Palliativ-Pflege

Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin zum "Sterbefasten"

Achtung des Patientenwillens hört nicht beim freiwilligen Verzicht auf Essen und Trinken auf

  • Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin veröffentlicht Positionspapier zum freiwilligen Verzicht auf Essen und Trinken (FVET)
  • Expertengremium: FVET ist nicht als Suizid zu bewerten
  • Medizinische Begleitung des FVET stellt keine strafbare Handlung dar
  • Entschluss aus freiem Willen ist zu respektieren
  • Aufklärung zu Folgesymptomen und Behandlung wichtig
  • Herausforderung und Belastung für An- und Zugehörige und für Team

Berlin (16. Oktober 2019) – „Wenn ein schwerstkranker Mensch aus freiem Entschluss nicht mehr essen und trinken will, um sein Sterben zu beschleunigen, dann ist das zu respektieren.“ betont Prof. Dr. Lukas Radbruch, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP). Es sei keine strafbare Handlung, die selbstbestimmte Entscheidung eines unerträglich leidenden Palliativpatienten medizinisch zu begleiten, heißt es in einem aktuellen Positionspapier des Vorstandes der Fachgesellschaft gemeinsam mit weiteren Expertinnen und Experten. Vielmehr würde es den Straftatbestand der Körperverletzung erfüllen, einen Menschen gegen seinen Willen zu ernähren.

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Ehrenamtliche Hospizarbeit vielfältiger und offener gestalten

Berlin (11. Oktober 2019) -- Diakonie-Präsident Ulrich Lilie fordert dazu auf, ehrenamtliches Engagement in der Hospizarbeit so zu gestalten, dass sich noch mehr unterschiedliche Menschen auf vielfältige Weise engagieren - und damit noch mehr unterschiedliche Menschen ansprechen.

Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin begrüßt Lehreinheit zur letzten Lebensphase

Palliativversorgung endlich verbindlicher Teil der Grundausbildung von Pflegefachkräften

Berlin (24. September 2019) -- Das Thema Palliativversorgung wird jetzt auch in der Grundausbildung von Pflegefachkräften verbindlich abgebildet. Dies ist laut Deutscher Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) „ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu entsprechenden Kompetenzen am Patientenbett“, wie DGP-Vorstandsmitglied Katja Goudinoudis hervorhebt. Die DGP begrüßt, dass die Einheit „Menschen in kritischen Lebenssituationen und in der letzten Lebensphase begleiten“ im Umfang von 250 Stunden in den Rahmenlehrplan aufgenommen wurde. So können angehende Pflegefachfrauen und -männer nun grundlegende Kompetenzen erwerben, die sie für die allgemeine Palliativversorgung im Krankenhaus, der stationären Altenhilfe, der Eingliederungshilfe und der ambulanten Versorgung benötigen.

Leitlinienprogramm Onkologie publiziert aktualisierte und erweiterte S3-Leitlinie Palliativmedizin

Palliativversorgung bei einer nicht-heilbaren Krebserkrankung

  • Acht neue Themengebiete in S3-Leitlinie aufgenommen

Berlin (28. August 2019) -- Unter der Federführung der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin e. V.  (DGP) wurde im Rahmen des Leitlinienprogramms Onkologie die aus dem Jahr 2015 stammende S3-Leitlinie Palliativmedizin für Patient*innen mit einer nicht-heilbaren Krebserkrankung aktualisiert und um acht Kapitel erweitert. Die Leitlinie greift dabei unter anderem den Umgang mit dem Wunsch zu sterben sowie die Versorgung einer tumorbedingten Fatigue und maligner Wunden auf. Ziel der Leitlinie ist es, die Symptomkontrolle und somit auch die Lebensqualität der Patienten zu verbessern und Ärzten sowie allen an der Versorgung beteiligten Berufsgruppen evidenzbasierte Handlungs-empfehlungen zu geben.

