Erstmals kausaler Therapieansatz

Methylnaltrexon: Mehr Lebensqualität durch schnelle Lösung der Opioid-induzierten Obstipation

 

Bremen (18. Februar 2009) ‑ Die opiat-induzierte Obstipation (OIC) ist eine für die Patienten extrem belastende Nebenwirkung, die die Lebensqualität stark beeinträchtigt und zusätzlich den Erfolg der Schmerztherapie gefährden kann. Einen neuen Therapieansatz bietet Methylnaltrexon (MNTX), das seit Juli 2008 zur Behandlung der Opioid-induzierten Obstipation zugelassen ist. Die erstmals kausale Therapie der OIC sorgt für einen schnellen und planbaren Wirkeintritt und wirkt sich positiv auf die Lebensqualität der Patienten aus. Dies wurde während eines Symposiums im Rahmen des 19. Symposiums Intensivmedizin und Intensivpflege in Bremen deutlich.

 

„Etwa 90 Prozent aller Patienten mit einer fortgeschrittenen Erkrankung, die mit Opioiden behandelt werden, leiden unter Obstipation", verdeutlichte Professor Dr. med. Michael Tryba, Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie, Kassel. „In manchen Fällen ist die Lebensqualität so sehr beeinträchtigt, dass Patienten lieber die Schmerzen ertragen, als weiter Opioide zu nehmen", so Tryba in seiner Einleitung weiter.

 

„Auch die Gabe von Laxantien hilft nur einem Teil der Patienten ‑ knapp die Hälfte der Betroffenen erfährt keine Linderung", ergänzte Univ.-Prof. Dr. med. Esther Pogatzki-Zahn vom Universitätsklinikum Münster in ihrem Vortrag „Nebenwirkungen der Opioide". „Dazu kommen die schlechte Vorhersagbarkeit des Wirkeintritts und die generelle Tabuisierung des Themas. Das alles führt zum Verlust der Eigenständigkeit, zur Einschränkung der sozialen Kontakte und Vereinsamung der Patienten im letzten Lebensabschnitt sowie zu einer Verminderung des Selbstwertgefühls", so Pogatzki-Zahn weiter.

 

Einen vielversprechenden Therapieansatz bietet seit Juli 2008 der peripher wirkende m-Opioid-Rezeptor-Antagonist Methylnaltrexon (MNTX). Wie in zwei doppelblinden, randomisierten Phase-III-Studien nachgewiesen werden konnte, erfüllt MNTX die wichtigsten Anforderungen für die praktische Anwendung: Schnelle Lösung der Opioid­induzierten Obstipation und planbarer Wirkeintritt bei guter Verträglichkeit. 48 Prozent der Studienteilnehmer sprachen bereits auf die erste Dosis an, bei der Hälfte der Responder erfolgte die Defäkation innerhalb der ersten 30 Minuten nach Subkutaninjektion von MNTX.

 

„Die schnelle Linderung der Obstipation sowie der planbare Eintritt der Wirkung sind die eindeutigen Vorteile von MNTX", erläuterte Dr. med. Eberhard Lux vom Klinikum St.­Marien‑Hospital Lünen in seinem Vortrag „Behandlungsoptionen der opioidbedingten Obstipation bei Palliativpatienten ‑ Theorie und praktische Beispiele". „Durch den kausalen Therapieansatz kann die erwünschte analgetische Wirkung der Opioide erhalten werden, was sich wiederum auf die Lebensqualität der Patienten auswirkt."

 

 

Über Methylnaltrexon

MNTX ist seit Juli 2008 bei Patienten in fortgeschrittenen Krankheitsstadien, die eine palliative Behandlung erhalten, zur Behandlung der Opioid-induzierten Obstipation zugelassen, wenn das Ansprechen auf eine Therapie mit den üblichen Laxantien unzureichend ist. MNTX ist ein peripherer m-Opioid-Rezeptor-Antagonist, der nur eingeschränkt liquorgängig ist und aus diesem Grund selektiv ausschließlich peripher (im Darm) wirkt. Es ist damit der erste in Europa zugelassene Vertreter eines neuen Wirkprinzips zur kausalen Therapie der Opioid-induzierten Obstipation. Auch in der Behandlung Opioid‑induzierter Obstipation bei Patienten mit chronischen, nicht krebsbedingten Schmerzen erreichte MNTX in einer Phase-III-Studie statistisch signifikante Ergebnisse hinsichtlich der Wirksamkeit im Vergleich zu Placebo.

 


 

Quelle: Symposium der Firma Wyeth zum Thema „Relistor: Planbare, schnelle Lösung für die opiat-induzierte Obstipation“ am 18.02.2009 in Bremen (anläßlich des 19. Symposiums Intensivmedizin & Intensivpflege, Bremen 18. – 20. Februar 2009) (IntraMedic).

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