MS-Therapie mit Fingolimod (Gilenya®)

Rechtzeitig wirksam behandeln und patientenbezogen optimieren

 

  • Mild-moderater vs. (hoch)aktiver Verlauf: Entscheidend sind die langfristige Entwicklung der Krankheitsaktivität und die rechtzeitige Therapieoptimierung.1-6
  • Gilenya® kontrolliert wirksam und konsistent die vier Schlüsselparameter der MS-Krankheitsaktivität: Schubrate, Behinderungsprogression, MRT-Aktivität und Hirnatrophierate.1-5
  • Registerstudie PANGAEA*: 70 Prozent der Patienten nach drei Jahren schubfrei, 80 Prozent mit stabilem EDSS (Expanded Disability Status Scale).6

 

Düsseldorf (24. September 2015) – Die aktualisierten Leitlinien zur Diagnose und Therapie der Multiplen Sklerose (MS) orientieren sich bekanntlich am Krankheitsverlauf und unterscheiden zwischen mild-moderater und (hoch)aktiver Verlaufsform.7 Diese Unterteilung lässt durchaus Spielraum für den behandelnden Arzt zu, was angesichts des komplexen Krankheitsbildes und der unterschiedlichen Ausprägungen der MS grundsätzlich begrüßenswert ist. Doch wie unterscheiden sich diese beiden Verlaufsformen in der Praxis? Wann ist der beste Zeitpunkt für einen Therapiewechsel? Welche Patienten profitieren besonders bei einer Umstellung? Und inwiefern kann Gilenya® (Fingolimod) eine MS-Therapie optimieren? Anlässlich der Jahrestagung der Deutschen Neurologischen Gesellschaft (DGN) in Düsseldorf diskutierten führende Neurologen aus Klinik und Praxis – auch anhand von Patientenbeispielen – über die bisherigen Erfahrungen mit der Umsetzung der Leitlinien und gaben einen Überblick über die Wirksamkeit von Gilenya hinsichtlich der vier wichtigen Schlüsselparameter der MS-Krankheitsaktivität.

 

Bislang liegen keine Validierungs­studien für die Unterscheidung zwischen den beiden Verlaufsformen mild-moderat und (hoch)aktiv vor. „Wichtige Kriterien sind daher die klinische Stabilität und der individuelle Krankheitsverlauf des Patienten“, erklärte Dr. Antonios Bayas, Augsburg. Letztlich werde es also immer eine Individualentscheidung bleiben. Grundsätzlich gilt laut Bayas: „Wenn der Patient einen Schub erleidet oder die Behinderung zunimmt, muss man über die Wirksamkeit der Therapie nachdenken und baldmöglichst handeln.“

 

 

Rechtzeitige und wirksame Therapie für langfristigen Behandlungserfolg

 

Der neue Stufenplan trägt den regulatorischen Entscheidungen Rechnung, die recht­zeitig die Einstellung oder Umstellung auf aktive Immuntherapeutika ermöglichen.7 „Es wurde betont, dass effektive Wirkstoffe, wie zum Beispiel Fingolimod, bei (hoch)aktiven Verläufen auch first-line eingesetzt werden können, und dass bei Patienten, die auf eine vorangegangene immunmodulierende Behandlungen nicht gut ansprechen, die Therapie rechtzeitig optimiert werden soll“, erläuterte Bayas.8

 

Bei der Entscheidung für eine Therapie sind Wirksamkeit und Sicherheit natürlich die wichtigsten Kriterien. Blickt man jedoch auf die konkreten Behandlungsziele, so richtet sich der Fokus nicht mehr nur auf einen einzelnen Parameter. Es geht vielmehr um die wirksame Kontrolle von vier Schlüsselzeichen für Krankheitsaktivität, die im Sinne eines Treat-to-target-Ansatzes verbessert werden sollen: Schubrate, Behinderungs­progression, MRT-Aktivität und die Hirnatrophierate. Letztere gilt als wichtiger Surrogat­parameter für die Krankheitsprogression und letztlich für die Wirksamkeit eines Medikaments.9 „Dies schlägt sich nieder im NEDA (no evidence of disease activity)-4-Konzept, welches das Kernziel der MS-Therapie definiert: die Freiheit von Krankheits­aktivität als Freiheit von Schüben, Behinderungsprogression, MRT-Aktivität und schleichender Hirnatrophie“, erklärte der Neurologe.

