Neurologie

Bei der Diagnosefindung seltene Erkrankungen mit einbeziehen

Fabry-Patienten in der neurologischen Praxis richtig diagnostizieren und behandeln

Stuttgart (27. September 2019) – Morbus Fabry zählt zu den seltenen Stoffwechselerkrankungen und wird häufig mit anderen Krankheiten, wie zum Beispiel Multipler Sklerose, verwechselt. Dabei ist eine frühzeitige Diagnose essenziell, da die Krankheit behandelbar ist und durch eine frühzeitige Therapie irreversible Organschäden vermieden bzw. verzögert werden können. Doch Morbus Fabry geht mit einer komplexen Pathologie, einer enormen Symptomvielfalt sowie unspezifischen Krankheitszeichen einher, wodurch die Diagnosestellung zu einer Herausforderung wird. Im Rahmen eines von der Shire Deutschland GmbH, jetzt Teil der Takeda Group, veranstalteten Symposiums auf der 92. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Neurologie in Stuttgart, stellte PD Dr. Tobias Böttcher, Medizinisches Versorgungszentrum der Johanna-Odebrecht-Stiftung Greifswald, Fallbeispiele aus der Praxis vor und erklärte, welche Symptome auf Morbus Fabry hinweisen können.

DGN-Kongress 2019

Neue Therapieoptionen zur Behandlung von akuten Migräneanfällen

Stuttgart (27. September 2019) -- Das Therapiespektrum hat sich für Patientinnen und Patienten mit Migräne in den vergangenen Jahren deutlich erweitert. Neue Antikörper helfen, Migräneanfälle effektiv zu verhindern bzw. die Anfallshäufigkeit zu reduzieren. Kommt es aber dennoch zu einem schweren Anfall, standen bislang nur Triptane zur Verfügung, um Anfallsdauer und -intensität zu mindern. Ein Problem, denn aufgrund ihrer gefäßverengenden Wirkung, dürfen Triptane von vielen Patienten nicht eingenommen werden. Neue Substanzen bieten nun auch endlich diesen Menschen, bei denen die Einnahme von Triptanen kontraindiziert ist, eine Therapieoption.

DGN-Kongress 2019

Paradigmenwechsel in der MS-Therapie -
Heilung durch Stammzelltransplantation?

Stuttgart (27. September 2019) -- Verschiedene Therapien sind heute hocheffektiv zur Prophylaxe der Krankheitsschübe bei Multipler Sklerose (MS), jedoch relativieren neuere Studien den Erfolg im Hinblick auf die langfristige Progressionshemmung. Eine Stammzelltransplantation dagegen ermöglicht einen Neustart des Immunsystems und ist ein auf Heilung ausgerichtetes Therapieprinzip. Bisher galt sie jedoch als sehr risikoreich und wurde nur als „ultima ratio“ eingesetzt. Vor dem Hintergrund neuerer Daten sieht PD Dr. Harald Prüß, Neuroimmunologe an der Charité, auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) das Potenzial für einen breiteren Einsatz.

DGN-Kongress 2019

Neurogenetik auf Erfolgskurs

Stuttgart (27. September 2019) -- Fortschritte in der Neurogenetik haben für verschiedene Erkrankungen Genmutationen als mögliche Ursache identifiziert. Auf diese Weise ist nicht nur eine gezielte Diagnostik zur Bestätigung klinischer Diagnosen und die genetische Beratung Betroffener möglich, sondern auch zunehmend die Korrektur der individuellen molekularen Defekte bzw. eine Kompensation oder Modifikation deren Folgen. Bei der Parkinson-Erkrankung werden mutationsbedingte Enzymdefekte bereits medikamentös in klinischen Studien angegangen – wie zwei aktuelle Publikationen zeigen [1, 2], die Kongresspräsident Prof. Thomas Gasser, Tübingen, auf dem DGN-Kongress in Stuttgart vorstellte.

Update DGN-Kongress: Aktuelle Erkenntnisse zu drei neurodegenerativen Erkrankungen

SMA, NMOSD und MS: Frühzeitig handeln und Prognose der Patienten verbessern

  • Unter einer oralen Therapie mit Risdiplam erreichen Säuglinge mit Spinaler Muskelatrophie (SMA) vom Typ 1 wichtige Meilensteine der kindlichen Entwicklung wie Sitzen ohne Unterstützung (7 von 17 Säuglingen, 41,2 %)1,2 und Patienten mit SMA Typ 2 und 3 können ihre motorischen Funktionen verbessern3.
  • Bei Patienten mit Neuromyelitis-optica-Spektrum-Erkrankungen (NMOSD) konnte für eine Monotherapie mit Satralizumab eine Verringerung des Schubrisikos um 55 % nachgewiesen werden.4
  • Neue 6-Jahres-Daten für OCREVUS®▼ (Ocrelizumab) zeigen: Eine kontinuierliche Therapie reduzierte das Fortschreiten der Behinderung sowohl bei aktivera schubförmiger MS (RMS)b als auch bei früherc primär progredienter MS (PPMS) dauerhaft.5,6

Grenzach-Wyhlen/Stuttgart (27. September 2019) -- Im Rahmen des Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) präsentierten Experten aktuelle Entwicklungen und neue potenzielle Therapieansätze bei den neurodegenerativen Erkrankungen SMA, NMOSD und MS.

