Onkologie_aktuell

Abb.: Dünndarmzotten von Patienten mit GHVD: Unter dem Mikroskop sind in den Zwischenräumen viele kleine rote Pünktchen zu sehen. Das sind Immunzellen, in denen das Interleukin-1-beta aktiviert ist. Photo: UniversitätsSpital ZürichTod nach Knochenmarkstransplantation

Forscher enthüllen Ursachen

 

München (11. Februar 2015) - Nach der Transplantation von Knochenmark tritt bei Blutkrebspatienten oft eine gefährliche Nebenwirkung auf: Die frischen Immunzellen des Spenders attackieren statt der Krebszellen gesunde Zellen in Haut, Leber oder Darm des Patienten. Auf das Konto dieses Angriffs geht ein Großteil aller Todesfälle nach der Stammzelltransplantation. Forscher um Professor Dr. Lars E. French am Universitäts-Spital Zürich und Professor Dr. Robert Zeiser am Albert-Ludwig Universität Freiburg haben nun die Ursachen entdeckt - sie liegen ausgerechnet in der routinemäßigen Vorbereitung der Patienten. Die Forschungsergebnisse zeigen auch neue Therapieoptionen, mit der viele Todesfälle verhindert werden könnten.

Erste Studienergebnisse beim ASH vorgestellt

CATCH-Studie bestätigt Wirksamkeit von Tinzaparin zur VTE-Rezidivprophylaxe bei Tumorpatienten

Neu-Isenburg (2. Februar 2015) - Im Rahmen des Kongresses der American Society of Hematolgy (ASH) im Dezember 2014 in San Francisco wurden erste Ergebnisse der CATCH Studie* vorgestellt. Untersucht wurde die Wirksamkeit des niedermolekularen Heparins Tinzaparin (innohep®) zur Vorbeugung rezidivierender venöser Thromboembolien bei Patienten mit aktiver Tumorerkrankung. Wie die Ergebnisse zeigen, reduzierte die Behandlung mit Tinzaparin das kumulative Risiko für ein VTE-Rezidiv, ohne das Blutungsrisiko zu erhöhen.

Mykobakterien

Unbekannte Gefahr für Krebspatienten

 

Jena (21. Januar 2015) - Die meisten Bakterien, die uns täglich umgeben, machen dem gesunden Körper nichts aus. Erkrankt dieser kann sich das jedoch ändern. Das Immunsystem von Krebspatienten beispielsweise wird im Laufe der stark belastenden Therapie geschwächt. So sehr, dass selbst Bakterien aus dem Leitungswasser zur Gefahr werden können. Mit solcher Art Infektionen beschäftigt sich Beate Hermann von der Forschungsgruppe Infektionen in der Hämatologie/Onkologie. Für einen Vortrag darüber hat sie den Vortragspreis der Thüringer Gesellschaft für Innere Medizin erhalten.

Multiples Myelom in der täglichen klinischen Praxis

Krebszellen lahmlegen und attackieren

 

Dresden (20. Januar 2015) - Die Blutkrebsspezialisten der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus (TU Dresden), Professor Martin Bornhäuser und Privatdozent Christoph Röllig, haben ihre langjährige Erfahrung in der Behandlung des Multiplen Myeloms in der täglichen klinischen Praxis wie auch in zahlreichen Studien dazu genutzt, in eine Behandlungsanleitung für Blutspezialisten und andere Mediziner zusammenzustellen. Jetzt veröffentlichte das hochangesehene Fachblatt „THE LANCET“ diese Arbeit vorab online.

