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Neue Studie

Für größere Heilungschancen akzeptieren HCV-Patienten mehr Nebenwirkungen

 

Neuss (13. September 2012) – Patienten mit chronischer Hepatitis C-Virus (HCV)-Infektion sind bereit, für bessere Heilungschancen zusätzliche Nebenwirkungen zu akzeptieren. Das ist das zentrale Ergebnis einer Studie der Universität von Florida in Zusammenarbeit mit Johnson & Johnson und der RTI Health Solutions (USA), die Mitte Juli veröffentlicht wurde.1 In der Studie von Kauf et al. wurden mittels Conjoint-Analyse die Präferenzen von Patienten hinsichtlich einzelner Aspekte einer Hepatitis C-Therapie analysiert.

 

 

Welche Therapieeigenschaften sind wichtig?

 

Bis Mitte letzten Jahres erfolgte die Therapie von Patienten mit chronischer HCV-Infektion in der Regel mit dualer Therapie, bei der Peginterferon alfa und Ribavirin (PR) in Kombination gegeben werden. Seit Sommer 2011 stehen für die HCV-Patienten mit Genotyp 1 zwei signifikant wirksamere Therapieoptionen zur Verfügung, bei denen zusätzlich zur dualen Therapie ein direkt antiviral wirkender Proteasehemmer verabreicht wird. Die Behandlungsschemata und auch die Nebenwirkungsprofile unterscheiden sind dabei von der dualen Therapie. In der Studie von Kauf et al. wurde nun untersucht, welche Therapie-Eigenschaften für Patienten besonders und welche weniger wichtig sind. Für Behandler ist die valide Information darüber sehr relevant, um bei der Therapieentscheidung die Präferenzen der Patienten berücksichtigen zu können

 

Online befragt wurden insgesamt 284 Erwachsene aus fünf verschiedenen Ländern (UK, Frankreich, USA, Deutschland und Spanien) mit chronischer HCV-Infektion. Den Befragten wurden jeweils paarweise Therapieoptionen zur Wahl gestellt, aus denen sie die jeweils präferierte Alternative wählen konnten. Die zur Wahl gestellten Therapieoptionen waren teilweise als duale Therapie mit PR, teilweise als Dreifachtherapie (PR + Proteaseinhibitor – PI) konzipiert.

 

Weiterhin unterschieden sich die Therapien jeweils in den Eigenschaften:  

  1. Gesamte Behandlungsdauer,
  2. Wirksamkeit der Therapie,
  3. Anzahl der Wochen, in denen zusätzlich ein PI gegeben wurde,
  4. Einnahmehäufigkeit des PI,
  5. Risiko für einen Hautausschlag (Rash) aufgrund des PI,
  6. Risiko einer Anämie aufgrund des PI.

Damit die Nebenwirkungen im Rahmen der Behandlung mit einem PI nicht unterschätzt wurden, setzten die Studienleiter das Risiko, einen Rash und/oder eine Anämie zu entwickeln beim dualen Therapieschema mit PR gänzlich auf null.1

 

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Heilung am wichtigsten

 

Die Studienergebnisse zeigen, dass den Befragten bei der Therapieentscheidung die Chance auf Virusfreiheit mit Abstand am wichtigsten war. Die hohe Wahrscheinlichkeit für ein anhaltendes virologisches Ansprechen (SVR – Sustained Virological Response) ließ die Patienten auch schwere mögliche Begleiterscheinungen akzeptieren. Das Risiko einer Anämie wog dabei für die Teilnehmer schwerer als die Möglichkeit, einen starken Hautausschlag zu entwickeln. Das heißt, dass sich die Befragten im Hinblick auf die deutlich höheren Heilungsraten durchaus für die Behandlung mit einer Dreifachtherapie entschieden und deren Nebenwirkungen in Kauf nahmen. Dies geschah, obwohl die Nebenwirkungen bei der dualen Therapie für die Studie auf Null gesetzt worden waren, sie also für die Probanden eine vermeintlich nebenwirkungsfreie Behandlungsoption darstellte.