DGN-Kongress 2019

Changing Migraine:
Neue Therapiehorizonte durch spezifischen CGRP-Antikörper AJOVY® 

Ulm/Stuttgart (26. September 2019) -- Die Migräne-Erkrankung ist aufgrund einer stark belastenden Symptomatik und einhergehender Komorbiditäten mit einem erheblichen Verlust an Lebensqualität verbunden – insbesondere dann, wenn sie chronisch verläuft und Migräne-Attacken Alltagsplanung und Sozialleben stark einschränken. Bisher wurden in der Migräne-Prophylaxe sehr unspezifische Wirkstoffe eingesetzt, die nicht speziell für die Migräne-Therapie entwickelt wurden. Mit den CGRP-Antikörpern (Calcitonin Gene- Related Peptide) steht erstmals eine Substanzklasse zur Verfügung, die aufgrund ihres Wirkmechanismus den Anforderungen an eine spezifische Migränetherapie gerecht wird. Antikörper wie Fremanezumab (AJOVY®) erfüllen nicht nur die Bedürfnisse der Patienten hinsichtlich Effektivität und Verträglichkeit, sondern überzeugen auch hinsichtlich einer klaren Verbesserung von Komorbiditäten wie z.B. Depressionen.1,2 Als einziger der zugelassenen CGRP-Antikörper bietet Fremanezumab neben der Monatsdosis auch eine Quartalsdosis.3 Die flexible Anwendungsmöglichkeit und ein schnelles, langanhaltendes Ansprechen des Antikörpers sprechen für einen breiten Einsatz in der klinischen Routine. Im Rahmen des Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) diskutierten die Neurologen und Kopfschmerzexperten Dr. med. Lars Neeb (Berlin), Prof. Dr. med. Till Sprenger (Wiesbaden) und PD Dr. med. Ruth Ruscheweyh (München) über die Vorteile der CGRP-Antikörper und ihren Stellenwert in der prophylaktischen Behandlung der Migräne.

DGN-Kongress 2019

Moderne MS-Therapie – Langzeitsicherheit, Adhärenz und individuelle Lebensplanung

Ulm/Stuttgart (25. September 2019) -- Weltweit sind ca. 2,5 Millionen Menschen von Multipler Sklerose betroffen. Durch einen frühzeitigen Therapiebeginn und eine auf den Patienten individuell zugeschnittene Therapie können die MS-bedingten Einschränkungen im Langzeitverlauf positiv beeinflusst werden. Die Basistherapie, z. B. mit Immunmodulatoren, bildet das Fundament für die Therapie und verfolgt das Ziel, die Häufigkeit und Schwere der Schübe zu verringern sowie das Fortschreiten der Krankheit zu verzögern. Für eine langfristige Therapietreue des Patienten sollte die Behandlung sicher, verträglich und gut in den Alltag integrierbar sein. Auch die individuelle Lebensplanung des Patienten, wie z.B. Reisetätigkeit oder Kinderwusch, sollte berücksichtigt werden. Die Nutzung von Injektoren kann dabei eine vielversprechende Möglichkeit zur Steigerung der Adhärenz sein. Doch welche Aspekte sind darüber hinaus relevant für eine erfolgreiche MS-Therapie und welche Entwicklungen können wir zukünftig erwarten? Diese Fragen diskutierten MS-Experten bei einem Teva-Symposium im Rahmen des diesjährigen Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Neurologie in Stuttgart. 

Heddergot TUMWahrnehmungsstörung könnte Grund sein

Schwindel ohne Befund

München (2. August 2019) -- Patientinnen und Patienten, die unter funktionellem Schwindel leiden, haben oft eine Odyssee zu unterschiedlichen Ärzten hinter sich, weil sich keine organischen Ursachen feststellen lassen. Ein Experiment an der Technischen Universität München (TUM) klärt nun erstmals mögliche Gründe für die Krankheit auf: Erkrankte haben Probleme in der senso-motorischen Verarbeitung im Gehirn, die denen von Personen mit organischen Schwindel-Ursachen ähneln.

