Update DGN-Kongress: Aktuelle Erkenntnisse zu drei neurodegenerativen Erkrankungen

SMA, NMOSD und MS: Frühzeitig handeln und Prognose der Patienten verbessern

  • Unter einer oralen Therapie mit Risdiplam erreichen Säuglinge mit Spinaler Muskelatrophie (SMA) vom Typ 1 wichtige Meilensteine der kindlichen Entwicklung wie Sitzen ohne Unterstützung (7 von 17 Säuglingen, 41,2 %)1,2 und Patienten mit SMA Typ 2 und 3 können ihre motorischen Funktionen verbessern3.
  • Bei Patienten mit Neuromyelitis-optica-Spektrum-Erkrankungen (NMOSD) konnte für eine Monotherapie mit Satralizumab eine Verringerung des Schubrisikos um 55 % nachgewiesen werden.4
  • Neue 6-Jahres-Daten für OCREVUS®▼ (Ocrelizumab) zeigen: Eine kontinuierliche Therapie reduzierte das Fortschreiten der Behinderung sowohl bei aktivera schubförmiger MS (RMS)b als auch bei früherc primär progredienter MS (PPMS) dauerhaft.5,6

Grenzach-Wyhlen/Stuttgart (27. September 2019) -- Im Rahmen des Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) präsentierten Experten aktuelle Entwicklungen und neue potenzielle Therapieansätze bei den neurodegenerativen Erkrankungen SMA, NMOSD und MS.



SMA – Vielversprechende Behandlungsergebnisse nach 12 Monaten Behandlung mit Risdiplam

Die schwere, seltene neurodegenerative Erkrankung SMA manifestiert sich primär durch den Untergang der Motoneurone und neuromuskuläre Defizite, jedoch können auch zahlreiche Organe, wie Herz, Gefäße und Bauchspeicheldrüse betroffen sein. Die Krankheit wird daher zunehmend systemisch verstanden.7,8 Der in der klinischen Entwicklung befindliche Spleißmodifikator Risdiplam ermöglicht als kleines Molekül die einfache orale Einnahme und bietet das Potential auf Basis des SMN2 Gens die Bildung von funktionalem SMN Protein im ganzen Körper zu verbessern.

Die Ergebnisse des ersten Teils der zweiteiligen, einarmigen FIREFISH-Studie zur Dosisfindung haben gezeigt, dass Säuglinge mit SMA vom Typ 1 nach zwölf Monaten unter Risdiplam wichtige Meilensteine der kindlichen Entwicklung wie Sitzen ohne Unterstützung (7 von 17 Säuglingen, 41,2 %) oder Aufrechthalten des Kopfes (9 von 17 Säuglingen, 52,9 %) erreichten.1 Im selben Beobachtungszeitraum erzielten 10 von 17 Säuglingen (58,8%) unter Risdiplam einen CHOP-INTENDd-Gesamtwert von 40 Punkten oder mehr.1 Die behandelten Kinder konnten weiterhin selbstständig atmen und schlucken.2 In der zweiteiligen, placebokontrollierten SUNFISH-Studie wird Risdiplam bei einer breiten Patientenpopulation im Alter von  2-25 Jahren mit SMA Typ 2 oder 3 untersucht.3 In Teil 1 der SUNFISH-Studie konnte bei 58 % der Patienten, die Risdiplam mindestens ein Jahr lang erhielten (n=43), eine Verbesserung der motorischen

Funktion um mindestens drei Punkte vom Ausgangswert auf der sog. MFM-Skalae nachgewiesen werden.3 Unter den 2- bis 11-jährigen Kindern waren dies 71 % und 42 % unter den 12- bis 25-Jährigen.3 In beiden Studien erwies sich die Behandlung mit Risdiplam als sicher und gut verträglich – bei keinem Patienten musste die Behandlung aufgrund unerwünschter Ereignisse abgebrochen werden.2,3
 
„Die bisherigen Studienergebnisse zu Risdiplam sind sehr vielsprechend für Menschen mit SMA vieler Altersgruppen: Unter der Behandlung mit Risdiplam erreichen nicht nur Patienten mit SMA Typ 1 nach zwölf Monaten Entwicklungsmeilensteine, die im natürlichen Verlauf unerreichbar gewesen wären – auch älteren Patienten mit SMA Typ 2 und 3 wurden Verbesserungen der motorischen Funktion in den Studien beobachtet. Die orale Applikation von Risdiplam könnte bei Zulassung allen Menschen mit SMA und ihren Angehörigen eine erhebliche Entlastung im Alltag bieten,“ kommentierte Prof. Dr. Dirk Fischer, Basel, die jüngsten Studienerfolge.
 
