Spreading-Effekt. Photo: RIEMSER PharmaNeue Anwendungsfelder

Hyaluronidase in der ästhetischen Dermatologie und plastischen Chirurgie

München (23. Juli 2014) – Das Enzym Hyaluronidase (Hylase® „Dessau“) etabliert sich zunehmend als unverzichtbares Adjuvans zur Unterstützung der Lokalanästhesie (LA) im Bereich der ästhetischen Dermatologie und plastischen Chirurgie. Im Rahmen der 24. Fortbildungswoche für praktische Dermatologie und Venerologie stellten Experten bewährte und neue Einsatzmöglichkeiten des Enzyms sowie aktuelle Forschungs-aktivitäten vor. Dabei zeigte sich, dass sich die Kombination aus Hyaluronidase und einem Lokalanästhetikum vor allem bei Blepharoplastiken, Cellulite- und Hyperhidrose-behandlungen sowie bei Liposuktionseingriffen als wertvoll erwiesen hat. Der Zusatz des Enzyms führt zu einem größeren schmerzunempfindlichen Areal und bedingt einen schnelleren Wirkeintritt des Betäubungsmittels, weniger intra- und postoperative Schmerzen sowie eine höhere Patientenzufriedenheit.(1,2,3)
Chirurgische Eingriffe wie Cellulitebehandlungen oder Liposuktionen erfordern eine effektive Lokalanästhesie. „In unserer Klinik ist Hyaluronidase daher nicht mehr wegzudenken, denn die Vorteile der Kombination aus Hylase® „Dessau“ und einem Lokalanästhetikum sind beeindruckend“, erklärte Prof. Dr.-medic (RO) Alina Fratila, Bonn. „Durch die Ko-Applikation von Hyaluronidase werden das Gesamtvolumen der Tumeszenz-Lokalanästhesie (TLA) reduziert und gleichzeitig die anästhesierte Fläche vergrößert, ohne dabei die Wirkdauer der TLA noch die Wundheilung zu beeinträchtigen“, so die Dermatologin weiter. „Weniger postoperative Schmerzen, eine geringere Hämatombildung und wesentlich zufriedenere Patienten sind das Ergebnis. Der Operateur spart durch den beschleunigten Wirkeintritt des Lokalanästhetikums zudem Zeit.(4) Neben der Cellulitebehandlung und Hautstraffung hat sich der Einsatz von Hyaluronidase auch bei der chirurgischen Behandlung von Schlupflidern oder Tränensäcken – sogenannten Blepharoplastiken – bewährt.(5) Ebenso berichtet die Bonner Dermatologin über positive Erfahrungen im Rahmen der Lasertherapie der axillären Hyperhidrose. „Der Zusatz von Hyaluronidase reduziert auch hier nachweislich die benötigte Menge der TLA, vergrößert den schmerzunempfindlichen Bereich und wirkt sich positiv auf das Operationsergebnis aus.“

Moderne Diffusionsmodelle bestätigen Potential

Das Enzym Hyaluronidase spaltet Hyaluronsäure und Mucopolysaccharide, beschleunigt die Hydrolyse komplexer Kohlenhydrate in der extrazellulären Matrix und vermindert dadurch ihre Viskosität. In der Ophthalmologie und Bereichen der Dermatologie werden diese gewebeauflockernden Eigenschaften des Arzneistoffs bereits seit langem genutzt, um die Gewebeverfügbarkeit anderer aktiver Substanzen zu erhöhen. Für die Wirksamkeit ist in der Regel eine bestimmte Bioverfügbarkeit der Wirksubstanz im entsprechenden Zielkompartiment von entscheidender Bedeutung. Um die Diffusionseigenschaften der extrazellulären Matrix zu verbessern, dient Hyaluronidase als Diffusionspromotor. Prof. Dr. med. Johannes Wohlrab, Halle-Wittenberg, forscht an modernen Diffusionsmodellen und untersucht hierbei den konzentrationsabhängigen Effekt von Hyaluronidase auf verschiedene Arzneistoffe. „In ersten Diffusionsmodellen der Haut konnten wir zeigen, dass Hyaluronidase in der Ko-Applikation verschiedener Arzneistoffe weiteres Potential besitzt“, berichtete Prof. Dr. med. Johannes Wohlrab.

Blick über den Tellerrand: Erfahrungen aus der Praxis

„Abseits der klassischen Anwendungsgebiete setzen ästhetisch-tätige Dermatologen das Enzym auch als Antidot bei Komplikationen mit Hyaluronsäure-Fillern ein“, berichtete Dr. med. Said Hilton, Düsseldorf. In der Faltentherapie gilt Hyaluronsäure als Goldstandard und hat andere Volumenfiller weitestgehend abgelöst. „Nicht zuletzt deswegen, weil mit Hyaluronidase ein Arzneistoff zur Verfügung steht, mit dem sich Komplikationen nach der Injektion von Hyaluronsäure-Fillern effektiv managen lassen,“ so der Dermatologe weiter. „Das Enzym sollte daher stets verfügbar sein, so dass Überkorrekturen, Fehlinjektionen oder Knotenbildungen auch lange Zeit nach der Injektion von Hyaluronsäure wieder rückgängig gemacht werden können“, erklärte Hilton. „In unserer Praxis setzen wir im Bedarfsfall dann die gleiche Menge an Hyaluronidase wie die zuvor injizierte Fillermenge ein.“

