Abb.: DGN-Jahrestagung 2011 Rhein-Main-Hallen Wiesbaden (c) DGN / S. BratulicNeurologen gehen geschlossen in die Zukunft

 

Wiesbaden (1. Oktober 2011) – „Vom DGN-Kongress 2011 geht ein positives Signal für die Zukunft der Neurologie aus“, verspricht Prof. Dr. med. Wolfgang Oertel, erster Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN), auf dem diesjährigen Neurologenkongress in Wiesbaden. Unter dem Motto „Zukunft braucht Neurologen“ diskutierten etwa 4.500 Experten die wegweisenden wissenschaftlichen sowie berufspolitischen Themen auf dem weiterhin wachsenden Gebiet der Neurologie. In Anlehnung an das diesjährige Motto kam es im vielbesuchten DGN(forum zu einem regen Austausch darüber, wie man junge Mediziner – vor allem aber auch Medizinerinnen – für die Neurologie gewinnen könne.

 

Auch der diesjährige Kongresspräsident Prof. Ludolph zieht ein positives Fazit: „Das wissenschaftliche Programm ist dieses Jahr sehr gut angekommen. Im Präsidentensymposium diskutierten nahezu 600 Kollegen neue Wege in der Therapie und Vorbeugung der neurodegenerativen Erkrankungen.“

In den kommenden Jahren werden Erkrankungen wie Schlaganfall und Demenz neue Anforderungen an die Neurologie stellen. Die Neurogeriatrie wird zukünftig einen noch größeren Stellenwert haben. Hinzu kommt, dass viele praktizierende Nervenärzte aus dem Berufsleben ausscheiden werden. Um dieser Entwicklung Rechnung zu tragen, müssten 200 Neurologen pro Jahr mehr ihre Facharztprüfung bestehen, erläuterte Prof. Oertel. Ein Schlüssel zur Lösung des Problems sei es, den Beruf vor allem für junge Ärztinnen wieder attraktiver zu machen. Den zunehmenden Anteil der Frauen in der Neurologie müsse man anerkennen und begrüßen. Deshalb sei es wichtig, Strukturen zu schaffen, die es dem neurologischen Nachwuchs ermögliche, Familie und Karriere besser zu vereinbaren.


Junge Neurologen knüpfen Netzwerk für den Nachwuchs

Für die Förderung dieses viel beschworenen Nachwuchses setzen sich vor allem die Jungen Neurologen ein, die auf dem diesjährigen Jahreskongress der DGN sehr präsent waren. Indem sie interessierten Medizinstudenten einen Einblick in das Fach verschaffen und junge Assistenzärzte in Fragen der Weiterbildung und Karriere beraten, knüpfen sie ein Netzwerk, das es allen Beteiligten ermöglicht, den Problemen des Faches besser zu begegnen. „Für mich war die diesjährige DGN-Tagung ein voller Erfolg, da man spüren konnte, dass alle das Problem der Nachwuchsförderung erkannt haben – und nun gemeinsam angehen wollen. Das ist ein zentrales Thema der Jungen Neurologen“, resümierte Dr. Martin Wolz, Sprecher der Jungen Neurologen, seine Erfahrungen auf dem Neurologenkongress.


Nobelpreisträger Prof. Edelman erklärt Entstehung von Gehirn und Bewusstsein

Neben den berufspolitischen Diskussionen stand das breite Angebot an wissenschaftlichen Vorträgen und Symposien im Mittelpunkt des größten deutschsprachigen Neurologenkongresses: Während aktuelle Neuerungen in der Diagnostik und Therapie von Erkrankungen wie Schlaganfall und Alzheimer im Mittelpunkt vieler Symposien standen, war der Vortrag von Nobelpreisträger Prof. Gerald Edelman aus San Diego vor annähernd 800 Zuhörern ein Höhepunkt. Der Neurowissenschaftler berichtete von seiner Theorie der neuronalen Gruppenselektion und erklärte, dass auch das menschliche Gehirn und Bewusstsein Ergebnis einer evolutionären Selektion sei. „Das Gehirn ist kein Computer, sondern eher ein Dschungel“, illustrierte Edelman seine Theorie.


