Online-Planer für die ambulante Pflege

 

Neues Internet-Angebot soll Verbraucher ab 2013 unterstützen, häusliche Pflege gezielt zu planen

 

Berlin/Gütersloh (20. April 2012) – Pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen haben in Zukunft die Möglichkeit, die häusliche Pflege und den Einsatz eines Pflegedienstes gezielter zu planen. Ratsuchende sollen auf einer neuen Webseite ihren individuellen Pflegebedarf ermitteln und sich über mögliche Unterstützungsleistungen sowie die voraussichtlichen Kosten informieren können.

Entwickelt wird der neue Online-Planer derzeit vom Projekt „Weisse Liste“ – im Sommer 2013 soll die neue Internetseite freigeschaltet werden. Das Bundesverbraucherministerium unterstützt und fördert die Entwicklung des neuen Angebots. Die Weisse Liste ist ein gemeinsames Projekt der Bertelsmann Stiftung und der Dachverbände der größten Patienten- und Verbraucherorganisationen.

„Verbraucher sollen sich gezielter darüber informieren können, welche Unterstützung sie für die Pflege zu Hause in Anspruch nehmen können“, sagt Dr. Robert Kloos, Staatssekretär im Bundesverbraucherministerium. Das neue, interaktive Instrument soll auch in der Pflegeberatung eingesetzt werden können. „Wir möchten die Selbstbestimmung der Menschen fördern und dafür sorgen, dass Leistungen in der ambulanten Pflege bedarfsgerechter eingesetzt werden“, so Kloos. Langfristig solle das Projekt dazu beitragen, dass Pflegebedürftige länger im häuslichen Umfeld versorgt werden können.

In dem neuen Internet-Portal sollen Verbraucher einen individuellen Pflegeplan erstellen können, aus dem hervorgeht, zu welchem Zeitpunkt welche Leistungen eines Pflegedienstes benötigt werden. „Pflegebedürftige und Angehörige sollen sich besser auf die Gespräche mit in Frage kommenden Pflegediensten vorbereiten und Leistungen möglichst passgenau auswählen können“, sagt Dr. Brigitte Mohn, Vorstandsmitglied der Bertelsmann Stiftung. Das Portal soll auch über spezielle Leistungen wie Sondenernährung oder die Begleitung zu Ärzten und Behörden Auskunft geben. „Bislang ist es für die Betroffenen schwierig, sich einen Überblick über mögliche Leistungsbündel und Kosten zu verschaffen – auch, weil diese sich von Bundesland zu Bundesland unterscheiden können“, so Mohn.

„Die meisten Pflegebedürftigen möchten möglichst lange zu Hause versorgt werden. Dabei kümmern sich in der Mehrzahl der Fälle direkte Angehörige um die Pflege“, sagt Jens Kaffenberger, stellvertretender Bundesgeschäftsführer des Sozialverbands VdK Deutschland. Der Sozialverband ist Partner des Projektes Weisse Liste. Für die pflegenden Angehörigen sei es wichtig, dass sie Entlastungen durch professionelle Pflegeanbieter oder Hilfen im Haushalt gezielt planen können. „Sie benötigen fundierte Informationen, um sich bei der oftmals verwirrenden Vielfalt von Leistungen und Kosten orientieren zu können“, so Kaffenberger.

Die Weisse Liste ist seit 2008 unter http://www.weisse-liste.de online zugänglich. Das Portal unterstützt bereits heute die Verbraucherinnen und Verbraucher bei der Suche nach einem Arzt, Krankenhaus oder Pflegeheim. Die Online-Planungshilfe für die ambulante Pflege ist eine Erweiterung. Die Projektentwicklung wird begleitet von einem Beirat mit Pflegeexperten aus Wissenschaft und Praxis.

Zur Weissen Liste

Die Weisse Liste ist ein gemeinsames Projekt von Bertelsmann Stiftung, Bundesarbeitsgemeinschaft SELBSTHILFE (BAG SELBSTHILFE), Deutsche Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfegruppen, FORUM chronisch kranker und behinderter Menschen im PARITÄTISCHEN Gesamtverband, Sozialverband VdK Deutschland und Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv). Die Initiatoren wollen mit dem Internetportal www.weisse-liste.de eine individuelle Entscheidungshilfe für Patienten und Angehörige zur Verfügung stellen und für mehr Transparenz im Gesundheitswesen sorgen.

 


Quelle: Bertelsmann-Stiftung, 20.04.2012 (tB).

MEDICAL NEWS

Inadequate sequencing of SARS-CoV-2 variants impedes global response to COVID-19
New meta-analysis finds cannabis may be linked to development of…
New guidance on how to diagnosis and manage osteoporosis in…
Starting the day off with chocolate could have unexpected benefits
Better mental health supports for nurses needed, study finds

SCHMERZ PAINCARE

Versorgung verbessern: Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin fordert die Einführung des…
Pflegeexpertise im Fokus: Schmerzmanagement nach Operationen
Versorgung verbessern: Bundesweite Initiative der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin zu…
Jedes vierte Kind wünscht bessere Schmerzbehandlung
Lebensqualität von Patienten in der dauerhaften Schmerztherapie mit Opioiden verbessern

DIABETES

Bundestag berät über DMP Adipositas: DDG begrüßt dies als Teil…
Mit der Smartwatch Insulinbildung steuern
Verbände fordern bessere Ausbildung und Honorierung von Pflegekräften für Menschen…
Minimalinvasive Geräte warnen ungenügend vor Unterzuckerung
Typ-1-Diabetes und Hashimoto-Thyreoiditis treten häufig gemeinsam auf

ERNÄHRUNG

Wie eine Diät die Darmflora beeinflusst: Krankenhauskeim spielt wichtige Rolle…
DGEM plädiert für Screening und frühzeitige Aufbautherapie: Stationäre COVID-19-Patienten oft…
Führt eine vegane Ernährungsweise zu einer geringeren Knochengesundheit?
Regelmässiger Koffeinkonsum verändert Hirnstrukturen
Corona-Erkrankung: Fehl- und Mangelernährung sind unterschätze Risikofaktoren

ONKOLOGIE

Anti-Myelom-Therapie mit zusätzlich Daratumumab noch effektiver
Positive Ergebnisse beim fortgeschrittenen Prostatakarzinom: Phase-III-Studie zur Radioligandentherapie mit 177Lu-PSMA-617
Lymphom-News vom EHA2021 Virtual. Alle Berichte sind nun online verfügbar!
Deutsch-dänisches Interreg-Projekt: Grenzübergreifende Fortbildungskurse in der onkologischen Pflege
Sotorasib: Neues Medikament macht Lungenkrebs-Patienten Hoffnung

MULTIPLE SKLEROSE

NMOSD-Erkrankungen: Zulassung von Satralizumab zur Behandlung von Jugendlichen und Erwachsenen
Verzögerte Verfügbarkeit von Ofatumumab (Kesimpta®)
Neuer Biomarker bei Multipler Sklerose ermöglicht frühe Risikoeinschätzung und gezielte…
Multiple Sklerose beginnt oft lange vor der Diagnose
Goldstandard für Versorgung bei Multipler Sklerose

PARKINSON

Meilenstein in der Parkinson-Frühdiagnose
Parkinson-Erkrankte besonders stark von Covid-19 betroffen
Gangstörungen durch Kleinhirnschädigung beim atypischen Parkinson-Syndrom
Parkinson-Agenda 2030: Die kommenden 10 Jahre sind für die therapeutische…
Gemeinsam gegen Parkinson: bessere Therapie durch multidisziplinäre Versorgung