Moderne, individuell angepasste Gehörschutzprodukte bieten Benefit für die Ohren

Dem Lärm Paroli bieten

 

Frankfurt/Main (24. Oktober 2012) – Mit ein bisschen Watte oder einfachen Ohrstöpseln ist es oft nicht getan: Wenn’s richtig laut wird, braucht’s einen guten Gehörschutz! Es gibt viele Möglichkeiten, die beste ist eine individuell angepasste Lösung durch den Fachmann beim Hörgeräteakustiker.

Vor allem Menschen, die unter ständigem Lärm oder mit lauten Geräten arbeiten, sind betroffen: Presslufthammer auf der Baustelle, Abfräsmaschinen im Straßenbau oder Maschinenlärm auf dem Flughafen: die Geräuschbeeinträchtigungen am Arbeitsplatz sind vielfältig. Nach wie vor ist Schwerhörigkeit die Berufskrankheit Nummer 1 in Deutschland. Doch auch in unserer Freizeit spielen Lärm und ein unangemessen hoher Geräuschpegel eine immer größere Rolle: Ob in der Disco, bei Musikkonzerten, beim Motorradfahren oder im Schützenverein – unser Gehör wird immer stärkeren Belastungen ausgesetzt, und unsere Umwelt wird immer lauter.

 

 

Lärm macht krank

 

Aber Lärm bedeutet Stress für unseren Körper, und er schädigt die feinen Haarzellen im Ohr. Diese Sinneszellen wandeln die Schallwellen in Nervenimpulse um, die an das Hörzentrum im Gehirn weitergegeben werden. Zuviel Lärm schädigt die Hörmembran im Innenohr durch plötzlichen zu hohen Druck oder andauernde Überbelastung. Schwerhörigkeit ist die Folge. Leider können unsere Ohren nicht automatisch feststellen, ob der jeweilige Lärmpegel schädlich ist oder nicht, denn hier spielen subjektive Empfindungen eine wichtige Rolle: Während wir die Geräusche eines Presslufthammers als störend empfinden, wirkt Musik in gleicher Lautstärke auf uns oft angenehm. So verursacht Lärm langfristig irreparable Schäden am Gehör, und er kann kurzfristig zu Muskelverspannungen, Nervosität, Verdauungsstörungen, steigendem Puls, Kopfschmerzen oder Herzbeschwerden führen.

 

 

Warum Gehörschutz so wichtig ist

 

„Mit dem richtigen Gehörschutz lässt sich der Lärm minimieren. Es gibt Gehörschutzprodukte für ganz unterschiedliche Anwendungen und in verschiedenen Größen. Sie schwächen den Lärm so weit ab, dass das Gehör keinen Schaden nimmt und gleichzeitig wichtige akustische Informationen, wie Warnsignale, Sprache oder Maschinengeräusche, noch wahrgenommen werden können“, erklärt Martin Blecker, Präsident der Europäischen Union der Hörgeräteakustiker e.V. (EUHA).

 

Mit geeignetem Gehörschutz kann man Abhilfe gegen krankmachenden Lärm schaffen und möglichen Hörschäden vorbeugen. Gehörschutz ist deshalb so wichtig, weil eine Lärmschwerhörigkeit meist unbemerkt entsteht und sie nicht heilbar ist. Zudem wird die Gefahr unterschätzt, denn Schwerhörigkeit tut nicht weh. Aber wer schwerhörig ist, kann sich oft nicht mehr an Gesprächen und am sozialen Leben beteiligen und nimmt zum Beispiel Warnsignale im Straßenverkehr oder im Betrieb nicht mehr wahr.

 

 

Welche Arten von Gehörschutz gibt es?

 

Grundsätzlich lassen sich drei Arten von Gehörschutz unterscheiden: Gehörschutzstöpsel, Kapselgehörschützer und individuell angefertigte Gehörschützer (Otoplastiken). Hörgeräteakustiker sind die kompetenten Ansprechpartner dafür und beraten zu dem für die jeweiligen Bedürfnisse erforderlichen Gehörschutz.

