Onkologie_aktuell

Vorteilen beim Gesamtüberleben stehen keine gravierenden Nachteile gegenüber

Nivolumab mit Ipilimumab:
Wirkstoffkombination hat Zusatznutzen bei fortgeschrittenem Nierenzellkarzinom

Köln (15. Mai 2019) - Das Nierenzellkarzinom ist eine der Krebserkrankungen, bei denen das Spektrum der erfolgversprechenden Therapieoptionen in den letzten Jahren deutlich breiter geworden ist. Seit 2013 hat das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) bereits mehrmals in frühen Nutzenbewertungen einem neuen Wirkstoff einen Zusatznutzen gegenüber der jeweiligen zweckmäßigen Vergleichstherapie attestieren können.

Aktualisierte CLL-Leitlinie

Breite Empfehlung von Ibrutinib für alle Patienten in der Erstlinientherapie

NEUSS (6. Mai 2019) – Die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie e.V. (DGHO) hat Anfang April 2019 eine aktualisierte onkopedia-Leitlinie zur Therapie von Patienten mit Chronischer Lymphatischer Leukämie (CLL) veröffentlicht.1 Ausgangspunkt waren vor allem Ergebnisse aus mehreren aktuellen Phase-III-Studien, in denen Mediziner die verschiedenen Therapieansätze bei CLL direkt miteinander verglichen hatten. Wesentliche Neuerungen betreffen vor allem die Therapiestruktur in der CLL-Erstlinie. Zum einen rückt Imbruvica® (Ibrutinib) von Janssen in den Fokus als die Therapieempfehlung für alle Patienten, zum anderen wird der IgHV-Mutationsstatus jetzt als therapieentscheidender, prädiktiver Marker eingestuft.

Studie zeigt deutliche Verlangsamung der symptomatischen Progression

Apalutamid bei Prostatakarzinom:
Hinweis auf beträchtlichen Zusatznutzen

Köln (2. Mai 2019) - Profitieren erwachsene Männer mit nicht metastasiertem kastrationsresistentem Prostatakarzinom, die ein hohes Risiko für die Entwicklung von Metastasen aufweisen, von einer Behandlung mit Apalutamid – oder tun sie besser daran, lediglich ihre konventionelle Androgendeprivationstherapie fortzusetzen? Dieser Frage ist das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) in einer frühen Nutzenbewertung nachgegangen. Die Analyse der Daten aus der noch laufenden randomisierten kontrollierten Studie SPARTAN ergab einen Hinweis auf einen beträchtlichen Zusatznutzen des neuen Wirkstoffs.

Pankreaskarzinom

Bessere Überlebenschancen durch eine neoadjuvante Chemotherapie?

Würzburg (15. April 2019) - Einer japanischen Studie mit mehr als 350 Teilnehmern zufolge könnte eine präoperative Chemotherapie das Überleben von Patienten mit einem operablen Pankreaskarzinom verlängern. Bislang war die Prognose in diesem Stadium der Erkrankung trotz einer postoperativen bzw. adjuvanten Therapie eher ungünstig.

Keimzelltumoren/Hodenkrebs

Psychosoziale Belastung bei jungen höher als bei älteren betroffenen Männern

Würzburg (15. April 2019) - Männliche Heranwachsende und junge Männer – sogenannte AYAs (engl. adolescents and young adults) – mit Hodenkrebs leiden offenbar im Vergleich zu älteren Betroffenen deutlich mehr unter Ängsten, so die Ergebnisse einer Studie. Dies gilt besonders für emotionale und praktische Bereiche. Die jungen Patienten berichteten häufiger über Wut und Frustration, ebenso machten sie sich mehr Sorgen über Schule, Arbeit und Finanzen.

Studien-Update zu ALK-positivem NSCLC

Mit Alecensa fast 3 Jahre PFS unabhängig von EML4-ALK-Fusionsgenvariante

Grenzach-Wyhlen (12. April 2019) - Eine kürzlich im Journal of Thoracic Oncology veröffentlichte Subgruppenanalyse bestätigt die überlegene Effektivität von Alecensa® ▼ (Alectinib) bei ALK-positivem nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC).1 Über alle untersuchten Subgruppen hinweg profitieren die Patienten davon,1 dass Alecensa in der First-Line-Therapie mit einem progressionsfreien Überleben (PFS) von 34,8 Monaten einhergeht.2 Dies erkennen auch nationale und internationale Leitlinien an: Die DGHO empfiehlt Alecensa als Standard für die First-Line-Behandlung.3 Die ESMO hat Alecensa in dieser Therapiesituation den höchsten Empfehlungsgrad (1,A) zugesprochen.4

