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Logo Netzwerk Männer mit Brustkrebs.Neues Projekt

Medizinische und psychosoziale Bedürfnisse männlicher Brustkrebspatienten

Berlin (20. April 2016) – Die medizinischen und psychosozialen Bedürfnisse von männlichen Brustkrebspatienten stehen im Mittelpunkt eines neuen Forschungsprojekts, das unter dem Namen N-MALE im April 2016 startet. Das Vorhaben findet unter der Leitung der Forschungsstelle für Gesundheitskommunikation und Versorgungsforschung der Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie am Universitätsklinikum Bonn statt; als weitere Partner nehmen das Netzwerk Männer mit Brustkrebs e. V., Forscher der Uniklinik Köln, das Brustzentrum des Klinikums der Universität München sowie der Bereich Zertifizierung der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) teil.

Männer mit Brustkrebs befinden sich in einer paradoxen Situation: Einerseits leiden sie an einer Volkskrankheit mit ca. 70.000 Neubetroffenen pro Jahr, andererseits ist die Krankheit bei ihnen sehr selten. Nur ca. 600 Männer erkranken jährlich in Deutschland neu an Brustkrebs. In der Regel wird Brustkrebs beim Mann später entdeckt als bei der Frau. „Die Gründe dafür sind vielfältig: Zum einen gibt es beim Mann keine organisierten Früherkennungsmaßnahmen wie bei der Frau, zum anderen ist der Gang zum Frauenarzt für Männer oft schambesetzt und auch die Ärzte selbst wissen oft nicht gut über diese Erkrankung Bescheid “, so weiß Peter Jurmeister, selbst Betroffener und Vorstandsvorsitzender des Netzwerks Männer mit Brustkrebs e. V. Trotz der Zunahme von Studien zur Epidemiologie, Diagnostik und den Risikofaktoren des männlichen Brustkrebses sei die Datenlage zur medizinischen Versorgung und zu den psychosozialen Bedürfnissen männlicher Brustkrebspatienten im Behandlungsverlauf bislang nicht zufriedenstellend, bemängelt er. „Umso mehr begrüßen wir als Patienten das N-Male-Projekt.“

Das primäre Forschungsziel des neuen Projekts ist es, die Patientenbedürfnisse bei der Versorgung des männlichen Brustkrebses in Deutschland darzustellen. Als sekundäres Ziel soll das Projekt außerdem die Sicht der beteiligten Leistungserbringer (z.B. SenologInnen, HausärztInnen, Pflegekräfte, Rehabilitationsmediziner, PhysiotherapeutInnen, SozialarbeiterInnen und PsychoonkologInnen) auf die Versorgung von Männern mit Brustkrebs erfassen. „Durch die Betrachtung beider Perspektiven können wir die deutsche Versorgungssituation möglichst umfassend analysieren und aus den Ergebnissen die Erfordernisse für eine patientenzentrierte Versorgung der Betroffenen ableiten“, sagt Prof. Dr. Nicole Ernstmann von der Forschungsstelle für Gesundheitskommunikation und Versorgungsforschung.

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Die Rekrutierung der Patienten erfolgt über die Brustkrebszentren mit einer Zertifizierung der Deutschen Krebsgesellschaft und die Selbsthilfe, so Dr. Christoph Kowalski aus dem Bereich Zertifizierung der DKG. Das Projekt wird über 24 Monate von der Deutschen Krebshilfe gefördert. Patienten, die Interesse an einer Teilnahme haben, können sich ab dem 01.06.2016 unter folgender E-Mail-Adresse melden: sarah.halbach@ukb.uni-bonn.de.


Methodik und Auswertung der N-MALE-Studie

Die Studie folgt einem qualitativen Forschungsansatz. Vorgesehen sind semi-strukturierte Interviews mit Betroffenen und Fokusgruppendiskussionen mit den beteiligten Gesundheitsprofessionen über einen Zeitraum von zwei Jahren. Die Studienergebnisse werden den teilnehmenden Brustkrebszentren und der organisierten Selbsthilfe in Form von Fact Sheets zur Verfügung gestellt. Geplant sind außerdem ein nationaler Transfer-Workshop für Brustkrebszentren sowie ein Ergebnis-Workshop für Patienten. Mehr Informationen über die teilnehmenden Projektpartner finden Sie unter www.psychosomatik.uni-bonn.de , www.lmu-brustzentrum.de , psychosomatik-psychotherapie.uk-koeln.de/, www.brustkrebs-beim-mann.de und www.krebsgesellschaft.de . Sprecher der Zertifizierungskommission Brustkrebs der Deutschen Krebsgesellschaft sind Prof. Anton Scharl (Amberg) und Prof. Jens-Uwe Blohmer (Berlin).

Lesen Sie außerdem das Interview „Brustkrebs bei Männern“ mit Peter Jurmeister von Netzwerk Männer mit Brustkrebs e. V.


Quelle: Deutsche Krebsgesellschaft e. V., 20.04.2016 (tB).

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