Neue Studiendaten belegen

Sativex® kann die durch Spastik eingeschränkte Gangqualität bei MS-Patienten verbessern.1

Düsseldorf (17. März 2016) – Im August 2015 wurde eine unabhängige Studie zu Delta-9-Tetrahydrocannabinol/Cannabidiol (THC/CBD) veröffentlicht, deren Studienziel es war, bei MS-Patienten mit MS-induzierter Spastik unter Medikation von THC/CBD die Gangqualität durch objektive und quantitative Untersuchungen zu messen.1 50-60% der MS-Patienten leiden unter einer Spastik in den unteren Extremitäten, die häufig auch mit Stürzen einhergeht (selbst nach Adjustierung für den EDSS)2. MS-Patienten mit Spastik sind in ihrer Mobilität und Balance signifikant stärker betroffen als MS-Patienten ohne Spastik.3

Das Ergebnis: Sativex® verringert die Kniesteifheit sowie die Adduktorenspastik und zeigt damit einen doppelt positiven Effekt auf die durch Spastik eingeschränkte Gangqualität der MS-Patienten.1

„Die Ergebnisse der Studie zeigen unter Sativex® eine statistisch signifikante Zunahme der Schrittlänge (+10%), Gehgeschwindigkeit (+15%) und Kadenz (+6%). Diese Parameter weisen auf eine verbesserte Gangqualität der MS-Patienten hin, die einen positiven Effekt auf deren Lebensqualität haben kann", so Professor Dr. med. Orhan Aktas, Geschäfts-führender Oberarzt der Klinik für Neurologie an der Heinrich-Heine Universität Düsseldorf.

Der Stellenwert von Sativex® in der Therapie des spastisch bedingten Gangbildes bei MS-Patienten wurden anhand dieser neuen Daten und den Erfahrungen aus der Praxis noch einmal bestätigt.

Als valides Messinstrument zur dreidimensionalen klinischen Ganganalyse (räumlich, zeitlich, kinematisch) wurde ein optoelektronisches System mit acht Smart-D-Kameras (BTS Bioengenineering, Italien) eingesetzt. Die MS-Patienten mit Spastik mussten während der Kamera-Aufzeichnung barfuß in einer selbst gewählten Geschwindigkeit und ggf. mit Pausen eine 10m Strecke mindestens sechsmal gehen. Anschließend wurden die kinematischen Ergebnisse mit denen von Gesunden verglichen. Unter Sativex® zeigte sich eine signifikante Verbesserung der durch Spastik beeinträchtigten Gangqualität in allen Parametern (Beckenkippung, Beckenrotation, Hüftrotation sowie Flexion und Extension des Knies). 1

Bereits eine randomisierten Phase-III-Studie4 aus 2007 und eine Patientenbefragung5 in 2012 zeigten, dass unter Sativex® die Kraft in den Beinen zunahm, die Mobilität verbessert wurde und das Aufstehen leichter fiel.

Sativex®

Sativex® ist ein Endocannabinoid-Modulator bestehend aus zwei Wirkstoffen: THC (Delta-9-Tetrahydrocanna-binol) und CBD (Cannabidiol). Entwickelt wurde das Fertigarzneimittel von GW Pharmaceuticals (Großbritannien) und wird auch dort hergestellt. Almirall besitzt die Lizenzrechte in Europa (außer Großbritannien und Russland). Sativex® (THC/CBD) ist als Add-on-Therapeutikum fürPatienten mit mittlerer bis schwerer MS-induzierter Spastik indiziert, wenn durch die bisherigen Therapieoptionen keine Besserung der Symptomatik erzielt werden kann.6

Die in Sativex® enthaltenen aktiven Wirkstoffe werden als Cannabinoide bezeichnet. Sie stammen aus der Pflanze Cannabis sativa, die hierfür unter streng kontrollierten Bedingungen angepflanzt und verarbeitet wird. Cannabinoide reagieren mit körpereigenen Cannabinoid-Rezeptoren unter anderem im zentralen Nervensystem.7

Ein Rezeptor ist ein spezifischer Bereich in einer Zelle (z.B. Nervenzelle), an dem bestimmte Substanzen für eine begrenzten Zeitraum binden. Die Bindung der Wirkstoffe führt bei Patienten, die auf Sativex® (THC/CBD) ansprechen, zu einer verbesserten Regulation von Nervenimpulsen, die letztendlich eine Verringerung der Spastik bewirken.8

Über Almirall

Almirall ist ein internationales, auf Innovation und Forschung aufbauendes Pharmaunternehmen, das sich der Gesundheit und der Förderung der Lebensqualität verschrieben hat. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Barcelona (Spanien) betreibt seine eigene Forschung und Entwicklung und entwickelt, produziert und vermarktet sowohl eigene als auch lizenzierte Medikamente mit dem Ziel, die Gesundheit und das Wohlbefinden von Menschen zu verbessern.

