200.000 Menschen können sich ab 2014 beteiligen

Nationale Gesundheitsstudie beginnt

 

Berlin (1. Juli 2013) – Die bisher größte medizinische Gesundheitsstudie Deutschlands startet. Ab Anfang 2014 werden 400.000 per Zufallsprinzip ausgewählte Bürgerinnen und Bürger zwischen 20 und 69 Jahren einen Brief erhalten. Sie können sich an der Studie beteiligen und so bei der Erforschung von Volkskrankheiten aktiv unterstützen und zu einem gesünderen Leben in Deutschland beitragen.

 

Es ist vorgesehen, dass insgesamt rund 200.000 Menschen an der Studie teilnehmen können. Über einen Zeitraum von mehr als 20 Jahren sollen durch die sogenannte "Nationale Kohorte" neue Erkenntnisse über den Einfluss von genetischen Faktoren, Umweltbedingungen, sozialem Umfeld und Lebensstil auf die Entstehung von Volkskrankheiten wie Diabetes, Demenz, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Krebs gewonnen werden.

 

"Dies kann nur mit der aktiven Unterstützung und Beteiligung der Bevölkerung gelingen. Wir haben in den nächsten Jahren durch das Forschungsprojekt die große Chance, einen enormen Wissensschub im Kampf gegen Volkskrankheiten wie Krebs zu erzielen. Diese Chance auf eine bessere Prävention müssen wir nutzen", so Bundesforschungsministerin Johanna Wanka. Die über die Studie gewonnenen Erkenntnisse sollen dazu beitragen, die Möglichkeiten zur Vorbeugung und Behandlung von Erkrankungen erheblich zu verbessern. "Wenn ich einen Brief erhalten sollte, werde ich gerne als Teilnehmerin mitwirken", betont Wanka. Eine aktive Bewerbung um eine Teilnahme an der Studie ist nicht möglich, da sonst keine statistisch belastbaren Informationen nach dem mathematischen Zufallsprinzip gewonnen werden können.

Von den Ergebnissen der Studie erhofft sich die Wissenschaft Antworten auf Fragen wie: Wodurch entstehen chronische Krankheiten? Gibt es Faktoren, die ihre Entstehung begünstigen? Wie können diese Krankheiten frühzeitig erkannt werden? Wie können wir uns vor diesen Krankheiten besser schützen? Durch den vorausschauenden Charakter der Studie halten die Forscher bei den Studienteilnehmern viele Faktoren fest, die zunächst als bedeutungslos erscheinen. Später kann sich jedoch herausstellen, dass sie auf eine Krankheit hinweisen. Im Nachhinein betrachtet könnte sich so ermitteln lassen, wie verschiedene Faktoren zusammenwirken und zu bestimmten Krankheiten führen. Darauf basierend könnten Krankheiten früher erkannt und effektiver behandelt werden.

Die teilnehmenden Frauen und Männer werden in einem der 18 Studienzentren medizinisch untersucht und zu ihren Lebensgewohnheiten und Lebensumständen befragt. Nach vier bis fünf Jahren laden die Studienzentren alle Probanden zu einer zweiten Untersuchung ein.

Die Teilnahme an der Studie ist freiwillig und wird in Form der Einwilligungserklärung dokumentiert. Die Teilnehmer haben zu jeder Zeit das Recht, ihre Teilnahme mit oder ohne Angabe von Gründen zu widerrufen. Vor der Mitwirkung an der Studie werden die Teilnehmer festlegen, ob sie über Ergebnisse der Untersuchungen informiert werden wollen. Auch das Recht auf Nichtwissen wird gewahrt. Ein unabhängiger Beirat wird die Einhaltung der ethischen Standards überwachen.

Die für den Schutz der im Rahmen der Studie zu gewinnenden Informationen notwendigen Maßnahmen sind in einem Datenschutz- und IT-Sicherheitskonzept erarbeitet und festgelegt. Das Konzept wurde vom Bundesdatenschutzbeauftragten positiv bewertet.

