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„Nephrologie im Fokus“

Die Nephrologie steht vor zahlreichen Herausforderungen. Die wachsende Inzidenz – auch im Zuge der Erkrankungen Diabetes und Bluthochdruck – stellt nicht nur gesundheitsökonomisch ein Problem dar, sondern ist für jeden Betroffenen ein hartes Schicksal. Um das zu vermeiden, ist eine verbesserte Prävention dringend erforderlich. Die DAgKN und GfN haben versucht, durch zahlreiche öffentlichkeitswirksame Aktionen (z.B. Weltnierentag, „I kidney you“-Radtour) mehr „Nieren-Bewusstsein“ in die Bevölkerung zu tragen. Dieses wird auch zukünftig ein wichtiges Anliegen der Gesellschaften bleiben.

Große Sorge bereitet zudem die hohe Mortalität von Dialysepatienten. Besonders kardiovaskuläre Begleit-Erkrankungen fordern viele Opfer, und eine verbesserte Versorgung der Co-Morbiditäten wie Anämie oder sHPT ist erforderlich und bestimmt daher maßgeblich die nephrologische Forschungslandschaft und das Kongress-Programm.

Ein weiteres wichtiges Thema, das wir im Rahmen der Presseveranstaltung in den Fokus rücken möchten, ist die Peritonealdialyse. Dieses Nierenersatzverfahren ist in Deutschland im Vergleich zum europäischen Ausland deutlich unterrepräsentiert trotz grundsätzlicher, medizinischer Gleichwertigkeit. Dabei kann gerade jüngeren Menschen durch dieses Verfahren ein „normaleres“ Leben, teilweise sogar die Berufsfähigkeit, ermöglicht werden. Wichtig ist, „alte Ressentiments“ gegen dieses Verfahren abzubauen und diese Form der Nierenersatztherapie mehreren Patienten als bisher zugänglich zu machen.

Das Thema „Therapie der IgA-Nephritis“ ist von höchster Aktualität, da derzeit sogar in den Medien diskutiert wird, ob eine supportive oder aggressive Therapie zielführender ist. Die Fachgesellschaften sprechen sich für die supportive Therapie aus, die international den „Goldstandard“ darstellt und durch Studien abgesichert ist. Kritiker fordern die Chemotherapie – ohne dass prospektive Studien über die Effizienz dieser Therapie vorliegen. Die Unterstellung, durch die sanftere, blutdrucksenkende Therapie lediglich mehr Patienten an die Dialyse heranführen zu wollen, weisen die Fachgesellschaften aufs Schärfste zurück. Denn gerade zum Wohle der Patienten dürfen nur evidenzbasierte Therapien Eingang in den klinischen Alltag finden! Die Nephrologie ist im Vergleich zu anderen Fachrichtungen im besonderen Maße zur Qualität verpflichtet. Sie ist die einzige Fachrichtung, in der auch die Ergebnisqualität evaluiert und ein wichtiger Faktor bei der Vergütung wird. Bestimmte Qualitätsparameter müssen erfüllt sein, sonst kann ein Dialysezentrum seine Leistungen nicht abrechnen. Die Qualität ist damit flächendeckend sichergestellt – ein Novum sowohl im interdisziplinären als auch im internationalen Bereich.

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