Neues zu Thrombosen bei Tumorpatienten und zur Antiemese

Lebensqualität erhalten – aktuelle Entwicklungen in der onkologischen Supportivtherapie

 

München (6. November 2014) - Die therapeutische Kunst bestehe in der Onkologie darin, die Balance zwischen Wirkung und Nebenwirkung zu halten, konstatierte Prof. Dr. Petra Feyer, Berlin, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Suppportive Maßnahmen in der Onkologie, Rehabilitation und Sozialmedizin (ASORS) der Deutschen Krebsgesellschaft. Moderne Supportive Maßnahmen ermöglichen die heutigen onkologischen Therapiekonzepte und tragen entscheidend dazu bei, die Lebensqualität von Tumorpatienten zu erhalten. Thromboembolische Komplikationen, insbesondere Lungenembolien sind eine häufige Komplikation, die durch die Tumorerkrankung selbst oder die Therapie verursacht sein können. Patienten mit einer venösen Thrombembolie (VTE) bei aktiver Tumorerkrankung sollten gemäß der aktuellen ASCO-Leitlinien mit einem niedermolekularen Heparin (NMH) wie Tinzaparin (Innohep®) behandelt werden. Chemotherapie-induziertes Erbrechen und Übelkeit (CINV) können heute durch wirksame Antiemetika und Leitlinien bei vielen Patienten verhindert oder stark abgemindert werden. Hierzu leistet der Neurokinin-1-Rezeptorantagonist (NK1-RA) Aprepitant (Emend®) einen wichtigen Beitrag. Dennoch gibt es immer noch Problemkonstellationen, die in den Leitlinien nur ungenügend abgebildet werden. Neue Studiendaten zeigen, dass auch Patienten, die Carboplatin oder eine Hochdosischemotherapie mit Melphalan erhalten, von der antiemetischen Prophylaxe unter Einschluss der NK1-RA profitieren. 

Neues zum Melanom, Nierenzellkarzinom und Pankreaskarzinom

Innovative Anti-Tumortherapien in Forschung und Anwendung

 

München (6. November 2014) - Die Überlebenswahrscheinlichkeiten von Krebspatienten haben sich in den letzten Jahren bei einer ganzen Reihe von Tumorentitäten erheblich verbessert. In Deutschland überleben nahezu 90% der Melanompatienten in Stadium 1 wenigstens 5 Jahre. Mit Checkpoint-Inhibitoren wie dem Anti-PD-1-Antikörper Pembrolizumab rückt die Aussicht auf Langzeitüberleben auch für Patienten in fortgeschrittenen Stadien in greifbare Nähe. Für Patienten über 65 Jahre, die an einem fortgeschrittenen Nierenzellkarzinom erkrankt sind, liefert eine nachträgliche, exploratorische Hypothesen generierende Subgruppenanalyse (ohne Korrektur für multiples Testen) Hinweise darauf, dass sie einen Vorteil von der Therapiesequenz Sorafenib gefolgt von Sunitinib haben. Denn die Ergebnisse zeigen ein signifikant verlängertes Gesamtüberleben bei dieser älteren Patientengruppe im Vergleich zur Therapiesequenz Sunitinib gefolgt von Sorafenib. Nach vielen Jahren der Stagnation steht nun mit der Zulassung der Kombination nab-Paclitaxel plus Gemcitabin eine neue Therapieoption für Patienten mit metastasiertem Pankreaskarzinom zur Verfügung. Die Kombination verlängerte in der MPACT-Studie das Gesamtüberleben von Patienten mit fortgeschrittenem Adenokarzinom signifikant gegenüber der Gemcitabin-Monotherapie.

Tumorart spielt wichtige Rolle auch bei psychoonkologischer Behandlung

Jeder dritte Krebspatient braucht seelische Hilfe

 

Hamburg/Leipzig (13. Oktober 2014) – Angst, Anpassungsschwierigkeiten und Depressivität: Das sind die drei häufigsten psychischen Probleme, mit denen Krebspatienten zu kämpfen haben. Jeder Dritte ist davon betroffen. Zu diesem Schluss kommen Wissenschaftler im Rahmen einer Studie, für die sie bundesweit mehr als 4.000 Patienten zwischen 18 und 75 Jahren befragt haben. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher jetzt in dem Fachmagazin „Journal of Clinical Oncology“. Die Deutsche Krebshilfe hat die Studie mit 648.000 Euro gefördert.

DGHO-Kongress 2014

Immuntherapie: auf dem Weg in eine neue Ära?

