Neues Impfschema

STIKO empfiehlt sequenzielle Pneumokokken-Impfung für Hochrisikopatienten

Berlin (30. April 2017) – In Deutschland erkranken jährlich etwa 400.000 bis 680.000 Menschen an einer ambulant erworbenen Pneumonie (CAP).1 Häufigster Erreger sind Pneumokokken.2 Besonders gefährdet, an Pneumokokken-Infektionen zu erkranken, sind Menschen mit geschwächtem Immunsystem. Für den Schutz von Hochrisiko-patienten empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut (RKI) daher erstmalig eine sequenzielle Pneumokokken-Impfung mit einem 13-valenten Konjugatimpfstoff (z.B. Prevenar 13®) gefolgt von einem 23-valenten Polysac-charidimpfstoff. Hochrisikopatient ist, wer an einem angeborenen oder erworbenen Immundefekt bzw. Immunsuppression leidet oder anatomische und Fremdkörper-assoziierte Risiken für eine Pneumokokken-Meningitis aufweist.3

Um den bestmöglichen Schutz für Hochrisikopatienten zu erreichen, rät die STIKO, bei der Pneumokokken-Impfung die möglicherweise bessere Effektivität des Konjugatimpfstoffs mit der breiteren Serotypenabdeckung des Polysaccharidimpfstoffs zu kombinieren.3 Aufgabe des behandelnden Arztes ist es also, Hochrisikopatienten zu identifizieren und seine Patienten von gesunden über 60-Jährigen und Patienten mit chronischen Erkrankungen (z.B. Asthma, COPD, Diabetes oder chronischen Herzerkrankungen) zu unterscheiden. Denn für den Schutz dieser empfiehlt die STIKO die Impfung gegen Pneumokokken seit August 2016 ausschließlich mit dem Polysaccharidimpfstoff.3

Austausch über Impfstatus notwendig

„Damit Hochrisikopatienten nicht durch das Raster fallen, ist eine enge Abstimmung zwischen Hausarzt und behandelndem Facharzt notwendig“, sagt Prof. Dr. med. Tomas Jelinek. „Welche Ärzte besucht der Patient? Welche Behandlung erhält er beim jeweiligen Arzt? Steht der Impfung etwas entgegen? Wer impft? Das alles sind Fragen, die geklärt werden müssen. Im Hinblick auf den bestmöglichen Schutz ist es daher sinnvoll, Patientenbriefe auszutauschen und bei Bedarf Impf-Empfehlungen hineinzuschreiben.“

Im Epidemiologischen Bulletin 34/2016 finden Ärzte eine Aufschlüsselung der verschiedenen Patientengruppen. Zu den Hochrisikopatienten, die im Rahmen des sequenziellen Schemas gegen Pneumokokken immunisiert werden sollen, zählen beispielsweise Patienten mit T-Zell-Defizienz bzw. gestörter T-Zell-Funktion, B-Zell- oder Antikörperdefizienz, Komplement- oder Properdindefizienz, funktionellem Hyposplenismus, Splenektomie oder anatomischer Asplenie, neoplastischen Krankheiten, HIV-Infektion, nach Knochenmarktransplation und Patienten mit immunsuppressiver Therapie sowie Immundefizienz bei chronischem Nieren-versagen, nephrotischem Syndrom oder chronischer Leberinsuffizienz. Auch wer anato-mische oder Fremdkörper-assoziierte Risiken für eine Pneumokokken-Meningitis aufweist – beispielsweise auf Grund einer Liquorfistel oder eines Cochlea-Implantats – soll die sequenzielle Pneumokokken-Impfung erhalten.3

Sequenzielle Impfung teilweise bei sonstigen chronischen Erkrankungen empfohlen

Auch bei Personen im Alter von 2 bis 15 Jahren mit sonstigen chronischen Erkrankungen (z.B. Asthma, COPD, Diabetes oder chronischen Herzerkrankungen) empfiehlt die STIKO die sequenzielle Pneumokokken-Impfung mit zwei verschiedenen Impfstoffen.3 Gleiches gilt für Patienten ab 16 Jahren mit sonstigen chronischen Erkrankungen, sofern sie eine immunsuppressive Therapie erhalten.4 Wer solch eine Therapie nicht erhält, soll dagegen ausschließlich mit dem Polysaccharidimpfstoff immunisiert werden.

Quellen

  1. Schnoor M et al., The CAPNETZ study group – Approaches to estimate the population-based incidence of community acquired pneumonia- J Infect 2007; 55: 233–9.
  2. Welte T et al., Clinical and economic burden of community-acquired pneumonia among adults in Europe. Thorax 2012; 67:71–79.
  3. Robert Koch-Institut. Epidemiologisches Bulletin 34/2016.
  4. Robert Koch-Institut. Epidemiologisches Bulletin 24/2016 und 37/2016.


Pfizer

Gemeinsam für eine gesündere Welt Wenn Menschen krank werden, können sich viele Dinge für sie verändern – ein oft schwieriger Weg beginnt. Mehr als 10.000 Forscher und etwa 97.000 Mitarbeiter arbeiten bei Pfizer daran, Menschen auf diesem Weg zu unterstützen. Sie entwickeln und vertreiben innovative Medikamente und Impfstoffe sowie einige der weltweit bekanntesten rezeptfreien Produkte.

Das Unternehmen mit Hauptsitz in New York erzielte im Geschäftsjahr 2016 einen Gesamtumsatz von 52,8 Milliarden US-Dollar. In Deutschland beschäftigt Pfizer derzeit mehr als 2.000 Mitarbeiter an drei Standorten: Berlin, Freiburg und Karlsruhe.


Quelle: Pfizer, 30.04.2017 (tB).

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