Onkologie_aktuell

Klinische Krebsregister

Umsetzung des Krebsfrüherkennungs- und -registergesetzes gestartet

 

Berlin/Regensburg (18. Juli 2013) - Unter dem Titel „Von der Praxis für die Praxis – erfolgreiche Etablierung klinischer Krebsregister“ findet heute in Regensburg die Auftaktveranstaltung zur Umsetzung des Krebsfrüherkennungs- und -registergesetzes (KFRG) statt. Die Veranstaltung wird gemeinsam vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG), der Deutschen Krebshilfe, der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Tumorzentren (ADT) und der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) durchgeführt und mit finanziellen Mitteln des BMG unterstützt.

Kontinuierliche Temperaturkontrolle im Tumorgewebe

Hyperthermie verbessert Heilungserfolge bei Kindern mit bösartigen Keimzelltumoren

 

Düsseldorf (10. Juli 2013) – In der renommierten medizinischen Fachzeitschrift „The Lancet Oncology“ haben PD Dr. Rüdiger Wessalowski, Klinik für Kinder-Onkologie, - Hämatologie und Klinische Immunologie des Universitätsklinikums Düsseldorf, und Ko-Autoren aktuell eine Studie zur Wirksamkeit von Hyperthermie, einer gezielten Überwärmung von Tumorgewebe, bei bösartigen Keimzelltumoren von Kindern veröffentlicht. Untersucht wurden ausschließlich Patienten, die schlecht auf die Erstbehandlung durch Chemotherapie ansprechen oder Rückfälle ihrer Erkrankung erlitten hatten. Für diese Gruppe von Patienten erweist sich die zusätzliche Hyperthermie als Behandlungsoption, das konnten die Mediziner nun nachweisen, die die Heilungschancen dieser Patienten erheblich verbessert.

 

Knochenmarkkrebs gezielt bekämpfen

Erstmals besonders aggressives Protein bei Patientin gehemmt

 

Heidelberg (2. Juli 2013) - Bestimmte Patienten mit Knochenmarkkrebs könnten von einem neuen Therapieansatz profitieren: Ein Wirkstoff – der bereits bei der Behandlung von Schwarzem Hautkrebs eingesetzt wird – hemmt gezielt das überaktive Protein BRAF, das den Krebs besonders aggressiv macht. Wissenschaftlern des Universitätsklinikums Heidelberg ist es bei einer Patientin mit Multiplem Myelom erstmals gelungen, gestreute und gegen gängige Therapien resistente Krebszellen zurückzudrängen. Fallbericht und weitere Studienergebnisse sind im Fachmagazin „Cancer Discovery“ erschienen.

 

Darm-, Eierstock- und Leberkrebs

Neue S3-Leitlinien verfügbar

 

Berlin (2. Juli 2013) ‒ Im Rahmen des Leitlinienprogramms Onkologie sind im zweiten Quartal 2013 neue S3-Leitlinien zum Darm-, Leber- und Eierstockkrebs erschienen. Alle genannten Leitlinien enthalten neben evidenzbasierten Entscheidungshilfen für den Arzt auch so genannte Qualitätsindikatoren, also Messgrößen, die zur Beurteilung der Qualität der entsprechenden diagnostischen und therapeutischen Prozesse eingesetzt werden können. „Die Qualitätsindikatoren entstanden in enger Zusammenarbeit zwischen dem Leitlinienprogramm Onkologie und dem Zertifizierungsprogramm der Deutschen Krebsgesellschaft“, erklärt Professor Wolff Schmiegel, Präsident der Deutschen Krebsgesellschaft und Leiter der Leitliniengruppe zum kolorektalen Karzinom. „Auf diese Weise fördern wir den raschen Transfer der Leitlinien in die Zentren mit einem Qualitätssiegel der Deutschen Krebsgesellschaft.“

 

Zulassung von Sorafenib (Nexavar®) zur Behandlung von Schilddrüsenkrebs bei FDA und EMA beantragt

 

  • Bisher keine spezifische Therapiemöglichkeit zur Behandlung des Radiojod-refraktären differenzierten Schilddrüsenkarzinoms verfügbar
  • Ergebnisse der klinischen Phase-III-Studie DECISION zeigten signifikant verlängertes progressionsfreies Überleben der Patienten mit Sorafenib im Vergleich zu Placebo

 

Berlin (1. Juli 2013) - Für Nexavar® (Sorafenib) wurde die Zulassung zur Behandlung von Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem, differenziertem Schilddrüsenkrebs, die auf eine Behandlung mit Radiojod- nicht mehr ansprachen, bei der europäischen Arzneimittelbehörde European Medicines Agency (EMA) und bei der US-amerikanischen Gesundheitsbehörde Food and Drug Administration (FDA) beantragt. Bayer HealthCare und Onyx Pharmaceuticals entwickeln und vermarkten den oral wirksamen Multi-Kinase Inhibitor gemeinsam.