 
NMOSD – Schubrisiko unter Satralizumab in der Monotherapie um 55 % reduziert
 
Bei NMOSD, einer Gruppe seltener, schwerer Erkrankungen des zentralen Nervensystems gibt ein neuer Therapieansatz Anlass zur Hoffnung. Der monoklonale Immunglobulin (Ig)G2-Antikörper Satralizumab, welcher in zwei Phase III-Studien untersucht wurde, hemmt die Interleukin-6 (IL-6)-Signalweitergabe.9 Es wird vermutet, dass IL-6 eine Schlüsselfunktion in der Pathophysiologie spielt und entzündliche Prozesse weiter verstärkt, die bei Menschen mit NMOSD auftreten und in der Folge zu Beeinträchtigungen führen. Da die resultierenden Folgeschäden wie z.B. Erblindung irreversibel sind und diese im Einzelfall sehr rasch voranschreiten, ist eine frühzeitige Intervention mit dem Ziel, Schübe zu verhindern, besonders wichtig.
 
Aktuelle Ergebnisse der SAkuraStar-Studie vom 35. Kongress des European Committee for Treatment and Research in Multiple Sclerosis (ECTRIMS) zeigen, dass mithilfe einer Satralizumab-Monotherapie gegenüber Placebo in der gesamten, für NMOSD-Patienten repräsentativen Population eine Reduktion des Schubrisikos um 55 % erreicht werden konnte (Hazard Ratio [HR] 0,45, 95%- Konfidenzintervall [KI]: 0,23-0,89; p = 0,0184).4 In der Subgruppe der AQP4-IgG-seropositiven Patienten (~ 67 %) war die Wirkung mit einer Reduktion des Schubrisikos um 74 % noch deutlicher ausgeprägt (HR 0,26, 95%-KI: 0,11-0,63; p = 0,0014).10  Dabei war das Sicherheitsprofil konsistent mit dem der SAkuraSky Studie, in der unter Satralizumab als Addon Therapie vs. Placebo das Risiko für ein Schubereignis in der Gesamtstudienpopulation signifikant um 62% (66,3% AQP4-IgG positiv, 33,7% negativ; HR 0,38; 95 %-KI 0,16-0,88; p = 0,018) reduziert wurde.11 
 
„Primäres Therapieziel bei NMOSD ist das Verhindern jeglicher Schübe. Ein rechtzeitiger Therapiestart ist entscheidend für den späteren Verlauf und den Grad der Behinderung. Die positiven Phase-III-Ergebnisse für Satralizumab, erst als Begleit- und nun als Monotherapie, sind ermutigend, um voraussichtlich bei einem breiten Spektrum an NMOSD-Patienten dauerhafte neurologische Schäden vermeiden zu können.“, führte Prof. Dr. Volker Limmroth, Köln, aus.
 
Im Behandlungsalltag ist die Unterscheidung von MS und NMOSD von höchster Relevanz, da einige etablierte MS-Therapien (z. B. Beta-Interferone) den NMOSD-Verlauf deutlich verschlechtern können.12 Die Erkrankung wird oft fälschlicherweise als Multiple Sklerose diagnostiziert. Zu der Differenzialdiagnose MS/NMOSD können AQP4-Antikörper-Tests (vor allem in Form zellbasierter Assays) beitragen.
 
 
MS – Eine kontinuierliche Therapie mit OCREVUS kann das Fortschreiten der Behinderung langfristig aufhalten
 
Bei MS kann die Progression der Erkrankung ohne deutliche Schübe oder eine klinisch fortschreitende Behinderung schwer erkennbar sein. Nun wurde ein möglicher Biomarker identifiziert, der eine mit der Progression einhergehende Nervenzellschädigung anzeigen könnte: Neurofilament-Leichtketten (NfL). Neurofilamente sind Bestandteil des Zytoskeletts axonaler Fasern. Der Nachweis von erhöhten NfL-Spiegeln im Blut oder Nervenwasser (Liquor cerebrospinalis) könnte als Biomarker für Neurodegeneration dienen. In der Phase-III-Studie OPERA I bei RMS und der ORATORIO-Studie bei PPMS waren die NfL-Blutspiegel nach der Therapie mit OCREVUS (Ocrelizumab) signifikant niedriger.1213 Da höhere NfL-Spiegel zudem mit einer stärker fortschreitenden Behinderung korrelierten, können Sie sich zur Beurteilung des Therapieeffektes eignen.
 