Almirall konzentriert seine Forschungsressourcen auf therapeutische Bereiche mit Bezug auf die Behandlung von Asthma, der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung, des Gelenkrheumatismus, der Multiplen Sklerose und von dermatologischen Erkrankungen. Die Produkte von Almirall sind derzeit in über 70 Ländern auf fünf Kontinenten verfügbar, und das Unternehmen ist mit 14 Niederlassungen in Europa und Lateinamerika präsent.

Literaturverweise

  1. Coghe et al. Walking improvements with nabiximols in patients with multiple sclerosis, J Neurol 2015:2472-2477
  2. Kurtzke, Rating neurologic impairment in multiple sclerosis: an expanded disability status scale (EDSS). Neurology 1983. 33(11):1444-1452
  3. Pau et al. Effect of spasticity on kinematics of gait and muscular activation in people with multiple sclerosis, JNS 2915. Verfügbar unter: http://dx.doi.org/10.1016/j.jns.2015.09.352 (Letzter Zugriff: 17.02.2016)
  4. Collin et al. Eur J Neurol 2007; 14:290–296
  5. Notcutt, prim Health Care Res & Dev 2012; doi:10.1017/S1463423612000333
  6. Fachinformation Sativex®, Stand März 2015
  7. GW Pharmaceuticals: Cannabinoid Science: Mechanism of action. Verfügbar unter: http://www.gwpharm.com/mechanism-of-action.aspx (Letzter Zugriff: 15.02.2016)
  8. GW Pharmaceuticals: Cannabinoid Science: Cannabinoid Compounds. Verfügbar unter: http://www.gwpharm.com/types-comounds.aspx (Letzter Zugriff: 15.02.2016)


Quelle: Almirall Hermal GmbH, 17.03.2016 (tB).

MEDICAL NEWS

New guidance to prevent the tragedy of unrecognized esophageal intubation
Overly restrictive salt intake may worsen outcomes for common form…
COVID-19 vaccines are estimated to have prevanented 20 million deaths…
Novel sleep education learning modules developed for nurse practitioners
Scientists discover how salt in tumours could help diagnose and…

SCHMERZ PAINCARE

Aktuelle Versorgungssituation der Opioidtherapie im Fokus
Individuelle Schmerztherapie mit Opioiden: Patienten im Mittelpunkt
Versorgung verbessern: Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin fordert die Einführung des…
Pflegeexpertise im Fokus: Schmerzmanagement nach Operationen
Versorgung verbessern: Bundesweite Initiative der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin zu…

DIABETES

Menschen mit Diabetes während der Corona-Pandemie unterversorgt? Studie zeigt auffällige…
Suliqua® zur Therapieoptimierung bei unzureichender BOT
„Wissen was bei Diabetes zählt: Gesünder unter 7 PLUS“ gibt…
Kaltplasma bei diabetischem Fußsyndrom wirkt via Wachstumsfaktoren
Typ-1-Diabetes: InRange – auf die Zeit im Zielbereich kommt es…

ERNÄHRUNG

Gesunde Ernährung: „Nicht das Salz und nicht das Fett verteufeln“
Mangelernährung gefährdet den Behandlungserfolg — DGEM: Ernährungsscreening sollte zur klinischen…
Wie eine Diät die Darmflora beeinflusst: Krankenhauskeim spielt wichtige Rolle…
DGEM plädiert für Screening und frühzeitige Aufbautherapie: Stationäre COVID-19-Patienten oft…
Führt eine vegane Ernährungsweise zu einer geringeren Knochengesundheit?

ONKOLOGIE

Nahrungsergänzungsmittel während der Krebstherapie: Es braucht mehr Bewusstsein für mögliche…
Fusobakterien und Krebs
Fortgeschrittenes Zervixkarzinom: Pembrolizumab verlängert Leben
Krebspatienten unter Immuntherapie: Kein Hinweis auf erhöhtes Risiko für schwere…
Aktuelle Kongressdaten zum metastasierten Mammakarzinom und kolorektalen Karzinom sowie Neues…

MULTIPLE SKLEROSE

Multiple Sklerose: Analysen aus Münster erhärten Verdacht gegen das Epstein-Barr-Virus
Aktuelle Daten zu Novartis Ofatumumab und Siponimod bestätigen Vorteil des…
Multiple Sklerose durch das Epstein-Barr-Virus – kommt die MS-Impfung?
Neuer Therapieansatz für Multiple Sklerose und Alzheimer
„Ich messe meine Multiple Sklerose selbst!“ – Digitales Selbstmonitoring der…

PARKINSON

Alexa, bekomme ich Parkinson?
Meilenstein in der Parkinson-Frühdiagnose
Parkinson-Erkrankte besonders stark von Covid-19 betroffen
Gangstörungen durch Kleinhirnschädigung beim atypischen Parkinson-Syndrom
Parkinson-Agenda 2030: Die kommenden 10 Jahre sind für die therapeutische…