Neues vollimplantierbares Kunstherz ReinHeart im Tierversuch erfolgreich

 

Abb.: Das neue vollimplantierbare Kunstherz ReinHeart. Photo: Armin KühnBad Oeynhausen  (23. Januar 2009) – Erstmals seit mehr als 20 Jahren ist ein in Europa entwickeltes, vollständig implantierbares Kunstherz im Tierversuch erfolgreich eingesetzt worden. Das neue künstliche Herz mit dem Namen ReinHeart wurde von der Klinik für Thorax- und Kardiovaskularchirurgie unter der Leitung von Prof. Dr. Reiner Körfer im Bad Oeynhausener Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-Westfalen gemeinsam mit dem Lehrstuhl für Angewandte Medizintechnik des Helmholtz-Institut der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen (RWTH) in mehrjähriger Forschungsarbeit entwickelt.

 

"Unser Herz ist kleiner und leichter – auch besser – als das vor Jahren erfolglos implantierte US-amerikanische Modell," betonte Körfer. "Wir sind sehr zuversichtlich, mit dem ReinHeart in zwei bis drei Jahren eine echte und dauerhafte Alternative zur klassischen Herztransplantation zu schaffen." Dies setze jedoch voraus, so Körfer, dass vor allem das Land Nordrhein-Westfalen dem Projekt die bereits zugesagte finanzielle Unterstützung zukommen lässt. "Den bisherigen Erfolg haben wir ausschließlich privaten Spenden zu verdanken."

Das künstliche Herz, am 21. Januar 2009 von Oberarzt Dr. Michiel Morshuis und Dr. Sebastian Schulte Eistrup im belgischen Leuven in einem Kalb eingesetzt, hat von Beginn an hervorragend gearbeitet. Nach über einer Stunde, in der das Kunstherz regelmäßige und stabile Leistung mit einem Herz-Minuten-Volumen von bis zu sechs Litern bewies, wurde der Versuch erfolgreich abgeschlossen. Die Entwicklung des ReinHeart steht unter der Projektleitung von Dr. Sebastian Schulte Eistrup und Dr. Michiel Morshuis, Bad Oeynhausen, in enger Zusammenarbeit mit dem Forscherteam von Dr. ing. Ulrich Steinseifer und Dipl.-Ing. Thomas Finocchiaro der RWTH Aachen.

Die neue Herzpumpe ist mit einer biokompatiblen Polyurethan-Innenfläche ausgekleidet, 90×85 Millimeter groß und wiegt weniger als 1000 Gramm. Nach dem Vorbild des menschlichen Herzens besitzt sie eine rechte und eine linke Herzkammer mit einem Schlagvolumen von jeweils 60 Millilitern und ist mit vier mechanischen Herzklappen ausgestattet. Ein vollständig verschleißfreier Linearantrieb erzeugt für die erforderliche Pumpleistung eine Kraft von 70 Newton. Der Antrieb verbraucht dabei weniger als 20 Watt. "Unsere Vorstellungen davon, wie ein ideales Kunstherz aussehen sollte, beruhen auf 20 Jahren herzchirurgischer Erfahrung mit Herzunterstützungssystemen," erläuterte Körfer. "Dieser große Erfolg im erstmaligen Einsatz ist für uns alle eine wichtige Bestätigung, dass wir auf dem richtigen Weg sind, den wir auf jeden Fall weiterverfolgen werden. Dazu sind wir unseren Patienten verpflichtet." Großen Dank sprach er dabei seinen engsten Mitarbeitern und den Kooperationspartnern aus Aachen aus, die das Forschungsvorhaben gemeinsam mit hervorragendem Einsatz in so kurzer Zeit soweit vorangetrieben haben, dass ein klinischer Einsatz absehbar sei.

 

 


 

Quelle: Pressemitteilung des Herz- und Diabeteszentrums Nordrhein-Westfalen, Universitätsklinik der Ruhr-Universität Bochum vom 23.01.2009.

MEDICAL NEWS

Fitness watches generate useful information, but increase patient anxiety
A new device provides added protection against COVID-19 during endoscopic…
81 million Americans lacking space or bathrooms to follow COVID…
Front-line physicians stressed and anxious at work and home
EULAR: High-Dose Glucocorticoids and IL-6 Receptor inhibition can reduce COVID-19…

SCHMERZ PAINCARE

Morbus Fabry mittels Datenanalysen aus dem PraxisRegister Schmerz aufspüren
Neandertaler besaßen niedrigere Schmerzschwelle
Deutscher Schmerz- und Palliativtag 2020 – ONLINE
Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin fordert Anerkennung von Nicht-Psychologen in der…
DBfK: Besondere Rolle für Pflegeexpert/innen Schmerz – nicht nur in…

DIABETES

“Körperstolz”: Michael Krauser managt seinen Diabetes digital
Der richtige Sensor – von Anfang an
Diabetes mellitus: Ein Risikofaktor für frühe Darmkrebserkrankungen
Fastenmonat Ramadan: Alte und neue Herausforderung für chronisch Erkrankte während…
Sanofi setzt sich für die Bedürfnisse von Menschen mit Diabetes…

ERNÄHRUNG

Corona-Erkrankung: Fehl- und Mangelernährung sind unterschätze Risikofaktoren
Gesundheitliche Auswirkungen des Salzkonsums bleiben unklar: Weder der Nutzen noch…
Fast Food, Bio-Lebensmittel, Energydrinks: neue Daten zum Ernährungsverhalten in Deutschland
Neue Daten zur Ernährungssituation in deutschen Krankenhäusern und Pflegeheimen: Mangelernährung…
Baxter: Parenterale Ernährung von Patienten mit hohem Aminosäurenbedarf

ONKOLOGIE

Darolutamid bei Prostatakarzinom: Hinweis auf beträchtlichen Zusatznutzen
Multiples Myelom: Wissenschaftler überprüfen den Stellenwert der Blutstammzelltransplantation
Neues zur onkologischen Supportiv- und Misteltherapie und aktuelle Kongress-Highlights zum…
Finanzierung der ambulanten Krebsberatung weiterhin nicht gesichert
Lungenkrebsscreening mittels Low-Dose-CT

MULTIPLE SKLEROSE

Geschützt: Multiple Sklerose: Novartis’ Siponimod verzögert Krankheitsprogression und Hirnatrophie bei…
Neurofilamente als Diagnose- und Prognosemarker für Multiple Sklerose
Bedeutung der Langzeittherapie bei Multipler Sklerose – mehr Sicherheit und…
Bristol Myers Squibb erhält Zulassung der Europäischen Kommission für Ozanimod…
Einige MS-Medikamente könnten vor SARS-CoV-2/COVID-19 schützen

PARKINSON

Neue Studie zur tiefen Hirnstimulation bei Parkinson-Erkrankung als Meilenstein der…
Putzfimmel im Gehirn
Parkinson-Patienten in der Coronakrise: Versorgungssituation und ein neuer Ratgeber
Neuer Test: Frühzeitige Differenzialdiagose der Parkinson-Erkrankung
Gegen das Zittern: Parkinson- und essentiellen Tremor mit Ultraschall behandeln…