Dass eine kontinuierliche OCREVUS-Therapie über 6 Jahre oder länger das Risiko für ein Fortschreiten der Behinderung bei Patienten mit RMS und PPMS im Vergleich zu Patienten, die erst nach zwei Jahren von Interferon (IFN) beta-1a s.c. auf OCREVUS wechselten, anhaltend reduziert, zeigen aktuelle Langzeitdaten zu OCREVUS aus den offenen Verlängerungsphasen (OLE) von OPERA I und OPERA II5 sowie ORATORIO6. Der Anteil der RMS- bzw. PPMS-Patienten mit bestätigter Behinderungsprogression über 24 Wochen (CDP24) lag bei 19 % vs. 24 % (p<0,05)5 bzw. 52 % vs. 65 % (p = 0,002)6. Ergänzend bestätigen aktualisierte Sicherheitsdaten auch nach mehr als 6 Jahren Nachbeobachtung erneut das günstige Nutzen-Risikoprofil des Anti-CD20-Antikörpers OCREVUS.14,f Bisher wurden mehr als 120.000 MS-Patienten mit OCREVUS behandelt.
 
„Das Aufhalten der Progression der MS-Erkrankung – nicht nur das Verhindern von Schüben – ist sehr wichtig, um Betroffenen auch auf lange Sicht einen selbstständig meisterbaren Alltag zu ermöglichen und Angehörige zu entlasten“, erklärt Prof. Limmroth. „Die auf dem ECTRIMS-Kongress vorgestellten OCREVUS-Daten stimmen zuversichtlich: Je früher im Krankheitsverlauf die Therapie begonnen wurde, desto größer war der Nutzen hinsichtlich der Verzögerung der Behinderungsprogression. Entscheidend für den Behandlungsvorsprung unter OCREVUS (gegenüber einem verzögerten Wechsel von IFN beta-1a s.c.) ist der Faktor Zeit“, schloss Prof. Limmroth.
 
 
Mit neuen Therapien Neurodegeneration frühzeitig bremsen und Prognosen verbessern 
 
Neurodegenerative Erkrankungen wie MS, NMOSD und SMA gehen mit einer erheblichen Beeinträchtigung der Lebensqualität einher. Innovative verlaufsmodifizierende Therapieansätze, die es ermöglichen die Neurodegeneration und damit einhergehende Krankheitsprogression rechtzeitig aufzuhalten, sind daher essenziell für die langfristige Prognose. Die Zielsetzung von Roche ist es, durch verstärkte Forschungsaktivitäten in der Neurologie und durch eine Verzahnung von Diagnostik und Therapie Patienten ein besseres Leben zu ermöglichen. 
 
 
Anmerkungen

  • a  schubförmige Multiple Sklerose (RMS) mit aktiver Erkrankung, definiert durch klinischen Befund oder Bildgebung.
  • b  RMS (Relapsing Multiple Sclerosis) = Der Begriff RMS bezeichnet MS-Formen mit einem schubförmigen Verlauf: RRMS (schubförmig remittierende MS) und rSPMS (sekundär progrediente MS mit aufgesetzten Schüben).
  • c  frühe primär progrediente Multiple Sklerose (PPMS), charakterisiert anhand der Krankheitsdauer und dem Grad der Behinderung, sowie mit Bildgebungsmerkmalen, die typisch für eine Entzündungsaktivität sind.
  • d  Die Parameter wurden anhand des Children’s Hospital of Philadelphia Infant Test of Neuromuscular Disorders (CHOP-INTEND) erhoben.1
  • e  Die Parameter wurden anhand der Motor Function Measurement (MFM32)-Skala gemessen, ein validiertes Klassifizierungssystem mit 32 Items für Patienten mit neuromuskulären Erkrankungen (NMDs).3
  • f  Die Sicherheitsanalysen schließen Daten aller RMS- und PPMS-Patienten ein, die mindestens eine Ocrelizumab-Infusion in folgenden klinischen Studien bis Januar 2019 erhalten haben (OCRELIZUMAB all-exposure population): Phase-II- und Phase-IIIStudien sowie assoziierte offene Verlängerungsphasen, VELOCE, CHORDS, CASTING, OBOE, ENSEMBLE (Stand: Januar 2019).13 