Finanziert wird die Studie durch das BMBF, die 14 beteiligten Länder und die Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren mit insgesamt 210 Millionen Euro. Die Förderer haben sich hierzu eng abgestimmt und koordiniert. 13 Universitäten, vier Helmholtz-Zentren, vier Leibnitz-Institute und zwei Ressortforschungseinrichtungen sind beteiligt. Mit dieser Forschungsinitiative erhält die Epidemiologie in Deutschland den Anschluss an die internationale Spitzenforschung.

Weitere Informationen finden Sie unter: http://www.nationale-kohorte.de/

 


 

Quelle: Bundesministerium für Bildung und Forschung, 01.07.2013 (tB).

MEDICAL NEWS

Inadequate sequencing of SARS-CoV-2 variants impedes global response to COVID-19
New meta-analysis finds cannabis may be linked to development of…
New guidance on how to diagnosis and manage osteoporosis in…
Starting the day off with chocolate could have unexpected benefits
Better mental health supports for nurses needed, study finds

SCHMERZ PAINCARE

Versorgung verbessern: Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin fordert die Einführung des…
Pflegeexpertise im Fokus: Schmerzmanagement nach Operationen
Versorgung verbessern: Bundesweite Initiative der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin zu…
Jedes vierte Kind wünscht bessere Schmerzbehandlung
Lebensqualität von Patienten in der dauerhaften Schmerztherapie mit Opioiden verbessern

DIABETES

„Wissen was bei Diabetes zählt: Gesünder unter 7 PLUS“ gibt…
Toujeo® bei Typ-1-Diabetes: Weniger schwere Hypoglykämien und weniger Ketoazidosen 
Bundestag berät über DMP Adipositas: DDG begrüßt dies als Teil…
Mit der Smartwatch Insulinbildung steuern
Verbände fordern bessere Ausbildung und Honorierung von Pflegekräften für Menschen…

ERNÄHRUNG

Wie eine Diät die Darmflora beeinflusst: Krankenhauskeim spielt wichtige Rolle…
DGEM plädiert für Screening und frühzeitige Aufbautherapie: Stationäre COVID-19-Patienten oft…
Führt eine vegane Ernährungsweise zu einer geringeren Knochengesundheit?
Regelmässiger Koffeinkonsum verändert Hirnstrukturen
Corona-Erkrankung: Fehl- und Mangelernährung sind unterschätze Risikofaktoren

ONKOLOGIE

Anti-Myelom-Therapie mit zusätzlich Daratumumab noch effektiver
Positive Ergebnisse beim fortgeschrittenen Prostatakarzinom: Phase-III-Studie zur Radioligandentherapie mit 177Lu-PSMA-617
Lymphom-News vom EHA2021 Virtual. Alle Berichte sind nun online verfügbar!
Deutsch-dänisches Interreg-Projekt: Grenzübergreifende Fortbildungskurse in der onkologischen Pflege
Sotorasib: Neues Medikament macht Lungenkrebs-Patienten Hoffnung

MULTIPLE SKLEROSE

NMOSD-Erkrankungen: Zulassung von Satralizumab zur Behandlung von Jugendlichen und Erwachsenen
Verzögerte Verfügbarkeit von Ofatumumab (Kesimpta®)
Neuer Biomarker bei Multipler Sklerose ermöglicht frühe Risikoeinschätzung und gezielte…
Multiple Sklerose beginnt oft lange vor der Diagnose
Goldstandard für Versorgung bei Multipler Sklerose

PARKINSON

Meilenstein in der Parkinson-Frühdiagnose
Parkinson-Erkrankte besonders stark von Covid-19 betroffen
Gangstörungen durch Kleinhirnschädigung beim atypischen Parkinson-Syndrom
Parkinson-Agenda 2030: Die kommenden 10 Jahre sind für die therapeutische…
Gemeinsam gegen Parkinson: bessere Therapie durch multidisziplinäre Versorgung