 

Hirntumore

Eingeschmuggelte Therapieresistenz

 

Heidelberg (25. Juni 2013) - Wissenschaftler aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum und dem Universitätsklinikum Heidelberg entdeckten eine Ursache für die Therapieresistenz von Hirntumoren. In den Tumor eingewanderte Mikrogliazellen versorgen die Krebszellen mit einer Substanz, die zur Reparatur von DNA-Schäden erforderlich ist. Dadurch entgehen die Zellen dem programmierten Zelltod Apoptose. Ließe sich dieser Resistenzmechanismus blockieren, könnten bösartige Hirntumoren möglicherweise wirkungsvoller behandelt werden.

 

Humane Papillomviren

HPV-Antikörpertest als Frühwarnsystem für Krebs im Mund-Rachen-Raum

 

Heidelberg (18. Juni 2013) - Der Nachweis von Antikörpern gegen Humane Papillomviren des Hochrisiko-Typs HPV 16 könnte in Zukunft dazu beitragen, die Gefahr einer Tumorerkrankung im Mund-Rachen-Raum lange vor Ausbruch des Krebses aufzudecken. Dies ist das Ergebnis einer internationalen Studie von Forschern des Deutschen Krebsforschungszentrums, der International Agency for Research on Cancer (IARC) und des amerikanischen National Cancer Institute, die jetzt in der Fachzeitschrift „Journal of Clinical Oncology“ veröffentlicht wurde.

 

Europäischer Hyperthermiekongress ESHO 2013:

Hyperthermie fördert Behandlungserfolg bei Krebs

 

München (13. Juni 2013) - Beim Europäischen Hyperthermiekongress ESHO 2013 in München stellen Experten neue Ergebnisse der Hyperthermie in Kombination mit Standardtherapien vor. Die Hyperthermie ist ein spezielles Therapieverfahren in der Behandlung von Patienten mit bösartigen Tumorerkrankungen. Neue Studien und Entwicklungen auf diesem Gebiet, das Medizin und Naturwissenschaften vereint, werden bei der internationalen Fachkonferenz ESHO 2013 am Klinikum der Universität München, Campus Großhadern, von 19.-22. Juni vorgestellt und diskutiert. Kongresspräsident ist Prof. Dr. med. Rolf Issels vom Helmholtz Zentrum München und der Medizinischen Klinik III (Onkologie) am LMU-Klinikum.

 

ASCO 2013

Neue Therapieoptionen und weiterentwickelte Standards

 

Grenzach-Wyhlen (12. Juni 2013) - Vom 31. Mai bis zum 4. Juni 2013 fand in Chicago die 49. Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology (ASCO) statt. Auch in diesem Jahr bot der weltweit größte Krebskongress führenden Experten aus aller Welt eine Plattform, um sich über neue Daten aus der Onkologie auszutauschen. Auch für die Roche Pharma AG ist der Kongress von großer Bedeutung: In über 275 Abstracts präsentierte Roche Neuigkeiten und Weiterentwicklungen. Die vorgestellten Daten sind das Ergebnis des großen Engagements und der hohen Investitionen, mit denen Roche seine Forschung und Entwicklung vorantreibt. Neue Daten wurden zu dem etablierten Wirkstoff Avastin® (Bevacizumab) beim metastasierten Darm- und Lungenkrebs sowie dem bewährten Wirkstoff Herceptin® (Trastuzumab Roche) beim HER2-positiven Mammakarzinom vorgestellt. Von hohem Interesse waren zudem Studienergebnisse in all jenen Indikationen, in denen in letzter Zeit kaum Fortschritte in der Therapie zu verzeichnen waren. Aktuellen Daten zufolge könnte Bevacizumab zukünftig in der Behandlung des Zervixkarzinoms eine neue Therapieoption darstellen. Vismodegib wird in absehbarer Zeit eine Behandlungsoption für jene Patienten mit fortgeschrittenem Basalzellkarzinom eröffnen, bei denen chirurgische oder strahlentherapeutische Maßnahmen nicht angezeigt sind.

Onkologie

Zytostatika-Ausschreibungen durch Krankenkassen sind patientenfeindlich

 

Köln (7. Juni 2013) – Die AOK Hessen hat angekündigt, die Versorgung mit onkologischen Zubereitungen auszuschreiben. Diese Entscheidung betrifft etwa 2.800 Patientinnen und Patienten, die derzeit ambulant mit zubereiteten Zytostatikalösungen behandelt werden. Der Berufsverband der Niedergelassenen Hämatologen und Onkologen in Deutschland – BNHO e. V. sieht durch die Ausschreibung die Versorgungsqualität der Krebspatienten in Gefahr.

 

Wenn Krebstherapien das Aussehen verändern

Pflege- und Schönheitstipps für Haut und Haare

 

Berlin (30. Mai 2013) - Sichtbare Folgen von Krebstherapien wie Haarverlust oder Narben können das Selbstwertgefühl stark beeinträchtigen. Schon einfache Tipps und Tricks können helfen, sich attraktiver zu fühlen – und auch die Gewissheit, dass die meisten Veränderungen nur vorübergehend sind. Mehr dazu erfahren interessierte Leser und Betroffene im aktuellen Monatsthema des Internetportals der Deutschen Krebsgesellschaft e.V. (DKG).