109. Aachener Hospizgespraech109. Aachener Hospizgespräch

Hospiz- und Palliativversorgungsnetzwerke müssen nicht nur flächendeckend etabliert und finanziert, sondern auch klar definiert werden!

Aachen/Stolberg (2. Februar 2019) - Im Koalitionsvertrag zwischen CDU/CSU und SPD für die 19. Legislaturperiode heißt es beim Kapitel ‚Gesundheit und Pflege‘: „Wir werden die Hospiz- und Palliativversorgung weiter stärken, insbesondere durch Kostenübernahme für die Koordination von Hospiz- und Palliativversorgungsnetzwerken sowie durch Verbesserungen bei der Versorgung von Kindern und in Altenpflegeeinrichtungen.“ Was aber bedeutet diese Ankündigung konkret? Wie sollen solche Netzwerke arbeiten, welchen Auftrag und welchen Rahmen haben sie? Wie können Krankenhäuser und Alteneinrichtungen in eine solche Vernetzung integriert werden? Wie kann man das, was eine regionale Koordinierungsstelle leistet, finanziell abbilden, und wer ist der Kostenträger? Mit solchen und vielen weiteren Fragen beschäftigte sich das 109. Aachener Hospizgespräch, ein bundesweiter Kongress mit ca. 300 Teilnehmern aus dem In- und Ausland.

Bjoern Schulz Stiftung Logo

Björn Schulz Stiftung

Berlin (16. Oktober 2018) - Die Björn Schulz Stiftung ist benannt nach dem kleinen Björn, der mit nur sieben Jahren an Leukämie starb. 1996 wurde die Stiftung in Berlin von einem Eltern-Selbsthilfeverein gegründet. Im Mittelpunkt steht die Betreuung lebensbedrohlich oder lebensverkürzend erkrankter Kindern und ihrer Familien. Die Stiftung begleitet die erkrankten Kinder und ihre Familien ab dem Zeitpunkt der Diagnose, steht ihnen umfassend und ganzheitlich zur Seite. Dabei reicht die Betreuung der Eltern oft über den langjährigen Krankheitsverlauf und über den Tod des Kindes hinaus.

107. Aachener Hospizgespräch stellt vernachlässigte Gruppen und Einrichtungen sowie den Umsetzungsstatus des Hospiz- und Palliativgesetzes (HPG) in den Mittelpunkt. Was sind klassische Gruppen und Einrichtungen, die nicht im Fokus der palliativen und hospizlichen Arbeit stehen? Warum ist das so, und wie lässt sich das womöglich ändern? Werden diese Gruppen und Einrichtungen im HPG ausreichend berücksichtigt? Welche Rolle spielt die sogenannte ‚Caring Community‘, also die fürsorgende Gemeinschaft in einem Stadtteil, in der hospizlichen und palliativen Versorgung, und welche Bedeutung kann sie in der Zukunft noch erlangen? Mit diesen Themen beschäftigten sich beim 107. Aachener Hospizgespräch am 2. und 3. Februar 2018 im Museum Zinkhütter Hof in Stolberg zahlreiche Experten aus Politik und Gesundheitswesen. Photo: © Andreas Schmitter 107. Aachener Hospizgespräch stellt vernachlässigte Gruppen und Einrichtungen sowie den Umsetzungsstatus des Hospiz- und Palliativgesetzes (HPG) in den Mittelpunkt

Aachen/Stolberg (3. Februar 2018) - Was sind klassische Gruppen und Einrichtungen, die nicht im Fokus der palliativen und hospizlichen Arbeit stehen? Warum ist das so, und wie lässt sich das womöglich ändern? Werden diese Gruppen und Einrichtungen im HPG ausreichend berücksichtigt? Welche Rolle spielt die sogenannte ‚Caring Community‘, also die fürsorgende Gemeinschaft in einem Stadtteil, in der hospizlichen und palliativen Versorgung, und welche Bedeutung kann sie in der Zukunft noch erlangen? Mit diesen Themen beschäftigten sich beim 107. Aachener Hospizgespräch am 2. und 3. Februar 2018 im Museum Zinkhütter Hof in Stolberg zahlreiche Experten aus Politik und Gesundheitswesen.

