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Neue Entwicklungen in der Pharmakotherapie der ADHS

 

Aachen (16. März 2007) – Psychische Auffälligkeiten bei Kindern und Jugendlichen nehmen nach neuesten Erkenntnissen des Robert Koch-Instituts zur Kinder- und Jugendgesundheit stetig zu. Die häufigste kinderpsychiatrische Erkrankung ist die Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörung (ADHS). Seit Jahrzehnten wird das Psychostimulanz Methylphenidat (MPH) im Rahmen der medikamentösen Therapie der ADHS eingesetzt und ist in den Leitlinien als Goldstandard und Mittel der ersten Wahl verankert. Im Rahmen des Symposiums sprechen anerkannte ADHS-Experten über die neuesten Entwicklungen in der Pharmakotherapie der ADHS. Diese umfassen unter anderem die Adaption der Fremdbeurteilungsbögen für Hyperkinetische Störungen an die verlängerte Wirkdauer von retardierten MPH-Präparaten und die Ergebnisse einer Anwendungsbeobachtung zur frühzeitigen Ein- und Umstellung auf das retardierte MPH Medikinet® retard.

 

Tagesprofilbögen zeigen eine gute klinische Relevanz

Im Verlauf einer ADHS-Therapie werden durch Fragebögen für Eltern, Lehrer und Kinder die ADHS-Symptome beobachtet und die Behandlung optimal an die Bedürfnisse des Patienten angepasst. Die bisherigen Fremdbeurteilungsbögen für Hyperkinetische Störungen (FBB-HKS) erfassen die  ADHS-Symptomatik über den Verlauf einer Woche. Durch die vermehrte Anwendung der modernen retardierten und somit langwirksamen MPH-Präparate stieg der Bedarf an geeigneten Rating-Skalen, die ADHS-Symptome zuverlässig während des gesamten Tagesablaufs erfassen. Eine Alternative stellt der neue Tagesprofilbogen (TAP-ADHS) für Lehrer und Erwachsene dar. Adaptiert an den FBB-HKS werden anstelle der 20 Items nur sechs Items abgefragt. Laut Dr. Dieter Breuer (Universität zu Köln) konnte im Rahmen einer vergleichenden Übereinstimmungs-Analyse eine mittlere Korrelation zwischen dem TAP-ADHS und dem FBB-HKS festgestellt werden. Somit stellt der TAP-ADHS einen praktikablen und validen Fragebogen zur Beurteilung von Medikamenteneffekten über den Tag dar.

 

Eine Anwendungsbeobachtung: Gute Ergebnisse bei der Ein- und Umstellung auf Medikinet® retard

Für die medikamentöse Therapie der ADHS stehen unterschiedliche Psychostimulanzien  mit kurzer, mittellanger und ultralanger Wirkung zur Verfügung. Sie erlauben eine Anpassung der Behandlung an die persönlichen Bedürfnisse des Betroffenen. Hierbei müssen die im Tagesverlauf auftretenden Stärken und Schwächen der Wirksamkeit der jeweils eingesetzten Substanzen und deren Nebenwirkungen in Betracht gezogen werden, so Dr. Dr. Jan Frölich (Stuttgart).

 

Im Rahmen einer offenen Anwendungsbeobachtung mit 447 Patienten, deren Vortherapie nicht zufrieden stellend verlaufen ist, untersuchte Prof. Dr. Manfred Döpfner (Universität zu Köln) die Wirksamkeit und Verträglichkeit von Medikinet® retard in der klinischen Routineversorgung. Die Beobachtung konnte zeigen, dass bei 66 % der Patienten unter Medikinet® retard eine Verbesserung der Symptomatik gegenüber der Vorbehandlung im Globalurteil des Arztes erreicht wurde. 71 % der Patienten zeigten keine oder nur noch geringe Symptome. Dabei wurde die Ausgangssymptomatik der ersten Visite mit der Symptomatik der zweiten Visite nach 40 Tagen Einnahme von Medikinet® retard verglichen. Diese Ergebnisse müssen jedoch unter Berücksichtigung der Grenzen einer offenen Anwendungsbeobachtung interpretiert werden.

 

EMMA: Ergebnisse zur Langzeitbehandlung der adulten ADHS mit MPH

Auch bei Erwachsenen gilt eine multimodale Therapie aus Psychotherapie und kontinuierlicher Pharmakotherapie als zukunftsweisend. MPH wird von den Leitlinien auch bei der Behandlung der adulten ADHS als Mittel der ersten Wahl empfohlen. Aufgrund der unzureichenden Studienlage liegt bis heute keine zentral-europäische Zulassung für die Therapie der adulten ADHS mit MPH vor. Im Rahmen der EMMA-Studie (EMMA = Erwachsene mit MPH bei ADHS) konnte nun mit Hilfe der Effizienzmaße des Wender Reimherr Interviews, der Conners Skala (CAARS) und dem globalen Arzturteil gezeigt werden, dass die Behandlung mit MPH retard einer Placebotherapie signifikant überlegen ist, so Prof. Dr. Michael Rösler (Homburg/ Saar). Mit einer placebo-kontrollierten Behandlungszeit von 24 Wochen ist die EMMA-Studie die zeitlich längste Therapiestudie, die bisher weltweit bei Erwachsenen mit ADHS durchgeführt wurde.


Quelle: Presse-Round-Table der Firma Medice am 15.03.2007 in Aachen (MWO PR).

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