Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen

Nationaler Aktionsplan für Ernährung und Bewegung – Schneckentempo statt Aktion

 

Berlin  (26. Juni 2008) –  Anlässlich des heutigen Kabinettsbeschluss zum Nationalen Aktionsplan zur Prävention von Fehlernährung, Bewegungsmangel, Übergewicht und damit zusammenhängende Krankheiten erklärt Ulrike Höfken, Sprecherin für Ernährungspolitik und Verbraucherfragen: Der Aktionsplan der Bundesregierung verschwendet nur wertvolle Zeit, die längst für eine Trendwende in der Ernährung genutzt werden könnte. Arbeitsgruppen, Fachgespräche, Berichte, Eckpunktepapiere bilden ein Sammelsurium von bürokratischen Aktivitäten ohne konkretes Handeln. Statt auf die bewährten Akteure der ersten Stunde und die auf den Weg gebrachten rot-grünen Initiativen von Renate Künast zu setzen, sollen staatliche Parallelstrukturen und eine teure Geschäftsstelle nun den Aktionsplan entwickeln. Die Bundesregierung hat in den letzten 2,5 Jahren nicht mehr geschafft, als lange bekannte Ziele in einen Alibi-Aktionsplan zu schreiben und mühsam zwischen den Streithähnen Seehofer und Schmidt abzustimmen.

 

Dieses Schneckentempo reicht nicht zur Lösung der vielfältigen Probleme in der Ernährungspolitik: immer mehr Übergewichtige, Verschärfungen in armen Bevölkerungsschichten, fehlende Orientierung im Lebensmittelregal und vieles mehr. Allein 800.000 schwerkranke adipöse Kinder müssen Grund genug sein, konsequente wirksame Maßnahmen zu ergreifen. Für ein tatkräftiges Handeln hat die Bundesregierung auch versäumt, die Länder mit ins Boot zu nehmen.

Statt die Ernährungs- und Werbewirtschaft ernsthaft in die überfällige Verantwortung zu nehmen, setzt die Bundesregierung erneut auf wirkungslose Selbstverpflichtungen. Bei der Ampelkennzeichnung fährt der Minister weiterhin einen Wackelkurs. Die bereits zugesagte farbliche Kennzeichnung der Nährwertangaben soll nun doch wieder dem Industrieleitfaden als Maßstab weichen.

Der Widerspruch zwischen den formulierten Zielen der Bundesregierung und dem tatsächlichen Regierungshandeln wird immer deutlicher: eine Nährwertkennzeichnung, die den Wünschen und Bedürfnissen der Verbraucher nicht entspricht, ein mangelhaftes Verbraucherinformationsgesetz, die Einführung des Gen-Mais gegen den Verbraucherwillen, die Unterstützung der Wiedereinführung des Tiermehls trotz BSE-Gefahren bis hin zu hartnäckigen Verweigerung einer Verbesserung der finanziellen Förderung der Qualitäts- und Öko-Produktion durch die EU-Mittel im Rahmen der aktuellen Agrarreform.

Wir haben gestern einen aktuellen Beschluss verabschiedet, wie ein neuer Ordnungsrahmen für eine Ernährung im Gleichgewicht aussehen sollte. Wir fordern eine Ampelkennzeichnung, Werbeverbote für "Kinderlebensmittel", neue Strukturen für eine gesunde Ernährung und verbindliche gesunde Ernährungs- und Bewegungsangebote an Schulen und Kitas. Die Bundesregierung sollte sich der ernährungspolitischen Herausforderung endlich ernsthaft stellen und ihre fahrlässige Haltung gegenüber der Gesundheit vor allem junger Menschen aufgeben.

Ulrike Höfken ist Vorsitzende des Ausschusses für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.

 


Quelle: Pressemitteilung der Bundestagsfraktion Bündnis 90 / Die Grünen, vom 26.06.2008 (tB).

MEDICAL NEWS

New guidance to prevent the tragedy of unrecognized esophageal intubation
Overly restrictive salt intake may worsen outcomes for common form…
COVID-19 vaccines are estimated to have prevanented 20 million deaths…
Novel sleep education learning modules developed for nurse practitioners
Scientists discover how salt in tumours could help diagnose and…

SCHMERZ PAINCARE

Aktuelle Versorgungssituation der Opioidtherapie im Fokus
Individuelle Schmerztherapie mit Opioiden: Patienten im Mittelpunkt
Versorgung verbessern: Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin fordert die Einführung des…
Pflegeexpertise im Fokus: Schmerzmanagement nach Operationen
Versorgung verbessern: Bundesweite Initiative der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin zu…

DIABETES

Menschen mit Diabetes während der Corona-Pandemie unterversorgt? Studie zeigt auffällige…
Suliqua® zur Therapieoptimierung bei unzureichender BOT
„Wissen was bei Diabetes zählt: Gesünder unter 7 PLUS“ gibt…
Kaltplasma bei diabetischem Fußsyndrom wirkt via Wachstumsfaktoren
Typ-1-Diabetes: InRange – auf die Zeit im Zielbereich kommt es…

ERNÄHRUNG

Gesunde Ernährung: „Nicht das Salz und nicht das Fett verteufeln“
Mangelernährung gefährdet den Behandlungserfolg — DGEM: Ernährungsscreening sollte zur klinischen…
Wie eine Diät die Darmflora beeinflusst: Krankenhauskeim spielt wichtige Rolle…
DGEM plädiert für Screening und frühzeitige Aufbautherapie: Stationäre COVID-19-Patienten oft…
Führt eine vegane Ernährungsweise zu einer geringeren Knochengesundheit?

ONKOLOGIE

Nahrungsergänzungsmittel während der Krebstherapie: Es braucht mehr Bewusstsein für mögliche…
Fusobakterien und Krebs
Fortgeschrittenes Zervixkarzinom: Pembrolizumab verlängert Leben
Krebspatienten unter Immuntherapie: Kein Hinweis auf erhöhtes Risiko für schwere…
Aktuelle Kongressdaten zum metastasierten Mammakarzinom und kolorektalen Karzinom sowie Neues…

MULTIPLE SKLEROSE

Multiple Sklerose: Analysen aus Münster erhärten Verdacht gegen das Epstein-Barr-Virus
Aktuelle Daten zu Novartis Ofatumumab und Siponimod bestätigen Vorteil des…
Multiple Sklerose durch das Epstein-Barr-Virus – kommt die MS-Impfung?
Neuer Therapieansatz für Multiple Sklerose und Alzheimer
„Ich messe meine Multiple Sklerose selbst!“ – Digitales Selbstmonitoring der…

PARKINSON

Alexa, bekomme ich Parkinson?
Meilenstein in der Parkinson-Frühdiagnose
Parkinson-Erkrankte besonders stark von Covid-19 betroffen
Gangstörungen durch Kleinhirnschädigung beim atypischen Parkinson-Syndrom
Parkinson-Agenda 2030: Die kommenden 10 Jahre sind für die therapeutische…