HCV-Virionen aus Serum. Photo: WikipediaNeue Therapiemöglichkeiten für Hepatitis C bergen Chancen und Probleme

 

Hannover (27. Juli 2011) –  In Deutschland gibt es etwa eine Million Menschen, die chronisch an Hepatitis B oder Hepatitis C leiden; weltweit sind es etwa 500 Millionen. Trotzdem werden Lebererkrankungen sehr oft unterschätzt. Aus diesem Grund hat die World Health Organization (WHO) im letzten Jahr den Welt-Hepatitis-Tag am 28. Juli zu einem offiziellen Gesundheitstag der WHO ernannt und so Hepatitis als ein weltweit bedeutendes Gesundheitsproblem anerkannt.

 

Wichtig ist, die Lebererkrankungen früh zu erkennen. Dann können sie behandelt und Folgen wie Leberzellkrebs oder Leberzirrhose vermieden werden. Gerade Hepatitis B und C, die durch Infektionen mit dem Hepatitis B- bzw. Hepatitis C-Virus hervorgerufen werden, können inzwischen gut therapiert werden.

Die Hepatitis kann durch eine rechtzeitige Behandlung sogar in vielen Fällen geheilt werden. Die Aussichten auf eine Heilung der Hepatitis C haben sich aktuell durch neue Therapiemöglichkeiten erheblich gesteigert. Eine neue Substanz (Boceprevir) wurde am 18. Juli 2011 für die Behandlung in Europa zugelassen, ein zweiter Wirkstoff (Telaprevir) hat am 21. Juli von der Europäischen Zulassungsbehörde ein positives Votum erhalten und wird voraussichtlich in den nächsten acht Wochen zugelassen werden.

Beide Präparate sind direkt wirkende antivirale Medikamente, sogenannte HCV-Proteaseinhibitoren. Sie hemmen das Virus in seiner Vermehrung, indem sie ein Schlüsselenzym blockieren. Durch diese neue Wirkungsweise können viele Patienten erfolgreich behandelt werden, die mit der bisherigen Standardtherapie nicht geheilt werden konnten. Allerdings gilt das leider immer noch nicht für alle Patienten.

Es wird sehr wichtig sein, dass die neuen Therapien sehr sorgfältig durchgeführt werden. „Wir raten den Patienten, sich von einem versierten Facharzt behandeln zu lassen. Nicht jeder Arzt hat die unbedingt notwendigen Vorkenntnisse, um die neuen Behandlungen optimal für den Patienten umzusetzen.“ sagt Prof. Dr. Michael P. Manns, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberstiftung. „Es sind viele Faktoren bei den neuen Therapien zu beachten. So gibt es das Problem der Resistenzentwicklung und die Gefahr der Medikamenten-Interaktion. Aufgrund der zusätzlichen Nebenwirkungen muss der Facharzt auch Kollegen aus anderen Bereichen in die Behandlung einbinden und den Patienten umfassend betreuen.“ fordert er.

Für die Behandlung der chronischen Hepatitis B werden seit einigen Jahren sehr erfolgreich direkte Virushemmer sowie Interferone eingesetzt, die das Immunsystem beeinflussen und die Virusvermehrung hemmen. Geheilt werden kann die Hepatitis B allerdings nicht, das Virus kann nur kontrolliert werden, so dass die Krankheit nicht weiter voranschreitet. Das gelingt aber inzwischen bei vielen Patienten nahezu ohne Nebenwirkungen. Neue Therapieansätze wie zum Beispiel Medikamente, die den Eintritt des Hepatitis B-Virus in Leberzellen hemmen, werden in Deutschland aktuell erprobt.

Schließlich führt das HepNet Study-House der Deutschen Leberstiftung die weltweit größte Studie zur Behandlung der Hepatitis Delta durch, die die schwerwiegendste aller Virusinfektionen der Leber ist.


Die Deutsche Leberstiftung

befasst sich mit der Leber, Lebererkrankungen und ihren Behandlungen. Sie hat das Ziel, die Patientenversorgung zu verbessern und die öffentliche Wahrnehmung für Lebererkrankungen zu steigern, damit diese früher erkannt und geheilt werden können. Die Deutsche Leberstiftung bietet außerdem Information und Beratung für Betroffene und Angehörige in medizinischen Fragen. Weitere Informationen: http://www.deutsche-leberstiftung.de


Quelle: Deutsche Leberstiftung, 27.07.2011 (tB).

MEDICAL NEWS

Inadequate sequencing of SARS-CoV-2 variants impedes global response to COVID-19
New meta-analysis finds cannabis may be linked to development of…
New guidance on how to diagnosis and manage osteoporosis in…
Starting the day off with chocolate could have unexpected benefits
Better mental health supports for nurses needed, study finds

SCHMERZ PAINCARE

Versorgung verbessern: Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin fordert die Einführung des…
Pflegeexpertise im Fokus: Schmerzmanagement nach Operationen
Versorgung verbessern: Bundesweite Initiative der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin zu…
Jedes vierte Kind wünscht bessere Schmerzbehandlung
Lebensqualität von Patienten in der dauerhaften Schmerztherapie mit Opioiden verbessern

DIABETES

Bundestag berät über DMP Adipositas: DDG begrüßt dies als Teil…
Mit der Smartwatch Insulinbildung steuern
Verbände fordern bessere Ausbildung und Honorierung von Pflegekräften für Menschen…
Minimalinvasive Geräte warnen ungenügend vor Unterzuckerung
Typ-1-Diabetes und Hashimoto-Thyreoiditis treten häufig gemeinsam auf

ERNÄHRUNG

Wie eine Diät die Darmflora beeinflusst: Krankenhauskeim spielt wichtige Rolle…
DGEM plädiert für Screening und frühzeitige Aufbautherapie: Stationäre COVID-19-Patienten oft…
Führt eine vegane Ernährungsweise zu einer geringeren Knochengesundheit?
Regelmässiger Koffeinkonsum verändert Hirnstrukturen
Corona-Erkrankung: Fehl- und Mangelernährung sind unterschätze Risikofaktoren

ONKOLOGIE

Anti-Myelom-Therapie mit zusätzlich Daratumumab noch effektiver
Positive Ergebnisse beim fortgeschrittenen Prostatakarzinom: Phase-III-Studie zur Radioligandentherapie mit 177Lu-PSMA-617
Lymphom-News vom EHA2021 Virtual. Alle Berichte sind nun online verfügbar!
Deutsch-dänisches Interreg-Projekt: Grenzübergreifende Fortbildungskurse in der onkologischen Pflege
Sotorasib: Neues Medikament macht Lungenkrebs-Patienten Hoffnung

MULTIPLE SKLEROSE

NMOSD-Erkrankungen: Zulassung von Satralizumab zur Behandlung von Jugendlichen und Erwachsenen
Verzögerte Verfügbarkeit von Ofatumumab (Kesimpta®)
Neuer Biomarker bei Multipler Sklerose ermöglicht frühe Risikoeinschätzung und gezielte…
Multiple Sklerose beginnt oft lange vor der Diagnose
Goldstandard für Versorgung bei Multipler Sklerose

PARKINSON

Meilenstein in der Parkinson-Frühdiagnose
Parkinson-Erkrankte besonders stark von Covid-19 betroffen
Gangstörungen durch Kleinhirnschädigung beim atypischen Parkinson-Syndrom
Parkinson-Agenda 2030: Die kommenden 10 Jahre sind für die therapeutische…
Gemeinsam gegen Parkinson: bessere Therapie durch multidisziplinäre Versorgung