 

Hamburg (11. Oktober 2014) - Immuntherapie wird die Krebsbehandlung in den kommenden Jahren deutlich verändern. Neue und sehr unterschiedliche Ansätze wie bispezifische oder immunregulatorische Antikörper, die Tumorvakzine oder genmodifizierte T-Lymphozyten u.a. werden allein oder in Kombination mit bewährten Medikamenten eingesetzt werden. Dabei sind die Potenziale genauso groß wie der Forschungsbedarf. Auch für die Immuntherapie steht die Frage nach der Personalisierung im Raum. Diese und weitere Themen diskutieren 5.500 Krebsexperten auf der Jahrestagung der Deutschen, Österreichischen und Schweizerischen Gesellschaften für Hämatologie und Medizinische Onkologie in Hamburg.

Onkologische Biotechnologie: Fortschritte und Perspektiven

Es geht um mehr!

 

Hamburg (10. Oktober 2014) - Die Biologie des Tumors zu verstehen und ihn maßgeschneidert zu bekämpfen ist ein Anspruch, der im Zeitalter der personalisierten Medizin schon fast selbstverständlich an neue Therapieansätze in der Onkologie gestellt wird. Als Pionier der Biotechnologie setzt Amgen bei der Entwicklung innovativer Wirkstoffe seit nunmehr knapp 35 Jahren auf das Verständnis der menschlichen Biologie und die Entschlüsselung komplexer Erkrankungen mit Hilfe der modernen Humangenetik. Bislang primär bekannt durch onkologische Supportivtherapien, widmet das Unternehmen sich nun unter anderem der Entwicklung potenter Therapeutika basierend auf neuen Wirkprinzipien.

Schilddrüsen-Karzinom

Biomarker verrät Tumorursache

 

Neuherberg (7. Oktober 2014) - Die Expression des Proteins CLIP2* gibt Auskunft darüber, ob ein papilläres Schilddrüsen-Karziom strahleninduziert oder sporadisch entstanden ist. Damit haben Wissenschaftler des Helmholtz Zentrums München einen neuen Biomarker für die Ursachendiagnostik dieser bösartigen Tumorerkrankung identifiziert. Ihre Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift ‚Oncogene‘ veröffentlicht.

ESMO 2014

Studie untersucht ungleichen Zugang zu neuen Krebsmedikamenten

 

Madrid (26. September 2014) – Zwei neue Studien zeigen, dass der Zugang zu innovativen Krebsmedikamenten zwischen Kanada, Europa und den USA, aber auch innerhalb der EU sehr unterschiedlich ist, nicht zuletzt wegen stark ungleicher Zulassungsdauer. Das hat Auswirkung auf den Behandlungserfolg, die Lebensqualität und die Überlebensrate von Menschen mit Krebs. Onkologe Prof. Christoph Zielinski: „Es bedarf eines europaweit gleichen Zugangs zu diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen für Menschen mit Krebs. Sie haben ein Recht auf die zügige Zulassung innovativer Medikamente, und sie haben einen Anspruch darauf, dass diese Medikamente für sie leistbar sind. Europa muss auch zu einer Sozial- und Gesundheitsunion werden.“

Neuroonkologie

Mit neuen Methoden gegen Glioblastome

 

München (17. September 2014) – Jedes Jahr wird bei 7000 Menschen in Deutschland ein bösartiger primärer Hirntumor diagnostiziert, Tendenz steigend. Diese Glioblastome sind äußerst aggressiv. Trotz intensiver Strahlen- und Chemotherapie sowie operativer Tumorentfernung sterben die meisten Patienten innerhalb der ersten zwei Jahre nach der Diagnose. Die Deutsche Gesellschaft für Neurochirurgie (DGNC) stellt auf der Neurowoche in München aktuelle Ergebnisse aus der Glioblastom-Forschung vor und berichtet über zwei neue Therapieansätze, die jetzt in öffentlich geförderten Studien untersucht werden sollen.