Osteo-Onkologie

Osteoprotektive Substanzen:
Standard bei Knochenmetastasten, noch unterschätzt bei antihormonellen Therapien 

München (15. März 2019) -- Knochenmetastasen sind eine häufige Komplikation von Tumorerkrankungen, die die Lebensqualität der Patienten erheblich einschränken und das Gesamtüberleben von Tumorpatienten reduzieren können (1). Die Therapie erfolgt mit osteoprotektiven Substanzen wie Bisphosphonaten und dem RANK-Ligand-Inhibitor Denosumab (XGEVA®), der sich bei der Verzögerung skelettaler Komplikationen einer Bisphosphonattherapie überlegen gezeigt hat (2). Der Osteoprotektion kommt aber auch als Supportivtherapie bei antihormonellen Therapien beim Mamma- und beim Prostatakarzinom große Bedeutung zu, wie Prof. Ingo Diel, Mannheim, auf einem Fachpresse-Workshop zum Thema Osteo-Onkologie im Vorfeld des Jahreskongresses der Arbeitsgemeinschaft Supportive Maßnahmen in der Onkologie (AGSMO) betonte. So konnte Denosumab in osteologischer Dosierung (Prolia® 60 mg q6m) in der ABCSG-18-Studie bei Mammakarzinom-Patientinnen unter adjuvanter Aromatasehemmertherapie nicht nur die Zeit bis zum Auftreten einer Fraktur verlängern. Mittlerweile wurde auch eine Verlängerung des krankheitsfreien Überlebens beobachtet (17). Auch die Sprecherin der AGSMO, Prof. Petra Feyer, Berlin, die den Workshop moderierte, betonte die Bedeutung der Osteoprotektion als Teil der onkologischen Supportivtherapie: „Ich freue mich, dass die Osteoprotektion heute mehr in den Fokus von Onkologen und Gynäko-Onkologen gerückt ist.“

Deutsche Krebsgesellschaft (DKG)

Onkologische Leitlinien stehen ab sofort auch per App zur Verfügung

Berlin (5. März 2019) - Ärzte, die den unkomplizierten elektronischen Zugang zu den S3-Leitlinien des Leitlinienprogramms Onkologie suchen, können ab sofort auch eine App nutzen. Das App-Format sorgt dafür, dass S3-Leitlinien über mobile Endgeräte abrufbar sind und wurde im Auftrag der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) sowohl für iPhones als auch für Android-Smartphones entwickelt. Derzeit sind zwölf Leitlinien des Leitlinienprogramms Onkologie über die App verfügbar; weitere stehen in Kürze zum Abruf bereit.

Prostata-Karzinom

ERLEADA® (Apalutamid):
Neue Therapieoption für Männer mit Hochrisiko-M0CRPC

Neuss (7. Februar 2019) – Mit Apalutamid (Erleada®) von Janssen Pharmaceutical Companies of Johnson & Johnson steht für Patienten mit nicht-metastasiertem kastrationsresistenten Prostatakarzinom (M0CRPC, nm-CRPC) und hohem Risiko für die Entwicklung von Metastasen seit Januar eine neue Therapie zur Verfügung. In Leitlinien wurde Patienten mit M0CRPC-Patienten bisher ein abwartendes Vorgehen unter Beibehaltung der klassischen Androgendeprivationstherapie (ADT) empfohlen [1,2]. Die Betroffenen hätten sich daher damit abfinden müssen, bis zum Nachweis von Metastasen nur regelmäßig zu Kontrolluntersuchungen zu gehen, ohne effektiv in das Krankheitsgeschehen eingreifen zu können, erklärte PD Dr. Thomas J. Schnöller, Mindelheim. Denn die modernen systemischen Therapien waren zunächst nur für das metastasierte kastrationsresistente Prostatakarzinom (mCRPC) zugelassen. Dies hat sich erst kürzlich geändert.

