Amgen LogoAmgen Onkologie

Mit Leidenschaft gegen das, was Leiden schafft

  • Amgen Onkologie-Pipeline – Fokus auf Innovationen bei hohem medizinischem Bedarf
  • Anhaltender Anstieg der Thrombozytenzahl unter Nplate® bei der Immunthrombozytopenie (ITP)
  • Konsistent längeres Überleben beim mCRC unter Vectibix®
  • Meilenstein beim multiplen Myelom: Kyprolis® als selektiver Proteasominhibitor für eine zielgerichtete Therapie

München/Berlin (11. Oktober 2019) – Es gibt Fortschritte beim Therapiemanagement von verschiedenen hämatologischen und onkologischen Krankheitsbildern: Beispiele sind die Immunthrombozytopenie, das metastasierte kolorektale Karzinom sowie das multiple Myelom, wie beim MediaDialog von Amgen anlässlich des diesjährigen Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (DGHO) deutlich wurde. Das Unternehmen stellte bei der Veranstaltung in Berlin auch seine aktuelle Onkologie-Pipeline vor.



Innovationen für Patienten: Die Onkologie-Pipeline von Amgen

Über die Ausrichtung der Onkologie-Pipeline von Amgen informierte in Berlin Dr. Achim Rieth, Medical Development Director Therapeutic Area Hematology/Oncology bei der Amgen GmbH. Im Fokus des Unternehmens steht nach seiner Darstellung die Erforschung der molekularen Mechanismen, die einer Krankheit zugrunde liegen und das Herausarbeiten von Zielstrukturen mit Hilfe der Humangenetik. Amgen konzentriert sich dabei auf schwere Erkrankungen, bei denen ein großer medizinischer Bedarf besteht. Bei der Entwicklung innovativer Behandlungsmöglichkeiten wird eine integrierte Plattform genutzt, die kleine, mittlere und große (biologische) Moleküle zusammenbringt, um die am besten geeignete Therapieform zu erarbeiten. Dieser Ansatz hat zu einem breit angelegten differenzierten Portfolio verschiedener Wirkstoffe zur Therapie hämatologischer und solider Tumore geführt. 


10 Jahre Romiplostim für Patienten mit ITP

Bei der Immunthrombozytopenie (ITP) handelt es sich nach Prof. Dr. Axel Matzdorff aus Schwedt um eine Autoimmunerkrankung, bei der es zu einem vermehrten Abbau oder einer gestörten Neubildung von Thrombozyten kommt. Die Behandlung der ITP richtet sich nach der Schwere der Störung. Bei einer stärker eingeschränkten Thrombozytenzahl und deutlich erhöhter Blutungsneigung wird üblicherweise mit Steroiden und gegebenenfalls auch Immunglobulinen behandelt. Problematisch allerdings ist nach Matzdorff, dass lediglich ein Drittel der ITP-Patienten unter der Steroidbehandlung eine dauerhafte Remission erzielt.1,2 In zweiter Linie besteht in solchen Fällen eine Indikation für einen ThrombopoetinrezeptorAgonisten (TPO) wie Romiplostim (Nplate®), der die Thrombozytopoese im Knochenmark anregt.3 Von der Behandlung mit Romiplostim können in der Europäischen Union erwachsene Patienten mit chronischer ITP, die gegenüber anderen Therapien refraktär sind, seit nunmehr einer Dekade profitieren.4 Im Februar 2018 folgte die Zulassungserweiterung für die Therapie von Kindern ab 1 Jahr. Durch die Behandlung mit dem TPO ist Studien zufolge bei vielen Patienten ein anhaltender Anstieg der Thrombozytenzahl zu erreichen bei zugleich guter Verträglichkeit.5 Es resultieren weniger Blutungen und damit auch weniger Krankenhausaufenthalte, die bei der ITP stark eingeschränkte Lebensqualität der Patienten wird damit nachhaltig gebessert. 5 Für die gute klinische Wirksamkeit von Romiplostim spricht nach Angaben des Mediziners ein weiterer Befund: Bei rund einem Drittel der Patienten kann im weiteren Verlauf eine so gute Stabilisierung der Thrombozytenwerte erwirkt werden, dass der TPO ganz abgesetzt werden kann.6


