Operation ohne Stress durch „Fast-track“-Rehabilitation

 

Hamburg (5. Mai 2007) – Der Organismus reagiert auf ein operatives Trauma mit einer Stressantwort. Diese kann zu einer verzögerten Rekonvaleszenz nach chirurgischen Eingriffen führen. Um Komplikationen nach der Operation zu vermeiden, die Sterblichkeit zu reduzieren, frühzeitige Mobilisation zu erzielen und die postoperative Verweildauer zu verkürzen, entwickelte der dänische Arzt Prof. Henrik Kehlet die so genannte „Fast-Track“-Rehabilitation.

 

Unter der „Fast-Track“-Methode versteht man ein multimodales, interdisziplinäres Behandlungskonzept, das ursprünglich im Bereich der Dickdarmchirurgie (Kolonresektionen) entwickelt wurde. „Fast-track“ zielt darauf ab, die postoperativen Rekonvaleszenz zu beschleunigen und den Allgemeinzustand vor der Operation so rasch wie möglich wieder herzustellen. Voraussetzung dafür ist eine Verknüpfung vieler Einzelmaßnahmen: Die intensive Patienteninformation und -vorbereitung vorab, die Teambildung von Chirurgen, Anästhesiologen und Pflegepersonal, die Anwendung atraumatischer, minimal-invasiver Operationstechniken, die Optimierung der Allgemeinanästhesie, der Einsatz regionaler Anästhesieverfahren sowie eine intensive postoperative Schmerztherapie. Und nicht zuletzt die aktive Mitarbeit des Patienten.

 

Die Effektivität dieses Behandlungskonzepts wurde in randomisierten Studien für elektive Kolonresektionen (Teilentfernung eines Dickdarmabschnitts) in eindrucksvoller Weise nachgewiesen. Allgemeine Komplikationen konnten von 20 bis 30 Prozent auf unter 5 bis 10 Prozent gesenkt, die postoperative Verweildauer im Krankenhaus von über 10 Tagen auf weniger als 5 Tage reduziert werden. Momentan befindet sich die „Fast-Track“-Rehabilitation in Deutschland noch in der Erprobungsphase. Bei einem flächendeckenden Einsatz bei 50.000 – 70.000 Kolonresektionen pro Jahr könnte das Gesundheitssystem jedoch geschätzte 420.000 Behandlungstage einsparen.

 

Neben den großen Behandlungserfolgen in der Kolonresektion gibt es deutliche Hinweise darauf, dass das „Fast-track“-Behandlungskonzept für nahezu alle operativen Eingriffe –Leistenbruch-, Gallenblasen-, Blinddarm-, Gebärmutter-, oder Prostata-Operationen – geeignet ist. Je größer die Operation ist, umso wirkungsvoller ist die „Fast-Track“-Rehabilitation.

 

Eine wesentliche Voraussetzung für den Erfolg der “Fast-track“- Rehabilitation sind die Regionalanästhesie sowie die Verfügbarkeit moderner Anästhetika wie Ropivacain (Naropin®), welche eine systemische Opioid-Schmerztherapie teilweise oder vollständig ersetzen und so entscheidend zur Reduzierung von Komplikationen und Verweildauer im Krankenhaus beitragen.

 


Quelle: Pressekonferenz der Firma AstraZeneca im Rahmen des Deutschen Anästhesiekongresses 2007 zum Thema „10 Jahre Naropin®: Dem Schmerz den Rücken kehren – wie die moderne Regionalanästhesie zu Patientensicherheit und –zufriedenheit beiträgt“ am 05.05.2007 in Hamburg (Angela Liedler).

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