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Paradigmenwechsel in der Brustkrebstypisierung: MammaTyper®. Jedes Jahr werden in Deutschland mehr als 57.000 Frauen und weltweit mehr als eine Million neu mit Brustkrebs diagnostiziert.7,8 Um das individuelle Risiko einer Patientin einzustufen und Therapieerfolge bei dieser heterogenen Erkrankung zu erzielen, spielt die präzise Bestimmung der Biomarker ER, PR, HER2 und Ki-67 neben anderen klinisch-pathologischen Parametern wie Tumorgröße und Nodalstatus eine zentrale Rolle. Sie bilden die Grundlage für die Wahl einer individuell geeigneten Therapie. „Die etablierten semi-quantitativen Methoden zur Bestimmung dieser Biomarker unterliegen jedoch einer hohen Variabilität und werden in Fachkreisen häufig kontrovers diskutiert 9,10“, erklärte Prof. Dr. Michael Untch, Helios Kliniken Berlin, bei einer Veranstaltung von BioNTech Diagnostics.Paradigmenwechsel in der Brustkrebstypisierung

MammaTyper®

Frankfurt a. Main (26. Januar 2017) - Jedes Jahr werden in Deutschland mehr als 57.000 Frauen und weltweit mehr als eine Million neu mit Brustkrebs diagnostiziert.7,8 Um das individuelle Risiko einer Patientin einzustufen und Therapieerfolge bei dieser heterogenen Erkrankung zu erzielen, spielt die präzise Bestimmung der Biomarker ER, PR, HER2 und Ki-67 neben anderen klinisch-pathologischen Parametern wie Tumorgröße und Nodalstatus eine zentrale Rolle. Sie bilden die Grundlage für die Wahl einer individuell geeigneten Therapie. „Die etablierten semi-quantitativen Methoden zur Bestimmung dieser Biomarker unterliegen jedoch einer hohen Variabilität und werden in Fachkreisen häufig kontrovers diskutiert 9,10“, erklärte Prof. Dr. Michael Untch, Helios Kliniken Berlin, bei einer Veranstaltung von BioNTech Diagnostics.

Der innovative MammaTyper® Test bestimmt die mRNA-Expression der Biomarker ER, PR, HER2, Ki-67 aus FFPE Brustkrebsgewebeproben mittels der RT-qPCR-Methode (Reverse Transkription-quantitative-Echtzeit-Polymerasekettenreaktion). MammaTyper® hat in bisherigen Studien gezeigt, dass er im Vergleich zu gängigen Nachweisverfahren auf Proteinebene die Biomarker präzise bestimmt. Insbesondere hat MammaTyper® das Potenzial, eine standardisierbare Bestimmung des wichtigen Proliferationsmarkers Ki-67 (MKI67) in Zukunft zu ermöglichen, wie Prof. Zsuzsana Varga, UniversitätsSpital Zürich, erläuterte.2-5 Die Einteilung der Tumore in luminale, basale und HER2-Subtypen gemäß den St.-Gallen-Leitlinien bilden die Basis für die Therapie­entscheidung beim Mammakarzinom.8 Seit der St.-Gallen-Konferenz 2013 wird der Proliferationsmarker Ki-67
zur Unterscheidung der intrinsischen Subtypen Luminal A-like und Luminal B-like in der Routine empfohlen.11 MammaTyper® ist in jedem pathologischen Labor etablierbar und liefert innerhalb von sechs Stunden die Ergebnisse.1

MammaTyper® wurde unter verschiedenen Voraussetzungen (Standort des Labors, Gehalt an Tumorzellen in der FFPE-Probe, Art der RNA-Aufbereitung) und für unterschiedliche Leistungsmerkmale (Sensitivität, Spezifität, Präzision, Reproduzierbarkeit, Robustheit) technisch validiert.2 Dazu wurden unter anderem FFPE-Brustkrebs-gewebeproben unter verschiedenen Bedingungen an drei Standorten jeweils auf verschiedenen RT-qPCR-Systemen mit MammaTyper® untersucht. „MammaTyper® erreichte insgesamt eine durchschnittliche Übereinstimmung der Ergebnisse zwischen den Markern und zwischen den Standorten von mehr als 96 %“, erläuterte Dr. Gerd Hempel, BioNTech Diagnostics. In einer prospektiv-retrospektiven randomisierten klinischen Leistungsbewertungsstudie, die insgesamt 769 Patientinnen der klinischen FinHer-Studie6 einschloss, konnte unter anderem gezeigt werden, dass die MKI67-Bestimmung mit MammaTyper® der Immunhistochemie in Bezug auf die Prognose überlegen ist.3,11