mCRC: Aktuelle Trends beim Therapiemanagement

Ein Therapieziel bei der Behandlung des metastasierten kolorektalen Karzinoms (mCRC) ist eine maximale Tumorreduktion. Patienten mit einem guten Allgemeinzustand erhalten hierzu im Allgemeinen eine Chemotherapie. Die Behandlung wird anschließend durch eine Erhaltungstherapie fortgeführt, wobei laut Prof. Dr. Sebastian Stintzing, Berlin, eine Deeskalationstrategie zu empfehlen ist.7 Diese kann üblicherweise als Oxaliplatin-Deeskalation erfolgen, wie die SAPPHIRE-Studie belegt.8 In der Studie wurde eine Patientengruppe mit mCRC KRAS-Wildtyp mit Panitumumab (Vectibix®)9 und mFOLFOX6 behandelt und eine zweite Gruppe mit Panitumumab und 5-FU/LV. Der primäre Endpunkt, die Rate des progressionsfreien Überlebens (PFS) von mehr als 30 Prozent nach neun Monaten, wurde in beiden Gruppen erreicht. Auch hinsichtlich des medianen PFS sowie des medianen Gesamtüberlebens (OS) zeigte sich ein vergleichbarer Krankheitsverlauf bei der Therapiefortführung unter Oxaliplatin-Deeskalation. Allerdings war die Verträglichkeit der Behandlung deutlich besser, es kam insbesondere zu weniger Neuropathien mit einem Grad ≥ 2.

Generell kann durch die Kombination des Anti-EGFR-Antikörpers (Epidermal Growth Factor Receptor) Panitumumab und einer Chemotherapie ein konsistent längeres medianes PFS erwirkt werden, wie der Mediziner darlegte. Er begründete dies nicht nur mit der SAPPHIREStudie, sondern darüberhinaus mit den Ergebnissen der Studien VALENTINO10 und PRIME/PEAK11. Durch die Hinzunahme von Panitumumab zu FOLFOX4 kann nach dem Ergebnis der PRIME-Studie zudem ein rascheres und tieferes Ansprechen erreicht werden.12 Das mediane PFS wie auch das OS waren unabhängig von der verabreichten Therapie bei Patienten mit einer ETS (early tumor shrinkage) von 30 Prozent und mehr deutlich länger als bei Patienten mit einer ETS unter 30 Prozent. Es resultiert zudem entsprechend der gepoolten Analyse der Daten von PRIME und PEAK ein verlängertes Gesamtüberleben bei einem ETS von ≥ 30 Prozent unabhängig von der Tumorlokalisation und der verabreichten Therapie. 

In der Sequenz ist laut Stintzing der EGFR-Antikörper gefolgt von einem VEGF-Antikörper (Vascular Endothelial Growth Factor) wie Bevacizumab erfolgreicher. Nach Bevacizumab scheint zudem Panitumumab gegenüber der Gabe von Cetuximab überlegen zu sein. Mit der FIRE-5 und der FIRE-8 Studie wird die Therapie mit Panitumumab versus Bevacizumab bei Patienten mit niedrigfrequenter RAS-Mutationslast sowie bei „nicht-athletischen“ Patienten mit mCRC weiter untersucht.


Meilenstein Carfilzomib – Proteasominhibition beim multiplen Myelom

Als einen Meilenstein in der Therapie des multiplen Myeloms stellte Prof. Dr. Martin Gramatzki, Kiel, in Berlin die Proteasominhibition vor. Mit Wirkstoffen wie Carfilzomib (Kyprolis®), einem irreversiblen, spezifischen und hochselektiven Proteasominhibitor ist nach Darstellung des Mediziners eine Proteinüberladung zu induzieren, die die Plasmazelle in die Apoptose treibt. Die Proteasominhibition blockiert darüberhinaus die Prozessierung von Signalmolekülen und isoliert die Plasmazelle von ihrem proliferationsfördernden Umfeld. 