Zudem sorgten auf dem diesjährigen Präsidentensymposium renommierte Referenten wie Colin Masters und Bradley Hyman aus den USA sowie Peter Heutink aus Amsterdam für großen Andrang. Sie brachten die anwesenden Neurologen auf den neuesten Stand in der Erforschung der neurodegenerativen Erkrankungen.

  


Quelle: Deutsche Gesellschaft für Neurologie, 01.10.11 (tB).

MEDICAL NEWS

Inadequate sequencing of SARS-CoV-2 variants impedes global response to COVID-19
New meta-analysis finds cannabis may be linked to development of…
New guidance on how to diagnosis and manage osteoporosis in…
Starting the day off with chocolate could have unexpected benefits
Better mental health supports for nurses needed, study finds

SCHMERZ PAINCARE

Versorgung verbessern: Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin fordert die Einführung des…
Pflegeexpertise im Fokus: Schmerzmanagement nach Operationen
Versorgung verbessern: Bundesweite Initiative der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin zu…
Jedes vierte Kind wünscht bessere Schmerzbehandlung
Lebensqualität von Patienten in der dauerhaften Schmerztherapie mit Opioiden verbessern

DIABETES

Bundestag berät über DMP Adipositas: DDG begrüßt dies als Teil…
Mit der Smartwatch Insulinbildung steuern
Verbände fordern bessere Ausbildung und Honorierung von Pflegekräften für Menschen…
Minimalinvasive Geräte warnen ungenügend vor Unterzuckerung
Typ-1-Diabetes und Hashimoto-Thyreoiditis treten häufig gemeinsam auf

ERNÄHRUNG

Wie eine Diät die Darmflora beeinflusst: Krankenhauskeim spielt wichtige Rolle…
DGEM plädiert für Screening und frühzeitige Aufbautherapie: Stationäre COVID-19-Patienten oft…
Führt eine vegane Ernährungsweise zu einer geringeren Knochengesundheit?
Regelmässiger Koffeinkonsum verändert Hirnstrukturen
Corona-Erkrankung: Fehl- und Mangelernährung sind unterschätze Risikofaktoren

ONKOLOGIE

Anti-Myelom-Therapie mit zusätzlich Daratumumab noch effektiver
Positive Ergebnisse beim fortgeschrittenen Prostatakarzinom: Phase-III-Studie zur Radioligandentherapie mit 177Lu-PSMA-617
Lymphom-News vom EHA2021 Virtual. Alle Berichte sind nun online verfügbar!
Deutsch-dänisches Interreg-Projekt: Grenzübergreifende Fortbildungskurse in der onkologischen Pflege
Sotorasib: Neues Medikament macht Lungenkrebs-Patienten Hoffnung

MULTIPLE SKLEROSE

NMOSD-Erkrankungen: Zulassung von Satralizumab zur Behandlung von Jugendlichen und Erwachsenen
Verzögerte Verfügbarkeit von Ofatumumab (Kesimpta®)
Neuer Biomarker bei Multipler Sklerose ermöglicht frühe Risikoeinschätzung und gezielte…
Multiple Sklerose beginnt oft lange vor der Diagnose
Goldstandard für Versorgung bei Multipler Sklerose

PARKINSON

Meilenstein in der Parkinson-Frühdiagnose
Parkinson-Erkrankte besonders stark von Covid-19 betroffen
Gangstörungen durch Kleinhirnschädigung beim atypischen Parkinson-Syndrom
Parkinson-Agenda 2030: Die kommenden 10 Jahre sind für die therapeutische…
Gemeinsam gegen Parkinson: bessere Therapie durch multidisziplinäre Versorgung