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Diakonie zur Regierungserklärung von Bundeskanzlerin Angela Merkel

 

Berlin (10. November 2009) - Anlässlich der Regierungserklärung von Bundeskanzlerin Angela Merkel fordert die Diakonie die Bundesregierung auf, Kinderarmut effektiver zu bekämpfen. "Familien, die Sozialhilfe oder Hartz-IV erhalten, profitieren überhaupt nicht von der beschlossenen Erhöhung des Kindergeldes. Von der Erhöhung des Kinderfreibetrages profitieren überproportional die Bezieher hoher Einkommen," sagt Diakonie-Präsident Klaus- Dieter Kottnik. Als evangelischer Wohlfahrtsverband sehe die Diakonie ihre vorrangige Aufgabe darin, sozial benachteiligte Menschen  zu unterstützen, ein selbstbestimmtes Leben zu führen und für diese Menschen in der Gesellschaft und in der Politik anwaltschaftlich einzutreten.

 

Deutliches Ja zur Organtransplantation

Novartis beweist Engagement durch klinische Forschung, Förderung und weltweite Initiative

 

  • Über 25 Jahre Expertise in der Transplantationsmedizin
  • Bewährte und innovative Präparate zur Immunsuppression
  • Aktuelle Initiative „Transplantation Tree of Life” in Berlin vorgestellt

 

Berlin (5. Oktober 2009) — Zum Welttag der Organspende stellte Novartis Pharma in Berlin sein aktuellstes Projekt zur weltweiten Förderung der Organtransplantation vor. Das Pharmaunternehmen, das sich seit mehr als einem Vierteljahrhundert im Bereich der Transplantationsmedizin engagiert, präsentierte gemeinsam mit der Europäischen Gesellschaft für Organtransplantation (ESOT) die Initiative „Transplantation Tree of Life Academy“. Damit wird der Einsatz von Novartis, der nicht nur die Behandlung von Patienten nach einer Organtransplantation beinhaltet, sondern auch Weiterbildungsprogramme für Transplantationsmediziner, auf eine neue Ebene gehoben: Die Akademie ist Teil eines medizinischen Förderprogramms, das auf die Situation von Menschen aufmerksam machen will, die auf eine Organspende warten. Allein in Europa sind dies über 56.000 Patienten. Im Rahmen der Transplantation Tree of Life Academy werden weltweit Bäume gepflanzt, die daran erinnern sollen, was die Spende von Organen für den Empfänger, seine Angehörigen und Freunde bedeutet. Am 4. Oktober wurde in der Virchow-Allee der Berliner Charité der erste dieser Bäume auf deutschem Boden gepflanzt. Damit sollen auch die Menschen geehrt werden, die sich bereits zur Organspende entschlossen und damit einem anderen eine zweite Chance gegeben haben.

Organspendekongress 2009

Organmangel und Förderung der Organspende

 

Berlin (5. Oktober 2009) -  Der zehnte Internationale Organspendekongress der International Society for Organ Donation and Procurement (ISODP) findet zum ersten Mal in Deutschland statt. Gastgeber ist in diesem Jahr die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO). Vom 5. bis zum 7. Oktober werden über 700 Teilnehmer aus mehr als 60 Ländern erwartet. Die Auswirkungen des Organmangels und die Förderung der Organspende werden in 47 Vortragsveranstaltungen, Workshops und Posterpräsentationen zentrale Leitthemen sein.

Katalog der Krankenhaus-Fallpauschalen für 2010 verabschiedet

 

Berlin (30. September 2009)  -  Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG), der GKV-Spitzenverband (GKV-SV) und der Verband der privaten Krankenversicherung (PKV) haben sich auf die maßgeblichen Bausteine des Fallpauschalensystems 2010 geeinigt. Die Beteiligten sind überzeugt, dass die Selbstverwaltung damit eine sachgerechte und tragfähige Lösung für die komplexen Anforderungen in der Krankenhaus-Finanzierung gefunden hat.
Kernelement der Fallpauschalenvereinbarung 2010 (FPV 2010) ist der Fallpauschalen-Katalog (DRG - Diagnosis Related Groups), der im kommenden Jahr insgesamt 1.200 verschiedene abrechenbare Fallpauschalen enthält. Damit verfügt der im Vergleich zum Vorjahr überarbeitete und verbesserte Katalog über acht zusätzliche Fallpauschalen.

Neue Hoffnung für Patienten

Besiedlung von Textilimplantaten mit humanen Stammzellen

 

Humane Stammzellen, angesiedelt auf einem Textilimplantat. Im Durchlicht sind die mit Zellen besiedelten bioresorbierbaren Textilfasern zu erkennen (links). Im Fluoreszenzmikroskop (rechts) wurden die Zellkerne der Stammzellen blau, das Zellgerüst rot immunmarkiert.Bönnigheim (16. September 2009) - Stammzellen gelten als großer Hoffnungsträger in der Medizin, da sie die Fähigkeit besitzen, sich in die verschiedensten Zelltypen umzuwandeln. Diese Eigenschaft macht sie besonders interessant zur Wiederherstellung von irreversibel geschädigtem Gewebe z. B. nach einem Herzinfarkt oder bei Verletzungen des Rückenmarks. Forschern des Instituts für Hygiene und Biotechnologie (IHB) an den Hohenstein Instituten ist nun eine optimierte Textilbeschichtung gelungen, mit deren Hilfe sich adulte menschliche Stammzellen auf der Faseroberfläche von Textilimplantaten ansiedeln. Hierzu wurde eine Molekularschicht aus natürlichen Biomaterialien der menschlichen Extrazellularmatrix entwickelt. Die Besiedlung mit körpereigenen Stammzellen des Patienten erlaubt die Platzierung der kleinen Alleskönner direkt am geschädigten Gewebe. Durch Zugabe bestimmter Faktoren können so zum Beispiel neue Herzmuskelzellen entstehen, die dann die durch einen Infarkt zerstörten Bereiche des Herzens ersetzen.

Krankenkassen erzielen im 1. Halbjahr 2009 einen Überschuss von 1,2 Mrd. Euro

 

Berlin (7. September 2009) -  Die gesetzlichen Krankenkassen haben in den ersten sechs Monaten des Jahres 2009 einen Überschuss von rd. 1,2 Mrd. Euro erzielt. Einnahmen in Höhe von 85,0 Mrd. Euro standen Ausgaben in Höhe von 83,8 Mrd. Euro gegenüber. Bei allen Kassenarten waren in den Monaten Januar bis Juni die Einnahmen höher als die Ausgaben. Mit Ausnahme der Ersatzkassen, die im 1. Halbjahr nur mit einem geringen Plus abschlossen, konnten alle übrigen Kassenarten ihre Überschüsse gegenüber dem 1. Quartal dieses Jahres noch steigern.

Durchschnittlicher Aufenthalt im Krankenhaus 2008: 8,1 Tage

 

Wiesbaden (2. September 2009) -  Ein Krankenhausaufenthalt dauerte für Patientinnen und Patienten im Jahr 2008 durchschnittlich 8,1 Tage (2007: 8,3 Tage). Dies teilt das Statistische Bundesamt (Destatis) auf der Grundlage vorläufiger Ergebnisse der Krankenhausstatistik mit. 17,4 Millionen Menschen wurden im vergangenen Jahr vollstationär im Krankenhaus behandelt. Das sind 200.000 Behandelte mehr als im Jahr zuvor.

