Neue Ära in der Behandlung des hormonabhängigen Prostatakarzinoms

Der Kreis schließt sich – mit erstem weltweit eingeführten GnRH-Rezeptor-Blocker

Hamburg (14.05.2009) – Ein Fortschritt in der Therapie des Prostatakarzinoms ist greifbar. Mit der schnellen, deutlichen und lang anhaltenden Testosteron-Suppression und PSA-Reduktion ermög­licht der neue GnRH-Blocker Firmagon® (Degarelix) eine Kontrolle der Erkrankung von Anfang an. Der Wirkstoff gilt als erster GnRH-Rezeptor-Blocker, der das direkte und logische Wirkprinzip einer Androgendeprivations-Therapie umsetzt und dabei gut verträglich ist. Degarelix ist in den USA und Europa zugelassen und ab Juni 2009 unter dem Handelsnamen Firmagon® in Deutschland erhältlich.


 

Ziel der Androgendeprivations-Therapie ist ein Absenken des Serum-Testosteron-Spiegels unter­halb des Kastrationsbereiches. Bis zur Einführung der LHRH-Analoga in den 80er Jahren galt die Entfernung beider Hoden als Goldstandard zur Erreichung des Zielwertes innerhalb weniger Stun­den bei fortgeschrittenem und metastasierendem Prostatakarzinom. Doch auch die heute einge­set­zten LHRH-Analoga stellen keine ideale Therapieform dar, räumt Professor Kurt Miller aus Berlin ein: „Zwei bis drei Wochen nach erstmaliger Gabe kommt es aufgrund der initialen Über­stimulation von LH zu einer gesteigerten Testosteronproduktion, dem so genannten Surge.“ Dieses Phänomen erhöht das Risiko einer Flare-up-Symptomatik und damit des Tumorwachs­tums, und es kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Gesamtüberlebenszeit verschlechtert wird. Wie Miller weiter ausführt, „erreichen die LHRH-Analoga nicht in allen Fällen eine der Orchi­ektomie entsprechende Absenkung des Testosteron-Spiegels“. Unter Folgeinjektionen werden Microsurges (kurzfristige Testosteronerhöhungen) beobachtet, welche die Krankheitsprogression beschleunigen könnten (Klotz et al., BJUI, 2009).

 

Degarelix – das neue Medikament beim fortgeschrittenen Prostatakarzinom

Mit dem neuen GnRH-Blocker Degarelix (Firmagon®) steht jetzt eine alternative Therapieoption zur Verfügung. Daten aus der Phase-III-Studie, die über 12 Monate mit 610 Prostatakarzinom-Patienten durchgeführt wurde, belegen, dass Degarelix im Vergleich zu Leuprorelin 7,5mg eine signifikant schnellere Testosteron-Suppression und PSA-Reduktion bewirkt. Das neue Medika­ment hat gegenüber LHRH-Analoga den Vorteil, dass es keinen initialen Testosteron-Anstieg hervorruft. „Bis zum Tag  3 der Studie waren die Testosteron-Werte bei 96,1 Prozent der Patien­ten in den beiden Degarelix-Armen der Studie auf  ≤ 0,5ng/ml (das Kastrationsniveau, das für die Zulassung Voraussetzung ist) gesunken, verglichen mit Null Prozent im Leuprorelin-Arm“, erklärt Professor Johannes Wolff, Viersen. Die niedrigen Testosteron-Werte konnten über die gesamte Studiendauer aufrecht erhalten werden, ohne dass Microsurges oder so genannte Breakthrough-Escapes beobachtet wurden. Der mediane Testosteron-Wert lag bei 0,08ng/ml.


Unter dem GnRH-Blocker wird der PSA-Wert ebenfalls signifikant schneller als unter Leuprorelin abgesenkt, die niedrigen Werte werden über die gesamte Studiendauer aufrecht erhalten. Eine explorative Folgeanalyse der Zulassungsstudie zeigt, dass bei Patienten unter Degarelix (240/80mg) der Zeitraum des PSA-progressionsfreien Überlebens signifikant länger als unter Leuprorelin ist. 

 

Erfahrungen in der Praxis

Firmagon® verfügt durch die zuverlässig schnelle, deutliche und lang anhaltende Senkung des Testosteron-Spiegels ohne initialen Testosteronanstieg (surge) sowie durch die lang anhaltende PSA-Reduktion genau über die für einen Therapieerfolg entscheidenden Eigenschaften. Bei glei­chem Sicherheitsprofil und einfacher Anwendung bietet das neue Medikament „eine interessante Therapie-Alternative und erfüllt alle Voraussetzungen einer modernen zukunftsorientierten Hor­montherapie des Prostatakarzinoms in der urologischen Praxis“, folgert Dr. Christoph Rüssel aus Borken. Die Behandlung mit Degarelix bietet sich besonders bei Patienten mit fortgeschrittener Tumorerkrankung mit und ohne Metastasen an, „da keine Flare-up-Symptomatik auftritt und auf eine initiale Begleitmedikation mit einem Antiandrogen verzichtet werden kann“. Besonders bei Patienten mit Metastasen können die initial erhöhten Testosteron-Spiegel eine Verschlechterung der klinischen Situation bewirken.

 

Aus den vorliegenden Studienergebnissen kann das Resümee gezogen werden, dass Degarelix die Voraussetzungen eines Standardtherapeutikums optimal erfüllt. Aktuell ist ein umfangreiches klinisches Phase-IIIb-Studienprogramm gestartet, im Rahmen dessen unter anderem der thera­peutische Nutzen von Degarelix bei der intermittierenden Therapie überprüft wird. 

 

 

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Quelle: Launch-Pressekonferenz Firmagon® der Firma Ferring zum Thema „Neue Ära in der Behandlung des hormonabhängigen Prostatakarzinoms – Der Kreis schließt sich: erster weltweit eingeführter GnRH-Rezeptor-Blocker“ am 14.05.2009 in Hamburg (Adlexis).

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