International Journal of Cancer, Band 124 (3), neu erschienen

Neue Tests zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs

 

Heidelberg (30. Januar 2009) –  In der aktuellen Ausgabe des International Journal of Cancer (IJC) bewerten niederländische Forscher neue Tests zur verbesserten Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs. Außerdem geht es um neue Ziele für Therapien von Haut- und Magenkrebs. Die neue Ausgabe des IJC erscheint am 01. Februar.

Zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs sind HPV-Tests aussagekräftiger als die herkömmlichen Pap-Abstriche aus der Gebärmutter. Dieser Befund ergibt sich aus zahlreichen vergleichenden Studien, schreiben Forscher vom VU University Medical Center Amsterdam. Die HPV-Tests weisen die Erbsubstanz bestimmter Hochrisiko-Typen der humanen Papillomviren (HPV) in den Zellen der Gebärmutterschleimhaut nach. Sie sollen erkennen helfen, ob Frauen mit bestimmten Hochrisiko-Typen infiziert sind und infolgedessen ein höheres Risiko tragen, an Gebärmutterhalskrebs und seinen Vorstufen zu erkranken. Die Autoren empfehlen verschiedene Richtlinien, die für HPV-Tests bei Frauen ab 30 Jahren gelten sollten. Sie legen detailliert dar, dass diese Tests ausreichend empfindlich und zugleich spezifisch genug sein müssen, um eine differenzierte Aussage über eventuelle krankhafte Veränderungen des Gebärmutterhalses zu erlauben. Die HPV-Tests sind bislang nicht Teil des gesetzlichen Früherkennungsprogramms. Zurzeit wird ihr Einsatz in der Krebsfrüherkennung noch weltweit untersucht. Lediglich bei auffälligen Befunden übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Testkosten.

 

Wissenschaftler haben einen neuen Mechanismus aufgedeckt, über den UV-Strahlen auf Hautzellen wirken. Die Forscher vom Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried zeigten, dass die Strahlen eine bestimmte Gruppe von Eiweißen, so genannte Metalloproteasen, aktivieren. Dadurch wird eine Signalkette in Gang gesetzt, die den programmierten Zelltod unterbindet und dadurch die krankhafte Vermehrung der Zellen fördert. Ein gezielter Eingriff in diesen Mechanismus, so die Autoren, könnte für die Therapie von Hautkrebs genutzt werden. UV-Strahlung ist eine der wichtigsten Ursachen von Hautkrebs. Die energiereichen Strahlen bewirken zahlreiche Schäden in der Zelle und verursachen Veränderungen im Erbgut.

Der zelleigene Eiweißstoff TIP30 könnte in Zukunft eine wichtige Rolle bei der Diagnose und Behandlung von Magenkrebs spielen. Chinesische Forscher vom Xijing Hospital in Hsi-An (China) zeigten, dass in den Tumorzellen von Magenkrebs-Patienten deutlich weniger TIP30 gebildet wird als in gesunden Zellen. Nachfolgende Versuche ergaben, dass TIP30 die Tumor- und Metastasenbildung hemmt, die Neubildung von Blutgefäßen verringert und in geschädigten Zellen den programmierten Zelltod auslöst. Nach Angaben des Internationalen Krebsforschungszentrums (IARC) in Lyon zählt Magenkrebs neben Brust-, Dickdarm- und Lungenkrebs zu den häufigsten Krebstodesursachen in Europa. Die Prognose bei dieser aggressiven Krebsart ist oft schlecht,
und es kommt vielfach zu Rückfällen.

Meijer et al. Guidelines for human papillomavirus DNA test requirements for primary cervical cancer screening in women 30 years and older. DOI: 10.1002/ijc.24010

Singh et al. UV-induced EGFR signal transactivation is dependent on proligand shedding by activated metalloproteases in skin cancer cell lines. DOI: 10.1002/ijc.23974

Li et al. Reduction of TIP30 correlates with poor prognosis of gastric cancer patients and its restoration drastically inhibits tumor growth and metastasis. DOI: 10.1002/ijc.23967

Weitere Artikel sind unter folgendem Link verfügbar:

http://www3.interscience.wiley.com


Quelle: Pressemitteilung des Deutschen Krebsforschungszentrum vom 30.01.2009.

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