Strategien für Menschen mit seltenen Erkrankungen

Bundesministerium für Gesundheit stellt neue Studie vor

 

Berlin (20. August 2009) - Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) hat heute die Studie "Maßnahmen zur Verbesserung der gesundheitlichen Situation von Menschen mit seltenen Erkrankungen„ veröffentlicht. Dazu sagt Gesundheitsministerin Ulla Schmidt: "Es gibt etwa 7.000 verschiedene Erkrankungen, die als selten bezeichnet werden. Oft haben diese Erkrankungen einen schweren Verlauf. Informationen über die richtige Diagnose und Therapie gibt es in vielen Fällen nicht, so dass diese Krankheiten häufig erst spät erkannt werden. Das stellt Patientinnen und Patienten, Angehörige sowie Ärztinnen und Ärzte vor ganz besondere medizinische und soziale Probleme. Die Studie gibt wichtige Hinweise, wo und wie die Situation von Menschen mit seltenen Erkrankungen verbessert werden kann. Es ist hilfreich, unsere Maßnahmen im Rahmen einer Strategie national und EU-weit zu koordinieren."

Kostenfreie Pflegeberatung

Unterstützung für Hausärzte

 

Köln (12. August 2009) - Wenn eine Person zum Pflegefall wird, ist der Beratungsbedarf groß - sowohl für die Betroffenen, als auch für die Familienangehörigen. Eine erste Anlaufstelle stellt oftmals der Hausarzt dar. Das Leistungsspektrum der Pflegeversicherung wird jedoch immer komplexer, Ansprüche und mögliche Hilfestellungen sind nicht immer transparent. Bei tief gehenden Fragen können Ärzte ihre Patienten an die COMPASS Pflegeberatung der Privaten Krankenversicherungen verweisen - oder selbst zum Hörer greifen. Die telefonische Pflegeberatung steht unter der gebührenfreien Rufnummer 0800/101 88 00 (Mo-Fr: 8-19 Uhr, Sa: 10-16 Uhr) allen Versicherten zur Verfügung. Die häusliche Beratung können gesetzlich Versicherte einmal in Anspruch nehmen.

Süßes verändert das Preisempfinden

 

Friedrichshafen (7. August 2009) - Süßes verändert das Preisempfinden der Verbraucher. Das ist das Ergebnis einer Studie von Wissenschaftlern der Zeppelin Universität (ZU) in Friedrichshafen. Ihnen gelang es, die Preiswahrnehmung mit Zuckerwasser zu beeinflussen. Diejenigen, die Süßes zu sich nahmen, waren dabei durchwegs eher bereit, vorgegebene oder höhere Preise als fair zu akzeptieren.

Zusammenhang zwischen Überschuldung und Fettleibigkeit

Risiko für Übergewicht und Fettleibigkeit ist bei überschuldeten Menschen erhöht

 

Mainz (6. August 2009) - Wissenschaftler der Johannes Gutenberg-Universität Mainz haben einen eindeutigen Zusammenhang zwischen Überschuldung und Fettleibigkeit festgestellt. Wie sie in dem Fachjournal BMC Public Health schreiben, haben überschuldete Menschen in Deutschland ein höheres Risiko, übergewichtig oder fettleibig zu sein, als der Bevölkerungsdurchschnitt. Die Forscher machen dafür die hohen Preise für gesunde Nahrungsmittel, fehlendes Wissen über preisgünstige, aber dennoch gesunde Ernährung und vor allem die psychisch sowie sozial belastende Situation der überschuldeten Bürgerinnen und Bürger mitverantwortlich, die zu einer Neigung der betroffenen Personen zum "Trost-Essen" sowie körperlicher Inaktivität führen kann. Da die Ursachen-Wirkungs-Beziehung mit dem Studiendesign einer einmaligen Befragung nicht nachgewiesen werden kann, diskutieren die Wissenschaftler ebenso, ob Fettleibige eventuell eher ihren Arbeitsplatz verlieren und somit in die Überschuldungsfalle geraten könnten. Schließlich ist die Arbeitslosigkeit der häufigste Grund für eine Überschuldungssituation beziehungsweise Zahlungsunfähigkeit.

Bluttest für Risiko eines künstlichen Knies-/Hüftgelenks entdeckt

 

Erlangen/Nürnberg (5. August 2009) - Forscher des Universitätsklinikums Erlangen haben gemeinsam mit Kollegen der Medizinischen Universität Innsbruck einen Bluttest entwickelt, mit dem das Risiko einer Hüft- und Kniegelenkarthrose vorausgesagt werden kann. Grundlage ist eine an rund 900 Patienten durchgeführte Studie, die jetzt im amerikanischen Fachmagazin "Arthritis & Rheumatism" veröffentlicht wurde.

Die Liste der Berufskrankheiten wird erweitert

Berlin (5. August 2009) - Die Liste der Berufskrankheiten (BKen) ist um fünf weitere Krankheitsbilder ergänzt worden. Seit 1. Juli 2009 können damit folgende Krankheitsbilder als Berufskrankheiten anerkannt werden, wenn die berufliche Verursachung bestätigt ist:

Keine Ruhe mit der letzten Ruhe

Projekte zur Bestattungspraxis – Umweltbelastungen und Verwesungsprobleme

 

Osnabrück (5. August 2009) - „Aus der Erde sind wir genommen, zur Erde sollen wir wieder

werden“: Die Schöpfungsgeschichte bringt mit diesen Worten den Kreislauf des Lebens und seine Endlichkeit zum Ausdruck. Auf vielen der etwa 32.000 Friedhöfe in Deutschland ist aber dieses Zitat eher Wunsch als Realität. Denn die letzte Ruhe lässt viele Gemeindemütter und -väter nicht ruhen: Grundwasser und Boden können durch den Verfall der menschlichen Körper belastet werden. Wegen ungünstiger Bodenverhältnisse verwesen die Leichen zudem nicht. Überlegungen, die Friedhöfe zu schließen, sind die Folge. „Damit gehen nicht nur Teile der Stadtkultur und Denkmalpflege, sondern auch der Naherholung und Besinnung für den Menschen verloren“, erklärte Dr. Fritz Brickwedde, Generalsekretär der Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU). Sie hilft mit mehr als 500.000 Euro in vier Modellprojekten, die Umweltbelastungen, aber auch die Bürde der Friedhofsmitarbeiter beim Auflassen, also Räumen der Gräber, zu verringern.

Praxisleitfaden für familienfreundliche und geschlechtergerechte Krankenhäuser

 

Praxisleitfaden für familienfreundliche und geschlechtergerechte KrankenhäuserFrankfurt am Main (21. Juli 2009) - Zum Modellprojekt "Exemplarische Einführung von Gender Mainstreaming in zwei sächsischen Krankenhäusern" hat das Sächsische Staatsministerium für Soziales (SMS) eine Handreichung veröffentlicht: "Der Arbeitsort Krankenhaus: familienfreundlich und geschlechtergerecht" gibt Anregungen für familienfreundliche und geschlechtergerechte Organisationsstrukturen und Arbeitsbedingungen in Krankenhäusern. Das Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE) hat das Projekt koordiniert und begleitet.

Die Handreichung zeigt anhand praktischer Beispiele, welche Schritte und Maßnahmen zu familienfreundlichen und geschlechtergerechten Strukturen in Krankenhäusern führen. Sie soll vor allem der Abwanderung junger gut ausgebildeter Ärztinnen und Ärzte und dem drohenden Ärztemangel entgegen wirken. Neben dem Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE) in Frankfurt am Main (Dr. Doris Hayn, Dr. Irmgard Schultz) waren Dipl.-Ing. Brigitte Wagner Unternehmensberatung in Frankfurt am Main, und das Bremer Institut für Präventionsforschung und Sozialmedizin (BIPS, Dr. Ingeborg Jahn) beteiligt. Das Projekt (11/2007-11/2008) wurde vom Europäischen Sozialfonds und dem SMS gefördert.

BVMed-Filmservice

Film zur schonenden Behandlung von Wirbelkörperbrüchen

 

Berlin (14. Juli 2009) - Der Filmservice des BVMed bietet ab sofort einen neuen Patienteninformationsfilm sowie professionelles TV-Footage-Material zur schonenden Behandlung von Wirbelkörperbrüchen. Der Film mit dem Titel „Wirbelkörper-Brüche: Schmerzfrei durch moderne Technologien“ sowie ein Radiobeitrag zum Thema sind im Internet abrufbar.

