Mobile IT-Gesundheitsassistenten

 

München (10. Februar 2009) – Hilfe für Patienten: Intelligente Sensornetzwerke überwachen wichtige Vitalfunktionen von Betroffenen oder messen deren Aktivität. Fraunhofer-Forscher stellen die neue Systeme auf der CeBIT in Hannover in Halle 9, B36 vor.

Schichtarbeit, Stress, Schnarchen oder sogar kurze Atemstillstände, die Schlafapnoen – schlechter Schlaf kann viele Ursachen haben. Ob ein Patient unter Atemaussetzern oder verwandten Schlafstörungen leidet, lässt sich bisher nur in einem Schlaflabor feststellen. Dort wird der Patient mindestens eine Nacht lang beobachtet, während er verkabelt und überwacht von einer Vielzahl von Messgeräten und Kameras schläft. Forscher des Fraunhofer-Instituts für Integrierte Schaltungen IIS in Erlangen haben nun ein mobiles Schlaflabor für zu Hause entwickelt.

 

SomnoSENS besteht aus einer kleinen Box, die während des Schlafs am Körper getragen wird und verschiedene Vitalfunktionen überwacht. Mit vier Klebelektroden wird ein EKG aufgezeichnet, ein Clip am Finger misst die Sauerstoffsättigung des Blutes und den Puls, eine Nasenbrille und dehnbare Gurte um den Oberkörper überwachen die Atmung, und ein Bewegungssensor in der Box erkennt die Körperlage des Schläfers und registriert, wie viel sich der Patient im Schlaf bewegt. "Das System wird im Schlaf direkt am Körper getragen und beeinträchtigt aufgrund der Miniaturisierung kaum den Schlafkomfort", versichert Herbert Siegert vom IIS. SomnoSENS erfasst die Daten, speichert sie und überträgt sie per Bluetooth-Funkverbindung kabellos zur Basisstation. Die gespeicherten Informationen kann der Arzt später auswerten und damit eine fundierte Diagnose stellen.

SYSvital – Hilfe für Herzpatienten
Herz-Kreislaufpatienten haben oft Angst, erneut einen Herzinfarkt oder andere krankhafte Veränderungen am Herzen zu bekommen. Um Gewissheit über ihren Zustand zu bekommen, können sie nicht täglich den Arzt aufsuchen. Unterstützung für herzkranke Menschen bietet das Telemonitoring-System SYSVital vom Fraunhofer-Institut für Photonische Mikrosysteme IPMS in Dresden.

Die Herzpatienten brauchen nur das kleine, leichte Basisgerät am Körper zu tragen. Es zeichnet Herzschläge über ein 3-Kanal-EKG auf. Dabei werden minimale und maximale Herzraten sowie Vorhofflimmern bestimmt. Gleichzeit erfasst das System die Bewegung. Das erleichtert dem Arzt die Diagnose: Er kann beispielsweise die Herzrate in Verbindung mit der Bewegungsanstrengung beurteilen. Ebenso lassen sich die Erholzeiten nach einer körperlichen Anstrengung bestimmen. Die Daten werden über ein Homegateway auf einem Internetportal abgelegt. Dort greift der Arzt auf die Informationen zu. Das System lässt sich um weitere Komponenten wie Blutdruck-, Gewichts- und Blutzuckermessungen erweitern.

"ActiSENS" – in Bewegung bleiben
Um Krankheiten vorzubeugen, empfehlen Experten Bewegung. Doch wer schafft es schon, regelmäßig Sport zu treiben? Vielleicht reichen ja der tägliche Fußweg zur U-Bahn, das Treppensteigen in den dritten Stock und die Arbeit im Haushalt aus, um sich fit zu halten. Wie viel wir uns wirklich bewegen, lässt sich mit einen neuen System feststellen. "ActiSENS misst über den ganzen Tag hinweg die Bewegungsaktivität des Trägers", erläutert Herbert Siegert IIS. Dazu muss man einfach nur eine kleine mit Bewegungssensoren ausgestattete Box am Gürtel tragen. Das Gerät summiert die Aktivitäten zu Punkten auf und gibt damit objektive Rückmeldung zur persönlichen Bewegungsbilanz. Jeder Aktivität sind Punkte zugeteilt: Treppensteigen bringt mehr Punkte als Joggen, Joggen mehr als Gehen usw. Für Auto- oder Liftfahren gibt es gar keine Punkte.

Schon tagsüber lassen sich die aktuellen Werte auf dem Display des Geräts ablesen. Abends kann man dann die gesamten Tagesdaten per Bluetooth auf den PC übertragen und je nach vorheriger Einstellung eine genauere Analyse durchführen. Die Daten können auch an einen Arzt weitergeleitetet und ausgewertet werden. So lässt sich zum Beispiel überwachen, ob eine Bewegungstherapie bei einem Patienten auch die gewünschte Wirkung zeigt.


 

Quelle: Pressemitteilung der Fraunhofer-Gesellschaft vom 10.02.2009.

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