Neue Studie zeigt: Schmerzmittelbedarf kann mit Bromelain auffällig gesenkt werden

Beschwerden nach Zahnimplantationen nehmen ab

 

München (18. September 2008) – Eine Zahn-Implantation muss heute keine Horror-Operation mehr sein. Wochenlang geschwollene Backen, Blutergüsse mit den bekannten unschönen Verfärbungen im Gesicht, das könnte längst der Vergangenheit angehören: Die Einnahme von Bromelain, einem natürlichen, im Strunk der Ananas vorkommenden Enzym, lässt Schwellungen und Hämatome schneller abschwellen oder gar nicht erst entstehen. Damit nehmen auch die starken Schmerzen, unter denen die meisten Patienten nach diesen Operationen zu leiden haben, deutlich ab.

 

Dass dies längst keine reine Vermutung mehr ist, zeigt einmal mehr eine Studie, die Professor Dr. Dr. Josef Dumbach, Chefarzt der Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie im Klinikum Saarbrücken, an 100 Patienten durchgeführt hat.

 

Sie erhielten bereits einen Tag vor der Operation drei Mal täglich eine Tablette Bromelain bis zu dem Zeitpunkt, wo Schwellungen und Hämatome weitgehend abgeklungen und zurück gebildet waren. „Bromelain wurde von den Patienten solange eingenommen, bis absolute Schmerzfreiheit eingetreten war“, erläutert Prof. Dumbach seine kleine interne Studie, die nicht repräsentativ ist, wohl aber richtungweisend für Ärzte und Patienten sein kann. Zusätzlich hat er seinen Patienten ein Schmerzmittel verschrieben mit dem Hinweis, dieses nur bei Bedarf zu nehmen.

 

Acht bis zehn Tage nach der Operation kamen sämtliche Patienten zu ihm in die Klinik, um sich die Fäden ziehen zu lassen.

Eine Gelegenheit, die Professor Dumbach nutzte, um seine Patienten nach dem Schmerzmittelverbrauch zu fragen.

 

Das Ergebnis ist sensationell: 40 Prozent haben in der ganzen Zeit maximal drei Schmerztabletten (Nicht steroidale Antirheumatika, NSAR) zusätzlich zu Bromelain eingenommen. 50 Prozent griffen fünfmal zum Schmerzmittel. Und nur 10 Prozent mussten trotz Bromelain-Einnahme bis zu zehn Tabletten während des gesamten Zeitraums von der Operation bis zum Fädenziehen einnehmen. „Manche haben überhaupt kein Schmerzmittel gebraucht“, berichtet Dumbach begeistert von seiner kleinen Patientenbefragung.

 

Seine Einschätzung: „Der Schmerzmittelverbrauch war auffällig niedrig. Er war sogar deutlich niedriger als man bei so einem Eingriff hätte vermuten können.“

 

Professor Dumbach kann auf Jahrzehnte lange Erfahrung zurückblicken. Pro Jahr setzt er im Saarbrücker Klinikum bei 200 bis 300 Patienten rund 400 Zahn-Implantate ein. „Das waren in den vergangenen 20 Jahren mindestens 4.000 Implantate.“

 

In der Zeit hat Dumbach eine weitere Beobachtung gemacht: Durch Bromelain lässt sich nicht nur der Schmerzmittelverbrauch reduzieren. „Die Einheilung wird optimiert“, so Dumbach. Das heißt, dass fast alle Implantate den Patienten ein Leben lang beschwerdefrei begleiten. „Das Ananas-Enzym ist mit verantwortlich dafür, dass die Verlustrate nur noch drei Prozent beträgt und damit extrem niedrig ist“, so Professor Dumbach weiter.

 

Er empfiehlt Bromelain-Monopräparate ohne Zusatz tierischer Enzyme und ohne Zusatz von Lactose und Farbstoffen. Sie sind ohne Rezept in der Apotheke erhältlich. Bevor das Ananas-Enzym eingenommen wird, vor allem vor Operationen, sollte in jedem Fall der operierende Arzt darüber informiert werden, auch wenn Komplikationen bisher nicht bekannt sind.

 

Weitere Informationen: www.bromelain.de

 


 

Quelle: Pressekonferenz der Initiative Bromelain vom 18.09.2008 (medandmore communication).

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