Deutsche Gesellschaft für Neurologie e.V. (DGN)

Behandlung von Schlaganfällen durch Elektrostimulation des Ganglion sphenopalatinum

Berlin (3. Juni 2019) – Bei einem Hirninfarkt, d. h. einem Schlaganfall durch die Verstopfung eines Hirngefäßes mit einem Blutgerinnsel, muss schnellstmöglich die Durchblutung des Hirngewebes wiederhergestellt werden, da es sonst zu bleibenden Schäden kommt. Standardtherapien sind die Thrombolyse, d h. die medikamentöse Auflösung des Gerinnsels, oder bei Okklusion großer proximaler Arterien die Thrombektomie (interventionelle Entfernung des Embolus). Sind diese Verfahren nicht möglich, können Patienten mit einem Hirnrindeninfarkt erfolgreich mittels einer sogenannten Ganglion-Stimulation behandelt werden, wie eine aktuell in „The Lancet“ publizierte Studie [1] zeigte.

Abbau des verbalen Gedächtnisses

Gibt es eine Fernseh-bedingte Demenz?

Berlin (12. April 2019) - Das verbale Gedächtnis ist dafür zuständig, sprachliche Botschaften zu erfassen und sie zu verarbeiten. Es ist somit zentral wichtig für die Aufnahme und das Verwenden von Informationen, die uns in Worten übermittelt werden. Eine Studie zeigte, dass tägliches Fernsehen von mehr als 3,5 Stunden pro Tag bei Menschen im Alter von 50 Jahren und höher zu einem Abbau des verbalen Gedächtnisses führt. Sie zeigte auch, dass das nicht nur damit zusammenhängt, dass man beim Fernsehen sitzt und sich nicht ausreichend bewegt. Die kognitive Einschränkung entspricht auch nur zum Teil denen von Demenzkranken. Möglicherweise zeigt sich hier ein neues Krankheitsbild: die TV-bedingte Demenz.

Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) und die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG)

Nach „Mini-Schlaganfall“:
Experten empfehlen duale Plättchenhemmung

Berlin (16. Januar 2019) –  Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) und die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) schließen sich einer vor kurzem im BMJ publizierten Praxisempfehlung an, nach einem „Mini-Schlaganfall“ (transitorische ischämische Attacke, kurz TIA) oder einem leichten ischämischen Schlaganfall für eine begrenzte Zeit eine Kombinationstherapie mit den zwei Blutplättchenhemmern Aspirin und Clopidrogrel durchzuführen. Derzeitige Praxis ist es, die Patienten nur mit einem Thrombozytenaggregationshemmer – in der Regel mit Aspirin – zu behandeln, um das Risiko eines zweiten Schlaganfalls zu senken. Doch doppelt hält besser, so die einhellige Meinung der Experten. Schließlich kann so die Rate an Schlaganfallrezidiven einschließlich Hirnblutungen im Vergleich zu nur einem Plättchenhemmer deutlich reduziert werden.

Schlechte Gene und ungesunder Lebensstil addieren sich

Lebensstil wirkt sich stärker auf Schlaganfallrisiko aus als Gene

Berlin (11. Dezember 2018) – Die falschen Gene steigern das Schlaganfallrisiko um ein Drittel, der falsche Lebensstil dagegen um zwei Drittel – beide Faktoren wirken unabhängig voneinander. Wer gesund lebt, kann also genetische Nachteile etwas kompensieren. Zu diesem Schluss kommt ein internationales Wissenschaftsteam in „British Medical Journal“. „Die Ergebnisse belegen, dass sich ein gesunder Lebensstil zur Schlaganfallprävention lohnt – unabhängig vom genetischen Risikoprofil", sagt Prof. Dr. med. Martin Dichgans, 2. Vorsitzender der Deutschen Schlaganfall Gesellschaft (DSG), der von deutscher Seite an der Studie beteiligt war.

Nutricia Logo NVollpublikation der LipiDiDiet Studie zeigt

Positiver Einfluss von Fortasyn Connect bei prodromalem Alzheimer

Erlangen (28. November 2018) – Frühere Studien haben bereits gezeigt, dass die Gabe einer medizinischen Trinknahrung, die den speziellen Fortasyn Connect Nährstoffkomplex enthält, einen positiven Einfluss auf die Gedächtnisleistung und die Synapsenaktivität bei leichter Alzheimer-Demenz haben kann.1,2 Die Ergebnisse der Vollpublikation der LipiDiDiet Studie lassen nun die Annahme zu, dass anhand einer möglichst frühen Intervention mit Fortasyn Connect – bereits im prodromalen Stadium der Erkrankung – ein konkreter Nutzen leichter erzielt werden kann, als wenn erst zu einem späteren Zeitpunkt mit einer Therapie begonnen wird. Positive Effekte zeigten sich vor allem in der Fähigkeit zur Bewältigung alltäglicher Aufgaben sowie in Bezug auf die hippocampale Atrophie.3

