Brustkrebs

Post-ASCO 2010: Aktuelle Ergebnisse zum Mammakarzinom

Wird die komplette Axilladissektion bei positivem Sentinel-Lymphknoten nun überflüssig?

 

Dipl.-med. Fakher Ismaeel

 

Berlin (23. Juni 2010) - Die Entfernung des Wächter- oder Sentinel-Lymphknotens hat seit längerer Zeit Einzug in die operative Therapie des Mammakarzinoms erhalten. Das Prinzip basiert darauf, dass ein negativer Sentinel eine negative Axilla (Achselhöhle) repräsentiert. Daher wird die Entfernung der axillären Sentinel nicht mehr als notwendig erachtet, wenn der Sentinel frei von Tumorzellen ist, bislang wohl aber, wenn Tumorzellen im Sentinel gefunden werden.

EvAluate: Zukunftsweisendes Studienprogramm zur individuellen Brustkrebs-Therapie

Molekulare Diagnostik, Versorgungsforschung und Gesundheitsökonomie als Grundlagen moderner Forschung

 

Erlangen (6. Mai 2010) - Das EvAluate-Studienprogramm ist mit bereits mehr als 7.500 eingeschlossenen Patientinnen das größte deutsche Studienprogramm im Bereich der Mammakarzinom-Forschung. Das innovative EvAluate-Studiendesign umfasst die beiden Studien TM und PreFacE, in denen Daten zur Versorgungsforschung und zur Gesundheitsökonomie sowie molekulare Erkenntnisse zu den Wirkungen und Nebenwirkungen von Medikamenten erhoben werden.

 

Bundesweites Netzwerk zertifizierter Therapiezentren

Bessere Versorgung von Patientinnen mit Brustkrebs

 

Berlin (24. März 2010) – Ein bundesweites Netzwerk zertifizierter Therapiezentren verbessert die Früherkennung und Therapie von Brustkrebs. 229 Krankenhäuser lassen inzwischen die Qualität ihrer Arbeit regelmäßig von unabhängigen Gutachtern nach festgelegten Kriterien überprüfen – und das zusätzlich zu bereits bestehenden Maßnahmen der Qualitätssicherung. Mit dem europaweit einzigartigen Projekt stellen die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG), die Deutsche Gesellschaft für Senologie (DGS) und die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) sicher, dass Brustkrebs-Patientinnen in Deutschland flächendeckend bestmöglich betreut werden.

 

Lapatinib

Neue Erkenntnisse zum Einsatz bei Brustkrebs

 

  • Frühzeitiger Einsatz kann Therapienutzen erhöhen
  • Signifikant längere Überlebenszeit bei Einsatz in der Zweitlinien-Therapie
  • Überwindung der Trastuzumab-Resistenz

 

Berlin (25. Februar 2010) - Der erste duale und in Tablettenform einnehmbare Tyrosinkinase-Hemmer Tyverb® (Lapatinib) hat sich in zahlreichen Studien als wirksam erwiesen. Lapatinib in Kombination mit Capecitabin ist EU-weit seit Juni 2008 die einzige zugelassene Second-Line-Therapie des metastasierten oder lokal fortgeschrittenen, ErbB2-positiven Brustkrebses. Dabei muss eine Therapie mit Anthrazyklinen und Taxanen, sowie in der metastasierten Situation die Gabe von Trastuzumab vorangegangen sein.

San Antonio Breast Cancer Symposium 2009

CONFIRM zeigt signifikant verbesserte Krankheitskontrolle mit Fulvestrant in höherer Dosierung

 

Fulvestrant 500mg verlängert signifikant die Zeit bis zur Progression beim Hormonrezeptor-positiven, fortgeschrittenen Mammakarzinom in der Postmenopause

 

Hamburg (17. Dezember 2009) – Auch beim diesjährigen San Antonio Breast Cancer Symposium standen antihormonelle Therapien des Mammakarzinoms im Fokus. Im Rahmen des weltweit größten Brustkrebskongresses wurden erstmalig die Ergebnisse der CONFIRM-Studie (COmparisoN of Faslodex In Recurrent or Metastatic breast cancer) präsentiert, die gezeigt hat, dass postmenopausale Patientinnen mit einem fortgeschrittenen, Hormonrezeptor-positiven Mammakarzinom in der 2nd line Therapie von einer höher dosierten Therapie mit Fulvestrant noch besser profitieren. Die Zeit bis zur Progression verlängerte sich signifikant mit einer 20%igen relativen Risikoreduktion. Weiterhin waren nach einem Jahr absolut 9% mehr Patientinnen progressionsfrei. Dabei war die im Vergleich zu anderen Therapieoptionen gute Verträglichkeit unverändert [1].

Frauen mit Brustkrebs könnten von einer autologen Stammzelltransplantation profitieren
IQWiG findet Belege für längeres ereignisfreies Überleben – aber auch Hinweise auf schwerwiegende Komplikationen

Berlin (16. Dezember 2009) - Im Vergleich zu einer konventionellen Chemotherapie kann eine sogenannte autologe Stammzelltransplantation das sogenannte ereignisfreie Überleben von Brustkrebs-Patientinnen verlängern. Klinische Studien liefern entsprechende Belege für Mammakarzinome mit und ohne Fernmetastasen. Es gibt aber auch Hinweise, dass bei einer solchen Stammzelltransplantation schwerwiegende, nahezu alle Organsysteme betreffende Komplikationen häufiger auftreten können. Zu diesem Ergebnis kommt der am 16. Dezember 2009 veröffentlichte Abschlussbericht des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG).