Einsatzgebiete von Hylase® „Dessau“ in Kombination mit einem Lokalanästhetikum

  • Entfernung von Lipomen, Atheromen, Hämangiomen und Abszessen
  • Platz-, Riss- und Quetschwunden
  • Eingriffe an Finger- und Zehennägeln
  • Kleinere proktologische Eingriffe
  • Blepharoplastiken
  • Cellulitebehandlungen und Liposuktionen
  • Axilläre Hyperhidrose
  • Rhinoplastiken

Abbildung

Wirkung von Hyaluronidase. Photo: Riemser Pharma

Literatur

  1. Wohlrab J et al., Skin Pharmacol Physiol 2014; 27: 276-82.
  2. Wohlrab J et al., Dermatol Surg 2012; 38: 91-6.
  3. Wohlrab J et al., Plast Reconstr Surg 2012; 129: 771e-2e.
  4. Fratila A, Kos Med 2014; 3: 26-9.
  5. Fratila A, Aesthet Dermatol 2013; 2: 2-6. 3

RIEMSER Pharma GmbH

Die RIEMSER Pharma GmbH mit Sitz in Greifswald, Deutschland, ist ein mittelständisches Pharmaunternehmen, das sich selektiv auf die Vermarktung und das anspruchsvolle Lifecycle Management von Spezialpharmaka zur Behandlung von hochkomplexen, seltenen Erkrankungen spezialisiert hat. RIEMSER konzentriert sich auf die Märkte in Europa, vertreibt jedoch ihre Produkte über ein weitverzweigtes Partnernetzwerk weltweit.


Quelle: RIEMSER Pharma, 23.07.2014 (tB).

MEDICAL NEWS

Inadequate sequencing of SARS-CoV-2 variants impedes global response to COVID-19
New meta-analysis finds cannabis may be linked to development of…
New guidance on how to diagnosis and manage osteoporosis in…
Starting the day off with chocolate could have unexpected benefits
Better mental health supports for nurses needed, study finds

SCHMERZ PAINCARE

Versorgung verbessern: Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin fordert die Einführung des…
Pflegeexpertise im Fokus: Schmerzmanagement nach Operationen
Versorgung verbessern: Bundesweite Initiative der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin zu…
Jedes vierte Kind wünscht bessere Schmerzbehandlung
Lebensqualität von Patienten in der dauerhaften Schmerztherapie mit Opioiden verbessern

DIABETES

„Wissen was bei Diabetes zählt: Gesünder unter 7 PLUS“ gibt…
Toujeo® bei Typ-1-Diabetes: Weniger schwere Hypoglykämien und weniger Ketoazidosen 
Bundestag berät über DMP Adipositas: DDG begrüßt dies als Teil…
Mit der Smartwatch Insulinbildung steuern
Verbände fordern bessere Ausbildung und Honorierung von Pflegekräften für Menschen…

ERNÄHRUNG

Wie eine Diät die Darmflora beeinflusst: Krankenhauskeim spielt wichtige Rolle…
DGEM plädiert für Screening und frühzeitige Aufbautherapie: Stationäre COVID-19-Patienten oft…
Führt eine vegane Ernährungsweise zu einer geringeren Knochengesundheit?
Regelmässiger Koffeinkonsum verändert Hirnstrukturen
Corona-Erkrankung: Fehl- und Mangelernährung sind unterschätze Risikofaktoren

ONKOLOGIE

Anti-Myelom-Therapie mit zusätzlich Daratumumab noch effektiver
Positive Ergebnisse beim fortgeschrittenen Prostatakarzinom: Phase-III-Studie zur Radioligandentherapie mit 177Lu-PSMA-617
Lymphom-News vom EHA2021 Virtual. Alle Berichte sind nun online verfügbar!
Deutsch-dänisches Interreg-Projekt: Grenzübergreifende Fortbildungskurse in der onkologischen Pflege
Sotorasib: Neues Medikament macht Lungenkrebs-Patienten Hoffnung

MULTIPLE SKLEROSE

NMOSD-Erkrankungen: Zulassung von Satralizumab zur Behandlung von Jugendlichen und Erwachsenen
Verzögerte Verfügbarkeit von Ofatumumab (Kesimpta®)
Neuer Biomarker bei Multipler Sklerose ermöglicht frühe Risikoeinschätzung und gezielte…
Multiple Sklerose beginnt oft lange vor der Diagnose
Goldstandard für Versorgung bei Multipler Sklerose

PARKINSON

Meilenstein in der Parkinson-Frühdiagnose
Parkinson-Erkrankte besonders stark von Covid-19 betroffen
Gangstörungen durch Kleinhirnschädigung beim atypischen Parkinson-Syndrom
Parkinson-Agenda 2030: Die kommenden 10 Jahre sind für die therapeutische…
Gemeinsam gegen Parkinson: bessere Therapie durch multidisziplinäre Versorgung