Sterben in der Schweiz

Dem Menschen mit all seinen Bedürfnissen begegnen

Bern, Schweiz (21. November 2017) - In der Schweiz sterben die meisten Menschen in Spitälern und Pflegeheimen. Ihre individuellen Bedürfnisse werden dabei oft zu wenig berücksichtigt. Zudem sind betreuende Fachpersonen noch nicht zureichend miteinander vernetzt. Die Förderung von Palliative Care, die Sterbende umfassend begleitet, könnte diese Situation verbessern. Zu diesem Schluss kommt das Nationale Forschungsprogramm "Lebensende".

Innovative Studie untersucht Unterschiede zwischen Patienten mit früh und spät einsetzender Demenz am Lebensende

Welche Palliativversorgung brauchen Menschen mit Demenz?

München (22. September 2017) - Welche Versorgung benötigen Patienten, die an Demenz leiden, am Lebensende? Eine neue Studie der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München untersucht die Palliativversorgung von Menschen mit verschiedenen Formen von Demenz in Deutschland. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf Menschen, die schon im jüngeren Alter an einer Demenz erkranken. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert die EPYLOGE-Studie über drei Jahre mit 500.000 Euro.

Abb.: In Münster nehmen die Teams der ersten zertifizierten Palliativstationen aus Bonn, Erlangen, Freiburg und Wiesbaden die Zertifikate der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin entgegen. Photo: Münster View - Heiner WitteQualitativ hochwertige Palliativversorgung sollte auch für den Außenstehenden erkennbar sein

Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin zertifiziert Palliativstationen

Berlin (20. September 2017) - Die ersten Palliativstationen aus Bonn, Bremen, Erlangen, Freiburg und Wiesbaden haben ein umfassendes Zertifizierungsverfahren der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) durchlaufen, das in Kooperation mit der Zertifizierungsstelle ClarCert durchgeführt wird. Fünf Pilotkliniken konnten beim DGP-Mitgliedertag in Münster ihre Zertifikate in Empfang nehmen. „Schwerkranke Patienten und ihre Angehörigen sollten auf den ersten Blick erkennen können, wo sie auf jeden Fall kompetente Behandlung und Begleitung erwarten dürfen.“ betont Prof. Dr. Lukas Radbruch, Präsident der DGP. Dafür braucht es klare Qualitätskriterien, die das Zertifizierungsverfahren bietet und überprüft.

Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP):

Hospiz- und Palliativversorgung für hochaltrige Menschen muss ausgeweitet und vernetzt werden

Berlin (15. September 2017) - Die Hospiz- und Palliativversorgung in Deutschland muss ausgeweitet und vernetzt werden, insbesondere für hochaltrige Menschen. Um die qualitativen Anforderungen an die Versorgung Schwerstkranker konstruktiv, kritisch und vielfältig zu diskutieren, finden am 15. & 16. September in Münster die 2. Mitgliedertage der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) statt. Sie stehen unter dem Motto „Die DGP im Dialog“.

Frauen sterben kostengünstiger als Männer

Kulturelle Differenzen sorgen für Kostenunterschiede am Lebensende

 

Bern, Schweiz (3. August 2017) - Im letzten Lebensjahr verursachen Männer im Schnitt mehr Gesundheits-kosten als Frauen. Zu sterben ist in der französischen und italienischen Schweiz teurer als in der deutschen Schweiz. Das zeigt eine Analyse von Krankenkassendaten im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms "Lebensende" (NFP 67).
 

Abb.: Das ambulante Palliativteam Jena ist direkt an die Palliativstation des Uniklinikums angebunden. Die Unimediziner evaluieren Qualität und Strukturen der ambulanten Palliativversorgung in Deutschland. Foto: Uniklinikum JenaSAPV

Wie funktioniert gute Palliativversorgung zuhause?