 

 

Gilenya: Wirksame Kontrolle der vier wichtigsten MS-Schlüsselparameter

 

Mit Fingolimod (Gilenya) komme man dem Ziel von NEDA-4 bei vielen Patienten bereits sehr nahe, wie die Experten übereinstimmend feststellten. Denn für (Gilenya) belegen konsistente Daten aus den Phase-III-Studien eine überzeugende Wirksamkeit sowohl auf Schubrate, Behinderungsprogression, MRT-Läsionslast als auch auf die Hirn-atrophierate.2-5 Dies bestätigte aktuell auch eine neue Post-hoc-Analyse der 2-Jahres-Daten der Studie FREEDOMS**.1+ Patienten, die trotz einer Vorbehandlung eine hohe Krankheitsaktivität hatten, erreichten unter Fingolimod eine bis zu sechsmal höhere Wahrscheinlichkeit für NEDA-4 als unter Placebo (odds ratio 6,35, 95 %-Kl 3,02-13,35; p < 0,0001).1+ Im Interesse des Erhalts der motorischen und mentalen Leistungsfähigkeit der Patienten forderten die Neurologen daher bei aktiver und hochaktiver MS eine rechtzeitige Therapieoptimierung. Für Fingolimod sprechen dabei insbesondere die Daten aus den Extensionsphasen der Zulassungsstudien TRANSFORMS*** und FREEDOMS, die den Vorteil einer rechtzeitigen Umstellung belegen.4,5 Dass die Patienten von einer frühen Gabe von Gilenya profitieren, zeigt sich auch in einer aktuellen Zwischenauswertung der Registerstudie PANGAEA*, wie Prof. Tjalf Ziemssen, Dresden, bestätigte. Denn insbesondere Patienten mit einem EDSS < 3,0 profitieren von Gilenya. Insgesamt blieben 70 Prozent der Patienten über eine Dauer von 36 Monaten schubfrei, 80 Prozent der Patienten hatten einen stabilen EDDS.6 Dass Gilenya gleichzeitig ein gut einzu­schätzendes Sicherheitsprofil bietet, zeigen die aktuellen Daten der Studie LONGTERMS:#9 In der einarmigen, offenen, multizentrischen Studie traten während einer Behandlungsdauer von über vier Jahren keine neuen Sicherheitssignale auf.9

 

 

Therapiezufriedenheit ausschlaggebend für Adhärenz

 

Die Sicherheit spielt neben der Wirksamkeit bei vielen Patienten selbstverständlich eine große Rolle, wie Dr. Michael Lang, Nervenfachärztliche Gemeinschaftspraxis Ulm, betont. Der Sicherheitsaspekt wiederum bedingt – gemeinsam mit der Verträglichkeit – die Adhärenz, eine wesentliche Voraussetzung für den Therapiererfolg. Denn nur, wenn die Patienten ihr Medikament nehmen, kann es seinen vollen Behandlungseffekt entfalten. Um die für die Langzeittherapie notwendige langfristige Adhärenz sicherzustellen, muss der Patient die Therapieentscheidung mittragen. Das hat Konsequenzen, wie Lang ausführte: „Im Arzt-Patienten-Gespräch müssen wir berücksichtigen, dass für den Arzt andere Therapieziele relevant sind als für den Patienten.“ So gewichten Mediziner häufig die physische Beeinträchtigung am stärksten, für den Patienten überwiegen dagegen weitere funktionelle Domänen wie mentale Gesundheit, Seh- und Merkfähigkeit, kognitive Funktion, Vitalität sowie der allgemeine Gesundheitszustand.

 

Nicht zuletzt entscheidet jedoch auch die Therapie­zufriedenheit über die Adhärenz. Die Registerstudie PANGAEA* liefert diesbezüglich für Gilenya überzeugende Daten: 90 Prozent der Patienten und Ärzte waren mit der Wirksamkeit „zufrieden“ oder „sehr zufrieden“, die Verträglichkeit wurde von über 97 Prozent als „gut“ oder „sehr gut“ beurteilt, wie Ziemssen resümierte.6

 

Betrachtet man zudem den respektablen Erfahrungsschatz aus der Behandlung von 125.000 Patienten mit Gilenya weltweit (entsprechend 240.000 Patientenjahren), können Ärzte ihre Therapieentscheidung auf eine sehr solide Datenbasis stützen.10

 

 

 

Über Gilenya® (Fingolimod)

 

Gilenya ist die einzige orale krankheitsmodifizierende MS-Therapie (disease-modifying treatment, DMT), die alle vier Schlüsselparameter der MS langfristig positiv beeinflusst: Schubrate, MRT-Läsionen, Behinderungsprogression und Hirnatrophie.1-5 In der EU ist Gilenya zur Behandlung von hochaktiven erwachsenen Patienten mit schubförmig-remittierender Multipler Sklerose (RRMS) zugelassen, die trotz Behandlung mit mindestens einer verlaufsmodifizierenden Vortherapie eine hohe Krankheitsaktivität aufweisen, sowie für Patienten mit rasch fortschreitender RRMS (s. Fachinformation).10

 

Gilenya adressiert sowohl die fokalen als auch die diffusen Schäden im ZNS. Die Sub-stanz verhindert das Einwandern von Zellen in das Gehirn, die fokale Entzündungsherde verursachen (sog. „peripherer Wirkmechanismus“). Zudem dringt sie ins ZNS ein und reduziert dort die diffusen Schäden, indem sie eine Aktivierung von schädlichen im ZNS ansässigen Zellen verhindert (sog. „zentraler Wirkmechanismus“).11,12 Bei der RRMS spielt die Beeinflussung der fokalen sowie der diffusen Schäden eine wichtige Rolle, um die Krankheitsaktivität effektiv zu beeinflussen und die physischen (z.B. Gehen) und kognitiven Funktionen (z.B. Gedächtnis) der Betroffenen zu erhalten.12