Europäischer Sklerodermietag am 29. Juni 2009

Sklerodermie Selbsthilfe e.V. feiert 25-jähriges Bestehen

schildkroeteFrankfurt am Main (29. Juni 2009) - Noch vor 25 Jahren war die Krankheit Sklerodermie in der Öffentlichkeit weitgehend unbekannt und unerforscht. Mit knapp 1.400 Mitgliedern und 40 Regionalgruppen unterstützt die Sklerodermie Selbsthilfe e.V. die Betroffenen geeignete Therapiemöglichkeiten und soziale Unterstützung zu bekommen, um die Lebensqualität zu verbessern. „Alles was die Selbsthilfe initiierte trug mit vielen kleinen Schritten dazu bei, dass die Betroffenen heute früher ihre Diagnose und Therapie bekommen, betonte Emma Margarete Reil, seit 13 Jahren Vorsitzende der Sklerodermie Selbsthilfe e.V.

Bei der systemischen Sklerodermie handelt es sich um eine Autoimmunkrankheit des rheumatischen Formenkreises, bei der es zu Kollagenanhäufungen, Fibrosierungen und obliterierenden Angiopathien in der Haut und den inneren Organ kommt. Die Sklerodermie ist eine relativ seltene Krankheit mit vielen Gesichtern, betonte Prof. Dr. med. Nicolas Hunzelmann von der Universitätsklinik in Köln. Er schätzt die Prävalenz der systemischen Sklerodermie mit 40 zu einer Million Menschen ein.

Kompressionsstrümpfe schützen nicht vor Thrombosen nach Schlaganfall

 

Berlin (25. Juni 2009) – Die in Krankenhäusern übliche Praxis, bettlägerige Patienten durch Kompressionsstümpfe vor Thrombosen und lebensgefährlichen Lungenembolien zu schützen, erfüllt bei Schlaganfallpatienten ihren Zweck nicht. Zu diesem Ergebnis kam jetzt eine größere Studie. Die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) fordert deshalb eine Umsetzung dieser Erkenntnisse in den klinischen Alltag.

Schlechte Mäusemütter durch Mangel an Glückshormon Serotonin

 

Berlin-Buch (23. Juni 2009) - Mangel an Serotonin im Gehirn verzögert das Wachstum von Mäusen nach der Geburt und lässt sie im späteren Leben schlechte Mütter werden. Das haben Dr. Natalia Alenina, Dana Kikic und Prof. Michael Bader vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch jetzt gezeigt. Zugleich stellten sie fest, dass das als Glückshormon geltende Serotonin im Gehirn für das Überleben der Tiere nicht entscheidend ist.

Räuspern schadet der Stimme

Wie trainiere und pflege ich meine Stimme?

 

Hamburg (16. Juni 2009) - Wer etwas zu sagen hat, braucht seine Stimme - egal ob im Alltag oder in der Arbeitswelt. Vor allem in Dienstleistungsberufen ist die Stimme ein wesentliches Arbeitsinstrument. Doch trotz der großen und wachsenden Bedeutung wird die Pflege der Stimme oft vernachlässigt - Stimmbeschwerden oder sogar Stimmstörungen können die Folge sein.

Fehlendes Gen macht Mäuse fett

Neuer Mechanismus, der die Energiebilanz aus der Balance bringt

 

Abb.: Fettleibigkeit durch Gendefekt. Das Ausschalten des nur in Nervenzellen aktiven Gens Nscl-2 führt bei Mäusen zur massiven Fettleibigkeit. Die Abbildung zeigt eine Nscl-2 defiziente sowie eine gleichaltrige Wildtyp-Maus. Photo: MPI für Herz- und LungenforschungBad Nauheim (15. Juni 2009) - Die Fettregulation im Körper ist sehr komplex: Das Gehirn spielt eine wichtige Rolle dabei und passt die Nahrungsaufnahme an den tatsächlichen Energieverbrauch an. Neu ist, dass auch Nerven, die außerhalb des Gehirns und des Rückenmarks liegen, an diesem fein abgestimmten Prozess beteiligt sind. Das haben Forscher vom Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung in Bad Nauheim sowie der Universitäten Halle, Leipzig und Berlin nun herausgefunden. Den Hinweis lieferten gentechnisch veränderte Mäuse, bei denen das Gen Nscl-2 ausgeschaltet worden war. Dieses ist normalerweise nur in Nervenzellen aktiv. Mäuse, denen Nscl-2 fehlte, entwickelten eine massive Fettleibigkeit (Adipositas), blieben jedoch von "Folgeschäden" wie der Zuckerkrankheit (Diabetes) weitgehend verschont. Die Forscher hoffen nun, dass ihre Entdeckung langfristig auch Adipositas-Patienten hilft, die an Diabetes leiden. (PLoS One, 13. Mai 2009)

Stellungnahme von DGPPN, DGKJP und DGN gegen Ultimative Fighting

Brutalisierung und Verharmlosung von Gewalt in unserer Gesellschaft keinen Vorschub leisten


Berlin (11. Juni 2009) - Die geplanten Ultimate Fighting-Kämpfe am kommenden Samstag, den 13. Juni 2009, in der Lanxess-Arena in Köln betrachtet die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychotherapie (DGPPN) mit großer Sorge. Gemeinsam mit den anderen wissenschaftlich-medizinischen Fachgesellschaften, der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (DGKJP) und die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) warnt die DGPPN vor einer schleichenden Brutalisierung und Verharmlosung von Gewalt in unserer Gesellschaft, der mit dieser extremen Kampfsportart Vorschub geleistet werde.

Start der RLS-Infotage

Wir kommen auf Tour – damit Sie zur Ruhe kommen

 

RLS-Mobil Grenzach-Wyhlen (10. Juni 2009) - Ab dem 22. Juni ist das gelbe RLS-Mobil wieder zwei Wochen lang quer durch Deutschland unterwegs. In zwölf Städten können sich Betroffene und Interessierte ausführlich über das Restless Legs Syndrom (RLS) informieren.

Der leuchtend gelbe Doppeldeckerbus – das RLS-Mobil – sowie zwei Zelte bilden auch dieses Jahr das Informationsforum zum RLS. Hier haben Betroffene Gelegenheit, im eingerichteten Sprechzimmer ein persönliches Gespräch mit einem Neurologen zu führen. Schautafeln erklären anschaulich die Symptome, Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des RLS. Der Film „Nachtwanderer“ vermittelt einen tieferen Eindruck der neurologischen Erkrankung und zeigt, wie andere Betroffene damit umgehen, dass das RLS sie nachts nicht zur Ruhe kommen lässt. Wer sich Informationen mitnehmen möchte, dem stehen Infoblätter und eine Broschüre zur Verfügung.

Hoffnung für erleichterte Organtransplantation?

Forscher des HZI und der MHH erzeugen wichtige Immunbremse im Labor

 

Elektronenmikroskopische Aufnahme einer T-Zelle im Kontakt mit einer Immunzelle. Photo: Helmholtz-Zentrum für InfektionsforschungBraunschweig (9. Juni 2009) - Wissenschaftlern des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) und der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) ist es gelungen, Zellen des Immunsystems so zu behandeln, dass sie unerwünschte Immunreaktionen drosseln können. Die Ergebnisse hat jetzt das Wissenschaftsmagazin "Journal of Cellular and Molecular Medicine" in seiner aktuellen Ausgabe veröffentlicht.

Wenn es uns gut geht, verdanken wir unsere Gesundheit dem Immunsystem: Es schützt uns Tag und Nacht vor Krankheitserregern. Diese Rundum-Überwachung kann aber auch zum Problem werden, etwa nach Organ-Transplantationen. Der Körper erkennt das neue Organ als "fremd" und bekämpft es. Am Ende steht die Abstoßung des lebensrettenden Transplantats. Nur mit Medikamenten ist es bisher möglich, das Immunsystem künstlich still zu halten und die Abstoßungsreaktion zu unterdrücken.

