbitux stellt damit eine zentrale neue Behandlungsoption für zwei Drittel aller Patienten mit metastasierten Kolorekalkarzinomen dar, da der KRAS-Wildtyp-Status ihrer Tumoren prädiktiv für eine gesteigerte Wirksamkeit von Erbitux ist“, sagt Dr. Wolfgang Wein, Executive Vice President Onkologie bei Merck Serono. „Diese Ergebnisse bedeuten einen wichtigen Schritt in der Entwicklung maßgeschneiderter Therapien.“

 

Normale oder nicht-mutierte Karzinome, wissenschaftlich auch als KRAS-Wildtyp-Tumore bezeichnet, treten bei bis zu 65 Prozent aller Patienten mit metastasierten Kolorektalkarzinomen auf.(3) Das KRAS-Gen kodiert für ein Protein in der EGFR-Signalkaskade. Bei KRAS-Wildtyp-Tumoren ist das KRAS-Protein streng reguliert und wird nur auf bestimmte Stimulationen hin, wie zum Beispiel der EGFR-Aktivierung, in Gang gesetzt. Bei Patienten mit normalem KRAS-Status (KRAS-Wildtyp-Tumoren) blockiert Erbitux den EGFR-Signalweg und hemmt so das Tumorwachstum. Die KRAS-Mutation hebt diese Wirkung von Erbitux auf, so dass der Tumor weiter wachsen, sich ausbreiten und metastasieren kann.

 

Seit Juni 2004 ist Erbitux für die Therapie von Patienten mit metastasierten Kolorekalkarzinomen zugelassen, seit April 2006 zudem für die Behandlung lokal fortgeschrittener Plattenepithelkarzinome des Kopfes und Halses (SCCHN). Bisher wurden weltweit mehr als 120.000 Patienten mit dem kommerziell erhältlichen Erbitux behandelt. Im Juni 2008 beantragte Merck bei den europäischen Behörden die Zulassungserweiterung für Erbitux bei SCCHN für die Erstlinientherapie von Patienten mit rezidivierten und/oder metastasierten SCCHN.

 

Mehr als 370.000 Menschen erkranken pro Jahr in Europa erkranken am Kolorektalkarzinom, was 13 Prozent aller Krebsfälle entspricht.(7) Europa verzeichnet cirka 200.000 Todesfällen wegen Kolorektalkarzinomen.(7) Bei Diagnose dieses Karzinoms haben etwa ein Viertel oder 25 Prozent der Patienten bereits eine metastasierte Erkrankung.(8) Das Fünf-Jahres-Überleben bei Patienten mit metastasierten Kolorektalkarzinomen beträgt lediglich 5 Prozent.(9)

 

Anmerkungen

 

a) CRYSTAL: Cetuximab combined with iRinotecan in first line therapY for metaSTatic colorectAL cancer

b) OPUS: OxaliPlatin and cetUximab in firSt-line treatment of mCRC

 

Literatur

 

1. Van Cutsem E, et al. ASCO 2007; Abstract Nr.: 4000

 

2. Bokemeyer C, et al. ASCO 2007; Abstract Nr.: 4035

 

3. Van Cutsem E, et al. ASCO 2008; Abstract Nr.: 2

 

4. Bokemeyer C, et al. ASCO 2008; Abstract Nr.: 4000

 

5. Van Cutsem E, et al. WCGIC 2008; Abstract Nr.: 471

 

6. Schuch G, et al. WCGIC 2008; Abstract Nr.: 385

 

7. Parkin DM et al. CA Cancer J Clin 2005; 55: 72-108

 

8. Cunningham D and Findley M. Eur J Cancer 1993;29A(15);2077–2079

 

9. Macdonald JS. CA Cancer J Clin 1999;49(4),202-219


Quelle: Pressemitteilung der Firma Merck KgaA vom 23.07.2008.

MEDICAL NEWS

Inadequate sequencing of SARS-CoV-2 variants impedes global response to COVID-19
New meta-analysis finds cannabis may be linked to development of…
New guidance on how to diagnosis and manage osteoporosis in…
Starting the day off with chocolate could have unexpected benefits
Better mental health supports for nurses needed, study finds

SCHMERZ PAINCARE

Versorgung verbessern: Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin fordert die Einführung des…
Pflegeexpertise im Fokus: Schmerzmanagement nach Operationen
Versorgung verbessern: Bundesweite Initiative der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin zu…
Jedes vierte Kind wünscht bessere Schmerzbehandlung
Lebensqualität von Patienten in der dauerhaften Schmerztherapie mit Opioiden verbessern

DIABETES

Bundestag berät über DMP Adipositas: DDG begrüßt dies als Teil…
Mit der Smartwatch Insulinbildung steuern
Verbände fordern bessere Ausbildung und Honorierung von Pflegekräften für Menschen…
Minimalinvasive Geräte warnen ungenügend vor Unterzuckerung
Typ-1-Diabetes und Hashimoto-Thyreoiditis treten häufig gemeinsam auf

ERNÄHRUNG

Wie eine Diät die Darmflora beeinflusst: Krankenhauskeim spielt wichtige Rolle…
DGEM plädiert für Screening und frühzeitige Aufbautherapie: Stationäre COVID-19-Patienten oft…
Führt eine vegane Ernährungsweise zu einer geringeren Knochengesundheit?
Regelmässiger Koffeinkonsum verändert Hirnstrukturen
Corona-Erkrankung: Fehl- und Mangelernährung sind unterschätze Risikofaktoren

ONKOLOGIE

Anti-Myelom-Therapie mit zusätzlich Daratumumab noch effektiver
Positive Ergebnisse beim fortgeschrittenen Prostatakarzinom: Phase-III-Studie zur Radioligandentherapie mit 177Lu-PSMA-617
Lymphom-News vom EHA2021 Virtual. Alle Berichte sind nun online verfügbar!
Deutsch-dänisches Interreg-Projekt: Grenzübergreifende Fortbildungskurse in der onkologischen Pflege
Sotorasib: Neues Medikament macht Lungenkrebs-Patienten Hoffnung

MULTIPLE SKLEROSE

NMOSD-Erkrankungen: Zulassung von Satralizumab zur Behandlung von Jugendlichen und Erwachsenen
Verzögerte Verfügbarkeit von Ofatumumab (Kesimpta®)
Neuer Biomarker bei Multipler Sklerose ermöglicht frühe Risikoeinschätzung und gezielte…
Multiple Sklerose beginnt oft lange vor der Diagnose
Goldstandard für Versorgung bei Multipler Sklerose

PARKINSON

Meilenstein in der Parkinson-Frühdiagnose
Parkinson-Erkrankte besonders stark von Covid-19 betroffen
Gangstörungen durch Kleinhirnschädigung beim atypischen Parkinson-Syndrom
Parkinson-Agenda 2030: Die kommenden 10 Jahre sind für die therapeutische…
Gemeinsam gegen Parkinson: bessere Therapie durch multidisziplinäre Versorgung