MEDIZIN

DOC-CHECK LOGIN

Mikroalbuminurietest nun auch im Vorsorgepaket der gesetzlichen Kassen

Früherkennung von nachlassender Nierenfunktion

 

Abb. oben : Streifentest zur Mikroalbuminuriebestimmung.Heidelberg (22. April 2009) – Die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie (DGfN / www.nierengesellschaft.de ) gibt bekannt, dass der Mikroalbuminurie-Test, ein effektiver und sensitiver Test zur Früherkennung von nachlassender Nierenfunktion, nun auch im Vorsorgeangebot der gesetzlichen Kassen enthalten ist und von Hausärzten deutschlandweit bei den kassenärztlichen Vereinigungen abgerechnet werden kann (Ziffer 32135).Damit ist ein Meilenstein in der Vorsorge von Nierenerkrankungen erreicht, für den sich die Fachgesellschaft seit langem eingesetzt hat.

 

Bislang war nur der weniger sensitive "Albuminurie-Test" in den Vorsorgepakten ("35+Check-Up") enthalten, der lediglich einen Albuminuriewert von >200 mg/Liter erfasst. "Das kann man kaum als echte Früherkennung werten, denn schon 10-fach niedrigere Albuminverluste im Urin weisen auf einen beginnenden Nierenschaden hin. Und gerade in der Frühphase der Nierenschädigung haben wir Nephrologen noch echten Handlungsspielraum und können einer weiteren Nierenschädigung meist effektiv begegnen und so eine terminale Niereninsuffizienz oftmals ganz abwenden", erläutert Prof. Dr. Jan Galle (Lüdenscheid), Pressesprecher der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie. Der nun abrechenbare Mikroalbuminurietest erfasst bereits einen Albuminuriewert von 20-200 mg/Liter und ist damit bis um den Faktor 10 sensibler. "Damit ist eine vernünftige Früherkennung möglich", so Galle.

Albumin ist ein Eiweiß, das von den Nieren eigentlich zurückgehalten werden sollte. Ist viel von diesem Eiweiß im Urin enthalten, zeigt das an, dass die Filterfunktion der Nieren nicht mehr richtig funktioniert, weist also eine Nierenschädigung nach. Um eine Nierenschädigung frühzeitig zu diagnostizieren, ist daher dieser sensible Test – es handelt sich ebenfalls um einen einfachen Urin-Streifentest – notwendig.

Eine Alternative bot bis dato nur die direkte Albuminbestimmung aus dem Sammelurin, welche erstattet wurde, aber sehr viel aufwändiger ist als ein Streifentest. Sie kam daher kaum routinemäßig zur Früherkennung zum Einsatz, sondern wurde in erster Linie zur Abklärung bei einem konkreten Verdacht auf eine chronische Nierenerkrankung durchgeführt.

Mit dem Mikroalbuminurie-Streifentest ist nun eine unkomplizierte, routinemäßige Früherkennung beim Hausarzt möglich, die sicher und zuverlässig ist und weder mit Risiken noch Schmerzen oder Zusatzkosten für den Patienten verbunden ist.

Wie notwendig eine verbesserte Früherkennung ist, zeigt die immer noch steigende Inzidenz von chronischen Nierenerkrankungen in unserer Gesellschaft, die im engen Zusammenhang mit den im letzten Jahrzehnt dramatisch gestiegenen Diabetes- und Hypertonieerkrankungen steht. "Das Problem ist nach wie vor, dass Nierenerkrankungen viel zu spät entdeckt und behandelt werden – mit dramatischen Folgen sowohl für die Betroffenen als auch für das Gesundheitsbudget", kommentiert Galle. "Früh erkannte Nierenerkrankungen können unter nephrologischer Betreuung zum Stillstand gebracht bzw. kann ihr Fortschreiten deutlich verlangsamt werden. Wir hoffen daher, dass die Hausärzte den nun auch abrechenbaren Mikroalbuminurie-Test im Rahmen der Vorsorge routinemäßig bei ihren Patienten durchführen und Patienten mit auffälligen Befunden an einen Nephrologen überweisen."