"SupaKids": Zentrum für Kinder kranker Eltern öffnet im Juli in Hamburg

Erste Anlaufstation in Deutschland für Kinder, die mit chronisch kranken Eltern leben / Pflegewissenschaftler der Uni Witten begleiten DRK-Projekt

 

Kinder kranker ElternWitten/Herdecke (8. Juni 2009) - Krebs, MS, Depression - Wenn Eltern chronisch krank sind, können sie oft vieles nicht mehr selbst erledigen. Hier springen nicht selten die Kinder ein und füllen die entstandenen Lücken. Sie helfen im Haushalt, kaufen ein, kümmern sich um jüngere Geschwister und sind auch in die Pflege der Eltern eingebunden. "Viele Familien sind mit dieser Situation überfordert und wünschen sich Hilfe und Unterstützung, vor allem für die Kinder. Eine zentrale familienorientierte Anlaufstelle, die diese Bedürfnisse aufgreift und koordiniert, gibt es in Deutschland bislang aber nicht" sagt Dr. Sabine Metzing-Blau vom Institut für Pflegewissenschaft der Universität Witten/Herdecke zur Situation. Für diese Kinder und ihre Familien entsteht jetzt in Hamburg-Altona das bundesweit erste Projekt "SupaKids", das von der DRK Schwesternschaft Hamburg e.V. getragen wird.

6. Juni: Tag der Organspende

 

gfn_logoHeidelberg (5. Juni 2009) - In Deutschland herrscht nach wie vor ein eklatanter Mangel an Spenderorganen. Zu wenig Menschen machen sich Gedanken über das Thema Organspende. Die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie möchte am Tag der Organspende am 6. Juni dafür werben, sich mit der Thematik auseinanderzusetzen. Wer sich pro Organspende entscheidet, sollte das auch mit einem Organspendeausweis dokumentieren. Die Niere ist das meisttransplantierte Organ, und dennoch warten immer mehr Patienten auf ein Spenderorgan, die Warteliste wird immer länger.

Krankenhausapotheker fordern und fördern engere Zusammenarbeit mit Ärzten

Apotheker und Ärzte erstellen gemeinsames Strategiepapier zur Versorgung

 

ADKA - Photo: Tom MillerDarmstadt (5. Juni 2009) - Eine intensivere Zusammenarbeit zwischen Krankenhausapothekern und Ärzten hat Holger Hennig, Präsident des Bundesverbandes Deutscher Krankenhausapotheker (ADKA) heute in Darmstadt gefordert. „Ein sicherer und wirtschaftlicher Einsatz des Arzneimittels kann nur in der engen Partnerschaft zwischen Arzt und Apotheker auf der Station und unmittelbar am Bett des Patienten erreicht werden“, betonte Hennig anlässlich des 34. Wissenschaftlichen Kongresses der ADKA vor mehr als 750 Kongressteilnehmern. Der ADKA-Präsident verwies dabei ausdrücklich auf die therapeutischen Risiken für schwerstkranke onkologische Patienten und die hohen Kosten. „Gerade hier brauchen wir den sehr engen, persönlichen Kontakt zwischen Arzt und Krankenhausapotheker, um die schmalen therapeutischen Korridore sicher bestimmen und nutzen zu können. Das schützt den hochbelasteten Patienten vor Gefährdungen im Rahmen der Arzneimitteltherapie und es entlastet die Solidargemeinschaft durch den zielgenauen Einsatz teurer Medikamente,“ so Hennig.

Stipendienausschreibung:

Welchen Beitrag leisten freiwillig Engagierte für das Gemeinwohl älterer Menschen?

 

csiHeidelberg (5. Juni 2009) - Bürgerschaftliches Engagement wird in Politik und Wissenschaft intensiv diskutiert. Da erst wenige Erkenntnisse darüber vorliegen, welchen Anteil Bürgerinnen und Bürger freiwillig zur Lösung sozialer Problemlagen beisteuern, steht die diesjährige Stipendienausschreibung des Heidelberger Doktorandenkollegs "Bürgerschaftliches Engagement" unter dem Leitmotiv "Der gesellschaftliche Beitrag von Freiwilligen - Engagement für ältere Menschen in Bildung, Integration und Arbeitsmarkt".

"Patientenverfügungsgesetz jetzt!"

Kampagne für ein Patientenverfügungsgesetz läuft erfolgreich an

 

Jetzt handelnBerlin (3. Juni 2009) - Der Druck auf die Politik, noch in dieser Legislaturperiode ein Patientenverfügungsgesetz zu beschließen, steigt. Die Kampagne "Patientenverfügungsgesetz jetzt!", die die Patientenschutzorganisation Deutsche Hospiz Stiftung vergangene Woche gestartet hat, ist schwungvoll angelaufen. Täglich melden sich mehr als 1.000 Interessenten. Auf der Webseite www.patientenverfuegungsgesetz-jetzt.de können sie ihre lokalen Bundestagsabgeordneten ausfindig machen und sie per E-Mail, Brief, Fax oder Telefon auffordern, das wichtige Gesetzesvorhaben nicht an politischen Eitelkeiten scheitern zu lassen. Ein Musterbrief steht zur Verfügung.

Bundesforschungsministerium fördert Muskeldystrophie-Netzwerk

Kooperation von Grundlagenforschung und klinischer Forschung als Schlüsselfaktor bei der Behandlung seltener Krankheiten

 

München (22. Mai 2009) - Zwischen 25.000 und 40.000 Menschen sind in Deutschland von Muskeldystrophien betroffen - Hauptsymptome dieser erblichen Erkrankungen des Muskels sind Muskelschwäche und -schwund. Da weniger als einer von 2.000 Menschen unter diesem Krankheitsbild leidet, zählen Muskeldystrophien per Definition zu den "seltenen Erkrankungen". Um die Entstehung von Muskeldystrophien besser zu verstehen, die Diagnose der Krankheiten zu optimieren und effektive Therapien zu entwickeln haben Ärzte und Wissenschaftler aus ganz Deutschland seit 2003 ihre Kompetenz im Muskeldystrophie-Netzwerk (MD-NET) gebündelt.

Deutscher Pflegerat

Memorandum zur Pflegebildung

 

deutscher_pflegerat_logoBerlin (15. Mai 2009) - Der Deutsche Pflegerat e.V. und seine Mitgliedsverbände fordern die Parteien des Deutschen Bundestages und der Landtage auf, unverzüglich eine grundlegende Reform von Alten- und Krankenpflegegesetz vorzunehmen.

Die demographische Entwicklung führt zu einem steigenden Bedarf an pflegerischer Unterstützung und Betreuung bei Pflegebedürftigkeit, chronischer und akuter Krankheit, zur Prävention und Rehabilitation und am Ende des Lebens in der Palliativversorgung bei gleichzeitig sinkenden Zahlen von Schulabgängern. Diese Herausforderungen verlangen eine umfassende Investition in die Pflegebildung zur qualitativen und quantitativen Sicherstellung der professionellen pflegerischen Versorgung der Bevölkerung.

Rätsel um Morgen- und Abendtypen geklärt

 

Basel, Schweiz (24. April 2009) - Forschende der Universitäten Basel, Brüssel und Lüttich konnten klären, weshalb bestimmte Menschen abends länger wach und aktiv sind als andere. Diese sogenannten Abendtypen profitieren im Gegensatz zu den Morgentypen von einem im Hirn ausgelösten abendlichen Wecksignal. Je stärker dieses Wachsignal ist, desto effizienter wirkt es dem Schlafdruck entgegen. Die Forschungsergebnisse sind in der renommierten Fachzeitschrift "Science" nachzulesen.

