Organspende und SARS-CoV-2/COVID-19

  • Organspende und Transplantation können auch bei SARS-CoV-2/COVID-19-Pandemie erfolgen, dies verlangt allerdings entsprechende Vorsichtsmaßnahmen.

 

Informationen für Krankenhäuser

Frankfurt am Main (11. März 2021) — Bei allen potentiellen Spendern wird eine sorgfältige Krankengeschichte erhoben und insbesondere nach Aufenthalten in COVID-19-Risikogebieten (gemäß Vorgabe des RKI) und Kontakten mit COVID-19 (Verdachts-)Fällen gefragt. Zudem ist bei jedem potentiellen Spender eine SARS-CoV-2-PCR aus Rachen- und/oder endotrachealem Abstrich durchzuführen. Voraussetzung für eine Organspende ist ein negativer SARS-CoV-2-Befund bei dieser Untersuchung, zusätzlich werden die anamnestischen Angaben und die klinische Symptomatik bei der Entscheidung über eine mögliche Organspende berücksichtigt.

Dieses Vorgehen entspricht den internationalen Empfehlungen und ist mit der Deutschen Transplantationsgesellschaft abgestimmt. Die Entscheidung über die Transplantation eines jeden Empfängers erfolgt selbstverständlich wie immer unter sorgfältiger Abwägung von Nutzen und Risiko für den Empfänger, wobei nun auch das Risiko einer möglichen COVID-19-Infektion nach der Transplantation berücksichtigt wird.

 

 

Einführung eines Datenregisters für transplantierte COVID-19 Patienten

Der Vorstand der DTG hat sich wie einige andere Fachgesellschaften für die Etablierung eines COVID-19-Transplantationsregisters als Substudie des Lean European Open Survey on SARS-CoV-2 (LEOSS-Register) entschieden, das in Zusammenarbeit der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie (DGI) mit der ESCMID Emerging Infections Task Force (EITaF) gerade neu etabliert wurde. Die transplantationsspezifische Substudie bzw. Datenabfrage wurde bereits in vorläufiger Form in das LEOSS-Register eingearbeitet, so dass es von allen COVID-19 betreuenden Ärzten benutzt werden kann. Der große Vorteil dieser Zusammenarbeit mit den Infektiologen innerhalb eines einheitlichen Registers ist die direkte Vergleichsmöglichkeit mit vielen anderen Patientengruppen, wie z.B. Stammzelltransplantierten oder Nicht-Transplantierten etc..

Dieses gesamteuropäische Register ermöglicht eine sowohl prospektive als auch retrospektive Dateneingabe in ausschließlich voll-anonymisierter Form, was zwangsweise/bewusst eine gewisse Unschärfe in der Patientencharakterisierung bewirkt, aber den Vorteil hat, dass ein Patienteneinverständnis nicht erforderlich ist. Alle notwendigen Ethikvoten werden zentral eingeholt und verzögern den sofortigen Beginn von Registereintragungen nicht. Diese Datenerhebung kann, wenn sie sehr konsequent und schnell von niedergelassenen und Krankenhausärzten durchgeführt wird, bereits wichtige Informationen für die Identifizierung und das Handling von Risikogruppierungen unter der noch laufenden Pandemie erzielen und beeinflussen. Hierbei kann man sich je nach Bedarf entweder ein personalisiertes Einzelaccount oder ein Sammelaccount (Kliniken, Großpraxis) erstellen lassen.

 

Bitte helfen Sie mit dem Eintrag von allen COVID-19 positiven Patienten nach Organtransplantation unter folgender Registeradresse: https://leoss.net/

 

Informationen für Wartelistenpatienten und Transplantierte 

Die  Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) bietet auf ihrer Internetseite www.infektionsschutz.de verlässliche und laufend aktualisierte Informationen zum Coronavirus und zu Impfungen sowie Hygiene​tipps an. Zudem sind dort nützliche Materialien für verschiedene Zielgruppen zu finden wie unter anderem für Menschen mit chronischen Erkrankungen. Dazu zählen Patienten, die transplantiert sind oder auf ein neues Organ warten.

 

  • Merkblatt für Menschen mit chronischen Erkrankungen mit Verhaltensregeln und Hygienetipps.
  • Informationen der DTG für Patienten zur Corona-Impfung sind hier​ abrufbar.

 

 


Quelle: Deutsche Stiftung Organtransplantation, 11.03.2021 (tB).

Schlagwörter: , , ,

MEDICAL NEWS

Inadequate sequencing of SARS-CoV-2 variants impedes global response to COVID-19
New meta-analysis finds cannabis may be linked to development of…
New guidance on how to diagnosis and manage osteoporosis in…
Starting the day off with chocolate could have unexpected benefits
Better mental health supports for nurses needed, study finds

SCHMERZ PAINCARE

Versorgung verbessern: Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin fordert die Einführung des…
Pflegeexpertise im Fokus: Schmerzmanagement nach Operationen
Versorgung verbessern: Bundesweite Initiative der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin zu…
Jedes vierte Kind wünscht bessere Schmerzbehandlung
Lebensqualität von Patienten in der dauerhaften Schmerztherapie mit Opioiden verbessern

DIABETES

Bundestag berät über DMP Adipositas: DDG begrüßt dies als Teil…
Mit der Smartwatch Insulinbildung steuern
Verbände fordern bessere Ausbildung und Honorierung von Pflegekräften für Menschen…
Minimalinvasive Geräte warnen ungenügend vor Unterzuckerung
Typ-1-Diabetes und Hashimoto-Thyreoiditis treten häufig gemeinsam auf

ERNÄHRUNG

Wie eine Diät die Darmflora beeinflusst: Krankenhauskeim spielt wichtige Rolle…
DGEM plädiert für Screening und frühzeitige Aufbautherapie: Stationäre COVID-19-Patienten oft…
Führt eine vegane Ernährungsweise zu einer geringeren Knochengesundheit?
Regelmässiger Koffeinkonsum verändert Hirnstrukturen
Corona-Erkrankung: Fehl- und Mangelernährung sind unterschätze Risikofaktoren

ONKOLOGIE

Anti-Myelom-Therapie mit zusätzlich Daratumumab noch effektiver
Positive Ergebnisse beim fortgeschrittenen Prostatakarzinom: Phase-III-Studie zur Radioligandentherapie mit 177Lu-PSMA-617
Lymphom-News vom EHA2021 Virtual. Alle Berichte sind nun online verfügbar!
Deutsch-dänisches Interreg-Projekt: Grenzübergreifende Fortbildungskurse in der onkologischen Pflege
Sotorasib: Neues Medikament macht Lungenkrebs-Patienten Hoffnung

MULTIPLE SKLEROSE

NMOSD-Erkrankungen: Zulassung von Satralizumab zur Behandlung von Jugendlichen und Erwachsenen
Verzögerte Verfügbarkeit von Ofatumumab (Kesimpta®)
Neuer Biomarker bei Multipler Sklerose ermöglicht frühe Risikoeinschätzung und gezielte…
Multiple Sklerose beginnt oft lange vor der Diagnose
Goldstandard für Versorgung bei Multipler Sklerose

PARKINSON

Meilenstein in der Parkinson-Frühdiagnose
Parkinson-Erkrankte besonders stark von Covid-19 betroffen
Gangstörungen durch Kleinhirnschädigung beim atypischen Parkinson-Syndrom
Parkinson-Agenda 2030: Die kommenden 10 Jahre sind für die therapeutische…
Gemeinsam gegen Parkinson: bessere Therapie durch multidisziplinäre Versorgung