Neues Institut für Demenzprävention

 

Homburg (24. August 2009) – Die Menschen werden immer älter. Parallel dazu nehmen altersabhängige demenzielle Erkrankungen zu. Die Zahl der Demenzpatienten in Deutschland wird voraussichtlich bis 2050 dramatisch ansteigen. Die Alzheimer-Krankheit ist die häufigste demenzielle Erkrankung und seit über 100 Jahren bekannt. Dennoch ist es bis heute nicht gelungen, eine wirksame Therapie zu entwickeln.

Neue Forschungsergebnisse zeigen, dass die Alzheimer-Krankheit bereits 20 bis 30 Jahre vor der klinischen Manifestation beginnt. Treten die Symptome der Krankheit deutlich zu Tage, ist bereits ein Großteil der Nervenzellen irreversibel geschädigt. International sind im Bereich der Frühdiagnose in den letzten Jahren Fortschritte erzielt worden, so dass therapeutisch wirksame Maßnahmen zukünftig bereits vor dem Nervenzellverlust eingeleitet werden könnten. "Hier sehen wir eine Chance. Es gilt diese Zeitspanne zu nutzen um so die Demenz wirksam und frühzeitig zu bekämpfen," sagt Prof. Dr. Klaus Fassbender vom DIDP und Direktor der Klinik für Neurologie. Da therapeutische Erfolge bei dieser Krankheit nicht in absehbarer Zeit zu erwarten sind, hat sich das neu gegründete Deutsche Institut für Demenzprävention (DIDP) das Ziel gesetzt, neue Strategien der Demenzprävention zu entwickeln und umzusetzen, um die Entwicklung aufzuhalten.

Das DIDP ist eine Forschungseinrichtung der Universität des Saarlandes und wird durch das Ministerium für Wirtschaft und Wissenschaft des Saarlandes gefördert und erhält Projektmittel des Bundesforschungsministeriums, der EU, der DFG sowie weiterer Institutionen und Einrichtungen.

Das Institut strebt eine Erweiterung der Kooperationen mit allen universitären und außeruniversitären Einrichtungen im In- und Ausland an, die mit ihren Mitteln und Methoden in der Lage sind, gemeinsam nach Wegen zu einer wirksamen Prävention zu suchen. Dazu gehören u.a. Frühdiagnose, Erkennung von Risikofaktoren und Risikogenen und nicht-medikamentöse und medikamentöse präventive und frühtherapeutische Maßnahmen.


Die Arbeit erfolgt unter Einsatz von molekularer und genetischer Grundlagenforschung, Translationsforschung und klinischen Studien. Besondere Bedeutung hat die Implementierung möglicher Präventionsstrategien in die klinische Praxis, damit die Forschungsergebnisse schnellstmöglich den Patienten zur Verfügung stehen. Zu den Aufgaben zählen daneben aber auch die Aufklärung der Bevölkerung und spezifischer Zielgruppen über wirksame Maßnahmen in enger Kooperation mit den Selbsthilfe- bzw. Angehörigenverbänden.

Anlässlich der feierlichen Eröffnung des DIDP am 24. August 2009 auf dem Campus der Universität des Saarlandes in Homburg erklärte der Ministerpräsident des Saarlandes, Peter Müller: "Mit der Gründung des Deutschen Instituts für Demenzprävention (DIDP) beschreiten wir den richtigen Weg. Einerseits wird mit der Gründung dem Grundgedanken der Prävention, d.h. der Intervention bei noch Gesunden oder im Frühstadium einer Erkrankung von gesellschaftspolitisch hoher Relevanz ein hoher Stellenwert eingeräumt. Gleichzeitig werden am DIDP Grundlagenforschungsarbeiten auf molekularer Ebene, Translationsforschung und klinische Studien durchgeführt werden. Durch die Nähe zur Uniklinik ist die Implementierung neuester Erkenntnisse in die klinische Praxis gesichert. Der Ausbau der Forschungsinfrastruktur und unsere zahlreichen Wissenschaftsinstitute sind für den Innovationsstandort Saarland und den Strukturwandel von herausragender Bedeutung."