Gesundheitsausgaben 2007 um knapp 8 Milliarden Euro gestiegen

 

Wiesbaden (6. April 2009) - Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) anlässlich des Weltgesundheitstages mitteilt, betrugen die Ausgaben für Gesundheit in Deutschland im Jahr 2007 insgesamt 252,8 Milliarden Euro. Sie stiegen gegenüber dem Vorjahr um 7,8 Milliarden Euro oder 3,2 %. Damit entsprachen die Ausgaben 10,4 % des Bruttoinlandsproduktes oder gut 3.070 Euro je Einwohner. Trotz des Anstieges der Gesundheitsausgaben ist ihr Anteil am Bruttoinlandsprodukt im Vergleich zu 2006 gesunken (2006: 10,5 %).

US-amerikanisches Konjunkturprogramm berücksichtigt den Pflegekollaps

 

Berlin (25. März 2009) - Die USA verzeichnen einen dramatischen Pflegekollaps, auf den mittlerweile auch das Weiße Haus reagiert. Am 5. März war der Notstand explizit Thema in einer Sitzung zur geplanten Gesundheitsreform des neugewählten US-Präsidenten. Momentan sind 116.000 Stellen in US-amerikanischen Krankenhäusern unbesetzt, weitere 100.000 Stellen sind in Pflegeheimen und im ambulanten Bereich unbesetzt.

Der gesamte Pflegesektor biete dem Nachwuchs unattraktive Ausbildungsbedingungen, beklagen Verbandsvertreter der American Association of Colleges of Nursing (AACN). In den Ausbildungseinrichtungen wird seit Jahrzehnten gespart, die Pflegefakultäten werden nicht hinreichend ausgebaut. Es fehlt an geeignetem Lehrpersonal. Allein in 2008 haben 50.000 angehende Lehrkräfte die Ausbildung abgebrochen, ebenso sind 6.000 Studenten aus den Master-Programmen ausgeschieden. Dies geschieht vor dem Hintergrund, dass eine graduierte Pflegende in der Praxis auf ein durchschnittliches Jahresgehalt von etwa 82.000 USD kommt - fast 20 Prozent mehr als Lehrende mit etwa 68.000 USD im Jahresdurchschnitt verdienen.

"Mit Medikamenten allein kommen wir nicht weiter"

 

EUROASPIRE-Studie: Ärzte sollten sich verstärkt der Lebensstil-Beratung zuwenden

 

Münster (20. März 2009) - Nikotin verursacht Krebs und verursacht Herzkreislaufkrankheiten - ein Satz, wie ihn viele Patienten von ihren Ärzten zu hören bekommen. Und ein falscher, wie Prof. Ulrich Keil klarstellt: "Nikotin ist nur der Stoff der Begierde. Verantwortlich sind einige der anderen 3.800 Inhaltsstoffe von Zigaretten". Dass selbst Fachleuten solche Zusammenhänge oft nicht bekannt sind, sei kennzeichnend für ein Gesundheitssystem, das zu stark auf Medikamente und zu wenig auf Vorbeugung setze, so die Meinung des Mediziners. Bestätigt sieht sich Keil durch die dritte "EUROASPIRE"-Studie, an der der Leiter des Institutes für Epidemiologie und Sozialmedizin der Universität Münster federführend mitgewirkt hat: Deren - zumeist negativen - Ergebnisse sind nun nachzulesen in "The Lancet".

Parallelen zwischen Wundheilung und Krebs

 

Zelluläre Parallelen zwischen einem Tumor und einer Hautwunde. Die Abbildung zeigt einen epithelialen Hautkrebs und eine Hautwunde in der Phase der Bildung von neuem Gewebe. Sowohl in der Wunde als auch im Tumor findet man ein Fibringerinnsel, Entzündungszellen (neutrophile Granulozyten, Makrophagen, Mastzellen, Lymphozyten), neugebildete Blutgefässe, und eine grosse Anzahl an Fibroblasten/Myofibroblasten. Diese Zellen sind Bestandteile des sogenannten Wund-Granulationsgewebes, das starke Ähnlichkeiten mit dem Tumorstroma aufweist. Zusätzlich findet man wandernde und proliferierende Keratinozyten in der Wunde und im Tumor. Der Hauptunterschied zwischen Wunden und Tumoren ist das invasive Wachstum der maligne transformierten Epithelzellen. Aus: Schäfer, M., and Werner, S. (2008). Cancer as an overhealing wound - an old hypothesis revisited. Nat. Rev. Mol. Cell Biol. 9, 628-638.München (18. März 2009) - Immer mehr Menschen erkranken weltweit an Hautkrebs. Grund dafür sind die erhöhte Lebenserwartung und die zunehmende Belastung durch UV-Strahlen. Die Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Sabine Werner an der ETH Zürich erforscht die molekularen Mechanismen, die der Entstehung und dem Wachstum von Hauttumoren zugrunde liegen. Dabei nutzt sie ihre Erfahrungen auf dem Bereich der Wundheilung und die interessanten Parallelen zwischen Wundheilung und Krebs.

"Tumore sind Wunden, die nicht heilen", ist eine wichtige Aussage des amerikanischen Pathologen Dr. Harold Dvorak. Sie beruht auf histologischen Beobachtungen, die er bereits vor mehr als 20 Jahren an Hautwunden und bösartigen Tumoren gemacht hat. Seine Hypothese konnte inzwischen zumindest teilweise bestätigt werden. Insbesondere auf der molekularen Ebene lassen sich wichtige Parallelen zwischen Wundheilung und Krebs finden. So konnte gezeigt werden, dass das Genexpressionsmuster in heilenden Wunden starke Ähnlichkeit mit dem Genexpressionsmuster in bösartigen Tumoren aufweist, wobei die Parallelen bei besonders aggressiven Tumoren am stärksten sind. Es ist deshalb wichtig, die Gene zu identifizieren und funktionell zu charakterisieren, die sowohl die Wundheilung als auch das Wachstum von Tumoren steuern. Das Team von Prof. Dr. Sabine Werner an der ETH Zürich konnte in den neuesten Arbeiten zeigen, dass dieselben Mechanismen, welche für die Wundheilung entscheidend sind, auch beim Entstehen und Wachsen von Tumoren eine Rolle spielen.

Alt und behindert

Berlin (18. März 2009) - Eine Studie des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung zeigt, wie sich der demografische Wandel auf Menschen mit lebenslanger Behinderung auswirkt. Jeder zwölfte Bundesbürger besitzt einen Schwerbehindertenausweis. Die meisten dieser 6,7 Millionen Personen sind im Rentenalter und wegen einer langjährigen Erkrankung in ihrem Leben eingeschränkt. Doch nur ein Bruchteil davon braucht Unterstützung im Alltag.

Wie "tickt" der Mensch?

Charité-Forscher entdecken neues Gen für die innere Uhr

 

Berlin (16. März 2009) - Ein Forscherteam der Charité - Universitätsmedizin Berlin hat jetzt einen neuen Regulator der inneren Uhr entdeckt. Diese prägt mit ihrem festen Takt von Wach- und Schlafphasen unseren gesamten biologischen Rhythmus. Doch welcher Mechanismus sorgt dafür, dass wir abends müde ins Bett gehen und morgens erholt aufwachen? Die Arbeitsgruppe um Prof. Achim Kramer vom Institut für Medizinische Immunologie sucht im menschlichen Gencode nach jenen Rädchen, die unseren eingebauten Taktgeber in Schwung halten. Erste Ergebnisse präsentiert das Team jetzt in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift "Genes & Development"*.

