Neuer Behandlungsansatz bei chronischen Rückenschmerzen

 

Erlangen (7. März 2011) – Ein veränderter Umgang mit Schmerz und der Aufbau eines körperlich-aktiven Lebensstils sind die Ziele verhaltensbezogener Bewegungstherapie. Die Studie von Prof. Dr. Klaus Pfeifer und Jana Hofmann am Lehrstuhl für Sportwissenschaft mit dem Schwerpunkt Bewegung und Gesundheit an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) will den Nachweis antreten, dass diese Therapie die langfristige Wirksamkeit verhaltensmedizinisch-orthopädischer Rehabilitation verbessert.

 

Das Projekt „Verhaltensbezogene Bewegungstherapie zur Optimierung der verhaltensmedizinisch-orthopädischen Rehabilitation chronischer Rückenschmerzen“ wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie der deutschen Rentenversicherung Bund für drei Jahre mit 207.000 Euro gefördert.

 

Nach Aussage der Wissenschaftlerin hat es in den vergangenen Jahren einen Wandel von eher passiven zu aktivierenden Behandlungsansätzen in der stationären Rehabilitation von Patienten mit chronischen Rückenschmerzen gegeben, Konzepte wie die verhaltensmedizinisch-orthopädische Rehabilitation wurden entwickelt. Kernelemente dieses Ansatzes sind geschlossene Behandlungsgruppen mit bis zu 12 Teilnehmern, die gemeinsam die Rehabilitationsmaßnahme durchlaufen und von festgelegten Therapeuten betreut werden, übergreifende Zusammenarbeit des gesamten Reha-Teams und die Berücksichtigung psychosozialer Belastungen in der Entstehung von chronischen Schmerzen.

 

Während vorhandene Forschungsergebnisse die kurzfristige Wirksamkeit dieses intensivierten Rehabilitationsprogramms bei chronischem Rückenschmerz belegen, steht der Nachweis der langfristigen Wirksamkeit noch aus. Darüber hinaus dominiert in der Bewegungstherapie im Rahmen der verhaltensmedizinisch-orthopädischen Rehabilitation ein eher funktionell ausgerichtetes körperliches Training.  Bedeutsame psychosoziale Aspekte in der Entstehung chronischer Rückenschmerzen sowie ein zielgerichteter Aufbau eines körperlich-aktiven Lebensstils werden bisher in der Bewegungstherapie eher unsystematisch berücksichtigt.

 

Für die Studie ist eine Teilnahme von  214 Probanden geplant. Eine Hälfte der Teilnehmer durchläuft die gängige Rehabilitationsmaßnahme (intensivierte Rehabilitation), die anderen 50 Prozent erhalten eine intensivierte Rehabilitation mit verhaltensbezogener Bewegungstherapie. Die Daten werden pro Studienteilnehmer jeweils über einen Zeitraum von drei Wochen mit Hilfe von Fragebögen erhoben. Nach einem Jahr erfolgt die Auswertung der Daten.

 

 


Quelle: Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, 07.03.2011 (tB).

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