Prostatatumore

18-monatige Hormonentzugstherapie nach Bestrahlung kann bei Hochrisiko-Prostatakrebs ausreichen

Berlin (17. Januar 2019) - Eine Behandlungsoption bei Patienten mit fortgeschrittenen oder Hochrisiko-Tumoren ohne Lymphknotenbefall oder Metastasen (cT3- cT4-Tumoren, PSA > 20ng/ml oder Gleason ≥ 8), ist die Strahlentherapie mit Langzeit-Hormonentzugstherapie. Während die Strahlentherapie relativ gut vertragen wird, treten bei vielen Patienten Probleme unter der Hormonentzugstherapie aus. Wie eine aktuelle Studie zeigt, kann die Therapie in diesen Fällen von 36 auf 18 Monate verkürzt werden – ohne dass dadurch das Gesamtüberleben beeinträchtigt wird.

44. Münchener Fachpresse-Workshop

ASH und SABCS 2018
Biosimilars in der Langzeit-Beobachtung,
Neues in der Therapie des HER2-positiven und des tripelnegativen Mammakarzinoms

München (17. Januar 2019) -- Die Nachmittagssitzung des Fachpresse-Workshops unter der Moderation von Prof. Michael Untch, Berlin, war den Neuigkeiten vom Jahreskongress der American Society of Hematology (ASH) und vom San Antonio Breast Cancer Symposium (SABCS) 2018 gewidmet. In diesem Zusammenhang gab Dr. Manfred Welslau, niedergelassener HämatoOnkologe aus Aschaffenburg, ein Update zu biosimilaren Antikörpern wie dem RituximabBiosimilar CT-P10 (Truxima®) im Bereich der Hämatologie und dem Trastuzumab-Biosimilar CT-P6 (Herzuma®) im Bereich der gynäkologischen Onkologie. Untch, Leiter des interdisziplinären Brustzentrums am Helios Klinikum Berlin-Buch, stellte mit der KATHERINE- und der IMpassion130-Studie zwei auf dem SABCS präsentierte Analysen vor, die den Behandlungsalltag bei bestimmten Subgruppen des Mammakarzinoms verändern werden. Adjuvantes T-DM1 erwies sich beim HER2-positiven Mammakarzinom bei Patientinnen ohne pathologische Komplettremission nach der neoadjuvanten Therapie als besser als adjuvantes Trastuzumab. Nab-Paclitaxel (Abraxane®), Standard bei Patientinnen mit fortgeschrittenem tripelnegativem Mammakarzinom, kann für bestimmte Patientinnensubgruppen mit einem Checkpoint-Inhibitor ergänzt werden.

44. Münchener Fachpresse-Workshop

Praxisrelevante Daten vom ASH 2018 zu hämatologischen Neoplasien 

München (17. Januar 2019) -- Im Rahmen der Vormittagssitzung beim 44. Münchener Fachpresse-Workshop stellten namhafte Referenten Top-Neuigkeiten vom unlängst stattgefundenen ASH-Kongress zu hämatoonkologischen Erkrankungen vor und bewerteten diese unter dem Aspekt ihrer Praxisrelevanz. Bei der CML stehen laut Prof. Philipp Jost, München, zum einen die Kombinationstherapie mit Interferon und Nilotinib (Tasigna®) und zum anderen die Prüfsubstanz Asciminib als ein neues Wirkprinzip der BCR-ABL-Inhibition im Mittelpunkt des Interesses. Für die myelodysplastischen Syndrome (MDS) referierte Prof. Norbert Gattermann, Düsseldorf, die Daten der prospektiven, randomisierten und plazebokontrollierten TELESTO-Studie, die den Einsatz der Eisenchelation z.B. mit Deferasirox (Exjade®) bei Patienten mit Niedrigrisiko-MDS und transfusionsbedingter Eisenüberladung stützen.

IQWiG

Fortschreitendes Plattenzellkarzinom an Kopf und Hals:
Pembrolizumab verlängert das Überleben

  • Nur wenige Studienteilnehmer zulassungskonform behandelt, daher Ausmaß des Zusatznutzens nicht quantifizierbar

Köln (15. Januar 2019) - Das Plattenepithelkarzinom ist eine der häufigsten Krebserkrankungen der Haut und der Schleimhäute. Für Patientinnen und Patienten mit Tumoren in der Kopf-Hals-Region, also im Mund, Rachen oder Kehlkopf, waren die Therapieoptionen im fortgeschrittenen Stadium bislang sehr begrenzt: Kommt es während oder nach einer platinbasierten Chemotherapie zu Rezidiven oder Metastasen, ist eine Heilung im Allgemeinen nicht zu erwarten. Es geht dann um eine Verlängerung der verbleibenden Lebenszeit unter möglichst guten Lebensbedingungen.