Grundsteinlegung für neue Produktionsgebäude für Tollwut- und FSME-Impfstoffe bei Novartis Behring in Marburg

 

  • 168-Mio-Euro Gesamtprojektkosten
  • Neue Produktionsanlagen sichern mittel- und langfristig die Versorgung mit lebensrettendem Tollwut- und FSME-Impfstoff
  • Grundstein enthält Mitarbeiterwünsche auf einer Pergamentrolle

 

Grundsteinlegung MARS-Projekt. Photo: Tom MillerMarburg (27. Februar 2009) – Den Grundstein zum neuen Produktionsgebäude für Tollwut- und FSME-Impfstoffe bei Novartis Behring in Marburg haben heute Dr. Andrin Oswald, CEO Novartis Vaccines and Diagnostics, der Ministerialdirigent des hessischen Wirtschaftsministeriums Klaus-Dieter Jäger und Marburgs Oberbürgermeister Egon Vaupel gelegt. Gemeinsam brachten sie in einem symbolischen Akt die Wünsche der Mitarbeiter für die Zukunft auf einer 20 Meter langen Pergamentrolle in den Grundstein des Produktionsgebäudes ein. „Novartis Vaccines and Diagnostics hat sich zum Ziel gesetzt, Menschen in aller Welt vor Krankheiten wie Tollwut und durch Zeckenstich übertragene Frühsommer-Meningoencephalitis (FSME) zu schützen.

"Diakonie hat Einheit der Deutschen am Leben gehalten"

 

Berlin, 13. Februar 2009   "Ohne die Diakonie wäre das Gesundheits- und Sozialsystem der DDR überfordert gewesen", betonte Bundesinnenminister Dr. Wolfgang Schäuble beim Jahresempfang der Diakonie am 13. Februar. Die Diakonie habe sich um jene Menschen gekümmert, die nach Ansicht des DDR-Regimes "keinen Beitrag zum Aufbau des Sozialismus leisten konnten: Schwer kranke, alte und vor allem geistig behinderte Menschen".

Gelähmte Muskelfasern durch niedrige Kaliumkonzentration

 

Ulm an der Donau (12. Februar 2009) - Neue Erkenntnisse über den Einfluss der Kaliumkonzentration im Blut auf die Funktion von Muskelfasern hat eine Forschungsgruppe des Instituts für Angewandte Physiologie der Universität Ulm gewonnen. Die Wissenschaftler um Professor Frank Lehmann-Horn und Privatdozentin Dr. Karin Jurkat-Rott gehen in ihrer Studie auch auf eine bewusste Erhöhung der Kaliumkonzentration im Zusammenhang mit Therapiekonzepten ein. Veröffentlicht haben die Arbeit am Mittwoch die "Proceedings of National Academy of Sciences of USA" (PNAS), den Autoren zufolge nach Nature und Science das bedeutendste Journal für die Natur- und Lebenswissenschaften.

Bessere Versorgung nach schweren Unfällen

 

Witten/Herdecke (12. Februar 2009) - Interdisziplinäre Forschergruppe der Universität Witten/Herdecke entwickelte weltweit ersten Standard, der die Versorgung nach schweren Unfällen mit Mehrfachverletzungen verbessern soll / Preis von der Europäischen Gesellschaft für Trauma und Notfallmedizin (ESTES)

Die langfristige Versorgung von schwerstverletzten Unfallopfern soll ein neuartiger Fragebogen verbessern helfen, den Unfallchirurgen und Wissenschaftler des Instituts für Forschung in der Operativen Medizin (IFOM) der Universität Witten/Herdecke in jahrelanger Arbeit entwickelt haben.

Krankheitskonzepte: Wie rational entscheiden Ärzte?

 

Studie fragt zum ersten Mal nach den unbewussten Handlungs-Kriterien von Hausärzten

 

Witten/Herdecke (11. Februar 2009) - Patienten bringen in der Begegnung mit ihrem Arzt immer auch eigene Vorstellungen von den Ursachen und Folgen ihrer Krankheit mit. Die Wissenschaft nennt diese Vorstellungen Krankheitskonzepte. Bisher wurde davon ausgegangen, dass den laienhaften naiven Konzepten der Patienten die richtigen medizinisch objektiven Konzepte der Ärzte gegenüberstehen. Denn die Medizin ist eine Naturwissenschaft und deren exakte Methoden bilden die Grundlage für rationale Diagnosen und Entscheidungen der Ärzte - soweit das immer noch weit verbreitete Bild über Ärzte in der Öffentlichkeit und bei vielen Ärzten.

Trauernde Männer gesucht

 

Würzburg (4. Februar 2009) - Für eine wissenschaftliche Studie an der Universität Würzburg werden Männer gesucht, die eine ihnen nahestehende Person durch deren Tod verloren haben und darüber trauern. Anhand von zwei Fragebögen sollen sie im Internet anonym Fragen im Zusammenhang mit ihrem Verlust beantworten. Der Zeitaufwand beträgt etwa 15 Minuten.

Wenn es um die Begleitung, Beratung und Therapie von Menschen in Trauer geht, steht Deutschland gut da. Anders verhält es sich mit dem Gebiet der Trauerforschung; diese wird in Deutschland kaum betrieben. Dies zeigt sich unter anderem darin, dass es keine wissenschaftlichen Untersuchungsverfahren zur Erfassung des Trauerns gibt, wie sie in englischer Sprache seit langem in Gebrauch sind. Dabei könnten derartige Verfahren zu einem deutlich besseren Verständnis des Trauerverlaufs beitragen; mit diesem Wissen ließe sich die Situation der Betroffenen spürbar verbessern.

Unsichere Jobs und die Reaktionen des Körpers

Ulmer Uni-Institut erforscht Zusammenhänge

 

Ulm an der Donau (3. Februar 2009) - Nicht ohne politische Brisanz ist eine wissenschaftliche Studie, die jetzt am Institut für Epidemiologie der Universität Ulm angelaufen ist. Im Mittelpunkt dabei: Die Auswirkungen unsicherer Arbeitsbedingungen auf die Gesundheit. "Ein Zusammenhang zwischen befristeten oder anderweitig unsicheren Jobs und schlechter psychischer wie körperlicher Verfassung besteht.

Das ist inzwischen vielfach belegt", sagt Professor Richard Peter, derzeit kommissarischer Direktor des Instituts und Leiter der Untersuchung, "wir wollen nun in Zusammenarbeit mit der Universität Halle-Wittenberg den Ursachen auf die Spur kommen". Erste Ergebnisse der von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Studie werden bis zum Spätherbst erwartet.

Kleiner Helfer für Erste Hilfe

 

  • Neues System gibt bereits nach zehn Sekunden Auskunft darüber, ob eine bewusstlose Person reanimiert werden muss
  • Der Sensor passt an jeden Schlüsselbund

    Abb. 1: Klein und handlich: Der Erste-Hilfe-Sensor ist nicht größer als eine Walnuss. Photo: Marc Jäger.Karlsruhe (2. Februar 2009) - In den Industrieländern sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen die mit Abstand häufigste Todesursache. Allein in Deutschland erleiden jährlich etwa 100.000 Menschen einen plötzlichen Herzstillstand. Häufige Ursachen sind ein Herzinfarkt, schwere Verletzungen bei einem Unfall oder ein Stromschlag. Ersthelfer am Notfallort werden aber oftmals durch die diagnostische Unsicherheit vom aktiven Helfen abgehalten. Ein neuer "Erste-Hilfe-Sensor" vermag es nun, Ersthelfer schnell vom Herz-Kreislauf-Zustand des Verletzten zu informieren.

In den Industrieländern sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen die mit Abstand häufigste Todesursache. Allein in Deutschland erleiden jährlich etwa 100.000 Menschen einen plötzlichen Herzstillstand. Häufige Ursachen sind ein Herzinfarkt, schwere Verletzungen bei einem Unfall oder ein Stromschlag. Ersthelfer am Notfallort werden aber oftmals durch die diagnostische Unsicherheit vom aktiven Helfen abgehalten. Ein neuer "Erste-Hilfe-Sensor" vermag es nun, Ersthelfer schnell vom Herz-Kreislauf-Zustand des Verletzten zu informieren.

