MEDIZIN

DOC-CHECK LOGIN

Minimalinvasive Techniken

Innovationsschub in der operativen Gynäkologie

 

Berlin (30. September 2009) – Minimalinvasive Operationen und neue Techniken wie z.B. der Einsatz von Operationsrobotern sind spannende Themen, die auf dem diesjährigen 4. Kongress des Forums Operative Gynäkologie (FOG) präsentiert und diskutiert werden. Prof. Dr. Klaus Neis, operativ tätiger Frauenarzt in Saarbrücken und Koordinator des FOG gab einen Einblick in die vielfältigen Aspekte der operativen Gynäkologie.

Über 90 Prozent der Operationen in der Gynäkologie werden heute minimalinvasiv – nur mit kleinsten Verletzungen des Gewebes – mit Hilfe eines optischen Instruments (Laparoskop) durchgeführt. "Hierbei wird nicht mehr wie früher ein größeres Operationsfeld freigelegt, sondern der Eingriff im Bauchraum wird quasi durch ein "Schlüsselloch" mit Hilfe von sehr feinen Instrumenten vorgenommen", erklärte Neis. Diese Methode wurde von deutschen Gynäkologen entwickelt und belastet die Patientinnen nicht mehr so stark wie Operationen am offenen Bauchraum.

"Bei Blutungsstörungen und gutartige Muskeltumoren, den Myomen, konnte durch den Einsatz laparoskopischer Methoden die Rate an Bauchschnitten von 60 Prozent auf etwa 5 Prozent reduziert werden", so der Gynäkologe. Auch in der operativen Versorgung früher Stadien von Gebärmutterhalskrebs kann die Laparoskopie erfolgreich eingesetzt werden. Häufig ist es dadurch auch möglich, die Fruchtbarkeit der Frauen zu erhalten. "Und große Unterleibsoperationen bei Krebsformen in fortgeschritteneren Stadien sind heute ebenfalls schon per Laparoskop möglich – eine Entwicklung, die vor Jahren noch undenkbar war", betonte Neis. Auch auf dem 4. FOG-Kongress werden neue Techniken in der Laparoskopie vorgestellt und diskutiert.

Operationsroboter arbeiten ermüdungsfrei

Bei verschiedenen minimalinvasiven "Schlüsselloch-Operationen" können heute Operationsrobotersysteme eingesetzt werden, die zu einer weiteren Verfeinerung der minimalinvasiven Techniken beitragen. Bei den robotergestützten Operationen zum Beispiel mit dem "Da Vinci-System" sitzt der Chirurg hinter einer Steuerkonsole und bewegt mit Hilfe eines Joysticks die Roboterinstrumente. Die Roboterarme sind mit einem "Zitterfilter" ausgerüstet und wie ein menschliches Handgelenk sehr gut beweglich. Sie werden über etwa einen Zentimeter lange Hautschnitte in den Körper der Patientin eingebracht. Die Bewegungen sind präzise und fein und erlauben Eingriffe in kleinsten Operationsfeldern – auch da, wo die konventionelle invasive Technik bisher keine guten Resultate geliefert hat. Eine 3D-Kamera des Roboters liefert vergrößerte Bilder des Operationsfeldes. So kann das gesamte Operationsteam den Eingriff verfolgen und entsprechend assistieren.
"Gute Erfahrungen mit Operationsrobotern in der Gynäkologie haben wir bisher unter anderem bei der Entfernung von gutartigen Wucherungen der Gebärmutter oder bei Gebärmuttersenkungsoperationen gemacht", sagte Neis.

Einmalig: drei Arbeitsgemeinschaften, ein gemeinsames Konzept

"Wir wollen mit dem FOG-Kongress Sprachrohr für die operative Gynäkologie in Deutschland sein", sagte Neis. Repräsentiert werden mit dem Kongress die drei selbstständigen Arbeitsgemeinschaften (AGs) für operative Gynäkologie in der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG): Die AG Endoskopie (AGE), die AG für plastische, rekonstruktive und wiederherstellende Operationsverfahren (Awogyn) und die AG für Urogynäkologie und Beckenbodenrekonstruktion (AGUB). "Jeder operativ tätige Frauenarzt wird durch das vielseitige Programm angesprochen. Nicht zuletzt deshalb sind wir mit diesem weltweit einmaligen Kongresskonzept auf dem besten Weg, einen der führenden Gynäkologen-Kongresse in Deutschland anbieten zu können", so Neis.