Patienten über 35 Jahre sollten den Mikroalbuminurie-Test alle zwei Jahre durchführen lassen, Risikopatienten (Diabetiker, Hypertoniker, auch ältere Menschen) mindestsens jährlich, so lautet die Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie.

Abb. oben : Streifentest zur Mikroalbuminuriebestimmung.


 

Quelle: Pressemitteilung der Gesellschaft für Nephrologie e.V. (GfN) vom 22.04.2009 (albersconcept).

MEDICAL NEWS

Perinatal patients, nurses explain how hospital pandemic policies failed them
Johns Hopkins Medicine expert creates comprehensive guide to new diabetes…
An amyloid link between Parkinson’s disease and melanoma
Ultrasensitive, rapid diagnostic detects Ebola earlier than gold standard test
Paranoia therapy app SlowMo helps people ‘slow down’ and manage…

SCHMERZ PAINCARE

Jedes vierte Kind wünscht bessere Schmerzbehandlung
Lebensqualität von Patienten in der dauerhaften Schmerztherapie mit Opioiden verbessern
Wenn Schmerzen nach einer OP chronisch werden
Deutscher Schmerz- und Palliativtag 2021 – ONLINE: Schmerzmediziner, Politiker und…
Deutscher Schmerz- und Palliativtag 2021 – ONLINE: COVID-19-Pandemie belastet Schmerzpatienten…

DIABETES

„Wissen was bei Diabetes zählt: Gesünder unter 7 PLUS“ meldet…
Kinder und Jugendliche mit Typ-1-Diabetes gehören nicht zur Risikogruppe und…
Neue Studie will Entstehung von Typ-1-Diabetes bei Kindern verhindern
Toujeo®: Ein Beitrag zu mehr Sicherheit für Menschen mit Typ-1-Diabetes
Diabeloops Ziel: Baldige Marktpräsenz mit ​individuellen Lösungen zum Diabetes-Management für​ verschiedene…

ERNÄHRUNG

DGEM plädiert für Screening und frühzeitige Aufbautherapie: Stationäre COVID-19-Patienten oft…
Führt eine vegane Ernährungsweise zu einer geringeren Knochengesundheit?
Regelmässiger Koffeinkonsum verändert Hirnstrukturen
Corona-Erkrankung: Fehl- und Mangelernährung sind unterschätze Risikofaktoren
Gesundheitliche Auswirkungen des Salzkonsums bleiben unklar: Weder der Nutzen noch…

ONKOLOGIE

Leberkrebs: Bei welchen Patienten wirkt die Immuntherapie?
Konferenzbericht vom virtuellen Münchener Fachpresse-Workshop Supportive Therapie in der Onkologie
Wie neuartige Erreger die Entstehung von Darmkrebs verursachen können
Onkologische Pflegekräfte entwickeln Hörspiel für Kinder: Abenteuer mit Alfons
Krebsüberleben hängt von der Adresse ab

MULTIPLE SKLEROSE

Multiple Sklerose: Salzkonsum reguliert Autoimmunerkrankung
Erste tierexperimentelle Daten zur mRNA-Impfung gegen Multiple Sklerose
Multiple Sklerose: Immuntherapie erhöht nicht das Risiko für schweren COVID-19-Verlauf
Empfehlung zur Corona-Impfung bei Multipler Sklerose (MS)
Fallstudie: Beeinflusst SARS-CoV-2 Infektion die Multiple Sklerose?

PARKINSON

Parkinson-Agenda 2030: Die kommenden 10 Jahre sind für die therapeutische…
Gemeinsam gegen Parkinson: bessere Therapie durch multidisziplinäre Versorgung
Neuer Bewegungsratgeber unterstützt Menschen mit M. Parkinson durch Yoga
Covid-19-Prävention: besondere Vorsicht bei Patienten mit der Parkinson-Krankheit
Neue Studie zur tiefen Hirnstimulation bei Parkinson-Erkrankung als Meilenstein der…