Nierenkrebs

Avastin® First-Line

Überzeugendes Therapiekonzept bei fortgeschrittenem Nierenzellkarzinom

 

Von Prof. Dr. Gerald Mickisch

 

Frankfurt (22. Januar 2008) - Die systemische Behandlung des metastasierten Nierenzellkarzinoms stagnierte über einen längeren Zeitraum, sich Chemo- und Hormontherapie als weitgehend wirkungslos erwiesen hatten. Erst die Einführung von unspezifischer Immuntherapie wie Interfe-ron-alpha oder Interleukin-2 führte zu reproduzierbaren, wenn auch geringen, therapeutischen Erfolgen, die in Kombination mit einer zytoreduktiven Tumornephrektomie eine signifikante Überlebenszeitverlängerung ermöglichten. Allerdings traten hierunter auch Langzeitremissionen auf, so dass die Immuntherapie zur Standardtherapie der letzten zehn Jahre wurde.

Avastin® zur First-Line

Therapie bei Nierenkrebs zugelassen

 

Grenzach-Wyhlen (22.01.2008) - Die Europäische Arzneimittelagentur EMEA hat die Zulassung für Avastin (Bevacizumab) zur First-Line-Therapie des fortgeschrittenen Nierenzellkarzinoms erteilt. Mit dem VEGF-Antikörper kann das progressionsfreie Überleben von Nierenkrebspatienten nahezu verdoppelt werden. Mit der Zulassung wird eine wirksame und sichere Behandlung des Nierenzellkarzinoms möglich.

Die Zulassung für Bevacizumab in dieser Indikation basiert auf den Daten der internationalen, doppelblinden Phase-III-Studie AVOREN. An der Studie nahmen insgesamt 649 bis dato unbehandelte Patienten mit metastasiertem, klarzelligen Nierenzellkarzinom (NZK) teil, die nephrektomiert waren und einen Karnofsky Performance Score (KPS) von mindestens 70 Prozent aufwiesen. Die Patienten erhielten randomisiert entweder Interferon(IFN)-alfa2a plus Bevacizumab (10 mg/kg alle 2 Wochen) oder IFN-alfa2a plus Plazebo.

ECCO und DGHO 2007

Überlegenheit des Multi-Targeted Wirkansatzes mit Sunitinib bei metastasiertem Nierenzellkarzinom und in der Zweitlinien-Therapie nicht resezierbarer maligner GIST bestätigt

 

Karlsruhe (9. Januar 2008) – Der orale Multi-Kinase-Inhibitor Sunitinib (Sutent®) bietet eine wirksame Therapie bei Patienten mit metastasiertem Nierenzellkarzinom (mRCC) über alle MSKCC-Risikogruppen (Memorial Sloan-Kettering Cancer Center): Dies bestätigten aktuelle Daten zu dem Multi-Targeted Wirkansatz, die auf der European Cancer Conference (ECCO) in Barcelona und der Gemeinsamen Jahrestagung der Deutschen, Österreichischen und Schweizerischen Gesellschaften für Hämatologie und Onkologie in Basel (DGHO, ÖGHO, SGMO, SGH) präsentiert wurden. Die Ergebnisse unterstrichen die Effektivität von Sunitinib sowohl in der Erstlinien-Therapie als auch in der Zweitlinien-Therapie bei mRCC. Zudem bekräftigen neue Daten zu Sunitinib in der Behandlung nicht reserzierbarer oder metastasierter maligner Gastrointestinalen Stromatumoren (GIST) die Bedeutung des Targeted Wirkansatzes als einzige zugelassene Therapieoption nach Imatinib-Versagen oder -Unverträglichkeit. Für beide Tumorentitäten veranschaulichten Therapiebeispiele aus dem Praxisalltag, dass Sunitinib sich als Behandlungsoption in der breiten Anwendung bewährt hat.

Sunitinib: Eine Therapie der Wahl beim mRCC

Wirksamkeit und Verträglichkeit in aktuellen Daten bestätigt

 

Karlsruhe, 27. November 2007 – Auf dem 59. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V. in Berlin unterstrichen aktualisierte Daten der Phase-III-Studie (Zulassungsstudie)1, 2 von Motzer et al. die Effektivität von Sunitinib (Sutent®) als Erstlinien-Therapie bei metastasiertem Nierenzellkarzinom (mRCC). Dabei wurde eine hohe Ansprechrate und eine Verlängerung des progressionsfreien Überlebens über alle MSKCC-Risikogruppen (Memorial Sloan-Kettering Cancer Center) beobachtet. Prof. Dr. Kurt Miller, Direktor der Urologischen Klinik und Hochschulambulanz der Berliner Charité, thematisierte auf dem DGU zudem die Verträglichkeit des oralen Multi-Kinase-Inhibitors. Die Nebenwirkungen seien auch bei schwer behandelbaren Patienten im Allgemeinen gut beherrschbar, was sich positiv auf die Lebensqualität der Betroffenen auswirke. Bestätigt wird dies durch die Ergebnisse einer Expanded Access Studie bei circa 4.000 Patienten.

Gezielte Therapie mit dem Multi-Kinase-Inhibitor

 

Sorafenib zur Therapie des fortgeschrittenen Nierenzellkarzinoms Progressionsfreies Überleben verdoppelt und Gesamtüberleben deutlich verlängert

 

Köln (6. Juli 2006) ‑ Die Zulassung für Sorafenib Tabletten zur Therapie von Patienten mit fortgeschrittenem Nierenzell-Karzinom wird in Deutschland und weiteren EU-Ländern in Kürze erwartet. In der Phase-III-Studie, auf der die Zulassung basiert, wurde das progressionsfreie Überleben im Vergleich zu Plazebo signifikant von zwölf auf 24 Wochen verdoppelt. Die mittlere Gesamtüberlebenszeit der Patienten wurde vor dem Cross‑over von Plazebo zu um 39 % verlängert, sagte Dr. Erich Enghofer, Head Oncology Business Unit Bayer Vital, auf einem Presse-Workshop „Neue Entwicklungen in der Therapie des Nierenzellkarzinoms" in Köln.