 

  • Bei einfachen Gehörschutzstöpseln denkt man zunächst an die bekannten flexiblen Stöpsel aus Wachs oder Schaumstoff, die den Gehörgang komplett verschließen. Eine Weiterentwicklung sind Lamellengehörschutzprodukte, die zum Teil mit speziellen Frequenzfiltern ausgestattet sind, die – auf die jeweilige Situation abgestimmt – gezielt den gewünschten Schutz bieten.
  • Kapselgehörschutzprodukte, häufig zu sehen zum Beispiel auf Flughäfen oder Baustellen, sind aufsetzbare geschlossene, kopfhörerähnliche, die Ohren umschließende Vorrichtungen, die vornehmlich Verwendung finden, wenn häufiges Auf- und Absetzen des Gehörschutzes erforderlich ist oder wenn Gehörschutzstöpsel nicht vertragen werden.

 

 

Recht auf Ruhe

Gesetze und Verordnungen regeln den Schutz unserer Ohren

 

Weil Gehörschutz so wichtig ist, besteht auch ein rechtlicher Anspruch darauf. Geregelt ist das beispielsweise für den Lärm am Arbeitsplatz durch das Arbeitsschutzgesetz und die Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung. Danach ist der Arbeitgeber dazu verpflichtet, den Arbeitnehmer bestmöglich vor Lärm zu schützen und über die Gefährdung durch Lärm zu informieren. Ab einer Lautstärke von 85 dB(A) wird die Nutzung von Gehörschutz vorgeschrieben, ab 80 dB(A) empfohlen. Dabei entsprechen 85 dB(A) etwa dem Lärm eines Lkws, der in fünf Metern Entfernung vorbeifährt. Je nach Lärmpegel sind regelmäßige arbeitsmedizinische Untersuchungen des Gehörs von einem Arbeitsmediziner durchzuführen. Maschinen müssen so eingerichtet und gebaut werden, dass die Lärmbelastung möglichst niedrig gehalten wird.

 

Für die verschiedenen Lärmarten sind Regelungen vornehmlich im Bundes-Immissionsschutzgesetz und den dazu gehörenden Verordnungen zu finden wie z.B. der Verkehrslärmschutzverordnung, der Technischen Anleitung zum Schutz gegen Lärm (TA Lärm), der Verkehrswege-Schallschutzmaßnahmenverordnung, der Sportanlagenlärmschutzverordnung oder der sogenannten „Freizeitlärmrichtlinie“.

 

Doch die beste Möglichkeit, krankmachenden Lärm zu vermeiden, besteht darin, die Ursache und Lärmquelle selbst zu bekämpfen. Deshalb setzt der Gesetzgeber zusätzlich vermehrt darauf, dass Geräte und Maschinen in Beruf und Freizeit immer leiser werden.

 

Die Anfertigung eines individuell angefertigten Gehörschutzes ist besonders effektiv und vor allem dann sinnvoll, wenn Gehörschutz regelmäßig angewendet wird. Dieser wird vom Hörgerätakustiker maßgefertigt und zeichnet sich durch einen sehr hohen Tragekomfort aus. Hierfür nimmt der Spezialist eine Abformung des äußeren Gehörgangs und eines Teils der Ohrmuschel. Dann fertigt er ein individuelles Ohrstück, eine Otoplastik, an, wozu verschiedene Materialien zur Verfügung stehen wie Silikon oder Acryl. In die Otoplastik kann auch ein Frequenzen und Töne dämmender Filter eingebaut werden, der an die jeweilige Lärm-Situation angepasst ist. Inzwischen gibt es auch Wechselfilter, die je nach Dämmungswunsch selbst ausgewechselt werden können. Ein individuell angepasstes Produkt vom Hörgeräteakustiker bietet einen optimalen Sitz und Gehörschutz.

 

 

„Eines Tages wird der Mensch den Lärm ebenso unerbittlich bekämpfen müssen wie die Cholera und die Pest.“ Robert Koch (1843 – 1910), deutscher Mediziner, Mikrobiologe und Nobelpreisträger

 


 

Quelle: EUHA, 24.10.2012 (tB).

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