In einer weiteren, aktuell zur Publikation eingereichten internationalen prospektiven multizentrischen Studie wurden Brustkrebsgewebeproben unter verschiedenen Bedingungen in zehn renommierten Pathologien in den USA, in Kanada, Europa und Asien mit MammaTyper® analysiert. Die Ergebnisse wurden anschließend auf ihre Reproduzierbarkeit sowohl zwischen den Instituten (inter-site) als auch innerhalb der Institute (intra-site) ausgewertet. Die Daten haben die hervorragende Reproduzierbarkeit von MammaTyper® – unabhängig vom Ort, vom Zeitpunkt, von den verwendeten Geräten und von der ausführenden Person – bekräftigt.4 Die ersten Studien zeigen, dass MammaTyper® das Potenzial hat, die Qualität der pathohistologischen Brustkrebsdiagnostik in Zukunft zu verbessern und derzeit etablierten Nachweismethoden vor allem in Hinblick auf Ki-67-Bestimmung bei Luminal A/B-Subtypen möglicherweise zu ersetzen.


Über MammaTyper®

MammaTyper® (CE markiertes IVD) ist ein molekularer in vitro diagnostischer Test für den quantitativen Nachweis des mRNA-Expressionsstatus der Gene ERBB2 (HER2), ESR1 (ER), PGR (PR) und von MKI67 (Proliferations-marker Ki-67) im Tumorgewebe weiblicher Patienten, die mit Brustkrebs diagnostiziert wurden. Der Test wurde für Gesamt-RNA validiert, die aus Formalin-fixierten und in Paraffin eingebetteten (FFPE) Biopsien, Resektions-material oder Stanzbiopsien extrahiert wurde. MammaTyper® dient zur molekularen Subtypisierung von invasivem Brustkrebsgewebe entsprechend der St.-Gallen-Klassifikation (2013) in Luminal A-like, Luminal B-like (HER2 negative), Luminal B-like (HER2 positive), HER2 positive (non-luminal) und Triple negative (ductal) Tumoren und bietet die Möglichkeit, zusammen mit weiteren klinisch-pathologischen Faktoren die Diagnostik und letztendlich die Behandlung von Brustkrebspatientinnen zu optimieren. MammaTyper® ist für den Gebrauch durch einen Arzt bestimmt. Der Test ist einfach, in jedem Molekularpathologie-Labor durchführbar und liefert noch am selben Tag ein Ergebnis. Der Test wird ergänzt durch RNXtract® RNA Extraktionskit, einem CE markierten IVD zur Aufreinigung von Gesamt-RNA aus FFPE-Probenmaterial.


Über die BioNTech Gruppe

BioNTech Gruppe, bestehend aus der BioNTech AG und deren Tochterunternehmen, gehört zu den führenden Unternehmen auf dem Gebiet der Immuntherapie und arbeitet an der Markteinführung seiner personalisierten, hochwirksamen und gut verträglichen Immuntherapien gegen Krebs und andere Krankheiten. Die von Medizinern und Wissenschaftlern gegründete Unternehmensgruppe ist wegweisend auf dem Gebiet neuartiger Technologien – von individualisierten mRNA-basierten Medikamenten über Therapien, die auf hochinnovativen chimären Antigen- und T-Zell-Rezeptoren basieren, bis hin zu neuartigen Antikörper-Checkpoint-Immunmodulatoren. Die klinischen Programme der BioNTech werden von einer unternehmensinternen Molekulardiagnostikabteilung unterstützt, die unter anderem das Produkt MammaTyper®, ein molekulares in-vitro-Diagnostikum für Brustkrebs, entwickelt hat. MammaTyper® wird nun unter der CE-Kennzeichnung in der Europäischen Union (und Schweiz) und darüber hinaus auch in einigen weiteren Ländern als IVD vermarktet. Seit ihrer Gründung 2008 wird die BioNTech AG privat geführt, wobei das Family Office Strüngmann über eine Beteiligungsgesellschaft Hauptanteilseigner ist. BioNTech konnte die größte Anfangsfinanzierung in der Geschichte der europäischen Biopharmazie vertraglich abschließen.


Über die BioNTech Diagnostics GmbH

BioNTech Diagnostics GmbH ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der BioNTech AG. Das nach ISO 9001/13485 zertifizierte Unternehmen verfügt über ein umfassendes Produkt- und Dienstleistungsangebot, das von der Identifikation und Validierung von Biomarkern anhand von molekularen Screeningtests über Patienten-stratifizierung und therapiebegleitende Diagnostik bis hin zur klinischen Überwachung reicht. All diese Angebote basieren auf internationalen regulatorischen Standards. Die Früherkennung von Krankheiten, die mit einer hohen Sterblichkeit einhergehen, und die Wahl der entsprechenden Therapie sind entscheidend für die erfolgreiche Behandlung von Patienten. BioNTech Diagnostics hat sich zum Ziel gesetzt, neue und innovative Untersuchungs-methoden zu entwickeln, die das Leben der Patienten verlängern, ihre Lebensqualität verbessern und den Einsatz von personalisierten Therapieformen fördern.


Referenzen


Quelle: BioNTech Diagnostics, 26.01.2017 (tB).