 
 
Literaturverweise

  1. Baranello G et al. AAN 2019; Scientific Session S25.003 
  2. Servais L et al. AAN 2019; Scientific Session S25.008
  3. Mercuri E AAN 2019; Scientific Session S25.007
  4. Traboulsee A et al. ECTRIMS 2019; P603 
  5. Giovanonni G et al. ECTRIMS 2019; P1015
  6. Wolinsky JS et al. ECTRIMS 2019; Presentation 159
  7. Lipnick SL et al., PLoS One 2019;14(3):e0213680. doi: 10.1371/journal.pone.0213680 [8]  Hamilton G et al., Trends Mol Med 2013;19(1):40-50. doi: 10.1016/j.molmed.2012.11.002.
  8. MSL_Value_Deck_NMOSD. Slides Roche. Stand Januar 2019
  9. Bennett et al. ECTRIMS 2019; Oral presentation 141
  10. Yamamura T EAN 2019; Oral Presentation #O4113
  11. Jarius S et al., J Neuroinflammation 2016; 13: 280
  12. Bar-Or et al. ECTRIMS 2019; Platform number 152 
  13. Hauser SL et al. ECTRIMS 2019; P648
  14. Hauser SL et al., N Engl J Med 2017; 376: 221–234
  15. Montalban X et al., N Engl J Med 2017; 376: 209–220

 
 
 
▼ Dieses Arzneimittel unterliegt einer zusätzlichen Überwachung. Dies ermöglicht eine schnelle Identifizierung neuer Erkenntnisse über die Sicherheit. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung zu melden. Bitte melden Sie Nebenwirkungen an die Roche Pharma AG (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder  Fax +49 7624/14-3183) oder an das Paul-Ehrlich-Institut (www.pei.de oder Fax: +49 6103/77-1234).

 
 
Eindeutige Kennzeichnung von biologischen Arzneimitteln in der medizinischen Kommunikation
 
 Für die Patientensicherheit ist es wichtig, biologische Arzneimittel durch ihren Handelsnamen klar zu kennzeichnen. Nur so kann gewährleistet werden, dass mögliche Nebenwirkungen eindeutig einem bestimmten Produkt zugeordnet und zurückverfolgt werden können. Analog europäischer behördlicher Vorgaben für die Dokumentation des Handelsnamens in der Patientenakte nennt Roche in Publikationen, Texten und Presseinformationen deshalb neben dem internationalen Freinamen  auch den Handelsnamen.

 
 
Über Risdiplam 
 
Risdiplam ist ein oral verfügbares Medikament aus der Klasse der niedermolekularen Arzneistoffe („small molecules“). Als Spleißmodifikator erhöht es die Bildung von funktionsfähigem SMN-Protein auf Basis des SMN2-Gens. Dadurch soll dem Untergang von Motoneuronen und dem fortschreitenden Muskelschwund bei SMA entgegengewirkt werden. 
 
Roche leitet die klinische Entwicklung von Risdiplam basierend auf der Zusammenarbeit mit der SMA Foundation und PTC Therapeutics. Risdiplam wird derzeit in drei multizentrischen Studien bei Menschen mit SMA untersucht, auch unter Einbeziehung älterer Patienten: 

  • FIREFISH - eine Open-Label-Studie mit SMA Typ 1 bei Säuglingen im Alter von 1-7 Monaten. 
  • SUNFISH - eine doppelblinde, placebokontrollierte Studie mit Kindern und jungen Erwachsenen (2-25 Jahre) mit SMA Typ 2 und 3. 
  • JEWELFISH - eine offene explorative Studie mit Patienten im Alter von 6 Monaten bis 60 Jahren mit SMA Typ 2 oder 3, die zuvor im Rahmen einer klinischen Studie mit einer SMN-Targeting-Therapie oder Olesoxime behandelt wurden. 
  • Eine neue Studie, RAINBOWFISH bei präsymptomatischer SMA, wurde Anfang 2019 initiiert. 

