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Neue Möglichkeiten im Wettlauf gegen Epidemie und Pandemie

Grippe auf dem Vormarsch – Vorbeugen ist noch möglich

 

Berlin (30. Januar 2007) – Seit dem Kälteeinbruch beginnt nun die Grippe-Saison in Deutschland. Experten warnen vor einem aggressiven Influenza-A-Virus, das die diesjährige Saison in Europa beherrschen soll. Aus Hannover wurde vor einigen Tagen bereits ein Grippetodesfall gemeldet. Insgesamt registriert das Robert Koch-Institut derzeit eine Zunahme der Influenza-Fälle. In den ver­gangenen Jahren erreichte die Grippewelle erst im Monat März ihren Höhepunkt. Da sich der Schutz innerhalb von ein bis zwei Wochen nach Impfung aufbaut, ist eine Grippeimpfung auch jetzt noch sinnvoll. „Mit der richtigen Vorbeugung und der antiviralen Therapie im Notfall können wir wirksam gegen die die saisonale Grippe, aber auch gegen eine drohende Pandemie vorgehen“, so Norbert Hehme, Grippe-Experte des Impfstoffherstellers GlaxoSmithKline.

 

Als „eine der unberechenbarsten Erkrankungen überhaupt“ bezeichnet Lungen-Spezialist Dr. Torsten Bauer, Berlin, die Influenza. Jährlich sterben etwa 20.000 Menschen in Deutschland während einer Influenza-Epidemie an der Infektion selbst oder an den Folgeerkrankungen, so Bauer auf einer Pressekonferenz des Impfstoff-herstellers GlaxoSmithKline in Berlin. Obwohl die Influenza bei einigen Menschen einen harmlosen Verlauf nehmen kann, kommt es gerade bei Risikogruppen − zum Beispiel älteren Menschen oder Patienten mit chronischen Erkrankungen wie Atem-, Herz- und Niereninsuffizienz − oft zu ernsten und lebensbedrohlichen Komplikationen.

 

Die Einnahme von Neuraminidasehemmern hemmt laut Professor Peter Wutzler, Virologe aus Jena, die Ausbreitung der Viren in den Atemwegen innerhalb von 48 Stunden. Dies verkürze die Erkrankungsdauer im Durchschnitt um zwei Tage, vermindere den Schweregrad der Erkrankung und verhindere Komplikationen. Der zur Therapie der Virusgrippe indizierte Neuraminidasehemmer Zanamivir (RelenzaTM) wurde kürzlich auch zur Prophylaxe der Influenza A und B bei Er­wachsenen und Kindern ab fünf Jahren sowie zur Therapie der Influenza A und B bei Kindern ab fünf Jahren zugelassen.

 

Die Influenza-Symptome dürfen laut Wutzler nicht unterschätzt oder mit einer Erkältung verwechselt werden. Zusätzliche Gefahr ergibt sich aus der ständigen Veränderung der Influenza-Viren. „Kommt es durch einen so genannten Antigen-Shift zur Bildung von neuen Virus-Subtypen, können diese eine globale Influenza-Welle verursachen. In kürzester Zeit sind dann Morbidität und Mortalität um ein Vielfaches erhöht“, betont Wutzler.

 

Wer eine Grippe-Erkrankung gar nicht erst riskieren will, wählt die beste und kosten­günstigste Art der Prävention: die Influenza-Schutzimpfung. Bedenklich stimmt die Experten jedoch, dass sich bei einer Impfrate von 33 Prozent (2005/2006) in Deutschland immer noch zu wenige Menschen aktiv für den eigenen Grippeschutz entscheiden. Die Statistik zeigt, dass die verstärkte Zirkulation der Influenza-Viren („Grippewelle“) in Deutschland seit 2001 zwischen der 13. und 17. Kalenderwoche stattfand − das heißt bis in den März beziehungsweise April hinein. Eine Impfung ist daher noch weit in den Februar hinein sinnvoll. Der Immunschutz bildet sich bereits 14 Tage nach Impfung aus.

 

Die heutige Impfstoffentwicklung befindet sich laut Grippe-Experte Norbert Hehme im ständigen Wettlauf mit den Viren. Hehme, der die Impfstrategien des führenden Anbieters von Impfstoffen, GlaxoSmithKline, verantwortet, ist überzeugt: „Je besser wir die Influenza-Bekämpfung heute im Griff haben, umso besser sind wir auf eine mögliche weltweite Pandemie, den Ausbruch eines neuen für das menschliche Immunsystem gefährlichen Virus-Subtyps, vorbereitet.“ Ohne medizinische Inter­vention durch Impfung und den Einsatz von Neuraminidasehemmern sei nach jüngsten Berechnungen, bei einem ähnlich katastrophalen Verlauf wie 1918 bei der Spanischen Grippe, weltweit mit mehr als 60 Millionen Toten zu rechnen. Die globalen ökonomischen Verluste könnten mehr als 800 Milliarden Dollar betragen.

 

GSK Biologicals erforscht seit 1998 Kandidat-Impfstoffe gegen eine mögliche Influenza-Pandemie. Im Fokus steht nun ein Spaltvirus-Impfstoff mit einem neuartigen, von GSK entwickelten Hilfsstoff (Adjuvans). Durch das Adjuvans wird die Immun­reaktion verstärkt, so dass der Antigengehalt auf nur 3,75 µg / Impfstoffdosis Haemagglutinin, d.h. auf ein Zwölftel der sonst für Grippeimpfstoff benötigten Menge, reduziert werden konnte. Diese Antigen-Einsparung ist im Fall einer weltweiten Pandemie eminent wichtig, weil die Produktionskapazitäten, so wie sie momentan bestehen, nicht ausreichen, die gesamte Bevölkerung zu schützen.

 

Für den Pandemieschutz sind derzeit vier klinische Studien in Planung bzw. wurden bereits begonnen. In den nächsten Monaten werden unter anderem die Sicherheit und Immunogenität bei Kindern und bei älteren Menschen geprüft. Auch das Konzept einer heterologen Auffrischimpfung (d. h. als zweite Dosis wird ein Impfstoff verwendet, dessen Antigen sich von dem des Impfstoffes zur Grundimmunisierung unterscheidet) wird genauer analysiert werden. Hinweise, dass es mit einem so genannten „prä-pandemischen Impfstoff“ möglich wird, bereits vor Ausbruch einer Pandemie einen zumindest partiellen Immunschutz vor künftigen H5N1-Driftvarianten bei der Bevölkerung aufzubauen, bieten weitere Etappenziele für die Forschung.

 


Quelle: Pressegespräch der Firma GlaxoSmithKline zum Thema „Influenza aktuell – Neue Möglichkeiten im Wettlauf gegen Epidemie und Pandemie“ am 30. Januar 2007 in Berlin (Adlexis).

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