Nationale Forschungsplattform für Zoonosen startet

 

Berlin (14. Oktober 2008) – Auf Initiative und mit Unterstützung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) nimmt die "Nationale Forschungsplattform für Zoonosen" nun ihre Arbeit auf. Sie wird die Forschungsaktivitäten zu Infektionskrankheiten zusammenführen, bei denen die Erreger zwischen Tier und Mensch übertragen werden – so genannte Zoonosen.

 

Zwei Drittel der Krankheitserreger, die Menschen krank machen können, werden vom Tier zum Menschen weitergegeben. Unter anderem begünstigen heute die schnellen Reise- und Transportmöglichkeiten eine rasche Ausbreitung von Epidemien – beispielsweise Vogelgrippe oder SARS. "Um drohende Gefahren frühzeitig zu erkennen, einschätzen und bekämpfen zu können, ist Forschung und enge Zusammenarbeit von Veterinär- und Humanmedizin unerlässlich". Im Rahmen des Workshops "Zoonosen-Forschung" am 13. und 14. Oktober 2008 in Berlin betonte dies Dr. Gabriele Hausdorf aus dem BMBF, das die Zoonosen-Plattform zunächst für drei Jahre fördert. Gemeinsam betreiben die Telematikplattform für Medizinische Forschungsnetze e.V. (TMF), die Universität Münster und das Friedrich-Löffler-Institut (FLI) die Zoonosen-Plattform.

 

Die künftige Geschäftsstelle wird drei Standorte haben: Berlin, Münster und die Insel Riems. "Mit dieser verteilten Struktur greifen wir den Auftrag auf, Universitäten und Bundesinstitute einzubinden und die Human- wie die Veterinärmedizin gleichermaßen zu beteiligen", erläuterte Sebastian C. Semler, wissenschaftlicher Geschäftsführer der TMF. An der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster ist Professor Dr. Stephan Ludwig vom Institut für Molekulare Virologie (IMV) für die Aktivitäten der Plattform verantwortlich; am FLI, Hauptsitz Insel Riems, ist Professor Dr. Martin H. Groschup der Ansprechpartner.

"Die Zoonosen-Plattform ist eine Struktur, die helfen wird, nachhaltig die Zoonosen-Forschung in Deutschland zu bündeln und voran zu treiben", ist Stephan Ludwig überzeugt. Als Informations- und Servicenetzwerk für alle Forschungsgruppen und -institutionen, die in Deutschland im Bereich der zoonotischen Infektionskrankheiten aktiv sind, wird die Zoonosen-Plattform auch internationale Kooperationen weiter ausbauen und als zentrale Informationsstelle für die Öffentlichkeit dienen.

"Die Plattform wird von der Mitarbeit und Beteiligung der Wissenschaft leben." Mit diesen Worten forderte BMBF-Vertreterin Gabriele Hausdorf die Forscher auf, das neue Instrument zu nutzen und mit Leben zu füllen. Die Plattform wird künftig auch die jährlichen Workshops "Zoonosen-Forschung" ausrichten. Diese sollen als zentrale wissenschaftliche Veranstaltung den regelmäßigen Austausch über Fortschritte und Probleme der Forschung zu zoonotischen Erregern und Erkrankungen befördern und intensivieren. Die Tradition der Workshops von 2007 und 2008 wird damit im kommenden Jahr fortgesetzt.

Ansprechpartner für die Zoonosen-Plattform:

Sebastian C. Semler
Geschäftsstelle TMF e.V.
Telefon: 030 – 31 01 19 50
Fax: 030 – 31 01 19 99
sebastian.semler@tmf-ev.de

Prof. Dr. Stephan Ludwig
Institut für Molekulare Virologie (IMV)
Westfälische-Wilhems-Universität Münster
Telefon: 02 51 – 8 35 77 91
Fax: 0251 – 8 35 77 93
ludwigs@uni-muenster.de

Prof. Dr. Martin H. Groschup
Friedrich-Loeffler-Institut
Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit
Telefon: 03 83 51 – 71 63
Fax: 03 83 51 – 71 91
martin.groschup@fli.bund.de

Hintergrund: Die Telematikplattform für Medizinische Forschungsnetze (TMF) e.V.