 

Das Sicherheitsprofil von Gilenya bei RRMS ist gut verstanden. Es basiert auf umfangreichen Daten aus drei großen klinischen Studien (TRANSFORMS, FREEDOMS und FREEDOMS II) und einer weitreichenden Praxiserfahrung aus der Behandlung von mehr als 125.000 Patienten. Dies entspricht einer Gesamtexposition von etwa 240.000 Patientenjahren.9

 

 

Über Novartis

 

Novartis bietet innovative medizinische Lösungen an, um damit auf die sich verändernden Bedürfnisse von Patienten und Gesellschaften einzugehen. Novartis, mit Hauptsitz in Basel (Schweiz), verfügt über ein diversifiziertes Portfolio, um diese Bedürfnisse so gut wie möglich zu erfüllen: mit innovativen Arzneimitteln, Produkten für die Augenheilkunde und kostengünstigen generischen Medikamenten. Novartis ist das einzige Unternehmen mit weltweit führenden Positionen in diesen Bereichen. Im Jahr 2014 erzielte der Konzern einen Nettoumsatz von USD 58,0 Milliarden und wies Kosten für Forschung und Entwicklung in Höhe von rund USD 9,9 Milliarden (USD 9,6 Milliarden unter Ausschluss von Wertminderungen und Abschreibungen) aus. Die Novartis Konzerngesellschaften beschäftigen rund 120 000 Mitarbeitende (Vollzeitstellenäquivalente) und verkaufen Produkte in über 180 Ländern.

 

 

Anmerkungen

 

  • *    Post-Authorization Non-interventional German sAfety study of gilEnyA in RRMS patients (PANGAEA)
  • **   FTY720 Research Evaluating Effects of Daily Oral treatment in Multiple Sclerosis (FREEDOMS)
  • *** TRial Assessing injectable InterferoN vS Gilenya Oral in Relapsing Remitting MS (TRANSFORMS)
  • #          Longterm Assessment of Oral Fingolimod Safety Efficacy an Tolerability in Multiple Sclerosis      (LONGTERMS)
  • +          Die Daten stammen aus Post hoc- oder Subgruppen-Analysen und haben deshalb nur einge­­schränkte Aussagekraft.

 

 

Referenzen 

  1. Bergvall et al. Efficacy of Fingolimod in pre-treated patients with disease activity: pooled analyses of FREEDOMS and FREEDOMS II. Poster presented at AAN 2014; Philadelphia, Pennsylvania (Poster P03.174).
  2. Cohen JA et al. Oral FTY720 or intramuscular interferon for relapsing multiple sclerosis.
    N Engl J Med 2010; 362(5): 402415.
  3. Kappos L et al. A Plazebo-controlled trial of oral FTY720 in relapsing multiple sclerosis.
    N Engl J Med 2010; 362(5): 387-401.
  4. Montalban X et al. Long-term efficacy of fingolimod in patients with relapsing-remitting
    multiple sclerosis previously treated with interferon beta-1a or disease-modifying therapies:
    A Post-hoc analysis of the TRANSFORMS 4.5 year extension study. ENS 2013, Prag, Tschechische Republik; Poster P539.
  5. Kappos L et al. Phase 3 FREEDOMS study extension: fingolimod (FTY720) efficacy in patients with relapsing-remitting multiple sclerosis receiving continuous or placebo-fingolimod switched therapy for up to 4 years. ECTRIMS 2012, Lyon, France; Poster P979.
  6. Ziemssen T. et al. 36 month PANGAEA: A 5-year non-interventional study of safety, efficacy and pharmacoeconomic data for fingolimod patients in daily clinical practice. AAN 2015, Washington, USA; Poster P 3.251.
  7. S2e-Leitlinie „Diagnose und Therapie der Multiplen Sklerose“, Deutsche Gesellschaft für Neurologie, Stand Januar 2012, aktualisiert 23.04.2014.
  8. Cohen et al. Disease Long-term safety of fingolimod: An interim analysis of the LONGTERMS cohort; AAN 2015, Washington, USA; S4.006.
  9. Kappos L. et al; Inclusion of brain volume lost in a revised measure of multiple sclerosis disease-activity freedom: the Effect of fingolimod. Joint ACTRIMS-ECTRIMS Meeting, September 2014; Boston Massachusetts, Abstract 1570, Free Communication FC1.5).
  10. Data on file. Novartis Pharmaceuticals.
  11. Brinkmann V. FTY720 (fingolimod) in multiple sclerosis: therapeutic effects in the immune
    and the central nervous system. Br J Pharmacol 2009; 158(5): 1173-1182.
  12. Chun J & Hartung HP. Mechanism of Action of Oral Fingolimod (FTY720) in Multiple Sclerosis. Clin Neuropharmacol. 2010 March-April; 33(2): 91-101.
  13. http://emsp.org/multiple-sclerosis/ms-fact-sheet   Accessed September 2015

 

 


Quelle: Novartis, 24.09.2015 (tB).