Bundesforschungsministerin Annette Schavan betonte die besondere Rolle der Demenzforschung: "Demenzerkrankungen sind eine drängende gesellschaftliche Herausforderung. Wir müssen dafür sorgen, dass die exzellente Demenzforschung in Deutschland den Patienten und Patientinnen sowie ihren Angehörigen schnell zu Gute kommt." Deshalb, so Schavan, wurde im vergangenen Jahr das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen gegründet. Das maßgeblich vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanzierte Zentrum bündelt die Forschung in diesem Bereich und soll neue Strategien im Kampf gegen Alzheimer und Parkinson entwickeln. Schwerpunkt sind dabei die Erforschung von Krankheitsursachen, Möglichkeiten der Prävention und Früherkennung, die Entwicklung wirksamer Therapien und die Untersuchung der psychosozialen Folgen von Demenzen.


Quelle: Pressemitteilung des Deutschen Instituts für DemenzPrävention (DIDP) vom 24.08.2009.

«zurück

MEDICAL NEWS

IU School of Medicine researchers develop blood test for anxiety
COVID-19 pandemic increased rates and severity of depression, whether people…
COVID-19: Bacterial co-infection is a major risk factor for death,…
Regenstrief-led study shows enhanced spiritual care improves well-being of ICU…
Hidden bacteria presents a substantial risk of antimicrobial resistance in…

SCHMERZ PAINCARE

Hydromorphon Aristo® long ist das führende Präferenzpräparat bei Tumorschmerz
Sorgen und Versorgen – Schmerzmedizin konkret: „Sorge als identitätsstiftendes Element…
Problem Schmerzmittelkonsum
Post-Covid und Muskelschmerz
Kopfschmerz bei Übergebrauch von Schmerz- oder Migränemitteln

DIABETES

Wie das Dexom G7 abstrakte Zahlen mit Farben greifbar macht…
Diabetes mellitus: eine der großen Volkskrankheiten im Blickpunkt der Schmerzmedizin
Suliqua®: Einfacher hin zu einer guten glykämischen Kontrolle
Menschen mit Diabetes während der Corona-Pandemie unterversorgt? Studie zeigt auffällige…
Suliqua® zur Therapieoptimierung bei unzureichender BOT

ERNÄHRUNG

Positiver Effekt der grünen Mittelmeerdiät auf die Aorta
Natriumaufnahme und Herz-Kreislaufrisiko
Tierwohl-Fleisch aus Deutschland nur mäßig attraktiv in anderen Ländern
Diät: Gehirn verstärkt Signal an Hungersynapsen
Süßigkeiten verändern unser Gehirn

ONKOLOGIE

Strahlentherapie ist oft ebenso effizient wie die OP: Neues vom…
Zanubrutinib bei chronischer lymphatischer Leukämie: Zusatznutzen für bestimmte Betroffene
Eileiter-Entfernung als Vorbeugung gegen Eierstockkrebs akzeptiert
Antibiotika als Störfaktor bei CAR-T-Zell-Therapie
Bauchspeicheldrüsenkrebs: Spezielle Diät kann Erfolg der Chemotherapie beeinflussen

MULTIPLE SKLEROSE

Multiple Sklerose: Aktuelle Immunmodulatoren im Vergleich
Neuer Biomarker für Verlauf von Multipler Sklerose
Multiple Sklerose: Analysen aus Münster erhärten Verdacht gegen das Epstein-Barr-Virus
Aktuelle Daten zu Novartis Ofatumumab und Siponimod bestätigen Vorteil des…
Multiple Sklerose durch das Epstein-Barr-Virus – kommt die MS-Impfung?

PARKINSON

Meilenstein in der Parkinson-Forschung: Neuer Alpha-Synuclein-Test entdeckt die Nervenerkrankung vor…
Neue Erkenntnisse für die Parkinson-Therapie
Cochrane Review: Bewegung hilft, die Schwere von Bewegungssymptomen bei Parkinson…
Technische Innovationen für eine maßgeschneiderte Parkinson-Diagnostik und Therapie
Biomarker und Gene: neue Chancen und Herausforderungen für die Parkinson-Diagnose…