Moderne Therapie des Typ-2-Diabetes

Optimale Blutzuckereinstellung und Vermeidung von Hypoglykämien schützen Herz und Gefäße

 

Berlin (4. Dezember 2009) – Lang- und kurzwirksame Insulinanaloga und einfach zu handhabende Insulinpens erleichtern die Therapie für Typ-2 Diabetiker. Die Prävalenz der Volkskrankheit steigt stetig. Eine effektive Therapie ist deswegen von großer wirtschaftlicher Bedeutung. Mit einer frühzeitigen und nachhaltigen Optimierung der Stoffwechselkontrolle können Folgeerkrankungen vermieden werden. „Aktuelle Studien geben dabei für die Behandlung eines lange bestehenden Diabetes wichtige Hinweise“, betonte Prof. Dr. Petra-Maria Schumm-Draeger, München-Bogenhausen*. Denn die Endpunktstudien ACCORD1, ADVANCE2 und VADT3 zeigen übereinstimmend, dass bei Diabetikern mit langem Krankheitsverlauf die Vermeidung von Hypoglykämien im Vordergrund steht. Schwere Hypoglykämien führten beispielsweise zu einer Vergrößerung des Herzinfarktrisikos um das 1,9fache.

 

 

Einfache und verträgliche Therapie mit Insulinanaloga

 

Eine Therapieintensivierung wird erforderlich, wenn sich der Langzeitblutzuckerwert HbA1c-Wert mit Lebensstilanpassung und Tabletten nicht unter sieben Prozent senken lässt. Die in 2008 veröffentlichten evidenzbasierten Leitlinien der Deutschen Diabetes-Gesellschaft4 empfehlen dann, eine Insulintherapie nicht hinauszuzögern. „Für den Einstieg in die Insulintherapie bietet sich die zusätzliche Gabe eines Basalinsulins als sogenannte basal unterstützte orale Therapie (BOT) an. Bei der Wahl des Insulins sollte der Aspekt der Hypoglykämien berücksichtigt werden“, so Schumm-Draeger. Die bislang einzige Langzeitstudie5 zur Verträglichkeit eines Analoginsulins zeigt für Insulin glargin (Lantus®), dass der Vorteil einer niedrigen Hypoglykämierate über fünf Jahre Langzeitanwendung erhalten bleibt. Ein signifikant geringeres Risiko für nächtliche Hypoglykämien bestätigt auch die von Home et al. durchgeführte Metaanalyse aus fünf Vergleichsstudien6.

 

 

Optimierte Einstellung durch BOTplus

 

Führt bei Fortschreiten der Erkrankung die BOT nicht mehr zum gewünschten Zielwert, kann eine zusätzliche prandiale Injektion mit Insulinglulisin (Apidra®) die Behandlung verbessern und  den HbA1c-Wert weiter signifikant reduzieren. „Zur Vermeidung kardiovaskulärer Erkrankungen wird eine möglichst physiologische postprandiale Insulinsekretion angestrebt. Dazu ist Insulinglulisin eine wertvolle Option in der Therapie des Typ-2 Diabetes“, erläuterte Prof. Dr. Dr. Andreas Pfützner, Mainz. Klinische Studien7 belegen, dass die Blutzuckersenkung rasch eintritt und die Wirkdauer besser an die Mahlzeit angepasst ist. Auf den diesjährigen Jahrestagungen der Amerikanischen (ADA) und Europäischen Diabetesgesellschaft (EASD) wurden zwei Vergleichsstudien8,9 vorgestellt, die für Insulinglulisin vier Vorteile identifizieren: Es flutet signifikant schneller an, damit setzt die blutzuckersenkende Wirkung schneller ein. „Die Studien zeigen, dass Insulinglulisin die postprandiale Insulinsekretion im Vergleich mit anderen kurzwirksamen Insulinanaloga „am physiologischsten imitiert“, fasste Pfützner zusammen.

 

 

Einer für alle! Der neue Insulinpen TactiPen®

 

Der 2009 neu eingeführte TactiPen® ist ein wieder verwendbarer Insulinpen, der es erlaubt, bis zu 60 Insulin-Einheiten in 1er Schritten einzustellen. Er ist für alle Insuline von sanofi-aventis – Humaninsulin, Insulinglulisin, Insulin glargin – geeignet. „Für Menschen mit Diabetes, die Insulin spritzen, ist der TactiPen® ein Zugewinn im Therapiealltag“, resümierte Evelyn Drobinski,  Vorsitzende des Verbands der Diabetesberatungs- und Schulungsberufe in Deutschland (VDBD).

 

 

Aufklärung dringend erforderlich

 

Eine Blutzuckereinstellung nahe dem Normbereich und ein Langzeitblutzuckerwert unter sieben gehören zur Basistherapie des Diabetes. „Betroffene können viel für ihre Gesundheit tun, indem sie eine gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung in ihren Lebensstil integrieren“, forderte Prof. Dr. med. h. c. Diethelm Tschöpe, Bad Oeynhausen. Hinzu komme die pharmakologische Korrektur von Risikofaktoren. „Denn“, so Tschöpe, „Diabetes ist eine Stoffwechsel- und Gefäßerkrankung zugleich.“

 

 

Quellen

 

* sanofi-aventis Pressekonferenz im Rahmen der 9. Jahrestagung der Stiftung „Der herzkranke Diabetiker“, 4. Dezember 2009, Berlin

  1. The Action to Control Cardiovascular Risk in Diabetes Study Group: Effect of Intensive Glucose Lowering in Type 2 Diabetes. N Eng J Med (2008) 358:2545-2559
  2. The ADVANCE Collaborative Group: Intensive Blood Glucose Control and Vascular Outcomes in Patents with Type 2 Diabetes. N Eng J Med (2008) 358:2560-2572
  3. Duckworth W et al (2009) Glucose control and vascular complications in veterans with type 2 diabetes. N Engl J Med 360:129–139
  4. Rosenstock J et al. Diabetologia 2009, 52: 17778-88
  5. Home PD et al. Diabetologia 2009, 52 (Suppl. 1): S359, Abstr. 915
  6. Becker RHA Diabetes Technology and Therapeutics 2007, 9 (1): 109-121
  7. Arnolds S et al. Diabetes 2009, 58 (Suppl. 1): A149, 528-P
  8. Bolli GB et al. Diabetes 2009, 58 (Suppl. 1): A149, 555-P

 

Download

 

Prof. Dr. med. Dr. h. c. Diethelm Tschöpe: Diabetes – die Gefahr für das Herz – Abstract_Tschoepe.pdf Abstract_Tschoepe.pdf (83.36 KB)

 

Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. Andreas Pfützner: Insulinglulisin – Mehr als nur Blutzuckersenkung – Abstract_Pfützner.pdf Abstract_Pfützner.pdf (61.62 KB)

 

Prof. Dr. med. Petra-Maria Schumm-Draeger: Basalinsulinanaloga – Bewährter Baustein einer modernen Therapie – Abstract_Schumm-Draeger.pdf Abstract_Schumm-Draeger.pdf (67.85 KB) 

 

Evelyn Drobinski: Abstract TactiPen® – Abstract_Drobinski.pdf Abstract_Drobinski.pdf (51.31 KB)

 

 


 

Quelle: Pressekonferenz der Firma Sanofi-Aventis Deutschland GmbH zum Thema "Moderne Therapie des Typ-2-Diabetes: Highlights 2009" am 04.12.2009 in Berlin (Ogilvy Healthworld) (tB).

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