„Optionen für eine bessere Versorgung von Patienten mit Asthma und COPD“

 

Dresden (7. April 2011) – Asthma und COPD haben sich zu Volkskrankheiten der deutschen Bevölkerung entwickelt. Mit einer Prävalenz von 5 % beim Asthma bzw. mehr als 10 % der über 40-Jährigen bei COPD werden beide Atemwegserkrankungen in den nächsten Jahren noch an Bedeutung gewinnen. Für eine effiziente Behandlung ist eine adäquate Diagnostik notwendig. Dabei ist eine sorgfältige Differenzierung zwischen Asthma und COPD erforderlich, die häufig jedoch nicht durchgeführt wird, betonte Prof. Heinrich Worth, Vorsitzender der Deutschen Atemwegsliga anlässlich einer Pressekonferenz im Rahmen des Pneumologenkongresses in Dresden.

 

„Eine Optimierung der Vorsorgung von Asthma- und COPD-Patienten ist durch eine bessere Implementierung der aktuellen Leitlinien zu erwarten“, erläuterte Worth. Hierzu gehören auch nicht medikamentöse Therapieoptionen wie die strukturierte Patientenschulung und körperliches Training. Durch körperliches Training lässt sich die Symptomatik der COPD verbessern, die Belastbarkeit und Lebensqualität steigern und möglicherweise auch die chronische Entzündung reduzieren. In Deutschland mangele es jedoch an einer flächendeckenden Vorsorgung mit ambulanten Lungensportgruppen, so Worth.

 

Erste Ergebnisse der von der Deutschen Atemwegliga geförderten Studie „Asthmabehandlung in der hausärztlichen Praxis“ decken vielfältige Diskrepanzen zwischen verordneter Therapie und Durchführung durch die Patienten auf. So wird z. B. die antientzündliche Basistherapie mit inhalativen Glukokortikoiden laut Dr. med. Heidrun Lingner von der Medizinischen Hochschule Hannover aus Angst vor Nebenwirkungen und in Unkenntnis der Wirkungsweise eigenmächtig angepasst oder zeitweilig sogar vollkommen unterbrochen. Auch die Selbstkontrolle durch Peak Flow-Messungen wurde nur von einem Teil der Studienteilnehmer genutzt und nur wenige Patienten hatten von ihrem Arzt eine Asthmaschulung angeboten bekommen, so Lingner.

 

Eine wichtige Rolle bei der Versorgungsoptimierung von Patienten mit chronisch obstruktiven Atemwegserkrankungen sieht Prof. Dr. Martin Schulz, Berlin, in der pharmazeutischen Betreuung durch die Apotheke. Verschiedene Studien haben gezeigt, dass durch eine adäquate Beratung in der Apotheke asthmabedingte Symptome sowie die Lebensqualität und das asthmaspezifische Wissen verbessert werden können. Besondere Bedeutung hat das Anleiten der Patienten zur fehlerfreien Anwendung der inhalativen Arzneimittel. Gemeinsam mit dem Arzt und dem Patient kann der Apotheker arzneimittelbezogene Probleme, wie z. B. Neben- und Wechselwirkungen, Non-Compliance oder Dosierungsfehler, erkennen und lösen und somit zu Sicherheit und Effektivität der Arzneimitteltherapie beitragen, so Schulz.

 

Vor dem Hintergrund der aufgedeckten Defizite und nicht ausreichend genutzten Optimierungsmöglichkeit der Versorgung von Patienten mit Asthma und COPD setzt sich die Deutsche Atemwegsliga dafür ein, dass alle Optionen des Krankheitsmanagement optimal genutzt werden. „Hierzu gehören neben der haus- und fachärztlichen Versorgung der Patienten mit einer adäquaten medikamentösen Therapie insbesondere auch die Bewegungstherapie, die physiotherapeutische Atemtherapie sowie die Schulung der Inhalationstechniken durch Apothekerinnen und Apotheker“ erläuterte Worth.

 


Quelle: Pressekonferenz der Deutschen Atemwegsliga, 07.04.2011 (iKOMM) (tB).

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