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Neue Strategien gegen Nervenleiden

 

Ab morgen tagen mehr als 4.200 Neurologen in Hamburg. Immer mehr Patienten, immer weniger niedergelassene Ärzte. Geistige Aktivität beugt Demenz vor.

 

Hamburg (9. September 2008) – "Schon heute ist eine optimale medizinische Versorgung neurologischer Patienten nicht mehr selbstverständlich", erklärte Prof. Dr. med. Günther Deuschl heute im Vorfeld der 81. Jahrestagung der Neurologen in Hamburg. "Während die Situation in den Kliniken zufrieden stellend ist, gefährdet der Rückgang niedergelassener Fachärzte die optimale ambulante Versorgung von z. B. Schlaganfall- und Schmerzpatienten, Epilepsie- und MS-Kranken", so der 1. Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) weiter. In den kommenden Jahren wird der Anteil alter Menschen in der Bevölkerung stark ansteigen – und damit auch die Zahl der neurologischen Erkrankungen. Allein beim Schlaganfall erwarten Experten eine Zunahme von 68 Prozent.

 

 

Geistige Aktivität beugt Demenz vor
Wenn die Menschen ihr Gehirn nicht unentwegt trainieren, steigt die Gefahr, dass altersbedingte Gehirnerkrankungen früher eintreten. Darauf verwies Dr. Arne May vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Er konnte vor Kurzem erstmals nachweisen, dass das Gehirn von 60-Jährigen, die Jonglieren lernten, an Masse zunahm. Die Experten vermuten inzwischen, dass geistig aktive Menschen eine Art "kognitive Reserve" anlegen und dadurch den Ausbruch der Krankheit hinauszögern.

Mehr Mittel für Forschung
Die Grundlagenforschung hat in den vergangenen Jahren gezeigt, dass es mindestens 20 bis 30 unterschiedliche Formen der Demenz gibt, die wahrscheinlich alle verschieden behandelt werden müssten. Jetzt gibt es zunehmend Ansatzpunkte, aber noch lange keine Behandlungsmöglichkeiten. "Daher ist es wichtig, dass wir heute mehr Finanzmittel in die Erforschung dieser Zukunftsaufgabe investieren", so Prof. Klaus Schmidtke, Demenz-Experte von der Universität in Freiburg.

Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie e.V. (DGN) sieht sich als neurologische Fachgesellschaft in der gesellschaftlichen Verantwortung, mit ihren fast 6.000 Mitgliedern die neurologische Krankenversorgung in Deutschland zu verbessern. Dafür fördert die DGN Wissenschaft und Forschung sowie Lehre, Fort- und Weiterbildung in der Neurologie. Sie beteiligt sich an der gesundheitspolitischen Diskussion. Die DGN wurde im Jahr 1907 in Dresden gegründet. Sitz der Geschäftsstelle ist die Bundeshauptstadt Berlin.


Weitere Informationen im Internet unter

http://www.dgn.org

 


 

Quelle: Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Neurologie e.V. vom 09.09.2008 (tB).

 

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