100.000 Mal Beistand in zwei Jahren

Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt gibt Startsignal für Velotaxi-Infotour

 

Abb.: Unter dem Motto 'Kommt wie gerufen' haben Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt und die Patientenbeauftragte der Bundesregierung Helga Kühn-Mengel heute das Startsignal für eine Velotaxi-Infotour zum neuen kostenfreien Beratungstelefon der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD) gegeben. 'Unter 0800 0 117722 können sich Ratsuchende montags bis freitags zwischen 10 und 18 Uhr zu Gesundheitsfragen kompetent und neutral beraten lassen', sagte UPD-Geschäftsführerin Astrid Burkhardt. Anlässlich des neuen Angebotes können sich interessierte Passanten noch bis zum 6. Februar während einer Tour durch Berlin in einem von zwei Velotaxis über die UPD informieren. Weitere Informationen im Internet unter: www.upd-online.de. Personen v.l.n.r.: Mathias in der Rieden (Velotaxi-Fahrer), Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt, Astrid Burkhardt (UPD-Geschäftsführerin), Patientenbeauftragte der Bundesregierung Helga Kühn-Mengel, Christian Henschke (Velotaxi-Fahrer), Kai Kirchner (Patientenberater). Photo: UPDBerlin (30. Januar 2009) - Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt und die Patientenbeauftragte der Bundesregierung Helga Kühn-Mengel gaben pünktlich zum zweijährigen Bestehen der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD) heute das Startsignal für eine Velotaxi-Infotour zur UPD und zum neuen kostenfreien Beratungstelefon. Unter dem Motto "Kommt wie gerufen" können sich Ratsuchende ab sofort unter 0800 0 117722 von der UPD kostenfrei beraten lassen.

 "In den zwei Jahren unseres Bestehens haben wir schon mehr als 100.000 Menschen in Gesundheitsfragen beraten und informiert", erklärte UPD-Geschäftsführerin Astrid Burkhardt. "Das jetzt kostenfreie Beratungstelefon ergänzt unsere persönliche Beratung in 22 regionalen Beratungsstellen zwischen Kiel und München. Für alle Patientinnen, Patienten und deren Angehörigen übernehmen wir eine Lotsenfunktion im Gesundheitswesen", so Astrid Burkhardt weiter.

Gute Karten für die Zukunft?

Die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte

 

Göttingen (30. Januar 2009) - Gute Karten für die Zukunft? Mit der Einführung der elektronischen Gesundheitskarte beschäftigt sich der 5. Göttinger Workshop zum Medizinrecht, der am 6. Februar 2009 an der Georg-August-Universität stattfindet. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen neben aktuellen rechtspolitischen Positionen und rechtlichen Aspekten insbesondere auch Fragen des Datenschutzes sowie mögliche Auswirkungen auf das Arzt-Patienten-Verhältnis und den Ablauf im Praxisalltag. Auf Einladung des Zentrums für Medizinrecht werden dazu Vertreter des Bundesgesundheitsministeriums und der Bundesärztekammer sowie Experten der Medizininformatik und der Rechtswissenschaft Stellung nehmen.

Müll im Krankenhaus schluckt zu viel Geld

Eigene Desinfektionsanlage kann Entsorgungskosten reduzieren

 

Darmstadt (30.Januar 2009) - Krankenhäuser stecken schon deutlich länger in der Krise als die derzeit Schlagzeilen machenden Banken und Autohersteller. Reformen im Gesundheitssystem und andere Zwänge lassen viele Kliniken zumindest in Teilbereichen rote Zahlen schreiben. Die Senkung der Betriebskosten ist daher fast überall ein Muss. Sparen können Klinikbetreiber dabei an einer oft übersehenen Stelle: beim Müll.

"Bei der Entsorgung medizinischer Abfälle können in der Regel viele Kosten reduziert werden", erklärt Marc Hoffmann vom Fachgebiet Abfalltechnik der TU Darmstadt, "aber bislang wird diesem Bereich noch zu wenig Bedeutung beigemessen". Der Ingenieur hat am Universitätsklinikum Jena ein Modellprojekt durchgeführt, bei dem die Klinik ihre Ausgaben für die Entsorgung deutlich reduzieren konnte. Ein modernes Abfallwirtschaftskonzept kann die Gesamtkosten der Abfallbeseitigung um bis zu 20 Prozent reduzieren, schätzt Hoffmann.

"Schwarzarbeitendes" Protein wirkt entzündungshemmend

 

Gießen (29. Januar 2009) - Ein internationales Wissenschaftlerteam unter Führung der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Andreas Meinhardt (Institut für Anatomie und Zellbiologie der Universität Gießen) hat einen neuen "Nebenjob" für ein ribosomales Protein entdeckt und damit möglicherweise einen Beitrag zur Bekämpfung von Krankheiten geleistet an denen der entzündungsfördernde Makrophagen-Migrations-Inhibitionsfaktor ursächlich beteiligt ist. Die Forschungsergebnisse sind gerade vorab online im "Journal of Biological Chemistry" erschienen.

Rettender Eingriff an der Lunge eines Jungen im Mutterleib

 

Im Alter von zehn Wochen ruht sich Jan bei seiner Mutter aus. Photo: privatBonn (29. Januar 2009) - Jan drohte nach der Geburt zu ersticken. Denn ab der 16. Schwangerschaftswoche verlor die Fruchtblase seiner Mutter durch ein kleines Leck Wasser. Ihre Gebärmutter und seine Bauchorgane quetschten seine Lunge zunehmend ein - sie konnte dadurch nicht weiterwachsen. Mit einem Eingriff in die Atemwege des ungeborenen Kindes retteten Fetalchirurgen am Universitätsklinikum Bonn dem kleinen Jan vermutlich das Leben.

Damit gelang dieser Eingriff den Bonnern bereits zum zweiten Mal. Diesmal konnten die Ärzte aber nicht nur der Lunge beim Wachsen zu schauen, sondern bereits nach zwei Tagen eine deutlich verbesserte Lungendurchblutung feststellen. Die renommierte amerikanische Fachzeitschrift Obstetrics & Gynecology berichtete jetzt über diesen Fall.

Landkarte der Geldflüsse - imedo sorgt für mehr Transparenz im Gesundheitswesen

 

Abb.: Das Poster 'Kosten des Gesundheitswesens' ist eine vereinfachte Darstellung ... Das Poster 'Kosten des Gesundheitswesens' ist eine vereinfachte Darstellung der Finanzströme und Kosten im deutschen Gesundheitswesen. Photo: obs/Imedo GmbHBerlin (27. Januar 2009) - Das imedo-Gesundheitskostenplakat erklärt die Kosten und Strukturen des deutschen Gesundheitswesens. "Intransparenz, gegenseitiges Misstrauen, Geldgier und soziale Verantwortungslosigkeit, der tägliche gruppenegoistische Kampf um das knappe Geld lähmen die Produktivität des Gesundheitssystems und das organisatorische Wachstum der Gesundheitswirtschaft. Jeder im Gesundheitswesen misstraut jedem, alle fühlen sich benachteiligt und verkannt, keiner blickt wirklich durch und alle sind immer unzufrieden und kranke Menschen wissen nicht mehr, auf wen sie sich noch verlassen können", erklärte Dr. Ellis Huber gestern bei der Präsentation des Gesundheitskostenplakats.

Hauptwirkstoff von "Spice" identifiziert

Das Institut für Rechtsmedizin des Universitätsklinikums Freiburg und das Bundeskriminalamt warnen vor der Modedroge "Spice"

 

Freiburg (19. Januar 2009) - Das Rechtsmedizinische Institut des Universitätsklinikums Freiburg und das Bundeskriminalamt warnen eindringlich vor dem Konsum von "Spice" und vergleichbaren Produkten. Bei "Spice" handelt es sich um Mischungen aus getrockneten Pflanzenteilen, die als Räuchermischungen deklariert werden, tatsächlich aber als Ersatz für Cannabisprodukte Verwendung finden. Für Konsumenten ist nicht erkennbar, ob den Kräutermischungen synthetische, hochpotente Wirkstoffe zugesetzt wurden.

