Parasiten in der Dermatologie

Kopflausbefall bleibt größte Herausforderung bei Kindern

 

Dresden (1. Mai 2009) – Die Globalisierung macht auch vor den Parasiten nicht halt: Parallel zur steigenden Fernreiseaktivität von Familien erhöht sich bei Kindern in Deutschland das Infektionsrisiko für tropentypische Parasitosen. Zu den unerwünschten Reisesouvenirs gehören z.B. die Sandflohkrankheit (Tungiasis) oder die cutane larva migrans (Hautmaulwurf), erklärte Prof. Dr. med. Hermann Feldmeier von der Charité Berlin anlässlich des Satelliten-Symposiums „Parasiten in der Dermatologie – Neues aus Forschung und Praxis“ im Rahmen der 45. Tagung der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft am 1. Mai 2009 in Dresden. Der häufigste Parasit im Kindesalter bleibt aber weiterhin die Kopflaus, wie Prof. Dr. med. Regina Fölster-Holst vom Uni-Klinikum Campus Kiel betonte und anhand erster Ergebnisse der an Kieler Grundschulen und Kindertagesstätten im Herbst 2008 durchgeführten Studie zum Versorgungsstand der Pediculosis capitis bei Kindern erläuterte.

 

Den meisten tropischen Parasiten ist es in unseren Breiten auf Dauer zu kalt. Daher spielen Tungiasis oder die cutane larva migrans in Deutschland lediglich bei Tropentouristen eine Rolle. Auch andere Parasitosen wie Skabies, eine durch Armut, Überbevölkerung und Naturkatastrophen begünstigte Parasitose, ist in unseren Breiten eher selten, wie Prof. Dr. med. Ulrich R. Hengge vom Universitätsklinikum Düsseldorf erklärte. Ganz anders stellt sich die Situation beim Kopflausbefall dar. Nach Aussage von Prof. Fölster-Holst ist trotz einer Vielzahl wirksamer Pedikulozide weiterhin eine Zunahme der Pediculosis-Fälle in Deutschland zu verzeichnen. Neben Anwendungsfehlern könnte dieser Anstieg auf zunehmende Resistenzen gegenüber herkömmlichen neurotoxisch wirksamen Pedikuloziden zurückzuführen sein, so Prof. Fölster-Holst: „Diese Resistenzen wurden bereits aus anderen Ländern, wie Großbritannien, USA, Israel und Dänemark berichtet.“

 

NYDA® – das physikalisch wirksame Behandlungsprinzip

Vor diesem Hintergrund haben sich vor allem atoxische Dimeticonpräparate wie NYDA® als wirksame Therapie bei Kopfläusen etabliert, so Prof. Dr. Jörg Heukelbach von der Universität von Ceará, Brasilien: „NYDA® ist ein klinisch sehr wirksames Kopflausmittel mit einer exzellenten pedikuloziden und oviziden Wirkung. Das Produkt ist zudem eine Option für Patienten, die keine herkömmlichen Präparate mit neurotoxischem Wirkprinzip einsetzen möchten. Aufgrund seines physikalischen Wirkungsmechanismus ist das Auftreten von Resistenzen sehr unwahrscheinlich.“

 

Pedikulozide und ovizide Wirkung wissenschaftlich belegt

Die hohe Wirksamkeit von NYDA® wurde in mehreren Studien bestätigt. So zeigen die Ergebnisse einer aktuellen in-vitro-Untersuchung die überlegenen pedikuloziden Effekte von NYDA® gegenüber anderen in Deutschland erhältlichen Kopflausprodukten eindrucksvoll.(1) Vergleichssubstanzen waren 0,5 % Permethrin (alkoholische Lösung), 4 % Dimeticon, Soja-Kokosnussöl und 0,3 % Pyrethrumextrakt. In jeder Gruppe wurden 50 aktive, vitale Läuse in dem jeweiligen Produkt inkubiert und zu definierten Zeitpunkten über einen Zeitraum von 24 Stunden mikroskopisch auf ihre Vitalität untersucht. Bereits nach fünf Minuten und zu allen weiteren Untersuchungszeitpunkten zeigten alle mit NYDA® behandelten Läuse (100 %) keine wesentlichen Lebenszeichen mehr. Dieses gute Ergebnis wurde von keiner der Vergleichssubstanzen erreicht. Desweiteren wurde die ovizide Wirksamkeit von NYDA® gegen die oben genannten Präparate (0,5 % Permethrin (alkoholische Lösung), 4 % Dimeticon, Soja-Kokosnussöl und 0,3 % Pyrethrumextrakt in einer großen Vergleichsstudie geprüft worden.(2) Die Schlupfrate nach Inkubation in NYDA® betrug 3,9 % bei Eiern mit sichtbaren Embryonalstrukturen und 0 % bei jungen Eiern. Die Schlupfraten nach Behandlung mit den vier Vergleichspräparaten waren signifikant höher und lagen bei mindestens 38 %.

 

Seit dem 1. Juli 2008 ist NYDA® zudem für Kinder unter 12 Jahren und für Jugendliche mit Entwicklungsstörungen bis zu 18 Jahren erstattungsfähig bei allen Krankenkassen. NYDA® kann bereits bei Kleinkindern ab zwei Jahren angewendet werden.

 

 

Abb.1: Klinische Wirksamkeit. In-vitro-Wirksamkeit fünf gängiger Kopflauspräparate.

 

Abb.1: Klinische Wirksamkeit. In-vitro-Wirksamkeit fünf gängiger Kopflauspräparate. 

 

 

 

Abb. 2: Vergleich der Wirksamkeit von NYDA® und Permethrin (1 %).

 

Abb. 2: Vergleich der Wirksamkeit von NYDA® und Permethrin (1 %).

 

 

Abb. 3: Ovizide (eiabtötende) Wirkung - Schlupfraten junger Eier bei fünf gängigen Kopfläuspräparaten.

 

Abb. 3: Ovizide (eiabtötende) Wirkung – Schlupfraten junger Eier bei fünf gängigen Kopfläuspräparaten.

 

 

 

Literatur

(1) Oliveira FAS. et al. (2008): In vitro-Wirksamkeit von fünf gängigen Kopflausprodukten. Monatschr. Kinderheilkd., Band 156, suppl.1, S.82

 

(2) Sonnberg S. et al. (2008): Ovizide Wirksamkeit von over-the-counter Kopflausprodukten. Monatsschr. Kinderheilkd. Band 156, supl.1, S. 82 – 83.

 

 

NYDA® gegen Läuse und Nissen. Medizinprodukt. Inhaltsstoffe: Hoch- und niedrigviskoses Dimeticon, mittelkettige Triglyceride, Jojobawachs, Duftstoffe. NYDA®  zur physikalischen Behandlung des Kopfhaares bei Befall mit Kopfläusen. Bei bestimmungsgemäßer Anwendung von NYDA®  werden auch die Larven der Läuse und die Nissen bekämpft. Nicht bei bekannter Überempfindlichkeit gegenüber einem der Bestandteile, bei Kindern unter 2 J. und während Schwangerschaft und Stillzeit anwenden.

G. Pohl-Boskamp GmbH & Co. KG, 25551 Hohenlockstedt 


 

Quelle: Symposium der Firma Pohl Boskamp zum Thema „Parasiten in der Dermatologie – Neues aus Forschung und Praxis“ am 01.05.2009 in Dresden, anlässlich der 45. Tagung der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (tB).

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