NEUROCLUSTER 2018

Ärzteveranstaltung bietet seit 5 Jahren Raum für wissenschaftlichen Austausch von Neurologen auf Augenhöhe

Ulm/Düsseldorf (24. November 2018) - Bereits zum fünften Mal infolge findet vom 23.-24. November die ärztliche Fortbildungsveranstaltung NEUROCLUSTER statt, die vom Unternehmen Teva ausgerichtet wird. Jedes Jahr bietet das Pharmaunternehmen Experten aus verschiedenen Bereichen der Neurologie die Möglichkeit, sich mit Kollegen und Ärzten angrenzender Fachgebiete zu akuten und chronischen neurologischen Erkrankungen auszutauschen. Der Rahmen bildet die Fragen hinsichtlich Gemeinsamkeiten und Differenzen neurologischer Krankheitsbilder: Gibt es Komorbiditäten im Patientenmanagement bei Multipler Sklerose? Welche Herausforderungen stellen sich bei der Diagnose von Morbus Parkinson? Und was gibt es Neues in den Therapiestrategien gegen Kopfschmerzen und Migräne?

DGN-Kongress 2018

Wenn neurologische Erkrankungen chronisch werden –
effektive Therapiestrategien bei MS und Migräne im Fokus

Berlin (1. November 2018) – Neurologische Erkrankungen sind häufig mit einer erheblichen Einschränkung der Lebensqualität assoziiert – insbesondere dann, wenn sie chronisch werden. Kopfschmerzen (u.a. Migräne, Spannungskopfschmerzen) kommen häufig bei Multiple Sklerose-Patienten vor. Entsprechend ist eine gute Diagnostik inklusive effektiver Differenzialdiagnostik unter Berücksichtigung von klinischen und pathophysiologischen Gesichtspunkten entscheidend, damit eine adäquate und individuell geeignete Therapie eingeleitet werden kann, betonte Prof. Dr. Uwe Zettl (Rostock) bei einem von Teva initiierten Satellitensymposium im Rahmen des diesjährigen 91. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) während der Neurowoche 2018 in Berlin. 

NEUROCLUSTER 2017

Langfristige Behandlungsstrategien für chronische neurologische Erkrankungen wie MS oder Migräne

Berlin (18. November 2017) - Im Rahmen der diesjährigen Teva-Fortbildungsveranstaltung NEUROCLUSTER präsentierten Experten der Neurologie und angrenzender Fachgebiete ihre wissenschaftlichen Erkenntnisse und praktischen Erfahrungen bei der Behandlung von chronischen neurologischen Erkrankungen – u.a. am Beispiel der Multiplen Sklerose (MS) und Migräne. Beide Erkrankungen haben einige Gemeinsamkeiten auf dem Weg zur optimalen Behandlung. Sie bedürfen in der Regel, insbesondere auch bei jüngeren Patienten, einer langfristigen Therapiestrategie, die sich leicht in den oft aktiven Alltag integrieren lässt. Prof. Dr. Thomas Berger (Innsbruck) stellte dar, welche Faktoren bei der MS in der Therapieentscheidung zu berücksichtigen sind. „Eine langfristige Therapie sollte für den Patienten verlässlich und gut verträglich sein. Dies ist Voraussetzung für eine gute Adhärenz. Mit über 15 Jahren Erfahrung in der Real-Life-Therapie ist hier der Immunmodulator Glatirameracetat (GA, Copaxone®) als eine bewährte Behandlung bei schubförmiger MS (RMS) zu nennen“, erklärte Prof. Berger. Mit über zwei Millionen Patientenjahren Erfahrung (GA20)1 gibt sie dem Anwender auch in der Langzeitanwendung Sicherheit. Die seit fast drei Jahren verfügbare nur dreimal wöchentlich zu spritzende 40 mg/ml-Dosierung ermöglicht eine höhere Anwenderfreundlichkeit, Adhärenz und Zufriedenheit – wie die jüngst veröffentlichte CONFIDENCE-Studie zeigt.2 Bei der Migräne sind es vor allem prophylaktische Ansätze, die derzeit im Fokus stehen. PD Dr. Tim Jürgens (Rostock) präsentierte hierzu Daten zu monoklonalen Antikörpern, die als die neuen Hoffnungsträger in der Migräneprophylaxe gelten.