 

Erster Welt-Eierstockkrebs-Tag am 8. Mai 2013

 

Grenzach-Wyhlen (7. Mai 2013) - Am 8. Mai 2013 findet erstmals der Welt-Eierstockkrebs-Tag statt. Weltweit möchte diese Initiative Frauen dazu ermutigen, bereits frühzeitig den Arzt aufzusuchen, sobald mögliche erste Symptome wahrgenommen werden. Denn je eher die Erkrankung erkannt wird, desto größer sind die Aussichten auf Heilung. Um betroffene Frauen und deren Angehörige im Umgang mit der Diagnose zu unterstützen, hat die Roche Pharma AG die Veranstaltungsreihe „Lebenssprung – Diagnose Eierstockkrebs“ ins Leben gerufen. Wertvolle Informationen finden Betroffene zudem auf der neuen Website www.eierstockkrebszentrale.de (Liveschaltung am 8. Mai 2013, 12.00 Uhr).

 

G-BA

Drei Einsatzgebiete der PET als mögliche Erprobungsthemen

 

Berlin (18. April 2013) – Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat am Donnerstag in Berlin vereinbart, studienrelevante Fragestellungen zum Einsatz der Positronenemissionstomographie (PET; PET/CT) bei Patientinnen oder Patienten mit rezidivierendem kolorektalem Karzinom (nach Behandlung wieder aufgetretenem Krebs des Dick- und Mastdarms), mit malignem Melanom (bösartigem Hautkrebs) sowie mit Ösophagus-Karzinom (Speiseröhrenkrebs) für mögliche Erprobungsrichtlinien zu erarbeiten.

 

DGHO

Bürokratieabbau bei unabhängigen klinischen Studien ist gelebter Patientenschutz

 

Berlin (19. März 2013) – Die Situation für nicht-kommerzielle, unabhängige klinische Studien in Europa hat sich in den letzten Jahren als Folge überbordender Bürokratie dramatisch verschlechtert. Und der Trend hält an: Eine aktuelle Umfrage unter hämatologisch-onkologischen Studienzentren zeigt, dass jede dritte Einrichtung in Deutschland ihre Studienaktivitäten weiter zurückfahren möchte. Mit der geplanten EU-Verordnung über Klinische Arzneimittelprüfungen sollen Fehler vergangener Regulierungsrunden korrigiert werden. Die Fachgesellschaften für Hämatologie und Onkologie in Deutschland begrüßen das ausdrücklich. Mit medialer Stimmungsmache ist niemandem geholfen – am allerwenigsten den Patienten.

 

Frühjahrstagung in Berlin

DGHO fordert Maßnahmen zum Schutz der Patienten vor Arzneimittelengpässen

 

Berlin (11. März 2013) – In den letzten Monaten traten bei onkologischen Medikamenten mehrfach Versorgungsengpässe auf. Solche Engpässe können die Behandlungsaussichten von Krebspatienten verschlechtern. Um dies zu verhindern, sollten schnellstmöglich geeignete Maßnahmen ergriffen werden, die eine kontinuierliche Versorgung mit potenziell lebensrettenden Tumormedikamenten gewährleisten.

 

Studien zum Nutzen fehlen - Nur wenige vergleichende Studien zur diagnostischen Güte

Nutzen von PET oder PET/CT bei Knochen- und Weichteiltumoren ist nicht belegt

 

Köln (15. Februar 2013) - Bei Patientinnen und Patienten mit Knochen- und Weichteiltumoren lassen die derzeit verfügbaren Studiendaten keine belastbaren Schlussfolgerungen zu Vor- und Nachteilen der Positronen-Emissions-Tomographie (PET) alleine oder in Kombination mit einer Computertomographie (CT) zu. Denn es gibt keine Studien, die den Nutzen im direkten Vergleich zu einer konventionellen Diagnostik untersuchen. Und die wenigen verfügbaren Studien zur diagnostischen Güte, zeigen keine relevanten Unterschiede. Zu diesem Ergebnis kommt der am 15. Februar 2013 veröffentlichte Abschlussbericht des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG).

Stammzelltransplantation und Immunthrombozytopenie

Wichtige Erkenntnisse vom Amerikanischen Hämatologenkongress (ASH) 2012

 

München (14. Januar 2013) - Beim weltweit größten Jahreskongress für Hämatologen, der Jahrestagung der amerikanischen Gesellschaft für Hämatologie (ASH), werden jedes Jahr die neuesten Daten zu malignen und nicht malignen Erkrankungen des Blutes vorgestellt. Auf dem Münchener Fachpresse-Workshop* „Nachlese vom Amerikanischen Hämatologenkongress (ASH) 2012“ am 14. Januar interpretierten deutsche Hämatologen verschiedene Highlights des letzten ASH in Atlanta im Dezember 2012 zu den wichtigen Themenfeldern Stammzelltransplantation, Multiples Myelom und Immunthrombozytopenie.