 

 

Telaprevir erhöht signifikant die Heilungschancen

 

Seit September 2011 ist der PI Telaprevir (Incivo©) für die Behandlung von chronischer Hepatitis C beim Genotyp 1 zugelassen. In Kombination mit PR erhöht er die Heilungschancen aller Patienten – ob naiv oder vorbehandelt – signifikant. Bis zu 79 Prozent der naiven und 84 Prozent der vorbehandelten Patienten, die einen Rückfall erlitten (Relapser), können ein anhaltendes virologisches Ansprechen (SVR) erzielen.2 Zwei von drei dieser Patienten können darüber hinaus die Behandlungszeit von bisher 48 auf 24 Wochen halbieren2. Die Abbruchrate wegen unerwünschter Ereignisse betrug in den Zulassungsstudien acht Prozent, im Vergleich zu vier Prozent unter PR. Mit der dualen PR-Therapie können nur zirka die Hälfte der nicht vorbehandelten Genotyp-1-Patienten und rund jeder fünfte Relapser eine SVR erzielen.

 

 

Behandlungserfolg durch Patientenwissen

 

Eine Therapie ist nur dann erfolgreich, wenn Patienten aktiv an der Behandlung mitarbeiten und zuverlässig über den gesamten Behandlungszeitraum die Medikamente einnehmen. Gerade für den Therapieerfolg der komplexen Hepatitis C-Behandlung ist es entscheidend, dass Behandler die Maßstäbe kennen, nach denen die Patienten die Therapie beurteilen. Je besser der Patient über die Heilungschancen informiert ist, desto eher akzeptiert er mögliche Begleiterscheinungen und kann für eine Dreifachtherapie gewonnen werden. Ist die Aufklärung von Anfang an fester Therapie-Bestandteil, kann dies die Heilung positiv beeinflussen.

 

 

Literatur 

  1. Kauf, T.L. et al. Patients’ Acceptance of New HCV-Treatments. Patient 2012, Springer International Publishing AG.
  2. Aktuelle Fachinformation Incivo®

 

Glossar

 

  • Conjoint-Studie
    CONsidered JOINTly, das bedeutet ganzheitlich betrachtet. Es handelt sich hierbei um ein Verfahren aus der Psychologie, eine multivariate Methode zur Analyse von Präferenzen und Einstellungen.

 

  • SVR (Sustained Virological Response)
    Anhaltendes virologisches Ansprechen: Das Virus ist auch sechs Monate nach Therapieende nicht mehr im Blut nachweisbar. Da das Virus später nur noch sehr selten durchbricht, gelten diese Patienten als geheilt.

 

 

Über Janssen

 

Wir bei Janssen Pharmaceutical Companies of Johnson & Johnson haben uns dem Ziel verschrieben, die wichtigsten medizinischen Herausforderungen unserer Zeit anzugehen und zu lösen. Unsere Kompetenzfelder sind Onkologie (z.B. multiples Myelom und Prostatakrebs), Immunologie (z.B. Psoriasis), Neurologie/Psychiatrie (z.B. Schizophrenie, Demenz, Schmerz), Infektiologie und Impfstoffe (z.B. HIV/AIDS, Hepatitis, Tuberkulose, Influenza), sowie Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen (z.B. Diabetes). Partnerschaftlich und transparent entwickeln wir gemeinsam mit anderen Akteuren im Gesundheitswesen nachhaltige, integrierte Versorgungslösungen für Patienten.

 

 

 

Abb.: In einer aktuellen Studie wurden die wichtigsten Entscheidungsparameter für Patienten bei Auswahl einer Therapie der chronischen Hepatitis C eruiert. Die Chance auf Heilung war den Befragten am wichtigsten und überwog die Sorge vor möglichen Nebenwirkungen. 1

 

Abb.: In einer aktuellen Studie wurden die wichtigsten Entscheidungsparameter für Patienten bei Auswahl einer Therapie der chronischen Hepatitis C eruiert. Die Chance auf Heilung war den Befragten am wichtigsten und überwog die Sorge vor möglichen Nebenwirkungen. 1

1 Kauf, T.L. et al. Patients’ Acceptance of New HCV-Treatments. Patient 2012, Springer International Publishing AG.

 


 

Quelle: Janssen-Cilag, 21.09.2012 (tB).

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