"Lepra bleibt eine potentielle Zeitbombe"

DAHW: 10 Prozent der neu entdeckten Patienten sind Kinder

 

Würzburg (16. Januar 2009) - Jeder zehnte neue Lepra-Patient ist ein Kind, darauf weist die Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe (DAHW) aus Anlass des Welt-Lepra-Tages am 25. Januar hin. "Dies ist der Beweis, dass die Ansteckung ungebrochen weitergeht", erklärt der leitende DAHW-Mediziner Dr. Adolf Diefenhardt und verweist auf das Problem der "stillen Überträger". Diese Menschen verbreiten das Bakterium durch Tröpfcheninfektion, ohne selbst zu erkranken: "Damit bleibt Lepra eine potentielle Zeitbombe."

Beginnt die Adipositas im Kopf?

Sechs neu entdeckte Gene zur Gewichtsregulation wirken neuronal

 

Neuherberg (8. Januar 2009) - Erhebliches Übergewicht, im wissenschaftlichen Sprachgebrauch Adipositas, erhöht das Risiko für Begleiterkrankungen, wie beispielsweise die Zuckerkrankheit (Typ 2 Diabetes). Ein internationales Wissenschaftlerteam mit deutscher Beteiligung durch das Helmholtz Zentrum München konnte sechs neue Adipositasgene identifizieren. Genexpressionsanalysen zeigten, dass alle sechs Gene in Gehirnzellen angeschaltet sind.

Das internationale GIANT (Genetic Investigation of Anthropometric Parameters) Konsortium ist der Entdeckung von Adipositasgenen auf der Spur. Dazu werteten die Wissenschaftler bislang zwei Millionen DNA-Varianten in mittlerweile 15 genomweiten Assoziationsstudien mit insgesamt über 32 000 Teilnehmern aus. Die daraus resultierenden Kandidatengene wurden in weiteren 14 Studien mit 59 000 Teilnehmern validiert. Neben den bereits bekannten Genen FTO und MC4R konnten nun sechs zusätzliche Gene identifiziert werden: TMEM18, KCTD15, GNPDA2, SH2B1, MTCH2 und NEGR1.

Sensor in Arterie misst Blutdruck

 

Abb.: Der winzige Drucksensor - hier auf einem Finger abgebildet - misst den Blutdruck direkt in der Leistenschlagader.Fraunhofer IMSDuisburg (5. Januar 2009) - Bluthochdruck kann Ärzte und Patienten vor eine Geduldsprobe stellen: Oft muss der Blutdruck längere Zeit beobachtet werden, bis er sich einstellen lässt. Ein Drucksensor vereinfacht dies nun. Er wird in die Leistenschlagader eingeführt und überträgt die Daten drahtlos.

Strömt das Blut mit zu hohem Druck durch die Arterien, auch wenn der Mensch ruhig auf dem Sofa liegt, kann dies gefährlich sein: Beim Bluthochdruck pumpt das Herz ständig auf Hochtouren, was sowohl Herz- als auch Gefäßwände belastet. Medikamente sollen Abhilfe schaffen. Bei vielen Patienten lässt sich der Blutdruck dennoch nur schwer einstellen - er muss über einen längeren Zeitraum konsequent überwacht werden.

Der Natur abgeschaut: Kleben zum Überleben

Einsatz von biomimetischen Klebstoffen für die Medizinforschung

 

Wien (29. Dezember 2008) - Eine Gruppe um Janek von Byern, Biologe an der Universität Wien, untersucht die Hautsekretabsonderungen von Salamandern mit der Absicht, daraus neue Klebstoffe für medizinische Anwendungen zu entwickeln. Dabei werden die Struktur der Klebedrüsen und insbesondere die Zusammensetzung des Klebstoffes genau analysiert. Ziel ist es, der Natur nachgebaute, so genannte biomimetische, Klebstoffe für die Wundheilung zu gewinnen, die frei von gesundheitsschädlichen Nebenwirkungen sind.

Magnetische Zellen sollen Schäden im Körper reparieren

 

Bonn (22. Dezember 2008) - Ein Traum der Medizin ist es, lokal begrenzte Schäden im Körper mit Hilfe gesunder Zellen zu beheben. Doch wie lässt sich verhindern, dass die Zellen nicht gleich vom Blutstrom fortgespült werden, bevor sie in das Gewebe einwachsen? Wissenschaftler der Universität Bonn haben zusammen mit Kollegen aus München und Berlin eine Lösung dieses Problems gefunden: Sie präparierten die Hilfszellen so, dass diese sich mittels starker Magnete an die passende Stelle dirigieren ließen. Die Forscher berichten in der kommenden Ausgabe der Zeitschrift PNAS über ihre Ergebnisse.

Sex und Gender in der Medizin: Frauen und Männer sind anders krank

 

Göttingen (12. Dezember 2008) - Die niederländische Professorin für Gender Studies im Gesundheitswesen Dr. Ineke Klinge lehrt im Wintersemester 2008/2009 an der Abteilung Ethik und Geschichte der Medizin der Universitätsmedizin Göttingen. Ihre Gastprofessur wird vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur im Rahmen des Maria-Goeppert-Mayer-Programms für internationale Frauen- und Genderforschung gefördert. In ihrer Antrittsvorlesung spricht Dr. Klinge über "Bringing gender expertise to biomedical and health research". Sie wird erläutern, warum das biologische Geschlecht (Sex) und die soziokulturelle Geschlechtsrolle (Gender) wichtige Gesundheitsfaktoren und wesentliche Aspekte der Gesundheitsforschung sind. An gut dokumentierten Beispielen wird sie zeigen, auf welch unterschiedliche Weise Frauen und Männer erkranken oder krank sind. Die Veranstaltung am Donnerstag, dem 18. Dezember 2008, findet im Seminarraum der Abteilung Ethik und Geschichte der Medizin, Humboldtallee 36, statt und beginnt um 14:30 Uhr. Die Vorlesung ist öffentlich und wird in englischer Sprache gehalten.

Dialog zu eHealth-Anwendungen intensivieren

 

Darmstadt/Berlin (20. November 2008) - Die Arbeitsgruppe 7 "Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) und Gesundheit" des IT Gipfels der Bundesregierung hat Verstärkung bekommen: Neues Mitglied wird der GKV-Spitzenverband. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) nimmt als ständiger Gast teil. Die Arbeitsgruppe 7 beschäftigt sich mit der Einführung von neuen eHealth-Anwendungen in Deutschland. Mit der künftigen Beteiligung des GKV-Spitzenverbandes und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung als Gast sitzen Selbstverwaltung, Politik, Forschung und Industrie bei diesem Zukunftsthema nun gemeinsam an einem Tisch.

DKG stellt "Krankenhaus Barometer 2008" vor

Kein Licht am Ende des Tunnels

 

Berlin  (29. Oktober 2008) -  Zu den Ergebnissen des "Krankenhaus-Barometers 2008" des Deutschen Krankenhausinstituts (DKI) erklärt der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Georg Baum:
"Seit Jahren haben die Krankenhäuser nicht mehr so pessimistisch und sorgenvoll in die Zukunft geschaut. Der Anteil der Krankenhäuser mit verschlechtertem Jahresergebnis hat zugenommen. Die Zahl der Kliniken mit Verlusten liegt bei knapp 30 Prozent unverändert hoch. Obwohl in der Regel zeitlich befristet, laufen noch immer rund 200 Krankenhäuser unter tariflichen Ausnahmebedingungen. Hinzu kommen viele Kliniken, die aus Tarifgemeinschaften ausgetreten sind. Noch schlechter sind laut DKI-Umfrage die Erwartungen für das laufende und für das kommende Jahr.