 


 

Quelle: Gemeinsame Pressekonferenz der DAGG und des FOG: "Frauenheilkunde im Wandel der Zeit: Feminisierung und Innovationen des Fachs", 30. September 2009, Berlin, im Rahmen des 1. Kongresses der DAGG und des 4. Kongresses der FOG, beide 1.-3.Oktober 2009 in Berlin.

MEDICAL NEWS

After old age, intellectual disability is greatest risk factor for…
New Corona test developed
Smoking cessation drug may treat Parkinson’s in women
Meeting highlights from the Committee for Medicinal Products for Human…
Using face masks in the community: first update – Effectiveness…

SCHMERZ PAINCARE

Projekt PAIN2020: Wir nehmen Schmerzen frühzeitig ernst. Jetzt für alle…
Wechselwirkung zwischen psychischen Störungen und Schmerzerkrankungen besser verstehen
Lisa Olstein: Weh – Über den Schmerz und das Leben
Wie ein Schmerz den anderen unterdrückt
Opioidtherapien im palliativen Praxisalltag: Retardierte Analgetika zeigen Vorteile

DIABETES

Kinder und Jugendliche mit Typ-1-Diabetes gehören nicht zur Risikogruppe und…
Neue Studie will Entstehung von Typ-1-Diabetes bei Kindern verhindern
Toujeo®: Ein Beitrag zu mehr Sicherheit für Menschen mit Typ-1-Diabetes
Diabetes: Neue Entdeckung könnte die Behandlung künftig verändern
Für Menschen mit Typ-2-Diabetes: Fixkombination aus Basalinsulin und GLP-1-Analogon

ERNÄHRUNG

Führt eine vegane Ernährungsweise zu einer geringeren Knochengesundheit?
Regelmässiger Koffeinkonsum verändert Hirnstrukturen
Corona-Erkrankung: Fehl- und Mangelernährung sind unterschätze Risikofaktoren
Gesundheitliche Auswirkungen des Salzkonsums bleiben unklar: Weder der Nutzen noch…
Fast Food, Bio-Lebensmittel, Energydrinks: neue Daten zum Ernährungsverhalten in Deutschland

ONKOLOGIE

Krebsüberleben hängt von der Adresse ab
Vitamin D-Supplementierung: möglicher Gewinn an Lebensjahren bei gleichzeitiger Kostenersparnis
Konferenzbericht: Aktuelle Daten aus der Hämatologie vom ASH 2020
Anzeige: Aktuelle Daten zur Therapie des fortgeschrittenen Prostatakarzinoms
Aktuelle Daten zu Apalutamid und Abirateron in der Therapie des…

MULTIPLE SKLEROSE

Erste tierexperimentelle Daten zur mRNA-Impfung gegen Multiple Sklerose
Multiple Sklerose: Immuntherapie erhöht nicht das Risiko für schweren COVID-19-Verlauf
Empfehlung zur Corona-Impfung bei Multipler Sklerose (MS)
Fallstudie: Beeinflusst SARS-CoV-2 Infektion die Multiple Sklerose?
Multiple Sklerose: Novartis’ Siponimod verzögert Krankheitsprogression und Hirnatrophie bei aktiver…

PARKINSON

Parkinson-Agenda 2030: Die kommenden 10 Jahre sind für die therapeutische…
Gemeinsam gegen Parkinson: bessere Therapie durch multidisziplinäre Versorgung
Neuer Bewegungsratgeber unterstützt Menschen mit M. Parkinson durch Yoga
Covid-19-Prävention: besondere Vorsicht bei Patienten mit der Parkinson-Krankheit
Neue Studie zur tiefen Hirnstimulation bei Parkinson-Erkrankung als Meilenstein der…