 
 
Über FIREFISH 
 
FIREFISH ist eine offene, zweiteilige, zulassungsrelevante klinische Studie bei Säuglingen mit SMA Typ 1. In Teil 1 wurde eine Dosiseskalationsstudie an 21 Säuglingen durchgeführt. Das Hauptziel von Teil 1 war es, das Sicherheitsprofil von Risdiplam bei Säuglingen zu bewerten und die Dosis für Teil 2 zu bestimmen. Teil 2 ist eine zentrale, einarmige Studie zum Einsatz von Risdiplam bei etwa 40 Säuglingen mit SMA Typ I für 24 Monate, gefolgt von einer offenen Verlängerungsphase. Das Hauptziel von Teil 2 ist die Beurteilung der Wirksamkeit, gemessen am Anteil der Säuglinge, die nach 12 Monaten Behandlung ohne Unterstützung sitzen, wie sie in der Bruttomotorischen Skala der Bayley Scales of Infant and Toddler Development - Third Edition (BSID-III) (definiert als Sitzen ohne Unterstützung für 5 Sekunden) bewertet wird. 
 
 
Über SUNFISH 
 
SUNFISH ist eine zweiteilige, doppelblinde, placebokontrollierte, pivotale klinische Studie mit Kindern und jungen Erwachsenen (225 Jahre alt) mit SMA vom Typ 2 und 3. Teil 1 bestimmte die Dosis für den konfirmatorischen Teil 2. Die Rekrutierung in Teil 2 der Studie wurde im September 2018 abgeschlossen. Deutsche Studienzentren waren jedoch nur im Teil 1 der SUNFISH-Studie involviert. 
 
 
Über Satralizumab
 
Satralizumab ist ein in der Entwicklung befindlicher humanisierter monoklonaler Antikörper, der an den IL-6-Rezeptor bindet. Dem Zytokin IL-6 kommt vermutlich eine Schlüsselrolle bei NMOSD zu. Es wird davon ausgegangen, dass es die Entzündungskaskade verstärkt und so zu Schäden und Beeinträchtigungen führt. Die positiven Phase-III-Ergebnisse von Satralizumab – sowohl als Monotherapie als auch in Kombination mit der Basistherapie – lassen den Schluss zu, dass die IL-6-Inhibition ein wirksamer Ansatz zur Behandlung der NMOSD sein könnte. Das klinische Entwicklungsprogramm der Phase III für Satralizumab umfasst zwei Studien: SAkuraStar und SAkuraSky.
 
 
Über OCREVUS®
 
OCREVUS (Ocrelizumab) ist ein humanisierter monoklonaler Antikörper, der selektiv gegen CD20-positive B-Zellen gerichtet ist. CD20-positive B-Zellen sind spezielle Immunzellen, die vermutlich wesentlich zur Schädigung der Myelinscheide (Isolationsstruktur von Nervenzellfortsätzen), der Axone (Nervenzellfortsätze) und der daraus resultierenden Behinderung bei Patienten mit MS beitragen. Wie präklinische Studien gezeigt haben, bindet OCREVUS an CD20-Oberflächenproteine, die auf bestimmten B-Zellen exprimiert werden, nicht jedoch auf Stammzellen oder Plasmazellen. Deshalb bleiben wichtige Funktionen des Immunsystems erhalten.
 
Das klinische Entwicklungsprogramm der Phase III für OCREVUS (ORCHESTRA) umfasste drei Studien: OPERA I, OPERA II und ORATORIO. OPERA I und OPERA II waren identisch aufgebaute, randomisierte, doppelblinde, multizentrische Doppelstudien, die die Wirksamkeit und Sicherheit von OCREVUS (600 mg, verabreicht durch intravenöse Infusion alle sechs Monate) im Vergleich zu Interferon beta-1a s.c. (44 µg durch subkutane Injektion dreimal pro Woche) bei 1.656 Personen mit schubförmiger MS bewertet haben.14 ORATORIO war eine randomisierte, doppelblinde, multizentrische Phase-III-Studie, die die Wirksamkeit und Sicherheit von OCREVUS (600 mg intravenöse Infusion alle sechs Monate, aufgeteilt in zwei 300 mg Infusionen mit zwei Wochen Abstand) im Vergleich zu Placebo bei 732 Personen mit primär progredienter MS (PPMS) untersucht hat.15 
 
OCREVUS wird biotechnologisch in den USA hergestellt – mit der Abfüllung des Medikaments für den globalen Markt erfolgt ein wesentlicher Produktionsschritt am Roche Standort Mannheim. OCREVUS ist aktuell in 89 Ländern in Nordamerika, Südamerika, Osteuropa, im Nahen Osten sowie in Australien, der Schweiz und seit Januar 2018 in der EU zugelassen.
 