Wer patientenorientierte Forschung an verteilten Standorten betreibt, Daten und Materialien sammelt und diese IT-gestützt dokumentiert, auswertet oder weitergibt, steht vor Herausforderungen, die in der biomedizinischen Forschung relativ neu sind. Vielfach liegen für diese Fragen bisher noch keine Lösungen, teilweise nicht einmal gesetzliche Regelungen vor. Um gemeinsam diese organisatorischen, rechtlich-ethischen und technologischen Probleme zu identifizieren und zu lösen, haben sich zahlreiche Forschungsverbünde in der TMF (Telematikplattform für Medizinische Forschungsnetze e.V.) zusammengeschlossen.

Als Dachorganisation leistet die TMF einen wesentlichen Beitrag dazu, die Organisation und Infrastruktur der medizinischen Forschung in vernetzten Strukturen zu verbessern. Bei den Mitgliedern der TMF handelt es sich um überregionale Netzwerke und vernetzt arbeitende Einrichtungen der medizinischen Forschung. Hierzu gehören unter anderem die neun Zoonose-Forschungsverbünde, die Kompetenznetze in der Medizin, verschiedene Netzwerke für Seltene Erkrankungen, Psychotherapie-Netzwerke, Koordinierungszentren für Klinische Studien, das Nationale Genomforschungsnetz (NGFN), Institute der Fraunhofer-Gesellschaft sowie mit dem Mukoviszidose-Institut auch eine Patientenorganisation.


 

Quelle: Presseinformation der Telematikplattform für Medizinische Forschungsnetze e.V. (TMF) vom 14.10.2008.

 

MEDICAL NEWS

Inadequate sequencing of SARS-CoV-2 variants impedes global response to COVID-19
New meta-analysis finds cannabis may be linked to development of…
New guidance on how to diagnosis and manage osteoporosis in…
Starting the day off with chocolate could have unexpected benefits
Better mental health supports for nurses needed, study finds

SCHMERZ PAINCARE

Versorgung verbessern: Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin fordert die Einführung des…
Pflegeexpertise im Fokus: Schmerzmanagement nach Operationen
Versorgung verbessern: Bundesweite Initiative der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin zu…
Jedes vierte Kind wünscht bessere Schmerzbehandlung
Lebensqualität von Patienten in der dauerhaften Schmerztherapie mit Opioiden verbessern

DIABETES

„Wissen was bei Diabetes zählt: Gesünder unter 7 PLUS“ gibt…
Toujeo® bei Typ-1-Diabetes: Weniger schwere Hypoglykämien und weniger Ketoazidosen 
Bundestag berät über DMP Adipositas: DDG begrüßt dies als Teil…
Mit der Smartwatch Insulinbildung steuern
Verbände fordern bessere Ausbildung und Honorierung von Pflegekräften für Menschen…

ERNÄHRUNG

Wie eine Diät die Darmflora beeinflusst: Krankenhauskeim spielt wichtige Rolle…
DGEM plädiert für Screening und frühzeitige Aufbautherapie: Stationäre COVID-19-Patienten oft…
Führt eine vegane Ernährungsweise zu einer geringeren Knochengesundheit?
Regelmässiger Koffeinkonsum verändert Hirnstrukturen
Corona-Erkrankung: Fehl- und Mangelernährung sind unterschätze Risikofaktoren

ONKOLOGIE

Anti-Myelom-Therapie mit zusätzlich Daratumumab noch effektiver
Positive Ergebnisse beim fortgeschrittenen Prostatakarzinom: Phase-III-Studie zur Radioligandentherapie mit 177Lu-PSMA-617
Lymphom-News vom EHA2021 Virtual. Alle Berichte sind nun online verfügbar!
Deutsch-dänisches Interreg-Projekt: Grenzübergreifende Fortbildungskurse in der onkologischen Pflege
Sotorasib: Neues Medikament macht Lungenkrebs-Patienten Hoffnung

MULTIPLE SKLEROSE

NMOSD-Erkrankungen: Zulassung von Satralizumab zur Behandlung von Jugendlichen und Erwachsenen
Verzögerte Verfügbarkeit von Ofatumumab (Kesimpta®)
Neuer Biomarker bei Multipler Sklerose ermöglicht frühe Risikoeinschätzung und gezielte…
Multiple Sklerose beginnt oft lange vor der Diagnose
Goldstandard für Versorgung bei Multipler Sklerose

PARKINSON

Meilenstein in der Parkinson-Frühdiagnose
Parkinson-Erkrankte besonders stark von Covid-19 betroffen
Gangstörungen durch Kleinhirnschädigung beim atypischen Parkinson-Syndrom
Parkinson-Agenda 2030: Die kommenden 10 Jahre sind für die therapeutische…
Gemeinsam gegen Parkinson: bessere Therapie durch multidisziplinäre Versorgung