Dass Proteasominhibitor jedoch nicht gleich Proteasominhibitor sei, gab Gramatzki zu bedenken. Das belegen die Ergebnisse der ENDEAVOR-Studie, einem Head-to-HeadVergleich von Carfilzomib und Bortezomib.13 Die Studie dokumentiert eine signifikante Überlegenheit von Carfilzomib mit einer Verdoppelung des tiefen Ansprechens von 6 versus 13 Prozent, einer Verdoppelung des PFS von 9,4 auf 18,7 Monate, einer signifikanten Verlängerung des Gesamtüberlebens von 40,0 auf 47,6 Monate und einer deutlich geringeren Rate an Neuropathien.

Carfilzomib kann in Kombination mit Dexamethason (Kd) als auch als Dreifachkombination mit Lenalidomid und Dexamethason (KRd) eingesetzt werden.14 Nach dem Ergebnis der ASPIREStudie kam es bei der Triplett-Therapie zu einem schnellen Ansprechen nach median einem Monat. Auch Patienten mit multiplem Myelom und hohem zytogenetischem Risiko profitierten von der zusätzlichen Gabe des selektiven Proteasominhibitors mit einem medianen PFS-Vorteil von 9,2 Monaten.15 Des Weiteren zeigte die ASPIRE-Studie bei Patienten im ersten Rezidiv, die KRd erhielten, eine fünfmal höhere Rate für eine Komplettremission als unter Lenalidomid und Dexamethason alleine.16 Von besonderem Wert sei das tiefe Ansprechen für fitte Patienten, die noch lange mit der Erkrankung leben.


Über Amgen 

Amgen ist ein weltweit führendes unabhängiges Biotechnologie-Unternehmen, das mit nahezu 21.000 Mitarbeitern in fast 100 Ländern weltweit seit fast 40 Jahren vertreten ist. In Deutschland arbeiten wir an verschiedenen Standorten mit über 750 Mitarbeitern jeden Tag daran, Patienten zu helfen. Weltweit profitieren jährlich Millionen von Patienten mit schweren oder seltenen Erkrankungen von unseren Therapien. Unsere Arzneimittel werden in der Nephrologie, Kardiologie, Hämatologie, Onkologie, Knochengesundheit und bei chronisch-entzündlichen Erkrankungen eingesetzt. Neben Originalpräparaten beinhaltet unser Portfolio auch Biosimilars. Wir verfügen über eine vielfältige Pipeline.

 

Literaturverweise

  1. George JN et al., Blood 1996; 88: 3-40
  2. Provan D et al., Blood 2010; 115: 168-186
  3. Kuter DJ et al., Lancet 2008; 371: 395-403
  4. Fachinformation Nplate®, Stand Januar 2018
  5. Kuter DJ et al., Br J Haematol 2013; 161: 411-423
  6. Newland A, Godeau B, Priego V, et al. Br J Haematol 2016;172(2):262–273
  7. Schmiegel W et al., S3-Leitlinie kolorektales Karzinom, Z. Gastroenterol 2008; 46: 1-73
  8. Takahashi M et al., Ann Oncol 2018; 29 (Suppl_5), PD-011
  9. Fachinformation Vectibix®, Stand September 2019
  10. Pietrantonio F et al, JAMA Oncol 2019 und ASCO 2018, J Clin Oncol 36 (suppl/abstr 3505)
  11. Rivera F et al., Ann Oncol 2017 (Suppl 5), abstract 519P
  12. Douillard JY et al., Eur J Cancer 2015; 51: 1231-1242
  13. Dimopoulos MA et al., Lancet 2016; 17: 27-38
  14. Fachinformation Kyprolis®, April 2019
  15. Stewart AK et al., N Engl J Med 2015; 372: 142-152
  16. Dimopoulos MA et al. Blood Cancer J 2017;7(4):e554





Quelle: Amgen, 11.10.2019 (tB).