 
Roche weltweit
 
Roche ist ein globales Unternehmen mit Vorreiterrolle in der Erforschung und Entwicklung von Medikamenten und Diagnostika und ist darauf fokussiert, Menschen durch wissenschaftlichen Fortschritt ein besseres, längeres Leben zu ermöglichen. Dank der Kombination von Pharma und Diagnostika unter einem Dach ist Roche führend in der personalisierten Medizin – einer Strategie mit dem Ziel, jeder Patientin und jedem Patienten die bestmögliche Behandlung zukommen zu lassen. 
 
Roche ist das größte Biotech-Unternehmen weltweit mit differenzierten Medikamenten für die Onkologie, Immunologie, Infektionskrankheiten, Augenheilkunde und Erkrankungen des Zentralnervensystems. Die Neurowissenschaften sind ein Schwerpunkt der Forschung und Entwicklung bei Roche. Roche hat über ein Dutzend Prüfmedikamente für Erkrankungen wie Multiple Sklerose, Alzheimer, Chorea Huntington, spinale Muskelatrophie, Parkinson und Autismus in der klinischen Entwicklung. Roche ist auch der bedeutendste Anbieter von In-vitro- Diagnostika und gewebebasierten Krebstests und ein Pionier im Diabetesmanagement. 
 
Seit der Gründung im Jahr 1896 erforscht Roche bessere Wege, um Krankheiten zu verhindern, zu erkennen und zu behandeln und leistet einen nachhaltigen Beitrag zur gesellschaftlichen Entwicklung. Zum Ziel des Unternehmens gehört es durch Kooperationen mit allen relevanten Partnern den Zugang von Patienten zu medizinischen Innovationen zu verbessern. Auf der Liste der unentbehrlichen Arzneimittel der Weltgesundheitsorganisation stehen heute 31 von Roche entwickelte Medikamente, darunter lebensrettende Antibiotika, Malariamittel und Krebsmedikamente. Ausgezeichnet wurde Roche zudem bereits das zehnte Jahr in Folge als das nachhaltigste Unternehmen innerhalb der Pharmabranche im Dow Jones Sustainability Index. 
 
Die Roche-Gruppe mit Hauptsitz in Basel, Schweiz ist in über 100 Ländern tätig und beschäftigte 2018 weltweit rund 94.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Im Jahr 2018 investierte Roche CHF 11 Milliarden in Forschung und Entwicklung und erzielte einen Umsatz von CHF 56,8 Milliarden. Genentech in den USA gehört vollständig zur Roche-Gruppe. Roche ist Mehrheitsaktionär von Chugai Pharmaceutical, Japan.

Alle erwähnten Markennamen sind gesetzlich geschützt.

 
 
Roche in Deutschland 
 
Roche beschäftigt in Deutschland rund 16.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Bereichen Pharma und Diagnostik. Das Unternehmen ist an den drei Standorten in Grenzach-Wyhlen (Roche Pharma AG), Mannheim (Roche Diagnostics GmbH, Roche Diagnostics Deutschland GmbH, Roche Diabetes Care GmbH sowie Roche Diabetes Care Deutschland GmbH) und Penzberg (Biotechnologie-Kompetenzzentrum, Roche Diagnostics GmbH) vertreten. Die Schwerpunkte erstrecken sich über die gesamte Wertschöpfungskette der beiden Geschäftsbereiche Pharma und Diagnostics: von Forschung und Entwicklung über Produktion, Logistik bis hin zu Marketing und Vertrieb, wobei jeder Standort neben dem Deutschland-Geschäft auch globale Aufgaben wahrnimmt. Roche bekennt sich klar zu den deutschen Standorten und hat in den letzten fünf Jahren in diese über 2,7 Milliarden Euro investiert.

  • Weitere Informationen zu Roche in Deutschland finden Sie unter www.roche.de.



Roche Pharma AG

Die Roche Pharma AG im südbadischen Grenzach-Wyhlen verantwortet mit rund 1.500 hochqualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern das deutsche Pharmageschäft. Dazu gehören Marketing und Vertrieb von Roche Medikamenten in Deutschland sowie der Austausch mit Wissenschaftlern, Forschern und Ärzten in Praxen und Krankenhäusern. Im Bereich der klinischen Forschung koordiniert der Standort alle zulassungsrelevanten Studien für Deutschland sowie Studien für bereits auf dem Markt befindliche Produkte. Für den europäischen Raum erfolgen in Grenzach-Wyhlen zudem zentrale Elemente der technischen Qualitätssicherung. 




Quelle: Roche Pharma, 27.09.2019 (tB).