Operative Fächer und Komplementärmedizin sind kein Widerspruch

Kürzere Liegezeiten und raschere Wundheilung durch natürliche Komplexmitttel

 

Berlin (29. Oktober 2010) – In der Behandlung von Sportverletzungen haben Komplexmittel seit Jahrzehnten einen hohen Stellenwert. Aber auch im Klinikalltag tragen Komplexhomöopathika wesentlich zu einer rascheren Heilung nach einem operativen Eingriff bei. Beim Deutschen Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU) in Berlin berichteten Experten aus der Praxis über ihre Erfahrungen mit homöopathischen Komplexmitteln in der posttraumatischen Rekonvaleszenz.

 

Selbst mit der besten sportmedizinischen Betreuung, wie sie Spitzensportler im Falle einer Verletzung heute bekommen, seien keine Wunderheilungen zu erzielen, betonte der Münchner Facharzt für Orthopädie und Sportmediziner Dr. Christian Schneider. Nach wie vor spiele die Anwendung der PECH-Regel bei der Erstversorgung eine entscheidende Rolle. PECH steht dabei für Pause, Eis, Compression und Hochlagern. Richtig und schnell angewendet kann so das Ausmaß einer Schwellung reduziert und ein Hämatom begrenzt werden. Auf diese Weise werde wertvolle Zeit für die weitere Therapie gewonnen, erläuterte Schneider, der auch Verbands- und Olympiaarzt des Bob- und Schlittenverbands für Deutschland ist.

 

Bereits bei der Erstversorgung eines verletzten Sportlers kommen in der medikamentösen Begleitbehandlung häufig Komplexhomöopathika wie Traumeel S Creme und Tabletten zum Einsatz, berichtete Schneider. Denn die Inhaltsstoffe von Traumeel S entfalten in den verschiedensten Phasen der Wundheilung ihre Wirkung und tragen so zu einer rascheren Rekonvaleszenz bei.

 

Das sei auch in mehreren Studien belegt, berichtete Schneider. So zeige eine Metaanalyse mit fast 3.500 Patienten mit posttraumatischen Schwellungen, die mit Traumeel S Creme behandelt wurden, in rund 90 Prozent der Fälle gute bis sehr gute Ergebnisse. Bei akuten muskuloskeletalen Verletzungen, bei Sprunggelenksverletzungen oder bei Hämatomen zeigte sich unter der Behandlung mit Traumeel S eine deutliche Besserung gegenüber Placebo. Die Wirkung bei Entzündungsreaktionen wurde von über 85 Prozent der Patienten als gut oder sehr gut beurteilt. Das Spektrum der Entzündungsreaktionen reichte dabei von Zerrungen, Prellungen und Hämatomen bis zu posttraumatischen und postoperativen Ödemen, Verrenkungen und Epikondylitis. Im Vergleich zu einer konventionellen Behandlung bei einer akuten Verletzung wirke Traumeel S im Hinblick auf eine Verbesserung der Schmerzsymptomatik und Entzündung schneller, betonte Schneider.

 

 

Komplementärmedizinische Angebote werden gut akzeptiert

 

Verschiedene Fächer wie Chirurgie, Orthopädie und Komplementärmedizin seien kein Widerspruch, erklärte der Hanauer Facharzt für Chirurgie und Sportmediziner Andrew Lichtenthal. In seiner Klinik seien komplementärmedizinische Verfahren auf der Grundlage der Erfahrungen aus der Sportmedizin ergänzend zur konventionellen Behandlung inzwischen fester Bestandteil der Therapie in der Traumatologie, sagte Lichtenthal, der auch Verbandsarzt im Deutschen Leichtathletikverband ist. Angewendet werden homöopathische Komplexmittel beispielsweise im Rahmen der Mesotherapie oder zur Infiltration in Akupunkturpunkte. Bei operativen Fällen werden Komplexmittel neben der Entzündungsregulierung häufig im Rahmen einer Ausleitungstherapie eingesetzt. Dabei werden sie in die Infusionstherapien integriert und aktivieren so das lymphatische Gewebe zusätzlich. Dadurch erzielen sie peri- und postoperativ einen abschwellenden Effekt.

 

Damit sei es möglich, die Liegedauer beispielsweise nach der Implantation einer Totalendoprothese des Hüftgelenks (Hüft-TEP) von früher 14 Tagen auf heute sechs bis acht Tage zu reduzieren, berichtete Lichtenthal. Voraussetzung für eine Verkürzung der Liegezeiten sei eine schnellere Reduktion der Schmerzen und eine Beschleunigung der Heilung bei geringeren Nebenwirkungen.

 

Konkret könne so zum Beispiel nach einer Hüft-TEP durch die zusätzliche Gabe von Traumeel S und Lymphomyosot als Kurzinfusion neben der konventionellen Behandlung sowie durch die orale Gabe von Traumeel S, Lymphomyosot und Zeel an den folgenden Tagen eine deutliche Reduktion der Schmerzmedikation erreicht werden, berichtete Lichtenthal. Traumeel S trage dabei nicht nur zur Schmerzlinderung bei, sondern reguliere auch die Entzündung und fördere die Wundheilung. Darüber hinaus stabilisieren die Inhaltsstoffe die Gefäßpermeabilität.

 

Als das wichtigste Ausleitungsmittel bei einem chronischen Lymphstau werde in seiner Klinik Lymphomyosot eingesetzt, berichtete Lichtenthal. Mit Lymphomyosot werde vor allem bei älteren Patienten eine erhöhte Diurese erzeugt, ohne jedoch die Dosierung von Diuretika erhöhen zu müssen. Ein Lymphstau lasse so innerhalb kürzester Zeit nach.

 

Nach Lichtenthals Beobachtungen werden die komplementärmedizinischen Behandlungsangebote der Klinik von den Patienten ausgesprochen gut akzeptiert. Viele Patienten kämen sogar gerade deshalb, erklärte Lichtenthal.

 

 

Forschung wird künftig intensiviert

 

Um die Forschung im Bereich komplementär-alternativ-medizinischer Behandlungsansätze (CAM) zu fördern, haben sich kürzlich 16 Institutionen aus zwölf europäischen Ländern unter dem Namen CAMbrella zu einem Netzwerk zusammengeschlossen, berichtete Lichtenthal abschließend. Für entsprechende Forschungsprojekte stehen bereits 1,5 Millionen Euro als Fördergelder bereit.

 

 


Quelle: Lunchsymposium der Firma Heilmittel Heel zum Thema „Posttraumatische Rekonvaleszenz-Ansätze zur Heilungsbeschleunigung nach Sportverletzungen“ am 29.11.2010 in Berlin, anlässlich des DKOU 2010 – Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (Schuster PR) (tB).

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