Neue Therapie soll Narbenwucherungen, Operationen und Entstellungen verhindern

 

Hannover (6. Oktober 2009) – Wie können Narbenwülste und -stränge verhindert werden, die die Haut nach einer Verletzung oder Verbrennung bildet? Um dieser Frage nachgehen zu können, bewilligte die Europäischen Union (EU) Dr. Dr. Ursula Mirastschijski, Klinik für Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH), 1,3 Millionen Euro. Es ist eine der größten EU-Forschungsförderungen für die MHH. Die Ärztin und Wissenschaftlerin erhielt das Geld im September 2009 im Rahmen des europaweiten Wettbewerbs des "European Research Council (ERC)", bei dem von 2.500 eingereichten Anträgen 237 angenommen wurden. Dieser Antrag ist der einzige aus Niedersachsen, der bewilligt wurde.

 


Dr. Dr. Mirastschijski erforscht zusammen mit ihrem Team die Wundkontraktion der Haut, um geeignete Behandlungsmöglichkeiten zu finden, die Narbenwucherungen verhindern. Kleinere Wunden, die während des Lebens rund 3.000 Mal auftreten, heilen in der Regel unproblematisch. Bleibt jedoch die Wundheilung aus oder ist sie zu stark, wie dies zu Beispiel bei Verbrennungen vorkommen kann, können Narben die Beweglichkeit einschränken und entstellend wirken, was die Lebensqualität verringert.

Zur Vorbeugung solcher Narben verordnen Ärzte bisher Kompressionswäsche und Silikonauflagen. "Doch diese Behandlungen werden vor allem von Kindern schlecht toleriert. Darüber hinaus wirken sie nur eingeschränkt, so dass trotzdem Narbenstränge auftreten, die dann nur mithilfe von plastisch-chirurgischen Operationen gelöst und korrigiert werden können", sagt Dr. Dr. Mirastschijski. "Wir hoffen, dass auf der Grundlage unserer Forschungsergebnisse neue Therapien entstehen, die die Narbenwucherungen verhindern und somit Kompressionstherapien und Operationen sowie Entstellungen vermeiden – damit sich die Lebensqualität der Patienten entscheidend verbessert", sagt sie.

Der European Research Council (ERC) ist der von der Europäischen Kommission gegründete Forschungsrat. Er schreibt den europaweiten Wettbewerb um Forschungsmittel aus. Anträge können in allen denkbaren Forschungsfeldern gestellt werden, von A wie Archäologie bis Z wie Zoologie, und werden einzig auf Basis ihrer wissenschaftlichen Qualität und Exzellenz begutachtet. Es gibt keine vorab definierten Netzwerke oder Fächerschwerpunkte.


 

Quelle: Pressemitteilung der Medizinischen Hochschule Hannover vom 06.10.2009 (tB).

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