Neue Studie zu Iscador®

Verbesserte Lebensqualität für Brustkrebspatientinnen unter Chemotherapie

 

Schwäbisch-Gmünd (2. Dezember 2009) - Eine prospektive randomisierte offene Pilotstudie ergab eine Verbesserung der Lebensqualität bei zusätzlich zur Chemotherapie mit Iscador® M 5 mg spezial (anthroposophisches Mistelpräparat) behandelten Brustkrebspatientinnen. Die durch Chemotherapie induzierte Neutropenie trat in der Iscador®-Gruppe tendenziell weniger häufig auf als in der Kontroll-Gruppe. In der Pilotstudie wurde bei 61 Patientinnen mit Mammakarzinom eine Chemotherapie alleine mit der additiven Misteltherapie verglichen.

Eisenhaltige Nahrung erhöht Brustkrebsrisiko bei Frauen

 

Heidelberg (7. September 2009) -  Eine stark eisenhaltige Ernährung führt zu mehr Brustkrebsfällen. Außerdem im Heft: Kabeljauöl senkt Risiko, an Lungenkrebs zu sterben, bestimmte Genvarianten können in Verbindung mit Alkohol zu einem früheren Auftreten von Speiseröhrenkrebs führen.

ASCO 2009: Neue Entwicklungen beim Mammakarzinom


Von Prof. Dr. med.
Nadia Harbeck

 

Köln (25. Juni 2009) - Der ASCO 2009 in Orlando, Florida, stand unter dem Motto „Personalizing Cancer Care“. Die Beiträge zum Mammakarzinom auf dem diesjährigen ASCO Meeting lassen sich in Beiträge zur frühen („loco-regional and adjuvant therapy“) und zur fortgeschrittenen Erkrankung („metastatic breast cancer“) unterteilen. Die Originalbeiträge können im Virtual Meeting ( www.asco.org ) eingesehen werden.

Post-ASCO 2009:

Highlights Mammakarzinom-ASCO

 

Von Prof. Dr. med. Werner Lichtenegger

 

Berlin (17. Juni 2009) - Der diesjährige ASCO stand unter dem Leitthema der zugeschnittenen, individualisierten Therapiestrategien. Gerade die Behandlung des Brustkrebses hat sich in den letzten 10 Jahren erheblich verändert. Frühere Therapiestrategien gingen davon aus, dass sich Brustkrebs fast immer gleich behandeln lässt. Aufgrund der neuen molekularbiologischen Möglichkeiten konnte der Brustkrebs erheblich besser charakterisiert werden. So konnten verschiedene neue Merkmale als Grundlage eines multimodalen Therapiemanagement etabliert werden. Die Behandlung mit Herceptin gilt als einer der grössten Errungenschaften auf dem Weg einer individualisierten Therapiestrategie, die konsequent in der klinischen Forschung weiter verfolgt wird.

Vorbericht zu autologer Stammzelltransplantation bei Brustkrebs veröffentlicht

IQWiG findet Belege für längeres krankheitsfreies Überleben – aber auch Hinweise auf schwerwiegende Komplikationen

 

IQWiGBerlin (17. Juni 2009) - Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) untersucht derzeit, ob Patientinnen mit Brustkrebs (Mammakarzinom) von einer autologen Stammzelltransplantation profitieren können. Bei dieser Therapievariante werden den Erkrankten zu einem geeigneten Zeitpunkt während der Therapie autologe (eigene) Stammzellen entnommen und nach einer Hochdosis-Chemotherapie zurück übertragen. Die vorläufigen Ergebnisse dieser vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) beauftragten Nutzenbewertung hat das Institut am 17. Juni 2009 publiziert. Bis zum 15. Juli können interessierte Personen und Institutionen schriftliche Stellungnahmen zu diesem Vorbericht abgeben.

Wichtige Ergebnisse beim Senologie-Kongress 2009

Diät und Bewegung können Brustkrebs verhindern helfen

 

Deutsche Gesellschaft für SenologieBerlin (16. Juni 2009) - Frauen, die schlank und körperlich aktiv sind, erkranken seltener an Brustkrebs. Und bereits erkrankte Frauen, die auf ihr Gewicht achten und sich regelmäßig bewegen, haben größere Chancen, wieder gesund zu werden. Das sind zwei der wesentlichen Botschaften, die von der 29. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Senologie in Düsseldorf ausgehen. Bei dem Kongress diskutierten rund 3.000 Experten verschiedener Fachrichtungen die neuesten Erkenntnisse rund ums Thema Brustkrebs.

Hochaufgelöste Bilder verbessern Brustkrebsdiagnose

Forschungsergebnisse auf World of Photonics

 

Links: konventionelle Röntgenaufnahme eines Hühnerflügels; rechts: Bild mittels eines neuen Verfahrens, das im Vortrag vorgestellt wird. (Bild: Franz Pfeiffer)München (9. Juni 2009) - Wie sie die medizinische Diagnose revolutionieren wollen, zeigen Wissenschaftler des Exzellenzclusters "Munich-Centre for Advanced Photonics" während der Laser World of Photonics in München. Unter dem Titel "Laser-basierte Licht- und Teilchenstrahlen für medizinische Anwendungen" präsentieren sie am 15. Juni ab 14 Uhr im Forum in Halle B1 der Neuen Messe München erste Ergebnisse. Die Vorträge sind für Messebesucher kostenlos.

Je kleiner ein Tumor ist, wenn er bei der Mammographie entdeckt wird, desto größer sind die Chancen einer vollständigen Heilung. Dazu sind neue Strahlen nötig, die Wissenschaftler des Münchner Photonikzentrums mit Hilfe von Lasern erzeugen. Die Physiker erreichen in enger Zusammenarbeit mit Medizinern und Informatikern mit diesen Teilchenquellen eine neue Dimension der Bildqualität für die Diagnose.