Aktualisierte CLL-Leitlinie

Breite Empfehlung von Ibrutinib für alle Patienten in der Erstlinientherapie

NEUSS (6. Mai 2019) – Die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie e.V. (DGHO) hat Anfang April 2019 eine aktualisierte onkopedia-Leitlinie zur Therapie von Patienten mit Chronischer Lymphatischer Leukämie (CLL) veröffentlicht.1 Ausgangspunkt waren vor allem Ergebnisse aus mehreren aktuellen Phase-III-Studien, in denen Mediziner die verschiedenen Therapieansätze bei CLL direkt miteinander verglichen hatten. Wesentliche Neuerungen betreffen vor allem die Therapiestruktur in der CLL-Erstlinie. Zum einen rückt Imbruvica® (Ibrutinib) von Janssen in den Fokus als die Therapieempfehlung für alle Patienten, zum anderen wird der IgHV-Mutationsstatus jetzt als therapieentscheidender, prädiktiver Marker eingestuft.


Ibrutinib präferierte Option bei Status IgHV-unmutiert

In der aktualisierten Struktur zur initialen Therapie der CLL verortet das Leitliniengremium den BTKa-Inhibitor als Therapie der Wahl für alle Patienten ohne del17p/TP53mutb, deren Status IgHV-unmutiert ist – unabhängig von Alter oder körperlicher Fitnessc. Diese Empfehlung stützt sich u.a. auf Ergebnisse einer Subgruppenanalyse der Phase-III-Studie RESONATE-2.2 Darin hatte Ibrutinib unabhängig vom IgHV-Mutationsstatus gegenüber Chlorambucil Hinweise auf einen signifikanten Vorteil im progressionsfreien Überleben (PFS) gezeigtd. Während die Teilnehmer unter Ibrutinib in beiden Kohorten (IgHV-mutiert und

IgHV-unmutiert) das mediane PFS nach einem medianen Follow-up von 48 Monaten noch nicht erreicht hatten, lag es im Kontrollarm unter Chlorambucil bei 9 Monaten (IgHV-unmutiert) bzw. 17 Monaten (IgHV-mutiert). Das Progressions- und Sterberisiko war in den beiden Kohorten unter Ibrutinib um relativ 84% (IgHV-mutiert) bzw. 91% (IgHV-unmutiert) gegenüber Chlorambucil verringert (HR 0,164 bzw. 0,088; 95%-KI: 0,071-0,378 bzw. 0,046-0,169; p-Wert nicht berichtet).2
 
 
Ibrutinib auch bei Status IgHV-mutiert empfohlen
 
Auch bei CLL-Patienten, die den prognostisch günstigeren Status IgHV-mutiert aufweisen, verortet die aktualisierte Leitlinie jetzt den BTK-Inhibitor als gleichberechtigte Erstlinien- Alternative zu einer Chemoimmuntherapie – ebenfalls unabhängig von Alter oder körperlicher Fitnesse. Die Autoren empfehlen zudem, den CLL-IPI (International Prognostic Index) zu nutzen, um die Prognose von CLL-Patienten besser abschätzen zu können. Der CLL-IPI setzt sich aus den Parametern Alter, Binet-Stadium, β2-Mikroglobulin, IgHV-Mutationsstatus sowie del17p/TP53mutf-Status zusammen.
 
Mit der breiten Empfehlung für den Einsatz einer Ibrutinib-Monotherapie in der CLL-Erstlinie unterstreicht das Leitliniengremium die solide Evidenzbasis des BTK-Inhibitors, die sich aus klinischen Studien und Real-World-Daten zusammensetzt.
 
 
Anmerkungen

  • a BTK: Bruton-Tyrosinkinase
  • b 17p-Deletion oder TP53-Mutation
  • c gebrechliche (no go) Patienten ausgeschlossen
  • d explorativer Endpunkt; um die hypothesengenerierenden Hinweise zu validieren, müssen weitere prospektive Studien folgen.
  • e gebrechliche (no go) Patienten ausgeschlossen
  • f 17p-Deletion oder TP53-Mutation

 
 
Literatur

  1. Onkopedia Leitlinie CLL, Stand April 2019, https://www.onkopedia.com/de/onkopedia/guidelines/chronische-lymphatische-leukaemie-cll/@@view/pdf/index.pdf, letzter Zugriff April 2019.
  2. Burger J et al., EHA 2018; Poster #PF343

 
 
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Quelle: Janssen-Cilag, 06.05.2019 (tB).