Onkologische Patientenbetreuung am Lebensende am Beispiel von Home Care Berlin e.V.

 

Von Dr. med. Claudia Schelenz,

Fachärztin für Innere Medizin, Hämatologie und Onkologie, Onkologische Schwerpunktpraxis Berlin Mitte, Vorstandsvorsitzende von Home Care Berlin e.V.

 

Berlin (5. Dezember 2006) – Bei der Versorgung schwerstkranker Krebspatienten ist die Erhaltung der Lebensqualität das wichtigste Anliegen. Hierzu zählt neben der Linderung von Schmerzen und anderen Symptomen auch ein hohes Maß an Unabhängigkeit und Selbstbestimmung. Dies gilt gerade auch dann, wenn die Patienten bei den Verrichtungen des täglichen Lebens zunehmend auf die Hilfe anderer Personen angewiesen sind und medizinische und pflegerische Unterstützung benötigen.

 

Das Home Care‑Projekt sieht seine Hauptaufgabe darin, durch eine spezialisierte ärztliche Versorgung für krebskranke Menschen die Möglichkeit zu schaffen, auch die letzte Lebensphase in ihrem privaten Wohnumfeld zu verbringen.

 

Bei den Home Care‑Mitarbeitern handelt es sich um erfahrene Ärzte, die über spezielle Kenntnisse auf dem Gebiet der Versorgung schwerstkranker Tumorpatienten, insbesondere der Schmerztherapie und Symptomkontrolle, verfügen. Sie führen regelmäßige Hausbesuche durch, deren Zahl und Dauer auf die Bedürfnisse der Kranken abgestimmt sind. Grundsätzlich sind alle im Projekt arbeitenden Mediziner jeder Zeit ‑ also auch nachts und an den Wochenenden ‑ für ihre Patienten erreichbar. Neben der kompetenten palliativmedizinischen Versorgung steht die menschliche Zuwendung im Mittelpunkt des Home CareKonzeptes. Auf eine enge Zusammenarbeit aller an der Versorgung beteiligten Personen und Dienste (Hausärzte, Angehörige, professionelle Pflege, Ehrenamtliche … ) wird dabei großer Wert gelegt.

 

Das Projekt wird vom 1993 gegründeten gleichnamigen Verein gefördert und unterstützt. Seit 1995 unterhält der Verein eine Geschäftsstelle, deren wichtigste Aufgabe darin besteht, Patienten und Angehörigen über das Home Care‑Projekt zu beraten und über komplementäre Angebote, wie z. B. auf Palliativpflege spezialisierte Pflegedienste, zu informieren.

 

Weitere Aktivitäten des Vereins sind:

 

  • die regelmäßige Durchführung eines Qualitätszirkels für den Erfahrungsaustausch der Projektmitarbeiter,
  • die laufende Auswertung einer Dokumentation, in der die Leistungen der Home Care-Versorgung erfasst werden,
  • das Angebot eines telefoni­schen Beratungsdienstes für Hausärzte, Pflegedienste u. a. professionellen Helfern in al­len relevanten Fragen der Pal­liativmedizin („Palli‑Hotline"),
  • eine informative Internetprä­senz (www.homecareberlin.de).

 

Die Geschäftsstelle des Home Care Berlin e.V. wird ausschließlich aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen finan­ziert.

 


 

Quelle: 1. Berliner Supportiv-Gespräch der Firma ribosepharm zum Thema „Lebensqualität für Krebspatienten durch konsequente Supportivtherapie“ am 05.12.2006 in Berlin (POMME-med).

MEDICAL NEWS

New guidance to prevent the tragedy of unrecognized esophageal intubation
Overly restrictive salt intake may worsen outcomes for common form…
COVID-19 vaccines are estimated to have prevanented 20 million deaths…
Novel sleep education learning modules developed for nurse practitioners
Scientists discover how salt in tumours could help diagnose and…

SCHMERZ PAINCARE

Aktuelle Versorgungssituation der Opioidtherapie im Fokus
Individuelle Schmerztherapie mit Opioiden: Patienten im Mittelpunkt
Versorgung verbessern: Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin fordert die Einführung des…
Pflegeexpertise im Fokus: Schmerzmanagement nach Operationen
Versorgung verbessern: Bundesweite Initiative der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin zu…

DIABETES

Menschen mit Diabetes während der Corona-Pandemie unterversorgt? Studie zeigt auffällige…
Suliqua® zur Therapieoptimierung bei unzureichender BOT
„Wissen was bei Diabetes zählt: Gesünder unter 7 PLUS“ gibt…
Kaltplasma bei diabetischem Fußsyndrom wirkt via Wachstumsfaktoren
Typ-1-Diabetes: InRange – auf die Zeit im Zielbereich kommt es…

ERNÄHRUNG

Gesunde Ernährung: „Nicht das Salz und nicht das Fett verteufeln“
Mangelernährung gefährdet den Behandlungserfolg — DGEM: Ernährungsscreening sollte zur klinischen…
Wie eine Diät die Darmflora beeinflusst: Krankenhauskeim spielt wichtige Rolle…
DGEM plädiert für Screening und frühzeitige Aufbautherapie: Stationäre COVID-19-Patienten oft…
Führt eine vegane Ernährungsweise zu einer geringeren Knochengesundheit?

ONKOLOGIE

Nahrungsergänzungsmittel während der Krebstherapie: Es braucht mehr Bewusstsein für mögliche…
Fusobakterien und Krebs
Fortgeschrittenes Zervixkarzinom: Pembrolizumab verlängert Leben
Krebspatienten unter Immuntherapie: Kein Hinweis auf erhöhtes Risiko für schwere…
Aktuelle Kongressdaten zum metastasierten Mammakarzinom und kolorektalen Karzinom sowie Neues…

MULTIPLE SKLEROSE

Multiple Sklerose: Analysen aus Münster erhärten Verdacht gegen das Epstein-Barr-Virus
Aktuelle Daten zu Novartis Ofatumumab und Siponimod bestätigen Vorteil des…
Multiple Sklerose durch das Epstein-Barr-Virus – kommt die MS-Impfung?
Neuer Therapieansatz für Multiple Sklerose und Alzheimer
„Ich messe meine Multiple Sklerose selbst!“ – Digitales Selbstmonitoring der…

PARKINSON

Alexa, bekomme ich Parkinson?
Meilenstein in der Parkinson-Frühdiagnose
Parkinson-Erkrankte besonders stark von Covid-19 betroffen
Gangstörungen durch Kleinhirnschädigung beim atypischen Parkinson-Syndrom
Parkinson-Agenda 2030: Die kommenden 10 Jahre sind für die therapeutische…