Neurologisch erkrankte Menschen profitieren von Stimm-, Sprach- und Schlucktherapie

 

Karlsruhe (22. Juni 2011) – "Zahlreiche ältere Menschen mit neurologischen Erkrankungen leiden an Stimm-, Sprach- oder Schluckstörungen. Nicht immer ist ihnen bekannt, dass eine logopädische Therapie ihre Lebensqualität deutlich verbessern kann". Dies sagte die kommissarische Präsidentin des Deutschen Bundesverbandes für Logopädie, Christiane Hoffschildt, heute anlässlich des 40. Jahreskongresses der Logopäden in Karlsruhe.

 

Gemeint sind damit beispielsweise 240.000 bis 280.000 Menschen, die in Deutschland an Morbus Parkinson leiden. "Die meisten Parkinson-Patienten haben auch Probleme mit dem Sprechen", so Hoffschildt. Die Lautstärke ist stark reduziert, die Stimme monoton und rau, die Artikulation ungenau oder das Sprechtempo viel zu schnell. Zunehmend wird auch die Mimik eingefroren, was die Kommunikation zusätzlich erschwert. Diese Symptome schränken die Kommunikationsfähigkeit stark ein und können zu sozialem Rückzug und Depression führen.

 

Eine weitere Gruppe sind die etwa 200.000 Aphasiepatienten in Deutschland. Sie leiden unter einer Sprachstörung aufgrund einer Hirnschädigung. Eine Aphasie führt zu einer Beeinträchtigung des Sprechens, des Sprachverständnisses sowie des Lesens und Schreibens. Die Störung kann so schwerwiegend sein, dass die betroffenen Patienten sich kaum noch mitteilen können.

 

Viele ältere Menschen mit neurologischen Erkrankungen leiden zudem an einer Schluckstörung. Da Menschen täglich zwischen 600 und 2.000 mal schlucken kann eine solche Störungen die Lebensqualität in hohem Maße mindern. Auch Mangel- oder Fehlernährung können die Folge sein. Gelangen Speisereste in die Luftröhre, kann dies zu einer lebensbedrohlichen Infektion führen.

 

"Mit Hilfe logopädischer Therapie kann es Patienten mit neurologischen Erkrankungen gelingen, ihre Probleme in den Bereichen Stimme, Sprache und Schlucken deutlich zu verbessern und damit ihre Lebensqualität zu erhalten", betonte die dbl-Präsidentin.

 

Logopädische Therapie umfasst nach einer genauen Diagnostik die Behandlung der Defizite unter Einbezug aller mit der Störung einhergehenden Auswirkungen auf die Kommunikation des Patienten. In welchem Maße die Kommunikationsfähigkeit durch Logopädie gebessert oder geheilt werden kann, hängt vom Umfang der Beeinträchtigung, von deren Ursache und von der Motivation des Patienten ab.

 

"Bei allen neurologisch bedingten Sprech-, Sprach- und Schluckstörungen ist entscheidend, dass die Patienten durch die Therapie lernen, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um weiterhin am sozialen Leben teilzunehmen. Die Patienten und ihre Angehörigen auf diesem Weg hilfreich zu begleiten, dazu sind Logopäden da", so Christane Hoffschildt.

 


 

Quelle: Deutscher Bundesverband für Logopädie (dbl), 22.06.2011 (tB).

MEDICAL NEWS

Fitness watches generate useful information, but increase patient anxiety
A new device provides added protection against COVID-19 during endoscopic…
81 million Americans lacking space or bathrooms to follow COVID…
Front-line physicians stressed and anxious at work and home
EULAR: High-Dose Glucocorticoids and IL-6 Receptor inhibition can reduce COVID-19…

SCHMERZ PAINCARE

Morbus Fabry mittels Datenanalysen aus dem PraxisRegister Schmerz aufspüren
Neandertaler besaßen niedrigere Schmerzschwelle
Deutscher Schmerz- und Palliativtag 2020 – ONLINE
Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin fordert Anerkennung von Nicht-Psychologen in der…
DBfK: Besondere Rolle für Pflegeexpert/innen Schmerz – nicht nur in…

DIABETES

“Körperstolz”: Michael Krauser managt seinen Diabetes digital
Der richtige Sensor – von Anfang an
Diabetes mellitus: Ein Risikofaktor für frühe Darmkrebserkrankungen
Fastenmonat Ramadan: Alte und neue Herausforderung für chronisch Erkrankte während…
Sanofi setzt sich für die Bedürfnisse von Menschen mit Diabetes…

ERNÄHRUNG

Corona-Erkrankung: Fehl- und Mangelernährung sind unterschätze Risikofaktoren
Gesundheitliche Auswirkungen des Salzkonsums bleiben unklar: Weder der Nutzen noch…
Fast Food, Bio-Lebensmittel, Energydrinks: neue Daten zum Ernährungsverhalten in Deutschland
Neue Daten zur Ernährungssituation in deutschen Krankenhäusern und Pflegeheimen: Mangelernährung…
Baxter: Parenterale Ernährung von Patienten mit hohem Aminosäurenbedarf

ONKOLOGIE

Darolutamid bei Prostatakarzinom: Hinweis auf beträchtlichen Zusatznutzen
Multiples Myelom: Wissenschaftler überprüfen den Stellenwert der Blutstammzelltransplantation
Neues zur onkologischen Supportiv- und Misteltherapie und aktuelle Kongress-Highlights zum…
Finanzierung der ambulanten Krebsberatung weiterhin nicht gesichert
Lungenkrebsscreening mittels Low-Dose-CT

MULTIPLE SKLEROSE

Geschützt: Multiple Sklerose: Novartis’ Siponimod verzögert Krankheitsprogression und Hirnatrophie bei…
Neurofilamente als Diagnose- und Prognosemarker für Multiple Sklerose
Bedeutung der Langzeittherapie bei Multipler Sklerose – mehr Sicherheit und…
Bristol Myers Squibb erhält Zulassung der Europäischen Kommission für Ozanimod…
Einige MS-Medikamente könnten vor SARS-CoV-2/COVID-19 schützen

PARKINSON

Neue Studie zur tiefen Hirnstimulation bei Parkinson-Erkrankung als Meilenstein der…
Putzfimmel im Gehirn
Parkinson-Patienten in der Coronakrise: Versorgungssituation und ein neuer Ratgeber
Neuer Test: Frühzeitige Differenzialdiagose der Parkinson-Erkrankung
Gegen das Zittern: Parkinson- und essentiellen Tremor mit Ultraschall behandeln…