Strahlentherapie

Krafttraining lindert krebsbedingte Erschöpfung

 

Heidelberg (9. September 2014) - Ein zwölfwöchiges Krafttraining während der Strahlentherapie verbessert die Lebensqualität und lindert die Fatigue-Symptome von Brustkrebs-Patientinnen. Dies zeigten Wissenschaftler im Deutschen Krebsforschungszentrum und im Universitätsklinikum Heidelberg in einer großen Studie mit 160 Teilnehmerinnen.

Stivarga® (Regorafenib) in der EU zur Behandlung von gastrointestinalen Stromatumoren (GIST) zugelassen

 

Berlin (29. Juli 2014) - Das Onkologie-Präparat Stivarga® (Regorafenib) von Bayer ist von der Europäischen Kommission zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit inoperablen oder metastasierten gastrointestinalen Stromatumoren (GIST) zugelassen worden, deren Tumor unter der Behandlung mit Imatinib oder Sunitinib weiter fortgeschritten ist oder die diese Medikamente nicht vertragen haben. Die Zulassung für Stivarga in dieser Indikation beruht auf den Ergebnissen der Phase-III-Studie GRID, in der eine statistisch signifikante Verbesserung des progressionsfreien Überlebens (PFS, progression-free survival) unter Stivarga im Vergleich zu Placebo gezeigt werden konnte, wenn die Krankheit trotz einer früheren Behandlung mit Imatinib und Sunitinib weiter fortgeschritten war. Stivarga ist in der Europäischen Union bereits zur Behandlung des metastasierten kolorektalen Karzinoms (mCRC) zugelassen.

Neue Leitlinien der DGEM

Supportive Ernährungskonzepte in der Onkologie

 

Berlin (18. Juli 2014) - Viele Patienten mit einer Krebserkrankung leiden auch an einer Mangelernährung. Schon vor der Diagnose des Krebsleidens weist mehr als die Hälfte der Tumorpatienten einen Gewichtsverlust auf. Mangelernährung ist ein völlig unabhängiger Risikofaktor für einen ungünstigen Krankheitsverlauf. Sie mindert die Lebensqualität der Patienten, verschlechtert ihre Prognose und reduziert die Therapietoleranz (Ansprechen auf Chemo- und Strahlentherapie). Mehr als 25 Prozent der Krebspatienten versterben an den Folgen ihrer körperlichen Auszehrung. „Wir müssen deshalb bei Onkologen und Ärzten sowie bei den Patienten das Bewusstsein für die Risiken einer Mangelernährung, die nicht erkannt und behandelt wird, deutlich schärfen“, sagt Prof. Dr. Stephan C. Bischoff, Kongresspräsident und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin, anlässlich der Dreiländertagung „Ernährung 2014“ in Ludwigsburg.

 

Belastungsprobe Krebs

Funktionierende Familienbande schützen Kinder

 

  • Gut funktionierende Familienbande können Kinder von Krebspatienten vor emotionalen Problemen und Verhaltensauffälligkeiten schützen

 

Münster (30. Juni 2014) – Schwere Krankheiten belasten Angehörige, doch enger Zusammenhalt hilft: Eine neue Studie weist darauf hin, dass gut funktionierende Familienbande Kinder von Krebspatienten vor emotionalen Problemen und Verhaltensauffälligkeiten schützen können. Die Studie wurde von Dr. Birgit Möller geleitet, die in der münsterschen Uniklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, -psychosomatik und -psychotherapie arbeitet.

Neue Leitlinien der DGEM

Supportive Ernährungskonzepte in der Onkologie

 

Berlin (30. Juni 2014) - Viele Patienten mit einer Krebserkrankung leiden auch an einer Mangelernährung. Mehr als die Hälfte der Tumorpatienten weist schon vor Diagnose des Krebsleidens einen Gewichtsverlust auf, der häufig auf einer Mangelernährung beruht. Mangelernährung ist ein völlig unabhängiger Risikofaktor für einen ungünstigen Krankheitsverlauf. Sie mindert die Lebensqualität, verschlechtert die Prognose und reduziert die Therapietoleranz (Ansprechen auf Chemo- und Strahlentherapie).