Jena (23. Januar 2017) - Wissenschaftler des Universitätsklinikums Jena untersuchen die Qualität und die Strukturen der ambulanten Palliativversorgung in Deutschland. Seit zehn Jahren haben schwerkranke Patienten einen gesetzlichen Anspruch auf die Betreuung zuhause durch spezialisierte Teams, für die daraufhin bundesweit sehr unterschiedliche Vertrags-, Versorgungs- und Finanzierungsmodelle entwickelt wurden. Mit Förderung aus dem Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses befragen die Jenaer Mediziner in den kommenden zwei Jahren die Patienten und Angehörige, Hausärzte, Pflegedienste und andere Beteiligte, um Empfehlungen für eine Optimierung dieser wichtigen Versorgungsform zu erarbeiten.

Deutsche Stiftung Patientenschutz

DAK-Report: Pflegebedürftige sind von Palliativversorgung abgeschnitten

Berlin (19. Oktober 2016) - "Der Pflegereport zeigt, Pflegebedürftige sind von der Palliativversorgung abgeschnitten. Auch wenn sich 80 Prozent der Menschen wünschen, zu Hause oder im Hospiz zu sterben, ist es in der Realität genau umgekehrt. Der allergrößte Teil stirbt im Pflegeheim oder Krankenhaus. Diese Tendenz hat sich in den letzten 20 Jahren verstärkt. Das liegt daran, dass Pflegeheime immer mehr Orte des Sterbens sind. Jährlich sterben hier 350.000 Menschen, davon haben mehr als 200.000 einen hospizlichen und palliativen Bedarf. Das neue Hospiz- und Palliativgesetz gibt darauf keine Antwort. Es fehlt an eigenen Palliativteams in den 13.000 Pflegeheimen.

Jeder Mensch hat ein Recht auf ein Sterben unter würdigen Bedingungen

Nationale Charta-Strategie fordert bedarfsgerechte Begleitung am Lebensende als Menschenrecht

Berlin (17. Oktober 2016) - Die aus der „Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland“ hervorgegangenen Handlungsempfehlungen zur Umsetzung im Rahmen einer Nationalen Strategie werden heute in Anwesenheit von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe in Berlin der Öffentlichkeit vorgestellt. Drei Jahre liegen zwischen der Auftaktveranstaltung "Von der Charta zur Nationalen Strategie" im Jahr 2013 im Deutschen Bundestag und der Präsentation des Maßnahmenkatalogs, an dem 50 gesundheitspolitisch relevante Institutionen und Organisationen in einem Konsensusprozess mitgewirkt haben.

DGP

Frühzeitige Integration der Palliativmedizin schützt vor Übertherapie am Lebensende
 

  • Unbegründete Hoffnung auf Heilung oder Lebensverlängerung macht es auch Ärzten schwer, auf Therapiemaßnahmen zu ve rzichten oder diese zu beenden
  • Gegen den Willen des Patienten zu handeln, kann eine Körperverletzung darstellen

Berlin (4. Oktober 2016) - Die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) begrüßt, dass das Thema Überversorgung am Lebensende aktuell von medizinischen Fachgesellschaften und den Medien aufgegriffen und intensiv diskutiert wird. Übertherapie am Lebensende kann nicht nur zu falscher Ressourcenverteilung, sondern auch zu inhaltlicher Unterversorgung führen. „Die thematische Einengung der medizinischen Behandlung auf Krankheitsbekämpfung lenkt die Aufmerksamkeit der Betroffenen von der wichtigen Auseinandersetzung mit den grundlegenden Fragen eines schicksalhaft auf das Sterben zu gerichteten Krankheitsverlaufes ab.“ so DGP-Vizepräsident Dr. Bernd-Oliver Maier: „Die palliativmedizinische Versorgung von Patientinnen und Patienten darf nicht zu kurz kommen.“